ÖV
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VR-Praesidentin Monika Ribar, links, und CEO Andreas Meyer, am Ende der Bilanzmedienkonferenz der SBB, am Dienstag, 19. Maerz in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

VR-Präsidentin Monika Ribar (links) und CEO Andreas Meyer am Ende der Bilanzmedienkonferenz der SBB am 19. März in Bern. Bild: KEYSTONE

SBB-Chef plaudert aus dem Nähkästchen – und bringt Sommaruga arg in die Bredouille

Die neue Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga wolle keinen Wettbewerb im öffentlichen Verkehr, sagte SBB-CEO Andreas Meyer vor seinem Management. Was ist da dran?

SVEN ALTERMATT / ch media



Andreas Meyer wollte erst gar keine Zweifel aufkommen lassen: Was der SBB-CEO seinen Führungskräften da zu berichten hatte, war brisant. So brisant, dass Meyer mehrfach erklärte, er plaudere nun aus dem Nähkästchen. An einer Kadertagung, die vergangene Woche in Luzern stattfand, blickte der Chef des grössten Transportunternehmens des Landes auf das Geschäftsjahr 2018 zurück. Beim internen Stelldichein äusserte er sich naturgemäss offener über den Stand der Dinge als bei der offiziellen SBB-Bilanzmedienkonferenz am gestrigen Dienstag. Meyer nahm kein Blatt vor den Mund – das zeigen Auszüge seiner Rede, die dieser Zeitung vorliegen.

Bundesrätin Simonetta Sommaruga anlaesslich der Delegiertenversammlung der SP Schweiz vom Samstag, 2. Maerz 2019 in Goldau. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Simonetta Sommaruga Bild: KEYSTONE

Welche Akzente wird SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga als neue Verkehrsministerin setzen? Was macht sie anders als ihre CVP-Vorgängerin Doris Leuthard? Die ersten Treffen mit Sommaruga seien sehr gut und sehr angenehm verlaufen, sagte CEO Meyer den SBB-Kadern. «Unter uns, aus dem Nähkästchen geplaudert: Wir werden ganz sicher bei einigen Themen von ihr mehr Unterstützung bekommen.»

Bemerkenswert ist besonders, was Sommaruga laut Meyer zu den Vorstössen für mehr Wettbewerb auf den Schienen gesagt haben soll. Jetzt plaudere er sogar «ganz aus dem Nähkästchen», betonte Meyer und erzählte, was ihm zu Ohren gekommen sei: Die Bundesrätin habe dem Bundesamt für Verkehr beschieden, sie fände Wettbewerb «grundsätzlich sehr gut, aber nicht im öffentlichen Verkehr». Meyer war sich der Sprengkraft seiner Worte bewusst – er forderte die Kader dazu auf, diese nicht gleich auf Twitter zu veröffentlichen.

Department geht auf Distanz

Ist die Bundesrätin dagegen, den Wettbewerb auf den Schienen zu fördern? Ihre Vorgängerin Leuthard jedenfalls befürwortete mehr Konkurrenz im öffentlichen Verkehr. Und will Sommaruga nun auch keine weiteren Bahngesellschaften im Fernverkehr zulassen? Genau das hat der Bund nämlich im vergangenen Sommer beschlossen: Das Monopol der SBB im Fernverkehr soll fallen.

ZUM 10. JAHRESTAG DES AMTSANTRITTS VON DORIS LEUTHARD ALS BUNDESRAETIN AM MONTAG, 1. AUGUST 2016, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Die Bundesraetin Doris Leuthard, links, und der SBB CEO Andreas Meyer, rechts, feiern mit vielen geladenen Gaesten genau 1 Jahr vor der Eroeffnung des Gotthard-Basistunnels den Contdown

Altbundesrätin Doris Leuthard mit Andreas Meyer Bild: KEYSTONE

Bislang verfügen die Bundesbahnen auf den grossen Linien über ein Exklusivrecht, Konkurrenz haben sie nur auf regionalen Strecken. Konkret hat das Bundesamt für Verkehr dem Bahnunternehmen BLS die Konzession für zwei Interregio-Linien zugeteilt, die bisher von den SBB betrieben werden. Es geht um einen kleinen Teil der einzigen lukrativen Sparte des Personenverkehrs der Bahn.

Für die SBB jedoch geht es ums Prinzip: Die Vergabe der beiden Linien an die BLS komme einem verkehrspolitischen Systemwechsel gleich, kritisieren sie. Deshalb hat das Unternehmen den Entscheid des Bundesamts vor das Bundesverwaltungsgericht weitergezogen; ein Urteilsspruch ist noch hängig. Es bedürfe eines politischen Grundsatzentscheids. Wie Verkehrsministerin Sommaruga zu solchen Fragen steht, ist bislang nicht bekannt. Die von SBB-CEO Meyer kolportierten Aussagen deuten jedoch darauf hin, dass sie dezidiert gegen eine Marktöffnung ist.

Auf Anfrage wollte sich das Verkehrsdepartement der Bundesrätin nicht näher dazu äussern. Sommaruga spreche sowohl mit den SBB als auch mit dem Bundesamt für Verkehr über wichtige Bahnthemen, erklärte eine Sprecherin – und liess Verärgerung durchdrücken: «Diese Gespräche sind vertraulich und wir erwarten, dass sich auch unsere Gesprächspartner daran halten.»

Streitfrage Wettbewerb

Tatsächlich ist die politische Grundsatzfrage, wie viel Wettbewerb es im Bahnverkehr sein soll, noch immer ungeklärt. Die SBB wehren sich gegen weitreichende Liberalisierungen. Der Bund verfolgt derzeit die Devise eines massvollen Wettbewerbs – das zeigte sich nicht nur bei der Konzessionsvergabe an die BLS, sondern auch bei der Zulassung von nationalen Fernbusanbietern.

ARCHIV -- ZUR MELDUNG DER GPK, DASS DER SBB VERWALTUNGSRAT SEINE AUFSICHTSPFLICHT IM ZUSAMMENHANG MIT DEM CAPOINVEST MANDAT VON SBB PRAESIDENTIN MONIKA RIBAR VERLETZT HABE, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -- Verwaltungsratspraesidentin Monika Ribar, spricht waehrend der Bilanzmedienkonferenz der SBB, am Dienstag, 20. Maerz 2018 in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Monika Ribar Bild: KEYSTONE

SBB-Verwaltungsratschefin Monika Ribar verwies gestern am Rande der Medienkonferenz auf das komplexe Gesamtsystem des öffentlichen Verkehrs mit seinem nationalen Tarifverbund. «Wenn man daran etwas ändern will, muss man sich der Konsequenzen bewusst sein», sagte Ribar und forderte eine Gesamtschau.

Die Äusserungen von Andreas Meyer im Kreis der SBB-Führungskräfte wollte das Unternehmen derweil nicht näher kommentieren. Ein Sprecher verwies stattdessen auf die bekannten Positionen des Unternehmens. Man sei nicht grundsätzlich gegen Wettbewerb und fürchte sich nicht vor Konkurrenz. Aber: «In der Debatte werden Risiken und Nebenwirkungen von Wettbewerb im öffentlichen Verkehr zu wenig berücksichtigt», finden die SBB. Werde der Fernverkehr nicht mehr aus einer Hand produziert, entstünden Doppelspurigkeiten.

Deutlichere Worte wählte Meyer indes an der Kaderveranstaltung. Viele wollten sich ein Stück vom Kuchen abschneiden, kritisiere er. Darum seien bereits vielerorts kleine Feuerchen entfacht worden. Nun brauche es, wie es Meyer formulierte, «faire Rahmenbedingungen». Denn: «Sonst benötigen wir einen Feuerlöscher.» (aargauerzeitung.ch)

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81Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • inmi 20.03.2019 16:32
    Highlight Highlight Wettbewerb würde helfen, dass sich die SBB wieder auf ihr Kerngeschäft besinnt und die Züge vielleicht auch wieder mal pünktlich kommen.
  • fidget 20.03.2019 11:44
    Highlight Highlight Ich denke nicht, dass es in unserem kleinräumigen Land Platz für Wettbewerb im öffentlichen Verkehr hat. Wahre Konkurrenz gäbe es sowieso nur, wenn andere Bahnunternehmen ihr eigenes Schienennetz hätten. Wir sollten uns sehr gutes ÖV-Netz mit dem einheitlichen Tarifsystem nicht aufs Spiel setzen. In den USA gibt es zum Beispiel etliche Konkurrenzbahnen mit eigenen Tarifsystemen. Und Reisemittel Nummer 1 ist der Zug dort nicht (hat aber auch noch andere Gründe).
    • Eskimo 20.03.2019 12:11
      Highlight Highlight Wenn alle so denken würden, hätten wir heute alle ein Handyabo von der PTT. Das günstigste ca 250.- im Monat.
    • dan2016 20.03.2019 18:27
      Highlight Highlight @fidget, neben dem Lokalverkehr, der durch die Städte organisiert wird, gibt es in den USA genau eine Bahnunternehmung mit Fahrplan und definitiv keine Konkurrenz (ausser dort wo sich der Lokalverkehr mit dem Fernverkehr überschneidet)…
  • P.Rediger 20.03.2019 10:32
    Highlight Highlight England bietet ja eines der besten Beispiel, was passieren kann, wenn man voll auf Liberalisierung setzt. Also meine Erfahrungen mit dem britischen ÖV sind da sehr schlecht. Massive Verspätungen sind da an der Tagesordnung und wehe man löst ein Ticket von der falschen Gesellschaft, aber für die richtige Strecke. Viel Spass, wenn das hier so kommen sollte.
    • inmi 20.03.2019 16:33
      Highlight Highlight In Japan sind die Züge auch privatisiert und es funktioniert. In Italien ist die Bahn staatlich und scheisse. Das eine Negativbeispiel sagt gar nix aus.
    • ujay 21.03.2019 13:17
      Highlight Highlight Nein immi. Das ist eine Halbwahrheit. In Japan sind die Hochgeschwindigkeitszüge, die grosse Zentren verbinden, privat und rentabel. Die regionalen Bahnbetreiber werden vom Staat mit Unsummen subventioniert, die im Staatsauftrag unterwegs sind.
  • Herbert Anneler 20.03.2019 09:25
    Highlight Highlight British Rail wurde unter Maggie Thatcher voll dem Markt ausgesetzt, ebenso die Deutsche Bahn. Was hat es gebracht? Sind deren Leistungen besser geworden? Sind die Preise gesunken? Sind sie pünktlicher geworden? Sind sie sauberer geworden? Sicherer? Sind deren Schienennetze besser unterhalten? Wettbewerb um der Ideologie willen ist verheerend! Was es braucht, sind gut entlöhnte, mit Respekt behandelte BähnlerInnen, die wieder stolz sein können auf ihre SBB! Die leisten viel mehr als private Unternehmen mit ein paar Boni-geilen CEOs an der Spitze und einem Heer namenloser Zahnrädchen.
    • dan2016 20.03.2019 10:14
      Highlight Highlight Wettbewerb um der Ideologie willen ist nicht gut, kein Wettbewerb um der Ideologie willen ist ebenfalls nicht gut.
    • Fiftyfoot 20.03.2019 10:27
      Highlight Highlight BLS, SOB und all die anderen Regionalen Bahnen haben Boni-Geile CEOs.... na ja.
    • inmi 20.03.2019 16:33
      Highlight Highlight In Japan sind die Züge auch privatisiert und es funktioniert. In Italien ist die Bahn staatlich und scheisse. Das eine Negativbeispiel sagt gar nix aus.
  • sheimers 20.03.2019 09:22
    Highlight Highlight War es nicht die SBB, die sich mit Händen und Füssen dagegen gewehrt hat, dass die BLS eine neue Strecke befahren darf?
  • Chili5000 20.03.2019 09:11
    Highlight Highlight Die SBB gehört verstaatlicht und zwar komplett...
    • dan2016 20.03.2019 10:15
      Highlight Highlight ? aber zumindest einer der Herzer könnte erklären, wem die SBB denn heute so gehören
  • Chili5000 20.03.2019 09:06
    Highlight Highlight Ich lach mich gleich tot. Wettbewerb wie beim Schweizer Mobilfunknetz. "Na klar dürft ihr unser Schienennetz benutzen, das Kostet dann so und so viel..." Das macht einfach keinen Sinn...
    • Astrogator 20.03.2019 09:27
      Highlight Highlight Alle Zahlen denselben Preis, auch die SBB zahlt diese Trassengebühr für dir Nutzung des eigenen Netzes(!) an den Bund.

    • Chili5000 20.03.2019 10:30
      Highlight Highlight Alle Zahlen denselben Preis. Wie um Himmelswillen soll den Wettbewerb entstehen?
    • Herr J. 20.03.2019 15:37
      Highlight Highlight Wettbewerb kann entstehen, indem Wert gelegt wird auf Service, Pünktlichkeit, Kundenorientierung... Es gibt da (in meiner Vorstellung und in der Realität) himmelweite Unterschiede. Aber wenn man natürlich wie Frau Sommaruga der Meinung ist, nur die gute alte SBB könne das und die anderen seien Nullen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Linus Luchs 20.03.2019 08:54
    Highlight Highlight Im ganzen Artikel suche ich Argumente für oder gegen den Wettbewerb im öffentlichen Verkehr. Was sind denn nun die Risiken und Nebenwirkungen, die zu wenig berücksichtigt werden?

    Ich denke, es geht in die Richtung: Öffentlicher Verkehr ist ein wichtiger Teil des Service public, und wenn die Gesetze des freien Marktes im Service public Einzug halten, dann besteht die Gefahr, dass unrentable Geschäftsbereiche abgebaut oder gestrichen werden (vgl. Post). In diesem Sinne könnte ich die Skepsis der Bundesrätin gegenüber zu viel Wettbewerb im öffentlichen Verkehr gut nachvollziehen.
    • RatioRegat 20.03.2019 10:14
      Highlight Highlight Richtig. Die rentablen Strecken werden dann von Privaten betrieben, während der Staat und damit der Steuerzahler die unrentablen Strecken betreiben darf. Gewinne werden also wieder einmal Privatisiert, die Verluste verstaatlicht.
    • Herr J. 20.03.2019 15:41
      Highlight Highlight @Ratio: Die unrentablen Regionallinien sind schon heute so gut wie verstaatlicht, weil der Staat die Leistungen bei den Bahnunternehmen einkauft und die Defizite trägt. Viele Linien sind furchtbare Geldvernichtungsmaschinen und werden von der öffentlichen Hand durchgefüttert.

      Nur im rentablen Fernverkehr ist Gewinn erlaubt, was die SBB ja auch ausgiebig macht, wie die Unternehmenszahlen vom Dienstag zeigen. Wenn jetzt die BLS auch ein paar dieser Linien möchte, sehe ich darin nicht das geringste Problem.
  • Bruno Wüthrich 20.03.2019 08:53
    Highlight Highlight Es gibt Bereiche, die besser in der öffentlichen Hand liegen, obwohl Private damit viel Geld verdienen könnten. Wo es schlecht ist, wenn diese Gewinne abwerfen müssen (Gesundheitswesen, Betreuung von alten Menschen). Im Post- und Fernmeldewesen hat jedoch die Öffnung Schwung in die Sache gebracht.

    Der Schienenverkehr liegt meines Erachtens genau zwischen den Polen. Mit andern Worten: Wenn öffnen, dann vorsichtig. Denn immerhin gehört in der Schweiz der Schienenverkehr zu den gut funktionierenden infrastrukturellen Dienstleistungen. Wenn auch zuletzt mit leicht abnehmender Tendenz.
    • Chili5000 20.03.2019 09:09
      Highlight Highlight "Im Post- und Fernmeldewesen hat jedoch die Öffnung Schwung" Ja sehr viel Schwung im Zuge dessen sehr viele Orte nun keine Poststellen mehr haben und der Service mehr als nur armseelig ist...
    • Bruno Wüthrich 20.03.2019 09:42
      Highlight Highlight @ Chili5000

      Dem sagt man Jammern auf hohem Niveau. Immerhin wird die Post überall zugestellt und immer öfter auch abgeholt. Der Weg zur nächsten Poststelle ist in der Schweiz zudem wesentlich kürzer als in den meisten anderen Ländern (ausser vielleicht gerade Lichtenstein, Monaco, Luxemburg, Andorra oder im Vatikan).

      Hier erbringen eben die privaten Beförderungsdienste einen echten Mehrwert und kompensieren damit den Abbau bei der Post.
  • paddyh 20.03.2019 08:41
    Highlight Highlight Wettbewerb ist ja schön und gut, aber dann müsste man der SBB auch erlauben unrentable Strecken zu schliessen. Mal schauen wie toll dies denn alle finden. Was hier unter "Liberalisierung" verstandend wird, ist einfach die sehr rentable Strecken aufzuteilen und die unrentablen bei der SBB und somit der Allgemeinheit zu lassen.
    • dan2016 20.03.2019 09:23
      Highlight Highlight @paddyh, falsch, Du kannst die Dokumente sicherlich auch finden. Gewisse rentable und unrentable Strecken würden neu verteilt.
    • Jürg Müller 20.03.2019 23:37
      Highlight Highlight @dan2016: Genau, bei den unrentablen würde ich sofort zugreifen. paddyh hat schon recht, Gewinne privatisieren, Verluste soll der Staat tragen.
    • dan2016 21.03.2019 00:30
      Highlight Highlight https://www.watson.ch/schweiz/sbb/268949669-bund-brueskiert-bls-die-sbb-erhalten-fast-alle-fernverkehr-und-intercity-linien

      ich kanns nochmals versuchen. Aber es scheint halt schon so, dass Mythen viel viel beliebter als Fakten sind.
    Weitere Antworten anzeigen
  • dorfne 20.03.2019 08:39
    Highlight Highlight Konkurrenz im Service-Publique heisst nichts anderes als Teil-Privatisierung. Wir haben die beste Bahn der Welt, die auch unrentable Linien fährt. Im Dienste des Steuerzahlers. Damit wird es bei einer Privatisierung vorbei sein. Wegen der Gewinnmaximierung. Für die Pannen beim neuen Doppelstöcker Dosdo ist nicht die SBB schuld, sondern ein Privatunternehmen! Dies zur Erinnerung an Jene, die in der Privatisierung das Heil suchen, bzw. Millionensaläre und Boni auch bei schlechter Leistung.
  • rodolofo 20.03.2019 07:31
    Highlight Highlight Meyer versucht doch nur, die Aufmerksamkeit vom Debakel mit den Bombardier-Pannenzügen abzulenken!
    Wie kam diese unglaubliche Katastrophe zustande, die eigentlich einschneidende Folgen auf das Gehalt des obersten Managers der SBB, eben Meyer, haben müsste?
    Wegen dem WETTBEWERB!
    Der typisch Bürgerliche Reflex, sich immer für das billigste Angebot zu entscheiden, weil man für sich den maximalen Profit herausholen will, führt dann zum staatlich verordneten Zwang, immer und überall die Preise (UND die Löhne!) zu drücken.
    Und dann hat man dann den Salat...
    ...und Chinesen als Chefs...
    • Herr J. 20.03.2019 15:43
      Highlight Highlight ...und ohne den fiesen und bösen Wettbewerb funktioniert alles picobello. Siehe Venezuela, siehe Nordkorea.
  • fischbrot 20.03.2019 07:23
    Highlight Highlight ... "er forderte die Kader dazu auf, diese nicht gleich auf Twitter zu veröffentlichen". Presse ist aber OK ;-)
  • Mutbürgerin 20.03.2019 07:21
    Highlight Highlight Ohne Konkurrenz kann man besser die Kunden ausnehmen und sich als erfolgreiches Unternehmen mit absurden Gewinnen brüsten.
    • rodolofo 20.03.2019 07:36
      Highlight Highlight Warum wurden die Bahnen in der Schweiz einmal verstaatlicht?
      Weil die gegeneinander rivalisierenden Privatbahnen nur an den profitablen Linien interessiert waren und ein heilloses Durcheinander herrschte!
      Die Stadt Winterthur zahlt heute noch Schulden ab von einem Bahnprojekt, das Winterthur mit Genf verbinden wollte, mit UMFAHRUNG von Zürich!
      Was ist mit den Englischen Bahnen nach der Privatisierung passiert, die doch alles hätte verbessern sollen? Vermehrt haben sich nur die Chef-Abzocker und die Aktionärs-Blutsauger, während die Basis vergammelte.
      So viel zur Privatisierung von Bahnen.
    • PHM 20.03.2019 08:20
      Highlight Highlight Die SBB hat jetzt schon keine richtige Konkurrenz, aber spring du ruhig auf den Zug auf (😏), auf dem dich Meyer haben möchte. Glaubt ja niemand ernsthaft, dass er sein Nähkästchen-Geplauder wirklich intern halten wollte.

      Wie gut ein privatisierter Bahnmarkt funktioniert, sieht man ja am Beispiel UK: Frequenz, Preise, Ticketingsystem... alles Katastrophe. (Nein ich meine nicht die Londoner Tube, sondern den regionalen und überregionalen Bahnverkehr.)
  • Ökonometriker 20.03.2019 07:20
    Highlight Highlight Wettbewerb ist nicht gut oder schlecht. Das Markt-Design ist gut oder schlecht. Wenn der Bahnmarkt richtig designed wird, kann er von Wettbewerb profitieren. Aber blinde Liberalisierung, ohne sich Gedanken über die Qualität des Marktes zu machen, funktioniert genauso wenig wie die ständige Fortschrittsverweigerung.

    Markt-Design ist keine Frage der Ideale, sondern eine technische Problemstellung. Politik und Ideale sollten das Ziel bestimmen, nicht den Weg. Man vermisst in der Politik der Schweiz die ökonomische Perspektive.
    • dorfne 20.03.2019 08:43
      Highlight Highlight Wenn der Service-Publique erst privatisiert ist, verschwinden alle Dienstleistungen, die nicht rentabel sind. Oder sie werden sehr teuer. Man siehts bei der Post, Poststelle um Poststelle schliesst. Die Post wird fit gemacht für die Privatisierung. In Zürich wollte die SVP die Wasserversorgung teilprivatisierung. Was zum Glück nicht durchkam!
    • Ökonometriker 20.03.2019 08:51
      Highlight Highlight @mogad: dann ist das Marktdesign schlecht. Wenn man z.B. über Konsessionen und Subventionen die Regeln si gestaltet, dass sich das Versorgen von Randregionen lohnt, nimmt die Versorgung nicht ab. Bei der Telekommunikation haben wir das in der Schweiz beispielsweise gut gelöst.

      Bei der Wasserversorgung stimmte ich aber auch nein. Hier sehe ich nicht, wie man durch Konkurrenz eine Effizienzsteigerung erzielen will.
    • dan2016 20.03.2019 09:25
      Highlight Highlight @mogad. Vielleicht auch einfach, weil es 80% der Postleistungen im bisherigen Sinne nicht mehr braucht? Die Postkutschen verschwanden ohne Privatisierung..... sondern mit der Eisenbahn.
    Weitere Antworten anzeigen
  • dracului 20.03.2019 07:09
    Highlight Highlight Zwischen zielloser Privatisierung und Monopol gibt es viele Nuancen! Die SBB und ihr CEO sind selbstgefällig und unflexibel geworden und haben die Kunden und die Zukunft aus den Augen verloren. Hier braucht es mehr Druck und Anstoss zu Veränderungen, die aktuell nicht von der SBB aus Eigeninitiative entsteht.
  • mbr72 20.03.2019 07:06
    Highlight Highlight Wann, wann bloss wird die Öffentlichkeit und Politik begreifen, dass ein getaktetes Verkehrssystem bis in die winzigste Peripherie in einer digitalisierter/vernetzter Welt kompletter Unsinn ist? Sowohl ökologisch wie ökonomisch. Miserable Durchschnittsauslastung (Ausnahme sind einige wenige S-Bahn Linien), komplexe und sehr teure Infrastruktur, Fehleranfälligkeit, teuer für den Kunden (wenn es nicht quersubventioniert wäre über Abgaben/Steuern).
    • lilie 20.03.2019 08:01
      Highlight Highlight @mbr72: Und was ist dein Vorschlag? Zug auf Abruf? Man wartet halt 2 h, bis er aus dem Depot geholt wurde, dafür ist bis dann die Auslastung optimal!
    • _kokolorix 20.03.2019 08:08
      Highlight Highlight Und was schwebt dir als Alternative vor? Subventionierte SUVs und Autobahnen für Randregionen?
      Die Durchschnittsauslastung des Individualverkehrs ist um Grössenordnungen schlechter als die des ÖV, Platzbedarf und externe Kosten sind extrem viel höher. Es gibt unterhaltene Strassen wo tagelang kein Auto entlangfährt, von der Platzverschwendung einer Autobahn mal ganz abgesehen
  • N. Y. P. 20.03.2019 06:39
    Highlight Highlight Sowas gehört sich nicht.

    Auch in der Causa Bombardier macht SBB-CEO Andreas Meyer einen jämmerliche Falle.

    Eigentlich ist er selbst das Thema. http://Sowas
  • Randy Orton 20.03.2019 06:33
    Highlight Highlight Wird hier Wettbewerb durchgesetzt wird es wie bei der Post auf Kosten von nicht rentablen Bereichen gehen - sprich alle bedienen nur noch Strecken wie Bern-Zürich etc. und die kleinen Dörfer gucken in die Röhre.
    • dorfne 20.03.2019 08:48
      Highlight Highlight Danke Randy. Steuersenkungen, Sozialabbau und eine schleichende Privatisierung des Service Publique sind Drillinge. Und es wird dazu führen, dass sich die Schere zw. Arm und Reich weiter öffnet. Im Fall der SBB werden dann einfach noch mehr Leute aufs Auto angewiesen sein, weil unrentable Linien geschlossen werden.
  • ujay 20.03.2019 06:30
    Highlight Highlight Schlechter Stil von Meyer. Offensichtlicher geht plumpe Rhetorik nicht.
  • Muselbert Qrate 20.03.2019 06:18
    Highlight Highlight Die Frau ist in der SP! Die wollen zB den Kapitalismus abschaffen! Da sollte ihre Haltung zum Thema Staatsbetriebe und Wettbewerb nun wirklich nich besonders überraschen...
    • cgk 20.03.2019 06:58
      Highlight Highlight Sie steht aber zur Sozialen Marktwirtschaft. Das weiss ich auch als Unternehmer zu schätzen. Den reinen Kapitalismus kann man von mir aus auch abschaffen.
    • Sherlock_Holmes 20.03.2019 07:09
      Highlight Highlight Ach Muselbert... es gibt auch eine Realpolitik.
      Inzwischen sollte sich auch auf rechter Seite herumgesprochen haben, dass der absolut freie Wettbewerb nicht nur das allein selig machende Heilmittel ist.
      Es geht – wie auch in der Landwirtschaft – um faire Rahmenbedingungen.
      Interessant ist, dass dort wo es für uns Konsumenten wirklich Vorteile bringen würde – z.B. Parallelimporte von Medikamenten – gemauert wird.
      Ein anderes Thema ist der Lohnschutz, den gewisse Kreise liebend gerne lockern würden.
      Venezuela ist nicht nur politisch weit entfernt.
    • Basubonus 20.03.2019 07:11
      Highlight Highlight was für ein Unsinn. Wettbewerb bei staatlichen Grundleistungen wie öV, Stromversorgung, Wasser, Straßenbau etwa macht schlichtweg keinen Sinn. Hat man im Ausland schon X Mal beobachten können. Aber Hauptsache irgendwelchen Müll behaupten von wegen Kapitalismus abschaffen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Töfflifahrer 20.03.2019 06:08
    Highlight Highlight Meyer macht Politik und versucht wohl das UVEK so unter Druck zu setzen. Er weiss genau, dass diese Aussagen publik werden und rechnet wohl auch damit.
    • zeusli 20.03.2019 08:04
      Highlight Highlight Er rechnet wohl auch mit seiner baldigen Kündigung, was vermutlich ihm gut in den Kram passt. Dann muss er den Schlamassel mit den FV Dosto‘s von Bobardier nicht selber aufräumen... 😉
  • walsi 20.03.2019 05:53
    Highlight Highlight Richtiger Wettbewerb würde bedeuten, dass ein konkurrenzierendes Bahnunternehmen ein eigenes Schienennetz baut und so ein richtiges Konkurrenzangebot zur SBB präsentiert. Dass das nicht möglich ist müsste eigentlich jedem einleuchten.
    • Astrogator 20.03.2019 06:40
      Highlight Highlight @E7#9: Das ist nicht korrekt, der grösste Teil des Netzes gehört der SBB, gefolgt von der BLS. Und im Gegensarz zur Strasse muss die SBB nicht nur den Unterhakt des Netzes bezahlen sondern auch noch eine Gebphr für die Nutzung des eigenen Netzes bezahlen.
    • Pisti 20.03.2019 07:10
      Highlight Highlight Astrogator, für den Unterhalt des Netzes erhält die Division Infrastruktur aber Subventionen.
    • Madison Pierce 20.03.2019 07:33
      Highlight Highlight Man könnte die Infrastruktur dem Bund oder einer separaten Firma übertragen. Jeder Bahnbetreiber würde dann für deren Nutzung bezahlen. (So wie fremde Anbieter jetzt die SBB bezahlen.)

      Es ginge also auch mit einem Schienennetz. Ob die Qualität steigen würde, ist eine andere Frage. Wenn ein Zug von „CheapTrain24“ eine Strecke blockiert, haben alle ein Problem.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Knut Knallmann 20.03.2019 05:43
    Highlight Highlight Es macht auch schlicht keinen Sinn, in einem durch staatliche Vorgaben so regulierten, vernetzten und allgemein komplexen Bereich wie dem öffentlichen Personenfernverkehr Wettbewerb zu erzwingen. Es ist erfreulich dass diese Erkenntnis auch im UVEK angekommen ist.
  • länzu 20.03.2019 03:36
    Highlight Highlight Meier ist und bleibt ein stilloser Schwätzer.

Zu wenig Lokführer: SBB legen Linie still

Die SBB haben wegen Lokführermangels auf einer Nebenlinie zwischen Olten und dem Baselbiet einen Tag lang den Zugverkehr eingestellt. Zudem schützt am Gotthard auch eine Platzreservation nicht vor einem Rausschmiss.

Dass ein Zug ausfällt, weil der Lokführer oder die Zugchefin kurzfristig entfällt, kommt immer mal wieder vor. Dass die SBB eine ganze Linie einen Tag lang stilllegen muss, weil das Personal fehlt, ist wohl einzigartig in der jüngeren Bahngeschichte.

So geschehen am Samstag auf der Linie Olten – Läufelfingen – Sissach. Von früh bis spät bot die Bahn Ersatzbusse auf. Grund: «kurzfristige Änderung im Personaleinsatz». Informiert darüber hat die SBB am Freitagabend um 23.51 Uhr.

Am Samstag erklärte …

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