USA
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ghislaine Maxwell wird vorgeworfen, Jeffrey Epstein dabei geholfen zu haben, Minderj

Ghislaine Maxwell wird vorgeworfen, Jeffrey Epstein dabei geholfen zu haben, Minderjährige zu missbrauchen. Bild: sda

Epsteins Ex soll bereits am Freitag vor Gericht antraben – jetzt bangt auch Prinz Andrew

Die Ex-Partnerin von Sexualstraftäter Jeffrey Epstein soll bereits am Freitag vor Gericht erscheinen. Was ihr genau vorgeworfen wird und wieso es auch für den britischen Prinzen Andrew brisant wird.



Was ist passiert?

Die Ex-Partnerin des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, Ghislaine Maxwell, ist am Montag in ein New Yorker Gefängnis verlegt worden.

Am Freitag soll sie dort vor Gericht erscheinen müssen, die Staatsanwaltschaft und Verteidigung baten um einen Anhörungstermin. Eine Bestätigung des Termins gab es zunächst nicht.

Die Bundesanwaltschaft in Manhattan will sich beim Gerichtstermin gegen eine Haftentlassung Maxwells auf Kaution aussprechen. Der Grund: Die Behörde sieht ein «extremes» Fluchtrisiko.

Wieso wurde Maxwell verhaftet?

Die Staatsanwaltschaft wirft Ghislaine Maxwell vor, Epstein beim Missbrauch teils minderjähriger Mädchen geholfen und manchmal sogar selbst daran teilgenommen zu haben. Eines der mutmasslichen Opfer war zum Tatzeitpunkt erst 14 Jahre alt.

epa08523985 Acting United States Attorney for the Southern District of New York Audrey Strauss speaks during a news conference to announce charges against Ghislaine Maxwell for her alleged role in the sexual exploitation and abuse of multiple minor girls by Jeffrey Epstein in New York, USA, 02 July 2020.  EPA/JASON SZENES ALTERNATIVE CROP

Staatsanwältin Audrey Strauss. Bild: keystone

Die 58-Jährige habe zu Epsteins «engsten Verbündeten» gehört und eine «entscheidende Rolle» bei seinen Machenschaften gespielt, sagte Staatsanwältin Audrey Strauss. Rund ein Jahr nach der Anklage Epsteins könne nun auch seine Ex-Partnerin endlich angeklagt werden.

«Wir haben hart an dieser Untersuchung gearbeitet. Es ist nicht einfach, eine Anklage in einem Fall zusammenzustellen, der so weit zurückgeht.»

Staatsanwältin Audrey Strauss

Die Behörden hätten aber in den vergangenen Monaten immer ein Auge auf Maxwell gehabt und Informationen gesammelt.

Wo war Maxwell untergetaucht?

Maxwell war nach Angaben des FBI in der Stadt Bradford im nordöstlichen US-Bundesstaat New Hampshire festgenommen worden, wo sie in einem «wunderschönen Anwesen» gelebt habe, sagte der stellvertretende New Yorker FBI-Chef William Sweeney.

Gemäss Breana Pitts, Moderatorin bei CBSN, soll sich Maxwell im obigen Haus versteckt haben. Der Name Maxwell sei nirgends aufgetaucht, weil sie das Haus über eine anonyme Firma gekauft haben soll.

Wann sollen die Verbrechen stattgefunden haben?

Die nun vorgelegten Anklagepunkte gegen Maxwell bezögen sich auf die Jahre 1994 bis 1997, sagte die New Yorker Staatsanwältin Strauss. Der Missbrauch von Frauen und Mädchen, von denen eine nur 14 Jahre alt gewesen sein sollen, habe hauptsächlich in Epsteins Anwesen in New York, Palm Beach und Santa Fe sowie in Maxwells Wohnsitz in London stattgefunden.

FILE - This March 28, 2017, file photo, provided by the New York State Sex Offender Registry, shows Jeffrey Epstein. British socialite Ghislaine Maxwell was arrested by the FBI on Thursday, July 2, 2020, on charges she helped procure underage sex partners for the financier.  (New York State Sex Offender Registry via AP, File)

Jeffrey Epstein. Bild: keystone

Maxwell, Tochter des britischen Verlegers Robert Maxwell (1923–1991), soll Geschäftspartnerin und eine Zeit lang auch Freundin von Epstein gewesen sein.

Der Fall Epstein

Der Unternehmer und Multimillionär Jeffrey Epstein war im vergangenen Sommer angeklagt worden, Dutzende Minderjährige missbraucht und zur Prostitution gezwungen zu haben. Kurz darauf hatte er sich in einer New Yorker Gefängniszelle das Leben genommen.

2008 war er in dieser Sache schon einmal einem Bundesverfahren entgangen, indem er eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft eingegangen war. Epstein bekannte sich damals teilweise schuldig und bekam eine milde Haftstrafe. Viele Frauen, die Epstein Sexualverbrechen vorwerfen, halten Maxwell für eine Mittäterin. Maxwell hatte jedes Wissen über Epsteins Machenschaften und jede Beteiligung daran zuvor zurückgewiesen.

Was war die mutmassliche Rolle Maxwells bei den Verbrechen?

In der Anklageschrift heisst es, Maxwell habe versucht, sich mit jungen Mädchen und Frauen anzufreunden, und sie dann zu sexuellen Aktivitäten mit Epstein zu drängen. Bei einigen Missbrauchshandlungen sei sie selbst dabei gewesen und habe aktiv teilgenommen.

«Die Anwesenheit von Maxwell als erwachsene Frau hat dazu beigetragen, die Frauen zu beruhigen», sagte Staatsanwältin Strauss. «Sie hat vorgegeben, eine Frau zu sein, der sie vertrauen können, während sie sie gleichzeitig dazu gebracht hat, von Epstein und manchmal auch von ihr selbst sexuell missbraucht zu werden.»

Welche Rolle spielte Prinz Andrew?

Der britische Prinz Andrew (60) war mehrfach Übernachtungsgast bei Epstein in dessen Anwesen in den USA und der Karibik. Von den Machenschaften seines Freundes will er nichts mitbekommen haben. Eines der Opfer, Virginia Giuffre, wirft dem Prinzen aber vor, er selbst habe sie als Minderjährige missbraucht. Andrew bestreitet das. Der 60-Jährige sagte zu, allen zuständigen Ermittlungsbehörden helfen zu wollen.

Bild

London 2001: Prinz Andrew mit der 17-jährigen Virginia Roberts, rechts Ghislaine Maxwell. Gemäss Andrew soll es sich beim Foto um eine Fälschung handeln. screenshot netflix

Für Andrew wird die Verhaftung von Ghislaine Maxwell besonders brisant. Kaum jemand weiss mehr über die mutmasslichen Machenschaften des Prinzen. Die beiden waren anscheinend so gut befreundet, dass Maxwell 2002 gar eine Privatführung im Buckingham-Palace erhielt und dabei auf dem Thron im Krönungssaal der Queen Platz nehmen durfte.

Die US-Anwältin Gloria Allred, die einige der Frauen im Skandal vertritt, warf dem Royal vor, die Opfer einem «Foltertest zu unterziehen». Er weiche der US-Justiz immer wieder aus, sagte die Opferanwältin. Sie forderte Andrew auf, endlich zu sagen, was er wisse. «Er muss das machen – ohne Verzögerung», sagte Allred am Freitag dem britischen Sender ITV.

Andrew ist der zweitälteste Sohn von Königin Elizabeth II. (94). Er gab im Zuge des Skandals seine royalen Pflichten vorerst auf. Auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan forderte ihn jetzt in einem Interview des Senders LBC dazu auf, mit den US-Behörden zu kooperieren. Premier Boris Johnson wollte sich öffentlich nicht konkret dazu äussern. Es sei eine Sache des Königshauses, sagte er.

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

MeToo: Weinstein, der Skandal und seine Folgen

Die Vorwürfe gegen Kevin Spacey

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

39
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
39Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Domi_Lee_Jones 07.07.2020 22:38
    Highlight Highlight Nach der Netflix Doku war ich sprachlos. Ich hoffe schwer das möglichst viele Beteiligte an dieser Schweinerei gefasst werden.
    Leider zweifle ich auch gleichzeitig daran das die wahren Schuldigen verurteilt werden.
    Mit Geld und dadurch auch Einfluss, erlangt man heute bereits zu einem gewissen Grad Immunität.

    Epstein didn‘t kill himself.....
  • PC Principal 07.07.2020 16:51
    Highlight Highlight Epstein hat sich vielleicht tatsächlich selbst umgebracht. Wäre nicht das erste mal dass ein Straftäter während das während dem Prozess tut.
  • Dory has left the Matrix 07.07.2020 12:09
    Highlight Highlight Maxwell & Epstein sind nur das Haar am Bein eines Flohs auf der Sptze des Eisbergs. Die diversen Geheimdienste welche seit mehreren Generationen mit ihren "honeytraps" einflussreiche 'people of power' weltweit durch Blackmailing erpressen und dazu sehr oft Minderjährige benutzen wird leider wohl nie gänzlich aufgedeckt werden. Die jetzige Show dient in erster Linie zur Ablenkung. Epsteins Verbindungen zur CIA sowie Maxwells Mossad connections werden vertuscht. Die honeytraps existieren weiter, der Menschenhandel floriert, nur die Agenten heissen anders. Arme Kinder.
    • Super8 07.07.2020 14:38
      Highlight Highlight Dory...hä?
    • Dory has left the Matrix 07.07.2020 14:59
      Highlight Highlight @Super8: Jup, morgen haben wir alles schon wieder vergessen.
    • DerBeserWiser 07.07.2020 15:13
      Highlight Highlight ..hä?
      Benutzer Bild
    Weitere Antworten anzeigen
  • anundpfirsich 07.07.2020 12:03
    Highlight Highlight richtig so!
  • Nonqi 07.07.2020 11:49
    Highlight Highlight Der Hausdienst sollte vorsorglich mal die Funktion der Kameras überprüfen
  • tinu77 07.07.2020 11:26
    Highlight Highlight Die wird wohl nicht allzu ruhig schlafen in einem New Yorker Gefängnis...
  • DerSeher 07.07.2020 11:25
    Highlight Highlight "Die nun vorgelegten Anklagepunkte gegen Maxwell bezögen sich auf die Jahre 1994 bis 1997..." ähh und der Rest? (Falls sie es den überlebt....)
    • Dory has left the Matrix 07.07.2020 14:33
      Highlight Highlight Ihr wurde beim Epstein Prozess 2018 Immuntität gewährt für spätere Vergehen. Warum wohl? Alle Menschen sind gleich, manche sind gleicher. Speziell wenn Geheimdienste mit ihren Blackmail Black Ops involviert sind. Der Fisch stinkt vom Kopf her. Maxwell ist der perfekte Sündenbock. Sie lassen sie nun fallen. Im Hintergrund wird munter weiter erpresst auf Kosten der Kinder, nur mit anderen Akteuren.
    • Lichtblau550 07.07.2020 18:06
      Highlight Highlight Wow, mehr Herzen als Blitze. Was geht ab?
  • Ferdinend 07.07.2020 11:11
    Highlight Highlight Ich stelle schon mal das Popcorn bereit für kommenden Freitag. Sofern es natürlich überhaupt so weit kommt.
  • Amarillo 07.07.2020 11:00
    Highlight Highlight Was mir nie klar geworden ist, wie denn das System des Missbrauchs von Minderjährigen über Jahre hinweg an verschiedenen Orten funktionieren konnte. Von eigentlichen Vergewaltigungen war meines Wissens nicht die Rede, wobei ein Missbrauch bekanntlich auch mit dem Einverständnis von Minderjährigen ein solcher bleibt und strafbar ist. Der Prozess gegen Maxwell bringt hoffentlich etwas Klärung darüber, wie das "System" - bei so vielen Betroffenen - so lange funktionieren konnte, bis ein Opfer Anzeige erstattete. Abgesehen davon waren ja nicht nur minderjährige Frauen betroffen.
    • Elephant Soup slow cooker recipes 07.07.2020 12:09
      Highlight Highlight .. wenn eine minderjährige ein einverständnis gibt, sind im gleichen raum ja noch erwachsene, welche..... lassen wir das, denn mir fehlen grad die worte.. oder die anzahl der zeichen, um alles hier reinzupacken... und wollen wir echt missbrauch und vergewaltigung von minderjährigen gegeneinander aufwiegen... AAAAHHHHH
    • Mietzekatze 07.07.2020 13:43
      Highlight Highlight Guck die Doku auf Netflix. Da klären sie schon einige deiner Fragen
    • Amarillo 07.07.2020 18:01
      Highlight Highlight Das mit den Erwachsenen bezog ich eher auf den Punkt mit der Erstattung einer Anzeige, was ich einer erwachsenen Person eher zutraue als einer minderjährigen. Wie man auf die Idee kommen kann, ich wolle einen Missbrauch dadurch relativieren, dass auch Erwachsene im Raum gewesen sein könnten, kann ich nicht nachvollziehen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • The oder ich 07.07.2020 10:42
    Highlight Highlight K. A., wieso hier alle meinen, der Name Maxwell komme neu auch auf diese Liste
    Benutzer Bild
  • mrlila 07.07.2020 10:16
    Highlight Highlight Welch tragischer Suizid am Donnerstag folgen wird.
  • hemster (eidg. dipl. Rechtschreibfehler) 07.07.2020 10:14
    Highlight Highlight stellt sich nur die frage ob die frau den prozess je erleben wird oder doch lieber vorher begleiteten "suizid" begeht. hat ja bei epstein super funktioniert /ironie off
  • MeinAluhutBrennt 07.07.2020 10:13
    Highlight Highlight Hab vorsorglich mein Adrenochrom aus dem Kühlschrank genommen.
  • Tirggeltoni 07.07.2020 10:07
    Highlight Highlight Und schon wird Andrew gedeckt. Wäre er kein Royal, hätten die britischen Behörden diesen Meitlischmöcker bestimmt ausgeliefert. Unglaublich, dass in so einer womöglich tiefgreifenden Angelegenheit der Johnson das Königshaus noch immer als unantastbar (als lustiger Kommentar in einer TV-Sendung) ansieht.
    Wer hier noch glaubt dass diese Frauen das erfunden haben und sich als Opfer darstellen hat völlig einen an der Waffel und der Fall gehört restlos ins kleinste Detail geklärt und die Schuldigen angeprangert. Kein Pardon den Pädos! Souhünd!
    • w'ever 07.07.2020 10:48
      Highlight Highlight @tirggeltoni
      es gilt auch hier die unschuldsvermutung.
    • karl_e 07.07.2020 11:06
      Highlight Highlight Ein Schweizer oder eine Schweizerin darf nicht ausgeliefert werden. Vermutlich kann Britannien seine Staatsangehörigen auch nicht ausliefern.
    • Tirggeltoni 07.07.2020 11:41
      Highlight Highlight Grundsätzlich bei dir, w'ever.

      Ihn als unschuldig hinzustellen bedeutet aber gleichzeitig, die Frauen als Lügnerinnen zu bezichtigen. Nochmals. Wer diesen Frauen nicht glaubt ist selbst schuld. Da sind zuviele unabhängige Aussagen über JAHREZEHNTE gemacht worden die sich decken.
      Schön zu sehen wie Andrew sich bei seinem Interview immer darauf berief, die Maxwell und nicht den Epstein eingeladen zu haben und sie ja die Befreundete von ihm gewesen sei.
      Die Reaktionen der Opfer sprachen Bände.
      Unschuldsvermutung ja, aber hier ist die Indizienlast schlicht zu gross und das thema zu brisant.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DerBeserWiser 07.07.2020 10:05
    Highlight Highlight Mein tiefstes Beileid den Überbleibenden zum plötzlichen und unerwarteten Selbstmord von Frau Maxwell

13 Fakten über sexuelle Gewalt an Frauen in der Schweiz

430'000 Frauen – ungefähr so viele Menschen wie in der Stadt Zürich leben – wurden in der Schweiz Opfer von sexueller Gewalt. Das zeigt eine neue Studie. Diese 13 weiteren Fakten musst du darüber wissen.

Jüngere Frauen machen sich deutlich mehr Sorgen, sexuell belästigt zu werden, als ältere Frauen. Bei den 16- bis 39-Jährigen sind es 55 Prozent, bei den 40- bis 64-Jährigen 36 Prozent, bei den über 65-Jährigen 23 Prozent.

In der Schweiz kennen fast die Hälfte aller Frauen ab 16 Jahren andere Frauen, die ungewollt sexuelle Handlungen erleben mussten.

Viele Formen der sexuellen Belästigung sind weit verbreitet. Am häufigsten kommen unerwünschte Berührungen, Umarmungen und Küsse vor. 59 Prozent …

Artikel lesen
Link zum Artikel