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Bild: AP Invision
Oscars 2014

Meryl Streep, nicht Gott, sei Dank! 

Bald, bald weinen sie wieder, die Oscar-Gewinner, und danken Gott und der Welt. Schaut man genauer hin, stellt man aber fest: Dem Allmächtigen wird weniger gedankt als Meryl Streep.
02.03.2014, 15:4402.03.2014, 15:53
Die lange Oscar-Nacht bei watson
Kochen Sie eine grosse Kanne Kaffee, stellen Sie die Energy-Drinks kalt und das Popcorn bereit: Am Sonntag, den 2. März, bringen wir Sie ab 23.30 Uhr durch die Oscar-Nacht. Am Ticker: watson-Wirbelwind Oliver «Grumpy Old Man» Baroni und der filmversierteste «Enthülle, den es je gab. Es könnte preisverdächtig werden, gewiss gewitzt und punktuell professionell – den Oscar gibts nur auf watson.

«I would like to thank God» – kaum eine US-amerikanische Award-Show, ohne dass man diesen Satz dutzendweise um die Ohren gehauen bekommt. Wohl werden wir ihn auch am Sonntag mehrfach zu hören bekommen, denn dann steigt nämlich die wichtigste Award-Show aller Award-Shows: die Oscars. Oder nicht? 

Falsch. 

Nein, bei genauerem Hinsehen – «Slate» hat da sehr, sehr genau nachgeforscht – stellt sich heraus: Dem Herrn vom oberen Stockwerk wurde in den letzten zwölf Jahren ganze drei Mal gedankt. «Schaut, was Gott bewirken kann!», proklamierte etwa Jennifer Hudson (die anderen vier Nominierten verlieren lassen, yeah!). Oder: Denzel Washington, der seine Dankesrede mit «Gott ist gross» begann.

Aber, Morgan Freeman ist doch Gott!
Aber, Morgan Freeman ist doch Gott!Bild: DJStorm

Damit ist der Allmächtige auf einer ähnlichen Stufe wie andere Celebrities, denen Dank zukommt, selbst wenn sie nichts mit dem Film zu tun haben. Oprah Winfrey und Sidney Poitier etwa wurde je zwei Mal gedankt, Meryl Streep gar vier Mal. 

Der Fall ist klar: Weil Hollywood das Babylon der Neuzeit ist, wird hier der falsche Gott Oscar angebetet.

Allerdings wird Gott öfters erwähnt als die Frau Gemahlin: «Vanity Fair» hat die Dankesreden der «Best Actor»-Gewinner seit Beginn der Oscar-Feiern unter die Lupe genommen und Wörter gezählt. «And», «the» und Ähnliches wurde weggelassen. Mit dem Resultat wurde eine Word-Cloud konstruiert: 

Bild: Vanity Fair; HiRes-Version hier

Logisch, «thank» ist das meistverwendete Wort. «Really», «wonderful», «people» fallen auf; ebenfalls «want», «love» und «Academy». «God» ist aber grösser als «man» und «friend». «Honor», «hope» und «heart» sind nicht besonders beliebt.

Bei der Damenwelt – also den «Best Actresses» – ist «thank» ähnlich beliebt, und auch hier stechen «want», «much», «love» heraus. Danach wird es komplizierter. «Really» ist really häufig, während «God» weniger wichtig als «family» ist.

Bild: Vanity Fair; HiRes-Version hier

Gott war für eine Stellungnahme leider nicht zu erreichen.  

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