Interview
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Will Silicon Valley mit der Schweizer Mentalität versöhnen: Ralf Haller.

Interview

Hi-Tech-Standort Schweiz: «Uns fehlen die Rebellen»

Ralf Haller hat jahrelang als Ingenieur und Start-up-Unternehmer im Silicon Valley gearbeitet. Heute versucht er, die Erfolgsrezepte des Hi-Tech-Mekkas Schweizer Unternehmer zu vermitteln und auch Schwächen und Gefahren aufmerksam zu machen.



In den Standortwettbewerbs-Hitparaden belegt die Schweiz regelmässig vorderste Plätze. Gilt dies auch für den Hi-Tech-Bereich?
In dieses Indizes wird sehr viel Verschiedenes gemessen: Politische Stabilität, wie lange es dauert, bis Sie ein Geschäft eröffnen können, wie leicht Sie einen Kredit erhalten, etc. All diese Dinge sind in der Schweiz optimal.

Dazu kommt eine erstklassige Infrastruktur, Bildungs- und Gesundheitswesen.
Richtig. Aber nicht, oder nur unzulässig gemessen wird jedoch die Innovation: Was gibt es für Start-ups, die wirklich etwas Neues auf den Markt bringen? Welche Start-ups schaffen nicht nur ein paar, sondern ein paar hundert oder gar tausend Arbeitsplätze? Da sieht die Statistik alles andere als glänzend aus.

«Wir haben zu wenig hungrige Unternehmer, die auch bereit sind, Risiken einzugehen.»

Dabei führen wir dieses Gespräch im Technopark in Zürich, der genau zu diesem Zweck geschaffen wurde. Funktioniert das Konzept nicht?
Die meisten Unternehmen in Technopark sind nicht im Hi-Tech, sondern im mittleren Bereich angesiedelt. Oder sie sind in Nischenmärkten tätig. Schauen Sie sich an, wie viele Beratungsunternehmen es hier hat.

In Dübendorf soll bald ein Innovationspark entstehen.
Das ist eine gute Geschichte. Dort kann man Hi-Tech-Firmen ansiedeln, auch aus dem Ausland. Dazu kommt, dass dort auch grosse Forschungszentren untergebracht werden sollen, auch staatliche, wie etwa die Empa.

epa06071549 Participants prepare for the World Hackathon during the second day of the Jalisco Campus Party in Guadalajara, Jalisco, Mexico, 06 July 2017. A total of 25,000 people will participate until 09 July in this event presented with the motto 'Feel The Future'.  EPA/Ulises Ruiz Basurto

Nerds an einem Hackathon in Mexiko. Bild: EPA/EFE

In den USA spielt Darpa, das Forschungsprogramm der Militärs, eine grosse Rolle in der Entwicklung von Hi-Tech. Auch in Israel ist die Armee ein bedeutender Faktor in diesem Bereich. Welche Rolle spielt der Staat in der Start-up-Förderung?
Wenn die Staatsangestellten selbst aus der Hi-Tech-Szene stammen, dann ist das sinnvoll. Darpa spielt im Silicon Valley tatsächlich eine bedeutende Rolle und hat viele wichtige Projekte angestossen, beispielsweise die selbstfahrenden Autos. Das Cern bei Genf ist ebenfalls eine Institution, die extrem wichtig für den Hi-Tech-Bereich ist.

Die beiden ETHs gelten als beste Hochschulen ausserhalb der USA. Woran hapert es also in der Schweiz?
Sicher nicht an der Klasse der Universitäten und der Forschungsanstalten. Auch nicht am Geld. Wir haben zu wenig hungrige Unternehmer, die auch bereit sind, Risiken einzugehen. Im Silicon Valley, in Israel und zunehmend auch in China haben Sie diese «Rebellen», wie sie genannt werden. Sie sind die treibende Kraft in Ökosystem der Start-ups.

In der Schweiz scheitern nur wenige Start-ups. Das ist doch toll. 
Nur bedingt. Was hierzulande als Erfolg eingestuft wird, gilt im Silicon Valley als Flop. Die wenigsten von ihnen spielen ihre Investitionen wieder ein. Der grosse Durchbruch gelingt ihnen nicht. Trotzdem existieren sie weiter und beschäftigen fünf bis zehn Mitarbeiter. Sie sind jedoch weit davon entfernt, ein «Unicorn» zu werden, ein Unternehmen mit einer Kapitalisierung von mindestens einer Milliarde Franken.

«Wenn wir die Rebellen nicht in der Schweiz finden, dann müssen wir sie aus dem Ausland holen.»

Unternehmen wie Swisscom, SIX oder die Banken führen inzwischen auch sogenannte Hackathons durch, um die Nerds an sich zu binden. Warum soll ich als junger Software-Ingenieur nicht anständig bezahlt bei diesen Unternehmen arbeiten, anstatt mich bei lausiger Bezahlung in einen Coworking-Büro abmühen?
Vielleicht ist das das Problem. Es ist nach wie vor zu einfach, bei einem dieser Unternehmen unterzukommen. Deshalb fehlen uns die Rebellen. Ich bin jedoch überzeugt, dass sich das massiv ändern wird. Die Finanzindustrie baut bereits Jobs ab. Im Tessin etwa sind seit der Jahrhundertwende fast die Hälfte aller Bankenarbeitsplätze verloren gegangen. Nehmen sie als Kontrastprogramm Israel. Dort wollen drei von vier Hochschulabgängern in einem Start-up arbeiten – oder selbst eines gründen.

Weil sie nicht die Möglichkeit auf einen sicheren und gut bezahlten Job haben?
Falsch. Es gibt in Israel inzwischen sehr viele Jobs bei grossen Unternehmen. Doch die jungen Israeli haben eine andere Mentalität. Sie wollen etwas Neues schaffen. Deshalb haben die Grossunternehmen dort Schwierigkeiten, die besten Hochschulabgänger zu kriegen.

Die Schweiz mag zu wenig Rebellen haben. Aber wir sind sehr gut darin, etablierte Unternehmen ordentlich zu managen und den neuen Anforderungen anzupassen. Vielleicht haben wir eine andere Mentalität und daher andere Qualitäten.
Sicher kann man die Schweiz nicht über Nacht in eine Rebellen-Nation verwandeln. Ich sage auch nicht, dass das etwas Schlechtes ist. Ich sehe einfach das Problem, dass die zukünftigen Arbeitsplätze im Hi-Tech-Umfeld generiert werden. Und jeder Hi-Tech-Arbeitsplatz sorgt indirekt für fünf weitere Jobs in anderen Bereichen. Selbst die am besten gemanagten traditionellen Unternehmen werden nicht neue Jobs im grossen Stil schaffen. Sie werden im Gegenteil versuchen, noch effektiver zu werden und mit weniger Personal auszukommen.

HOLD FOR RELEASE UNTIL 6:00 A.M. EDT. THIS PHOTO MAY NOT BE PUBLISHED, BROADCAST OR POSTED ONLINE BEFORE 6:00 A.M. EDT - FILE - In this Tuesday, June 17, 2014, file photo, Yahoo CEO Marissa Mayer attends the Cannes Lions 2014, 61st International Advertising Festival in Cannes, France. Mayer was the fifth highest paid CEO in 2014, according to a study carried out by executive compensation data firm Equilar and The Associated Press. (AP Photo/Lionel Cironneau, File)

Hat Google nach Zürich gebracht: Marissa Mayer. Bild: AP/AP

Dafür sind Firmen wie Google nach Zürich gekommen und haben ihre Präsenz massiv ausgebaut.
Wir sollten das nicht überbewerten. Google ist ein Glücksfall. Das Unternehmen ist letztlich nach Zürich gekommen, weil Marissa Mayer, damals Mitglied der Google-Geschäftsleitung und später CEO von Yahoo, zufällig ein paar Monate bei der UBS in Zürich gearbeitet hat. Es hat ihr hier gefallen, daher ist Google an die Limmat gezogen. Grundsätzlich ist es jedoch sehr schwierig, Unternehmen aus dem Silicon Valley in die Schweiz zu locken, vor allem auch, weil wir sehr teuer sind.

Und was ist mit dem Kryptovalley in Zug?
Das ist ein guter Ansatz. Bisher sind wir jedoch noch weit davon entfernt, dass hier Tausende von neuen Arbeitsplätzen entstehen. Ethereum beispielsweise, das hochgelobte Blockchain-Unternehmen, ist de facto aus Zug verschwunden und ist jetzt grösstenteils in China.

Es gibt Stimmen, die sagen: Die Aufregung um Blockchain und Fintech sei ein vorübergehender Hype. Blockchain und Fintech haben ihre Berechtigung.
Natürlich wird es immer Übertreibungen und Korrekturen geben. Nach dem Dotcom-Crash haben sich viele auch vom Online-Handel verabschiedet. Sie müssen jetzt kiloweise Kreide essen.

Was für eine Prognose haben Sie für den Hi-Tech-Standort Schweiz?
Ich sehen generell für Europa eher schwarz, wir geraten ins Sandwicht von Silicon Valley und China. In den letzten beiden Quartalen wurde in China erstmals mehr Wagniskapital investiert als in den USA. China hat ideale Voraussetzungen für Hi-Tech-Unternehmen: Sehr viel und inzwischen auch gut ausgebildete Ingenieure und einen riesigen Markt. Das Silicon Valley wird seine Stellung verteidigen können Aber für Europa wird es sehr schwer werden, da mithalten zu können.

Ralf Haller ist Managing Direktor bei der Firma High-Tech-Connection. Er ist auch Veranstalter des jährlichen Kongress «Silicon Valley meets Switzerland». Am 26. April findet im Holliday Inn in Zürich die Veranstaltung «Silicon Wadi Meets Switzerland» statt.

Was kann also getan werden?
Das Ziel muss sein grosse Hi-Tech-Firmen die viele Arbeitsplätze schaffen zu bekommen. Dafür müssen alle an einem Strang ziehen. Zunächst mal muss man aufhören die Dinge zu beschönigen und den Tatsachen in die Augen sehen. Dazu gehört auch, dass wir uns mit den führenden Innovationszentren wie Silicon Valley, Israel und neu China messen und vergleichen, denn dort entstehen die neuen Arbeitsplätze.

Was können die etablierten Grossunternehmen tun?
Sie müssen neue Technologien früh einzusetzen und nicht erst, wenn sie sich nach drei bis fünf Jahre etabliert haben. So können lokale Start-ups rasch Kunden finden. Sinnvoll wäre es auch, wenn Penisonskassen rund zwei Prozent ihres Vermögens in Risikokapital investieren würden.  

Wie kommen wir zu den Rebellen?
Wenn wir sie nicht in der Schweiz finden, dann müssen wir sie aus dem Ausland holen. Es ist durchaus möglich, Schweizer Tugenden mit den Eigenschaften von Rebellen zu verbinden.

Silicon Valley

«Eine Maschine wird niemals ein Bewusstsein haben»

Link zum Artikel

«Wir steuern auf eine Diktatur der Nerds zu»

Link zum Artikel

Elon Musk ist «Iron Man»: Brauchen wir wieder einen Übermenschen, der uns vor dem Untergang bewahrt?

Link zum Artikel

Wie die Superreichen die Gemeinschaft zerstören

Link zum Artikel

Das ist der Traum der Silicon-Valley-Milliardäre

Video: srf/SDA SRF

Das könnte dich auch interessieren:

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

BAG meldet 129 neue Corona-Fälle

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

26
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Watson=Propagandahuren 16.04.2018 22:13
    Highlight Highlight Naja das mit den Tech Start-Ups aus Silicon Valley muss man schon relativieren:
    Nicht jedes Land kann Milliarden Geheimdienstgelder über irgendwelche "Investorengruppen" zu Techfirmen schleusen ;-)
  • 7immi 16.04.2018 20:46
    Highlight Highlight es ist vielleicht das it mekka, andere sparten sind dafür deutlich weniger vertreten. die schweiz ist dafür in nischen vertreten. nehmen wir das iphone: die schrauben, metallgitter bei lautsprecher und mikrofon sowie der kunststoff kommen aus schweizer produktion, ausserdem bildschirmbauteile.
    es kommt immer darauf an, welche sparte man betrachtet... die schweiz ist immer da vertreten, wo es kompliziert wird und sich andere die zähne ausbeissen. der iphone schraubenlieferant stellt mit 0.5 mm durchmesser zb die kleinsten schrauben der welt her.
  • Wahrsager 16.04.2018 09:23
    Highlight Highlight Ralf Haller irrt sich.
    Das Hauptproblem für die meisten potentiellen Firmengründern ist, dass es extrem schwierig bis fast unmöglich ist, an Fremdkapital heranzukommen. Das erstickt bereits 99% aller Keime für "Unicorns". Börsengänge sind sehr selten. Das erledigt das übrige Prozent der Unicorn-Keime. Hinzukommen steuerrechtliche Regelungen, die erfolgreiche Jungunternehmer in den privaten Ruin treiben können.
    Die CH will keine Unicorns, keine neue Grossfirmen, schon gar keine Steve Jobs, o. ä., welche das Establishment blamieren könnten.
    Das Establishment will unter sich bleiben.
  • demokrit 15.04.2018 17:36
    Highlight Highlight Government-Work gilt in den USA halt auch nicht ganz so schick, wie in der Schweiz, wo es für die Absolventen bereits zum guten Ton gehört irgendwann für Bundesbern oder staatliche Einrichtungen arbeiten zu dürfen. Gerade Juristen werden hier auf Halde dazu ausgebildet. In den Hochschulen, von denen es in den USA nun einmal eine ganze Menge gibt, werden von den Professoren auch gerne mal Witze über den Staat gerissen. Der Vorteil dieses Bildungsmodells ist dann entsprechend unternehmerischeres Denken, allerdings meist für die Oberschicht. Zwischen den privaten Unis herrscht harter Wettbewerb.
  • Toerpe Zwerg 15.04.2018 15:34
    Highlight Highlight Die Schweiz kann es in genau einem Bereich ganz an Spitze schaffen: Versicherungslösungen.
  • Toerpe Zwerg 15.04.2018 15:32
    Highlight Highlight Solange in Europa Besitzstandwahrung, Sozialstaat inkl. Grundeinkommen und Moralismus über Eigenverantwortlichkeit, innovation und Veränderungswille gewichtet werden, solange wird hier nichts grosses und zukunftsweisendes entstehen.

    Wir marschieren geradewegs in die falsche Richtung.
    • Wahrsager 16.04.2018 12:04
      Highlight Highlight @Midnight
      Wenn Sie tatsächlich ein Rebell sind und wirklich Erfolg haben wollen, dann müssen sie die Schweiz verlassen, sie müssen Europa verlassen. Denn hier gibt es keine Chance für Sie.
      Wenn sie klein bleiben wollen, dann bleiben Sie. Das ist ihnen hier gestattet. Die Rahmenbedingungen für Firmengründungen sind erstickend hier. Zu viele teure gesetzliche Auflagen, zu viel Bürokratie, zu grosse Hürden (z. B. Mindesktienkapital), unternehmenswachstumsfeindliche Steuern, zu wenig Risikokapital, zu teure und komplizierte Börsengänge, etc.
      Kleine dürfen hier nicht gross werden.
    • demokrit 17.04.2018 12:05
      Highlight Highlight Das Mindestkapital ist bei einer GmbH vertretbar. Es ist sogar eher zu klein. Wenn das Projekt wirklich etwas werden soll, werden Sie wohl mehr brauchen. Für ein gutes Geschäftsmodell gibt es in der Schweiz immer Geld. Die Frage ist, ob die Idee so toll ist. Hat nichts mit dem Staat zu tun.
  • B-Arche 15.04.2018 14:27
    Highlight Highlight "Vielleicht ist das das Problem. Es ist nach wie vor zu einfach, bei einem dieser Unternehmen unterzukommen. "

    Wie bitte? Wer sowas behauptet will anscheinend ein Gesellschaftsmodell in der jeder sich jeden Tag noch mehr abrackern muss und noch mehr kämpfen nur damit er anständig leben kann.

    Mir scheint der Herr will eine Gesellschaft in der die Furcht vor Armut so gross ist dass man bereit jedes Risiko einzugehen mit einer Chance von 99% in der Gosse zu landen. Wenn Innovation nur so geht will ich sie gar nicht.

    Dass man von seiner Arbeit gut leben kann ist eine Errungenschaft in CH!
    • Wahrsager 16.04.2018 09:33
      Highlight Highlight So gesehen, würde die auf diese Weise herbeigeführte Risikobereitschaft in der Bevölkerung wohl eher die Bereitschaft steigern, eine Bank zu überfallen.
      Beziehungsweise: Existenzielle Not steigert selbstverständlich die Risikobereitschaft, aber sie kann nicht die Unternehmensgründungen befördern, sondern nur die Kriminialität.
      Denn wer nichts hat, kann rein gar nichts investieren, weil er nichts hat, das er investieren könnte. Er ist dann gezwungen sich zu nehmen, was er zum Überleben braucht, legal oder illegal.
  • Zeit_Genosse 15.04.2018 14:22
    Highlight Highlight Bei Stellenausschreibungen werden agile, flexible, innovative, selbständige, unternehmerische Persönlichkeiten gesucht. Angestellt werden dann konservative, angepasste und kooperationsorientierte Bewahrer, die niemandem „gefährlich“ werden können und den Betrieb nicht stören. In den USA und China werden Rebellen in grosse Firmen geholt, bei uns müssen sie sich selbständig machen und werden nur mager unterstützt. Wir sind Mittelmass-Weltmeister.
    • demokrit 15.04.2018 17:02
      Highlight Highlight "In den USA und China werden Rebellen in grosse Firmen geholt.."

      Zum Beispiel?
  • Benno Kästli 15.04.2018 11:59
    Highlight Highlight Uns fehlen nicht nur die rebellen, uns fehlt auch der Wille in den Firmen, die Mitarbeitende darin unterstützen, eine flexible, aktive Kultur der ständigen Verbesserung und der Innovationsbereitschaft zu entwickeln. Und CEO's und Führungskräfte müsse auch zulassen, dads Mitarbeitende sich weiterbilden können! Dazu führen wir deo www.experienza.ch am 2. Mai 2018 in Bern durch.
    • Wahrsager 16.04.2018 09:36
      Highlight Highlight Das wollen CEOs und ihr ganzer Führungsstab gar nicht. Deren Interesse gilt einzig ihrem persönlichen Machterhalt, um ihre Stelle und ihr Einkommen zu sichern.
  • Skeptischer Optimist 15.04.2018 11:35
    Highlight Highlight In der Analyse liegt Haller wohl richtig, bei den Schlussfolgerungen bin ich skeptisch. Ich sehe wenig Sinn darin, zu versuchen in der Schweiz die Silicon Valley bubble economy nachzubilden. Dazu ist einerseits der Markt sowohl von der Abnehmer als auch von der Anbieter Seite her zu klein, andererseits gilt es kulturelle Differenzen zu berücksichtigen. Bei uns fehlt es an der blinden Heldenverehrung, der Toleranz für Bullshit und der Bereitschaft zur Veränderung, die vor allem einige Wenige sehr reich werden lässt. In anderen Worten, das Silicon Valley Model ist für den Schweizer nicht attraktiv und daher strebt er ihm nicht nach.
    • marmuel 15.04.2018 12:51
      Highlight Highlight Absolut einverstanden. Sieht man auch hier an den Kommentaren - Die Schweiz ist viiieel zu rational in solchen Dingen. Alles und jedes wird kritisch hinterfragt, obwhol es - manachmal! - eben keine grosse Rolle spielt ob etwas tatsächlich funktioniert oder Gewinn gibt (siehe Amazon, welche immer noch keine schwarzen Zahlen schreiben (wollen)!), viel wichtiger ist es manchmal der/die Erste in einem neuen Gebiet zu sein und die Investoren so lange wie möglich glauben zu lassen, dass man eben dieses Unicorn sei.
    • Zeit_Genosse 15.04.2018 14:31
      Highlight Highlight Bis auf folgendes einverstanden: Der Markt ist nicht zu klein, sondern unsere Lösungen sind selten global angedacht und ambitionert. Wer für die CH oder DACH Lösungen entwickelt, vergibt sich die Wachstumsmärkte. Die USA sind sprachlich und vom Binnenmarkt im Vorteil und profitieren, dass die Welt ihre Produkte/Leistungen adaptiert. Z.B. das Mountenbike war eine Bullshit-Idee, die auch aus der Schweiz hätte kommen können, wie Skateboards, SocialMedia, usw. Der Markt ist nicht zu klein, sondern unser Denken in Skalierung und Grösse. Ist nicht unsere Kultur, funktioniert aber auch aus der CH.
  • Zeit_Genosse 15.04.2018 11:34
    Highlight Highlight Wertvolle Aussagen von Ralf Haller, die ich nur bestätigen kann.

    1) nicht nur Vergleiche anstellen worin wir gut sind.

    2) Annehmen der Realität ohne Schönfärberei (z.B. Innovationen die zu Arbeitsplätzen führen).

    3) Ansiedeln von High-Tech-Firmen und Spezialisten aus dem Ausland holen um einen High-Tech-Cluster zu schaffen.

    4) Rebellentum fördern - Wir sind verwöhnt und haben zu wenig Hunger - Wettbewerbskultur schaffen.

    5) Wagniskapital, Mentoren, Angels und mediale Aufmerksamkeit auf Enterpreneure als Vorbilder

    6) In globaler Skalierung denken und Handeln - Willen gross zu werden.

  • The Black-it's just a flesh wound-Knight 15.04.2018 11:00
    Highlight Highlight Rebellieren in einer, immer mehr kontrollierten, auf sicheren, profitabelen und überwachten kapitalistischen Grundlagen basierenden, Gesellschaft...könnte als Herausforderung angesehen werden...wird wohl, angesichts vorherschender Paradigmen, auch immer Diese bleiben...
    "Mut zur Lücke!" wird, meistens, rechtzeitig, eingedampft oder durch Pseudoinvestitionen, von monopolistischen Wettbewerbern, für deren Vorteil, assimiliert...wer will schon den "Stress und das Chaos", einer Firmengründung, wenn ein x-beliebiges Unternehmen, Tonnen von Währung, für die blosse, erfolgreiche Idee, anbietet...?!
  • kebabverkaufer 15.04.2018 10:41
    Highlight Highlight als ob jedes unternehmen ein milliarden unternehmen werden kann. diese logik...
    • Toerpe Zwerg 15.04.2018 15:36
      Highlight Highlight Royal Döner kännsch?
  • Gawayn 15.04.2018 10:41
    Highlight Highlight Bei einer IT Ausstellung in der Schweiz, haben Lehrlinge auf Sicherheitsölücken hin gewiesen.
    Sie fanden kein Gehör.
    Darauf haben sie die Sicherheitslücke der Veranstalter genutzt und ihre Plattform gehackt.

    Als sie es meldeten, das sie es gewesen waren, wurden sie entlassen.

    Jetzt wundert man sich über das Fehlen von Rebellen?
    • TheRealSnakePlissken 15.04.2018 13:55
      Highlight Highlight Der Schweizerbünzli stirbt nicht aus. Wenigstens um DIE Art muss man sich keine Sorgen machen.
    • Zeit_Genosse 15.04.2018 14:12
      Highlight Highlight In den USA hätten sie gleich wieder bessere Jobs erhalten. Wir sprechen überall grosskotzig von Fehlerkultur. Wann denn jemand einen Fehler mach wird ein Aufstand gemacht.
    • leu84 15.04.2018 14:23
      Highlight Highlight Da sieht man, weshalb Bundesbetriebe wie z.B. die Ruag einfach mal so gehackt werden. Die alten Säcke sollten die Finger von etwas lassen, wo sie selber keine/wenig Ahnung haben bzw. Junge Leute ein besseres Wissen haben. Die Schweiz ist ein "korrekter" Beamtenstaat mit Sitzkleberpolitiker
    Weitere Antworten anzeigen

Anonymous erklärt Verschwörungs-Ideologe Attila Hildmann den Krieg

Das Hacker-Kollektiv Anonymous legt sich mit Deutschlands bekanntem Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann an: «Du hast Anonymous den Krieg erklärt und musst mit dem Echo leben.»

Anonymous kündigt weitere Aktionen gegen den früheren TV-Koch Attila Hildmann an. Dieser hat sich während der Corona-Krise vom Vegan-Influencer zum antisemitischen Verschwörungsideologen gewandelt, der hinter Covid-19 eine Kampagne der Eliten und Staatsoberhäupter sieht, um die Bevölkerung zu dezimieren. Zuletzt hat er sich weiter radikalisiert und verbreitet offen antisemitische Parolen. In seinem öffentlichen Telegram-Kanal bezeichnet er beispielsweise Adolf Hitler als «Segen für …

Artikel lesen
Link zum Artikel