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Jean Ziegler rechnet mit den «Übeltätern in Brüssel» ab

Christina Schwaha / APA



A migrant boy walks over discarded garbage outside the Moria refugee camp on the northeastern Aegean island of Lesbos, Greece, on Tuesday, Jan. 21, 2020, as some businesses and public services are holding a 24-hour strike to protest the migration situation. Thousands of migrants and refugees are stranded in massively overcrowded camps on the islands in increasingly precarious conditions. (AP Photo/Aggelos Barai)

Prekäre Verhältnisse im Lager Moria. Bild: AP

Das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos hat es zu trauriger Bekanntheit gebracht. Für den Globalisierungskritiker Jean Ziegler ist es die «Schande Europas». In seinem gleichnamigen neuen Buch geht Ziegler mit der EU-Flüchtlingspolitik hart ins Gericht.

Die Erstaufnahmeeinrichtungen (Hotspots), die 2015 von der Europäischen Union in Griechenland und Italien geschaffen wurden, dienen nach Ansicht Zieglers einer «offenkundigen Strategie: der Abschreckung und dem Terror», schreibt der Soziologe in «Die Schande Europas. Von Flüchtlingen und Menschenrechten».

Die «Übeltäter in Brüssel» würden zulassen, dass sich in den Hotspots «Überlebensbedingungen entwickeln, die an die Konzentrationslager unseligen Angedenkens erinnern, und hoffen so, die Flut der Flüchtlinge austrocknen zu können», schreibt Ziegler. Er scheut damit nicht den Vergleichen mit den nationalsozialistischen Konzentrationslagern (KZ).

Der Schweizer Soziologe und Globalisierungskritiker Jean Ziegler am Mittwoch, 2. April 2019, im Rahmen eines Interviews mit der Austria Presse Agentur (APA) in Wien, Oesterreich. (KEYSTONE/APA/Herbert Neubauer)

Jean Ziegler. Bild: APA

Diese Strategie der Abschreckung sei «zutiefst unmoralisch» und überdies «vollkommen unwirksam». Die Statistik der täglichen Neuankünfte von Geflüchteten in Europa gibt dem emeritierten Genfer Universitätsprofessor für Soziologie zumindest im letzten Punkt recht.

Ziegler kritisiert Menschenrechtsverletzungen

Von den Zuständen in Moria machte sich Ziegler in seiner Funktion als Vizepräsident des Beratenden Ausschusses des UNO-Menschenrechtsrats (MRR) im Mai 2019 selbst ein Bild. Obwohl er während seiner Reisen als UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung (2000 bis 2008) viel Armut, Hunger und Leid sah – über Moria schreibt er, noch nie «so schmutzige Behausungen, so verzweifelte Familien» wie dort erlebt zu haben. «Wohin ich auch blicke, mit wem ich auch spreche, ich stosse auf Tragödien», schildert der 85-Jährige seine Eindrücke aus der «Hölle von Moria».

In dem «Elendslager» auf Lesbos sowie in allen anderen Hotspots Europas sieht Ziegler Menschenrechte gleich mehrfach verletzt. Insbesondere das Asylrecht, aber auch das Recht auf angemessene Ernährung werde in den Hotspots des Ägäischen Meeres «dauerhaft und massiv verletzt», ebenso wie die UNO-Konvention über die Rechte des Kindes.

Während die europäischen Regierungen den 30. Jahrestag der Konvention mit «Pomp und Gloria» feierten, duldeten sie das «Martyrium der Kinder von Moria, ohne mit der Wimper zu zucken», kritisiert Ziegler. «Heuchelei» ist das Wort, das Ziegler mehrmals benutzt, um die aktuelle Situation zu beschreiben.

Auch die im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention illegalen «Push-backs», bei denen Beamte der EU-Grenzschutzagentur Frontex oder die von der EU finanziell unterstützte türkische und griechische Küstenwache Flüchtlingsboote im Mittelmeer in nicht-europäische Hoheitsgewässer zurückdrängen, thematisiert Ziegler. Die «Push-backs» stellten eine «eklatante Völkerrechtsverletzung» dar, weil sie dem Asylbewerber das Recht nähmen, einen Antrag zu stellen. Trotzdem werde diese Strategie von der «Bürokratie der EU finanziert, koordiniert und angeordnet».

Überspitzt, aber eindringlich

Ziegler spricht auch das brutale Vorgehen und die Gewalt von Frontex-Beamten gegen Geflüchtete an, das Medien und Hilfsorganisationen bereits im vergangenen Sommer publik machten. Für Ziegler, der als einer der bekanntesten und schärfsten Globalisierungskritiker gilt, ist das schlichtweg «Menschenjagd an den Grenzen der Festung Europa».

Verzweiflung an der griechischen Grenze

«Die neue enragierte Streitschrift des bekannten Globalisierungskritikers»: Was der Verlag in der Ankündigung verspricht, hält das Buch. Ähnlich wie in Vorgängerwerken provoziert Jean Ziegler in «Die Schande Europas» mit teils überspitzten Aussagen und eindringlichen Appellen. An der herrschenden Elite lässt er kein gutes Haar.

Neben der EU muss auch sein früherer Arbeitgeber, die UNO, Kritik einstecken. Gleichzeitig ruft der Schweizer zum Widerstand auf: «Es gibt keine prinzipielle Ohnmacht der Demokratie. Wir, die Bürgerinnen und Bürger, verfügen über die Macht der Schande. Es ist an uns, die Machtverhältnisse zu verändern. Wir müssen die öffentliche Meinung mobilisieren und unseren Kampf organisieren». Denn Europa stehe vor dem moralischen Verfall. «Mit der Aushöhlung des Asylrechts und den eklatanten Verletzungen der Flüchtlingsrechte zerstört die EU die Grundlagen, auf denen sie selbst 1957 errichtet wurde.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 24.01.2020 09:37
    Highlight Highlight ...
    Die Landlords reagierten darauf zusammen mit der Philippinischen Armee mit äusserster Brutalität!
    Gegenden, in denen man Guerilla-Aktivitäten vermutete wurden mit Tora Tora-Kleinflugzeugen aus dem 2.Weltkrieg aus der Luft bombardiert.
    Die Zivilbevölkerung wurde zusammen getrieben und in sogenannte "Wehrdörfer" gepfercht, wo man sie besser kontrollieren konnte.
    Darum geht es letztlich: Die Ländereien und Minen für Multinationale Konzerne und "einheimische" Landlords besetzen und von die profitablen Geschäfte störenden "Eingeborenen" freihalten.
    Und dieses "Menschenmaterial" entsorgen...
  • rodolofo 24.01.2020 09:31
    Highlight Highlight Darauf läuft "die Festung Europa" hinaus:
    Auf neue Konzentrationslager, dieses Mal nicht für Juden, Kommunisten, Roma und Behinderte, sondern für MigrantInnen aus dem verwahrlosten Süden, die in den stinkreichen Norden gelangen wollen.
    So neu diese Lager für uns sind und so nahe bei- und in Europa sie jetzt errichtet werden,
    in Ländern der "3. Welt" gibt es sie schon lange.
    Auf der "Zuckerinsel" Negros in den Philippinen, wo der Zerfall der Weltmarkt-Preise für Rohrzucker Massen von Landarbeiter-Familien arbeitslos wurden, kam es zu Landbesetzungen mit der NPA-Guerilla.
    ...
  • Cédric Wermutstropfen 24.01.2020 07:20
    Highlight Highlight Würden wir alle gleich wieder über die Grenze zurück schieben, dann wäre das Problem gelöst. Das wäre mein Ansatz; ein langfristig sinnvoller, wie mir dünkt. Wir bedürfen nicht unzähliger, unqualifizierter, kulturfremder Personen, welche in unsere Sozialsysteme Einwandern. Das macht Europa noch kaputt.
    • Albert Stpeck 24.01.2020 10:45
      Highlight Highlight @ Cédric
      Zurückschicken - Problem gelöst. Klar.
      Wusstest du auch, das man unsichtbar wird, wenn man die Augen schliesst?
    • Cédric Wermutstropfen 24.01.2020 12:16
      Highlight Highlight Ach, so machen die Bühnenmagier das.
    • geissenpetrov 24.01.2020 13:17
      Highlight Highlight "Würden wir alle gleich wieder über die Grenze zurück schieben, dann wäre das Problem gelöst."

      Das Problem existiert nur in Deinem Kopf. Nur Du alleine wirst es lösen könnne, lieber Cédric.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nestroy Lodoño de Salazar y Matroño 24.01.2020 03:34
    Highlight Highlight Seine Freunde in Venezuela verursachen auch Millionen von Flüchtlingen.
  • Spooky 24.01.2020 01:43
    Highlight Highlight Wieso es Linke gibt, die Ziegler nicht gut finden, ist mir ein Rätsel.
  • Walter Hechtler 24.01.2020 00:56
    Highlight Highlight Der chevalier Ziegler schwatzt und schwatzt hat aber noch nie eine Loesung vorgetragen ausser es unterstuetzt Diktatoren und komische Preise fuer Diktatoren. Komisch!
    • geissenpetrov 24.01.2020 13:15
      Highlight Highlight Da muss ich Dir widersprechen. Kein anderer versteht es so gut, Lösungen aufzuzeigen, wie Ziegler. Er gibt den Armen und Schwachen dieser Welt eine Stimme und genau deshalb wird er so geliebt. Weil die Armen und Schwachen sehr zahlreich sind, gilt er als einflussreichster Schweizer überhaupt.

      Solltest Du es verpasst haben, Dich inhaltlich mit Ziegler auseinanderzusetzen, so fasse ich Dir gerne (in eigenen Worten) seine Message zusammen:
      «Das gegenwärtige Wirtschaftssystem ist ungerecht. Es ist von Menschen erschaffen und kann auch von Menschen wieder geändert werden. Ändern wir die Welt!»
  • GoIdjunge Krater 23.01.2020 17:00
    Highlight Highlight Endlich ein Linker, der es halbwegs begriffen hat.
    • AdiB 23.01.2020 18:04
      Highlight Highlight Er vertritt aber nicht deine meinung, die du uns schon oft presentiert hast.
      Artikel gelesen?
    • rodolofo 24.01.2020 09:39
      Highlight Highlight Und was soll das Bitteschön heissen?
      Dass Du solche "KZ-Endlösungen" gut findest?
  • Ohniznachtisbett 23.01.2020 14:12
    Highlight Highlight Der Fanboy von Mao, Pol Pot, Ghaddafi, Maduro und Co. erzählt mal wieder was falsch läuft.
    • Ueli der Knecht 23.01.2020 15:05
      Highlight Highlight "Der Fanboy von Mao, Pol Pot, Ghaddafi, Maduro und Co. "

      Lügen über Lügen, die uns hier Ohniznachtisbett schamlos auftischt, weil ihm offenbar die Kritik von Jean Ziegler nicht passt, bzw. weil armselige Leute wie Ohniznachtisbett auf sachliche Kritik nur unanständig und unsachlich mit Verleumdungen und anderen Gewalttaten antworten können.
    • Kunibert der fiese 23.01.2020 15:30
      Highlight Highlight Das sind keine lügen, ziegler steht mehr oder weniger dazu.
    • Gubbe 23.01.2020 15:37
      Highlight Highlight Ueli, hast du noch nicht gemerkt, dass du derjenige bist, der hier ständig Kommentatoren als armselig und unanständig bezeichnet?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gubbe 23.01.2020 14:09
    Highlight Highlight Herr Ziegler ist ein Globalisierungsgegner. Ist er also Rassist? Er hat Flüchtlinge in Griechenland gesehen, möchte das nun Alle helfen. Beisst sich das nicht? Die herrschende Elite mag er nicht. Das auch er zur Elite gehört, vergisst er gerne. Er ist ein Anprangerer, der verurteilt, was nicht in seine Denkweise passt. Ja, manchmal hat er auch recht.
    • Liselote Meier 23.01.2020 16:15
      Highlight Highlight Na du weisst scheinbar nicht was die Positionen von Linken Globalisierungsgegner sind und was mit Globalisierung gemeint ist. Daher beisst es sich für dich.

      Das ist keine Absage an einen Internationalismus sondern am Kapitalismus in seiner globalen Form.

      Kooperation statt Wettbewerb, kein Gewinn auf Kosten von andern, Gemeinsam statt Gegeneinander usw.
    • Gubbe 23.01.2020 16:32
      Highlight Highlight Nun du weisst wohl auch nicht, was kein Gewinn auf Kosten anderer bedeutet. Es ist ein hin-und herschieben von Gütern, die man einmal erworben hat. Wie hat man die erworben, mit Geld das ein Anderer dir gegeben hat. Sonst ist das Ganze eine Nullnummer und führt dazu, dass alle in Lumpen, wenn sie noch welche haben, rumlaufen würden.
    • Liselote Meier 23.01.2020 17:36
      Highlight Highlight Doch, weil ich ausserhalb von kapitalistischen Kategorien denken kann, im Gegensatz zu dir.

      Das es im Kapitalismus nicht funktionieren kann ist mir vollkommen klar, darum bin ich gegen dieses ökonomische System.



    Weitere Antworten anzeigen
  • ChiliForever 23.01.2020 13:41
    Highlight Highlight "Erstaufnahmeeinrichtungen...dienen nach Ansicht Zieglers einer «offenkundigen Strategie: der Abschreckung und dem Terror», schreibt der Soziologe in «Die Schande Europas. Von Flüchtlingen und Menschenrechten».

    A) er hat Unrecht
    B) selbst wenn er Recht, ist die Strategie offenkundig nicht aufgegangen, also auch kaum kritikwürdig
    • So oder so 23.01.2020 14:20
      Highlight Highlight Wenn dann kann er die Australischen Aufnahmeinseln Kritisieren. Bei Europa macht er es sich Leicht und im Gegenzug findet er Maduro so Toll ob wohl sehr viele Menschen aus Venezuela auswandern und dass beileibe nicht nur wegen denn Sanktionen. Ziegler war mal Gut, heute ist er alt und Lebt nicht mehr in der Heutigen schnelllebigen Zeit.
    • P.Rediger 23.01.2020 14:24
      Highlight Highlight Soso, dann waren Sie also selber auch schon vor Ort, dass sie das so gut beurteilen können?

      Hallo, es geht hier um Menschen! Zudem muss eine Strategie nicht aufgehen, damit sie kritikwürdig ist. Sehe da den Zusammenhang nicht.
    • Miau 23.01.2020 14:30
      Highlight Highlight Dein Verhältnis zu Logik möchte ich haben. Da gefriert einem ja das Blut in den Adern!
    Weitere Antworten anzeigen
  • malu 64 23.01.2020 13:18
    Highlight Highlight Er ist einer der wenigen, der die Wahrheit spricht. Diese Müllhalden sind eine Schande Europas! Bravo Alexander Ziegler.
    • Rabbi Jussuf 24.01.2020 17:58
      Highlight Highlight Couchpotato malu
      Von wegen "grosse Sprüche klopfen". Du solltest dir eben dies verkneifen, wenn du, wie hier schön bewiesen, nicht einmal weisst, von wem hier gesprochen wird!
      Vermutlich hast du dir noch nicht einmal die Mühe gemacht den Artikel zu lesen.
    • malu 64 25.01.2020 08:12
      Highlight Highlight Oh ja, es lässt sich gut schreiben in einem XXL Bett oder lebt der arme Rabbi in der ungeheizten Synagoge?
      Was ich an Ziegler besonders mag ist seine Haltung zu Israel. Er spricht Klartext und hat 200% recht.
  • DrFreeze 23.01.2020 13:05
    Highlight Highlight Alles auf die EU zu schieben ist unfair.

    Die armen Flüchtlinge sind Munition in einem dreckigen Spiel des Putin Regimes und seinen unheiligen Verbündeten wie bspw. der Türkei.
    Die Flüchtlingsströme werden von dieser Allianz hervorgebracht und gefördert um Europa zu destabilisieren. Dies wird noch durch die völlig eigennützige Nah-Ost Politik der USA noch unterstützt.

    Wir haben gesehen, dass die "kommt alle zu Muddi" und "wir schaffen das schon" Politik nicht funktionierte. Welche Alternativen schlägt Herr Ziegler denn vor?
  • Borki 23.01.2020 13:04
    Highlight Highlight Der Umgang mit den Flüchtlingen ist extrem davon abhängig, ob sie im Ursprungsland, in Griechenland, auf der Ägäis oder schon im Westeuropa sind. Niemand will sich die Hände schmutzig machen, jeder ist froh und schaut weg wenn es der Nachbar tut.
    Das ist tatsächlich sehr heuchlerisch. Und abgesehen davon verstärkt es den Sog nach West- und Nordeuropa ja noch zusätzlich. Hier wäre ein umdenken dringend nötig.

    PS: Der Konzentrationslager-Vergleich ist trotzdem völlig daneben.
  • murrayB 23.01.2020 13:02
    Highlight Highlight Es ist eine Schande, Moria und all die anderen Lager - aber die Lösung sollte anders sein:

    - schnelle Asylverfahren, direkt an der Schengenaussengrenze

    - Entscheid Positiv = Verteilung auf die einzelnen Länder

    - Entscheid Negativ = umgehende Rückführung ohne Ausnahme (Asylstatus vorläufig aufgenommen müsste abgeschafft werden, da er weder Katz noch Vogel ist und in fast allen Fällen zu einem mühsamen und meist illegalen Aufenthalt in Europa wird...)

  • Turicum04 23.01.2020 12:37
    Highlight Highlight Flüchtlinge müssen unbedingt ohne Umweg einreisen dürfen. Ein Verteilerplan - reiche Länder nehmen mehr auf als ärmere - muss unbedingt erstellt werden. Wenn ein Land keine Flüchtlinge abholt und überführt, müssen drastische Strafen erfolgen. Für die Schweiz sehe ich mindestens 70.000 Flüchtlinge p.a. vor. Priorität haben Kranke (auch psychisch!). Wir haben eines der besten Gesundheitswesen.

    Zudem sollen Schweizer Haushalte gesetzlich verpflichtet werden, Flüchtlingsfamilien aufzunehmen. Die Infrastruktur wäre dadurch gegeben, der Bund finanziell entlastet.
  • Blitz Gordon 23.01.2020 12:32
    Highlight Highlight Ziegler ist der lebende Beweis, dass man im Alter nicht automatisch klüger wird.
  • Pisti 23.01.2020 12:30
    Highlight Highlight Er könnt ja mal ein Flüchtlingscamp in Kolumbien besuchen. Dort wo die Leute zu überleben versuchen, die von seinem guten Freund Maduro geflüchtet sind.
  • rudolf_k 23.01.2020 12:16
    Highlight Highlight Solange die europäischen Aussengrenzen nicht konsequent abgesichert werden und Personen, welche nicht tatsächlich politisch verfolgt werden und auf dem Weg nach Europa nicht schon andere sichere Länder durchquert haben, nicht konsequent zurückgeschickt werden, solange braucht es Massnahmen welche ausschliesslich der Abschreckung dienen.
  • AndreaHadorn 23.01.2020 12:07
    Highlight Highlight Da hat Jean Ziegler den wunden Punkt unserer Demokratien getroffen. Weil er selber ein Diktatorenfreund und Träger des Ghaddafipreises ist, dürfte das tätige Echo auf seinen Aufruf bescheiden sein, leider. Denn Generationen von Kindern ohne Hygiene, Betreuung und Bildung aufwachsen zu lassen, im ferienparadiesischen Vorgarten Europas, ist sehr sehr schlecht für die gemeinsame Zukunft auf unserem Planeten. Wir hoffen auf die Verwaltung, die alles managt, und sie versagt wegen Überlastung. Diese Situation wird sich zu guter Letzt wegen Klimaflucht auch noch weiter ausbreiten.
    • Basti Spiesser 23.01.2020 12:59
      Highlight Highlight Die Europäer und Amis hätten mit Ghaddafi auch besser Freundschaft geschlossen, als ihn zu meucheln. Die Situation war unter Ghadaffi sicher besser, nicht nur für die Libyer.
  • Stambuoch 23.01.2020 12:02
    Highlight Highlight Die unkritische Nähe zu Gaddhafi (Er bezeichnete ihn gar als Freund), macht Ziegler nachhaltig unglaubwürdig.

    Zur Erinnerung: Gaddhafi war ein Diktator der übelsten Sorte. Menschenschlächter und Frauenvergewaltiger. Auf sein Konto gehen auch Terroranschläge, bei dem viele junge Menschen ums Leben kamen.

    Jemanden, welcher solch eine Person verteidigte und bewunerte, immer wieder eine Plattform zu geben, nur weil sie politisch auf der "richtigen Seite" steht, ist unbegreiflich.

    Nein, Herr Ziegler ist seit dem für mich in etwa so glaubwürdig wie wenn Blocher über soziale Gerechtigkeit spricht.
    • Kruk 23.01.2020 18:17
      Highlight Highlight Nicht zu vergessen ist, dass Qadhafi für Europa, besonders für seinen Freund Berlusconi, Flüchtlinge aufhielt indem er sie in der Wüste aussetzte, wo sie elendig verdursteten.
      Nun bin ich aber der Meinung, dass ein Fehler in einer oder mehreren Sachen nicht alles andere unglaubwürdig macht. Es soll um das gesagte bzw. das geschriebene gehen und nicht nur um die Person. Wo er recht hat, hat er es.
      Ob ihm die Schandtaten Qadhafis bewusst waren oder ob er vom grünen Buch und Qadhafis reden beeindruckt war?
      Theorie und Praxis gehen oft ausseinander. Er als Theoretiker wird diese gesehen haben.
    • geissenpetrov 23.01.2020 19:13
      Highlight Highlight "Jemanden, welcher solch eine Person verteidigte und bewunerte, immer wieder eine Plattform zu geben, nur weil sie politisch auf der "richtigen Seite" steht, ist unbegreiflich"

      Du magst es nicht gerne hören aber der Ziegler bekommt deshalb eine Plattform, weil er gegenwärtig der einflussreichste Schweizer ist. Seine Bücher haben Inhalt, ganz im Gegensatz zu deiner Argumentation.

      https://www.nzzmediengruppe.ch/2016/12/jean-ziegler-ist-einflussreichster-schweizer/
  • banda69 23.01.2020 12:00
    Highlight Highlight Gelder Kürzen und Flüchtlingslager voller Elend und Schmutz entstehen lassen, die zur Abschreckung dienen.

    Die SVP wird die EU dafür lieben.


    • 044 508 39 39 het sie gseit 23.01.2020 16:46
      Highlight Highlight Käse !
  • Vecchia 23.01.2020 11:48
    Highlight Highlight Er ist unbequem, aber er hat recht.
    • BöserOnkel 23.01.2020 13:40
      Highlight Highlight Bezüglich der Behandlung dieser Menschen hat er recht. Aber sonst? Der Typ hat mehrere Diktaturen und Diktatoren angehimmelt und für diese Propaganda betrieben! Und schreien ihr macht es schlecht ist einfach, aber was ist den die Lösung? Natürlich sollte man diese Menschen besser behandeln, aber dass Problem ist, dass 85% aller Flüchtlinge Wirtschaftsflüchtlinge sind. Die kann Europa schlicht nicht aufnehmen. Was sollen diese Menschen tun, was soll mit ihnen geschehen? Wie gesagt schreien ist einfach, umsetzbare Lösungen zu finden sicher nicht.
    • P.Rediger 23.01.2020 14:31
      Highlight Highlight @BöserOnkel: Und weshalb kommen diese "Wirtschaftsflüchtlinge" nach Europa? Schon mal darüber nachgedacht, dass die aus ihren Ländern weg gehen, weil u.a. auch Konzerne wie Glencore, Shell, Quelle (Kleider) usw. dafür verantwortlich sind, dass sie vor Ort keine fair bezahlte Arbeit bekommen, oder sogar unter lebensgefährlichen Bedingungen arbeiten müssen? Dass solche Konzerne sogar Söldner im Dienst haben, um in gewissen Gebieten (Kongo Kivu Region) dafür zu sorgen, dass dort Bürgerkriegsähnlich Zustände herrschen, um billig an Rohstoffe zu kommen?
    • Miau 23.01.2020 14:35
      Highlight Highlight Erstens, wie kommst Du auf die 85% "Wirtschaftsflüchtlinge"? Irgendwelche Quellen? Oder doch eher Kaffeesatzlesen? Zweitens, die Lösung ist extrem einfach. Die Ausbeutung von Ländern und Menschen beenden. Das kannst Du, können wir bei unseren täglichen Kaufentscheiden tun. Dann haben wir auch keine "Wirtschaftsflüchtlinge mehr".
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bene86 23.01.2020 11:39
    Highlight Highlight Wir wollen einfach mal noch in Erinnerung rufen, dass das Leben in der Türkei auch heute unter Erdogan immer noch durchaus lebenswert ist und eine weiter"flucht" nach Griechenland, um dann in das Herzen Europas zu kommen, absolut nicht zwingend notwendig gewesen wäre.
    • ingmarbergman 23.01.2020 12:41
      Highlight Highlight Lebenswert für Türken. Aber für Erdogan sind Flüchtlinge weniger wert als Tiere. Für ihn sind Syrer Pokerchips in seinem Spiel mit Russland und der EU.
      Meinst du echt, die Leute würden freiwillig in die Elendslager in GR, wenn es in der Türkei eine bessere Alternative gäbte?

      Ein wenig mehr gesunden Menschenverstand, bitte.
    • bigbackclock 23.01.2020 12:44
      Highlight Highlight Der Westen stürzt diese Länder ins Chaos um an die Rohstoffe zu kommen und dann sollen es die Türken ausbaden? Die vereinbarte finanzielle Unterstützung von lächerlichen sechs Mrd. Euro, sowie die Visafreiheit wurden nicht geliefert. Die Türkei selbst hat bisher über 40Mrd ausgegeben.
      Was hat die Türkei davon, wenn sie diese Menschen mit viel Mühe davon abhält nach Europa zu reisen?

      Diese Armen Menschen die dennoch durchkommen landen dann in der von Herrn Ziegler beschriebenen Hölle.

      ach Europa..
    • Corny 23.01.2020 12:48
      Highlight Highlight Schon mal Flüchtlingslager in der Türkei besucht? Und die Türkei schafft ohne Asylprüfungsverfahren aus, z. B. werden Afghanen direkt zurückgebracht. Ausserdem gibt es viele Menschen, die mit ihrer engsten Familie zusammen sein wollen. Manchmal sind Kinder und Eltern nämlich getrennt! Ich habe solche Schicksale in Moria hautnah erlebt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Chili5000 23.01.2020 11:32
    Highlight Highlight Wo der Gute recht hat, hat er recht....
  • So oder so 23.01.2020 11:28
    Highlight Highlight Ziegler wird Alt , kommt nicht mehr mit. Sollte Besser denn Aufkommenden Nationalismus Kritisieren und denn damit aufkommenden Hass gegen alles Fremde.
    • 044 508 39 39 het sie gseit 23.01.2020 14:10
      Highlight Highlight So oder so

      Dazu wäre er auch geeignet. Da er unter einer starken Oikophobie leidet.
    • Rabbi Jussuf 24.01.2020 16:43
      Highlight Highlight Eben doch...
      Eine ansteckende Krankheit, die seit Jahren epidemisch ist.
    • 044 508 39 39 het sie gseit 24.01.2020 18:06
      Highlight Highlight Rabbi
      Da hast du leider recht.
      Wahsinn dieser Zeitgeist.
  • Mutbürgerin 23.01.2020 11:15
    Highlight Highlight Wenn Ziegler von Wir spricht, meint er sich. Offensichtlich teilen nur wenige seine moralischen Werte. Globalisierung bringt die Kulturen auch näher zu einander und macht die Länder gegenseitig abhängig, was konfliktstabilisierend wirkt. Was aktuell passiert, ist ja die von Ziegler gewünschte Deglobalisierung, angestossen von China und USA. Wenn jeder nur auf seine Wirtschaft schaut, wird es auch wieder Kriege geben.
    • Rabbi Jussuf 23.01.2020 12:59
      Highlight Highlight Ist mir auch gleich aufgestossen: Globalisierungsgegner, aber gleichzeitig für offene Grenzen. Das passt nicht zusammen.
    • ChlyklassSFI 23.01.2020 13:48
      Highlight Highlight Was sind denn deine moralischen Werte?
    • Ueli der Knecht 23.01.2020 15:30
      Highlight Highlight Wenn sich nicht nur Kapital innert Sekunden überallhin frei bewegen kann, sondern auch Menschen und ihre Güter sich ungehindert frei bewegen dürften, dann wäre Jean Ziegler vermutlich kein Globalisierungsbefürworter.

      Jean Ziegler ist in erster Linie Gegner des Neo-Liberalismus, des Raubtier-Kapitalismus, wozu eben auch das Stichwort Globalisierung gehört, so wie es die Multis ausleben. Da geht's nicht um Menschen sondern um Profite und Raubbau an der Umwelt auf Kosten der Menschen.

      Also nochmals über die Bücher, Jussuf. Zieglers Globalisierungskritik passt gut zum Grundrecht auf Migration.
    Weitere Antworten anzeigen

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