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Arbeiten an einer 5G-Antenne im Kanton Genf.
Arbeiten an einer 5G-Antenne im Kanton Genf.
archivBild: KEYSTONE

Darum warnt nun auch der Swisscom-Präsident vor einem «Datenstau»

12.07.2021, 09:0213.07.2021, 07:16

Michael Rechsteiner, der Verwaltungsratspräsident der Swisscom, will mehr Unterstützung vom Bund beim 5G-Ausbau. «Die Moratorien in vielen Regionen bereiten der gesamten Branche Kopfzerbrechen», sagte Rechsteiner in einem Interview mit der Zeitung «Finanz und Wirtschaft».

Der Bedarf der Kunden nach mobilen Daten verdoppele sich praktisch jedes zweite Jahr, gleichzeitig könne die Swisscom die Kapazitäten zu wenig ausbauen. «Falls dies so bleibt, droht in nächster Zukunft ein Datenstau», warnte er.

Michael Rechsteiner (58) ist seit 2019 Mitglied des Verwaltungsrates von Swisscom und seit diesem Frühjahr Verwaltungsratspräsident.
Michael Rechsteiner (58) ist seit 2019 Mitglied des Verwaltungsrates von Swisscom und seit diesem Frühjahr Verwaltungsratspräsident.
Bild: zvg

Rechsteiner wünscht sich daher mehr Unterstützung von Bund und Behörden bei der Kommunikation. «Es ist in unserer Rolle schwierig, glaubwürdig zu kommunizieren, da Swisscom direkt betroffen ist.»

Angst vor Eingriffen durch Politik

Gleichzeitig befürchtet der Swisscom-Präsident parlamentarische Eingriffe bei der Swisscom. Die Vorstösse in den Bereichen Grundversorgung, Lohnobergrenze oder betreffend Steuerung und Kontrolle der Swisscom würden ihn «stark beunruhigen», sagte Rechsteiner.

«Es ist eine politische Entscheidung, ob der Bund weniger als 50 Prozent an Swisscom halten will», sagte Rechsteiner auf die Frage, ob der Bund weniger Einfluss bei der Swisscom nehmen solle. «Wir brauchen unternehmerische Freiheit und einen Hauptaktionär, der sie uns gibt und willens ist, die Risiken mitzutragen.» Sei das nicht mehr der Fall, würde Rechsteiner eine weitergehende Privatisierung begrüssen. Ansonsten sei man «zufrieden mit dem Status quo».

«Die strategischen Ziele des Bundes sind sinnvoll und schränken uns – abgesehen von der Akquisition von Grundversorgungsanbietern im Ausland – nicht ein. Wir dürfen somit auch grössere Akquisitionen durchführen, nicht nur in der Schweiz. Es gibt in letzter Zeit aber Vorstösse im Parlament, etwa im Bereich Grundversorgung, Lohnobergrenze oder betreffend Steuerung und Kontrolle der Swisscom – das beunruhigt uns stark. Es wird oft vergessen, dass wir 70'000 weitere Aktionäre haben und kotiert sind. Es wird auch vergessen, dass wir dem Bund und den anderen Aktionären eine stetige, attraktive Dividende zahlen. 2020 waren wir zudem der fünftgrösste Schweizer Steuerzahler.»
quelle: fuw.ch

Gerade in den letzten Tagen war die Kritik aus der Politik an der Swisscom wieder lauter geworden. Denn ausgerechnet während der heftigen Unwetter mit zahlreichen Polizei- und Feuerwehreinsätzen waren in der Nacht auf vergangenen Freitag die Notfallnummern ausgefallen. Für den Bund sind solche Fälle «nicht akzeptabel».

Von «Datenstau» hatte zuletzt Swisscom-Chef Urs Schaeppi am 24. Juni an einer Branchenveranstaltung des Telekomverbandes Asut gesprochen. Und Salt-Chef Pascal Grieder blies ins gleiche Horn und sagte: «Ich bin relativ pessimistisch, was unsere Fähigkeit angeht, die breite Masse mit Fakten zu überzeugen. Bis jetzt hat das nicht gut funktioniert. Ich bin überzeugt, dass wir auf einen Datenstau zulaufen.»

Quellen

(dsc/sda/awp)

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