Luftfahrt

Dieser Amateurfilm zeigt das Cockpit eines Airbus A321 während eines anderen Fluges. video: youtube

Wegen Computerpanne: Lufthansa-Airbus rauschte mit 1000 Metern pro Minute in die Tiefe

Irregeleitete Bordcomputer haben nach «Spiegel»-Informationen einen Lufthansa-Airbus in einen steilen Sinkflug gezwungen. Nur dank der Geistesgegenwart des Piloten konnte das Flugzeug wieder unter Kontrolle gebracht werden.

20.03.15, 13:52 20.03.15, 14:37

Ein Artikel von

Beinahe wäre ein Airbus A321 der Lufthansa mit 109 Passagieren auf dem Flug von Bilbao nach München abgestürzt –– irregeleitete Bordcomputer hatten die Kontrolle übernommen.

Auslöser des Zwischenfalls am 5. November letzten Jahres waren Sensoren, die während des Steigflugs nach dem Start vereisten und das Computersystem des Flugzeugs mit falschen Daten fütterten. Daraufhin leiteten die Rechner einen steilen Sinkflug ein; die Maschine rauschte mit 1000 Metern pro Minute in die Tiefe.

Minutenlang konnten die Piloten den Absturz mit eigenen Steuerimpulsen nicht stoppen. Erst durch Abschalten der Bordcomputer gelang es der Crew, das Flugzeug wieder unter Kontrolle zu bekommen und sicher in München zu landen.

«Weniger geschulte Piloten wären auf diese Idee vermutlich nicht gekommen.»

«Zum Glück kannte sich der Kapitän in der komplexen Systemarchitektur aus», sagte der Informatiker Peter Ladkin von der Universität Bielefeld dem «Spiegel»: «Weniger geschulte Piloten wären auf diese Idee vermutlich nicht gekommen.»

Mehr als ein Dutzend Fälle

Nach Informationen des «Spiegel» gibt es allein bei der Lufthansa mehr als ein Dutzend Fälle von vereisten oder blockierten Sensoren. Airbus hat Lufthansa den Austausch der Instrumente gegen die eines anderen Herstellers angeboten. Allerdings scheinen diese Sensoren ähnlich anfällig zu sein.

Dem Beinahe-Absturz des Fluges LH 1829 von Bilbao nach München widmet sich jetzt ein Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig, der in diesen Tagen erscheint.

Airbus hat die Software für die Flugcomputer aktualisiert und eine Notanweisung an Piloten und Wartungspersonal herausgegeben. Die Aufsichtsbehörden seien mit den Massnahmen einverstanden, erklärte der Konzern gegenüber dem «Spiegel».

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    Alle Leser-Kommentare
  • Kraub 21.03.2015 13:48
    Highlight Ich finde das Bild super. Ein startendes/landendes Flugzeug und dann das Bild einfach um ein paar Grad drehen. Fast wie im Blick: hauptsache Schlagzeile.
    5 4 Melden
  • tabernac 21.03.2015 11:50
    Highlight Herrlich... kaum 15 Grad draussen beginnt bei Watson schon das Sommerlochniveau a la Blick! Im Sinkflug mit 60Km/h merkt nicht mal der Fluggast mit Flugangst. :0)
    7 2 Melden
  • faio1449 20.03.2015 20:38
    Highlight Es ist Basiswissen, dass man bei falschen Computerdaten den Autopiot SOFORT ausschalten muss bevor man an irgend etwas anderes denkt !
    5 6 Melden
    • 's all good, man! 20.03.2015 23:20
      Highlight Es ging offenbar darum, die Computersysteme ganz herunter zu fahren und nicht nur den Autopiloten auszuschalten. Das ist natürlich nicht dasselbe.
      11 0 Melden
  • Eric Jacques 20.03.2015 19:34
    Highlight Jeder Pilot weiß doch heutzutage, dass wenn das Flugzeug falsch reagiert ein Computerproblem vorliegt und auf manuell umgeschaltet werden muss.
    8 2 Melden
  • JayAge 20.03.2015 18:32
    Highlight 1000 Meter pro Minute klingt natürlich spektakulärer als 60 km/h :P
    30 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 20.03.2015 21:14
      Highlight ... und passt auch gut zum gedrehten Teaserbild eines eigentlich friedlich geradeausfliegenden Flugis.
      12 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 20.03.2015 14:25
    Highlight das daraus resultierende neuen pilotenwerkzeug
    45 3 Melden
    • picu 20.03.2015 14:55
      Highlight Lol! Für alle Piloten die den Affengriff nicht hinkriegen. Solch feiner Humor rettet meinen Tag.
      15 8 Melden
    • Gelöschter Benutzer 21.03.2015 13:16
      Highlight Der beitrag und die komentare schreien nach troll.
      Ohne, dass ich die aktionen des piloten schmaelern
      will, so erwarte ich doch von einem profi, dass er
      weiss wie sein fluggeraet funktioniert.

      Zum anderen, das war keine computerpanne sondern die
      normale reaktion des compis, der ist/war leider so programmiert.

      Das hat auch gar nichts mit dem autopiloten zu tun, erst
      recht kann man einen airbus nicht auf manuell schalten.
      (Da sind keine stahlkabel mehr, die zum piloten gehen um die kiste zu manuell stabilisieren)

      Was da amok gelaufen war vermutlich das ARDIS.

      fortsetzung folgt

      2 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 21.03.2015 13:17
      Highlight Ein subsystem nur, doch ein wichtiges und das dingens hat
      vermutlich den compi in Alpha-Prot (eine art selbstschutz) gezwungen.

      Der PIC hat nerven bewart, analisiert die anzeigen richtig
      interpretiert und vermutlich nur die ADR/ADM ausgeschaltet
      und die nase mit dem nun wieder funktionierenden stick
      hochgezogen. Ein profi eben !

      Jep - helden braucht die welt, journalisten denen die klicks
      weniger wichtig sind als sachliche information ebenso.

      ende troll und klugscheisser modus
      1 0 Melden

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