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IS-Terrormiliz verkündet Tod ihres Sprechers und Propagandachefs



Einer der höchsten IS-Anführer ist nach Angaben der Terrormiliz in Syrien getötet worden. IS-Sprecher und Propagandachef Abu Mohammed al-Adnani sei in der Provinz Aleppo als «Märtyrer» ums Leben gekommen, als er Militäroperationen inspiziert habe, teilte der IS mit.

Die Echtheit der am Dienstagabend im Internet veröffentlichten Mitteilung liess sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Sie wurde aber über die üblichen Kanäle der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verbreitet. Auch die IS-Propagandaagentur Amak berichtete über Al-Adnanis Tod.

Unklar war, wie der IS-Anführer ums Leben kam. In der Provinz Aleppo kämpfen die Extremisten gegen syrische Rebellen und gegen Kurden. Die USA und Russland fliegen Luftangriffe auf die Terrormiliz.

Al-Adnani gehörte zu den berüchtigtsten Namen der Dschihadisten. Bekannt wurde er durch Audiobotschaften im Internet, in denen er den Gegnern des IS mit Angriffen drohte. Al-Adnani war es auch, der im Sommer 2014 in einer Audiobotschaft das «Kalifat» des Islamischen Staates ausrief und den IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi zum «Kalifen» erklärte.

Aufruf zu Anschlägen im Westen

Einem Bericht der «New York Times» zufolge war er zuletzt auch für Operationen ausserhalb des IS-Gebietes verantwortlich. Sympathisanten des IS forderte er zu Attentaten als «einsame Wölfe» auf.

Im vergangenen Mai rief der IS-Sprecher die Anhänger der Dschihadisten zu Anschlägen im Westen während des Fastenmonats Ramadan auf. «Macht diesen Monat mit Gottes Willen zu einem Monat der Leiden für die Ungläubigen überall», erklärte Al-Adnani in einer über das Internet verbreiteten Audiobotschaft.

Die USA hatten ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar auf der Iraker ausgesetzt. Über Al-Adnanis Alter gibt es unterschiedliche Angaben. Der IS-Sprecher soll Ende der 1970er Jahre in Syrien geboren worden sein. Bereits nach dem Sturz des irakischen Langzeitherrschers Saddam Hussein im Jahr 2003 kämpfte er gegen die US-Soldaten im Land.

Der «Karawane der Märtyrer» angeschlossen

Nach einer «Reise voller Opfer und des Widerstands gegen den Unglauben» sei «der heldenhafte Ritter Abu Mohammed al-Adnani abgestiegen, um sich der Karawane der Märtyrer anzuschliessen», hiess es in der IS-Erklärung. Gleichzeitig drohten die Extremisten dem Westen mit neuen Anschlägen.

Es sei eine IS-Generation herangewachsen, die den Tod mehr liebe als das Leben. Der «Tod der Scheichs» werde ihre Entschlossenheit nur steigern, auf dem «Pfad des Dschihads» zu gehen und Rache zu nehmen.

Die sunnitischen Extremisten hatten in den vergangenen Monaten bereits mehrere Anführer verloren. US-Verteidigungsminister Ashton Carter erklärte Ende März, der IS-Vize und -Finanzchef Abdul Rahman Mustafa al-Kaduli sei bei einer Militäroperation getötet worden. Der unter seinem Kampfnamen «Omar der Tschetschene» bekannte Tarkan Batiraschwili wurde rund 120 Kilometer südlich der nordirakischen Stadt Mossul getötet, wie Amak im Juli mitteilte. (sda/dpa)

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