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Schiffsunglück in Südkorea

Haftbefehl gegen den Kapitän – Lehrer erhängt sich

epa04170698 Family members of missing people of the Sewol ferry accident shout the name of their missing relative, at Jindo-port on Jindo Island in the southwestern province of South Jeolla, South Korea, 18 April 2014. Nearly 300 people were still missing and at least 25 confirmed dead after a passenger ferry carrying hundreds of teenagers sank off the southern coast of South Korea on 16 April. Nearly two-thirds of the 462 passengers who had been on board are feared to be trapped inside the now-submerged Sewol ferry, the coast guard said.  EPA/KIMIMASA MAYAMA

Bild: EPA/EPA

Nach seiner Rettung aus der havarierten südkoreanischen Fähre «Sewol» soll sich ein Lehrer erhängt haben. Der 52-Jährige sei an einem Baum auf der Insel Chindo in der Nähe des Orts der Schiffskatastrophe entdeckt worden, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap am Freitag. 

Die Polizei gehe von Selbstmord aus. Offensichtlich habe er Schuldgefühle gehabt, weil er gerettet wurde, während viele unter seiner Obhut mitreisende Schüler noch vermisst werden, hiess es weiter. 

Der Mann war stellvertretender Direktor einer Oberschule nahe Seoul. 325 seiner Schüler waren an Bord der «Sewol» – sie waren unterwegs zu einem Ausflug auf die südliche Ferieninsel Cheju. Das Fährschiff war am Mittwoch vor der Südwestküste Südkoreas in Seenot geraten und gesunken. 

South Korean Navy officials work on buoys to mark the sunken passenger ferry, The Sewol,  in the water off the southern coast near Jindo, South Korea, Friday, April 18, 2014.  The investigation into South Korea's ferry disaster focused on the sharp turn it took just before it began listing and on the possibility that a quicker evacuation order by the captain could have saved lives, officials said Friday, as rescuers struggled to find some 270 people still missing and feared dead. (AP Photo/Yonhap) KOREA OUT

Markierungsbojen werden am Unglücksort verankert. Bild: AP/Yonhap

Haftbefehl gegen Kapitän – dritte Offizierin auf der Brücke

Lee Joon-Seok (C), captain of the South Korean ferry Sewol which capsized on Wednesday, arrives at a court in Mokpo April 18, 2014. The vice-principal of a South Korean high school who accompanied hundreds of pupils on the ferry that capsized has committed suicide, police said on Friday, as hopes faded of finding any of the 268 missing alive. Prosecutors on Friday issued arrest warrants for Lee, the officer at the wheel and one other crew member for failing in their duty to aid passengers. REUTERS/Yonhap  (SOUTH KOREA - Tags: DISASTER TPX IMAGES OF THE DAY) ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. NO SALES. NO ARCHIVES. THIS PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. SOUTH KOREA OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN SOUTH KOREA

Lee Joon-Seok, der Kapitän der havarierten Fähre.  Keystone

Derweil gerät der Kapitän der Unglücksfähre zunehmend in die Kritik. Die Staatsanwaltschaft in Südkorea hat einen Haftbefehl gegen den Kapitän der «Sewol» beantragt. Auch gegen die Offizierin sowie gegen ein weiteres Besatzungsmitglied seien Haftbefehle beantragt worden, berichtete Yonhap. 

Kurz vor der Havarie gab er die Führung an eine unerfahrene Offizierin ab. Ausserdem soll er früh das sinkende Schiff verlassen haben. Die gesunkene südkoreanische Fähre «Sewol» ist zum Unglückszeitpunkt nicht vom Kapitän, sondern von einer wenig erfahrenen Offizierin gesteuert worden. Der 68 Jahre alte Lee Jun Seok habe die Schiffsführung an die 26-jährige Dritte Offizierin übergeben, bevor das Schiff mit 475 Menschen an Bord zu sinken begann, teilten die Ermittler am Freitag mit.

Lee wird beschuldigt, das sinkende Schiff im Stich gelassen und gegen das Seemannsgesetz verstossen zu haben. Das Verhalten des Kapitäns und der Crew wurde schon unmittelbar nach dem Untergang stark kritisiert. Überlebende berichteten, der Kapitän habe das Schiff als einer der ersten verlassen. Zudem war den Passagieren zunächst über Lautsprecher mitgeteilt worden, sich nicht zu rühren - da war das Schiff bereits in starke Seitenlage geraten.

Von den 475 Passagieren gelten noch etwa 270 als vermisst. Bis Freitagnachmittag (Ortszeit) wurden 28 Leichen rund um die Fähre aus dem Wasser gezogen. (egg/oku/sda/dpa)



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    Alle Leser-Kommentare
  • kiawase 18.04.2014 22:25
    Highlight Highlight hut ab vor dem Lehrer
  • papparazzi 18.04.2014 14:13
    Highlight Highlight Die Schuldfrage bleibt bei solch erschütternden Unglücken doch immer offen. Und doch ist es doch allzu menschlich, dass man seine Wut, seine Verzweiflung und die Ohnmacht wegen den verlorenen Söhnen und Töchtern unweigerlich auf einen Sündenbock legen will, muss und möchte. ut (dp)