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Gianni Infantino soll die FIFA wieder auf den rechten Weg bringen.<br data-editable="remove">
Gianni Infantino soll die FIFA wieder auf den rechten Weg bringen.
Bild: DENIS BALIBOUSE/REUTERS

Der nächste Walliser auf dem Thron – so tickt der neue FIFA-Präsident Gianni Infantino

Gianni Infantino! Der 45-jährige Walliser ist heute in Zürich zum neuen FIFA-Präsidenten gewählt worden. Doch wer ist der Mann, der nun in die Fussstapfen von Sepp Blatter tritt?
26.02.2016, 18:1626.02.2016, 22:05

Der König ist tot, lang lebe der Infant.

Es ist also wieder ein Walliser: Der bisherige UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino ist heute im Zürcher Hallenstadion am ausserordentlichen FIFA-Kongress zum Nachfolger von Sepp Blatter gewählt worden. Damit ist der 45-jährige Schweizer der neunte FIFA-Präsident in der 112-jährigen Geschichte des Fussball-Weltverbands.

Doch wer ist der Mann, der die FIFA in eine neue, bessere Zukunft ohne Korruption und ohne Skandale und Skandälchen führen soll?

Gianni Infantino war bislang nur der «Herr der Kugeln».<br data-editable="remove">
Gianni Infantino war bislang nur der «Herr der Kugeln».
Bild: EPA/KEYSTONE

Infantino kam 1970 in Brig als jüngstes Kind italienischer Einwanderer zur Welt. Eigentlich wäre «Piccolino», wie er in der Familie nur genannt wurde, gerne Profi-Fussballer geworden. Doch das Talent reichte dafür nicht. Nichtsdestotrotz verschlang Infantino alles, was mit Fussball zu tun hatte: Er las die «Gazzetta dello Sport», kaufte sich andere Sportzeitschriften und verpasste keine Sportsendung im Fernsehen.

Seit 2000 bei der UEFA

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Uni Fribourg widmete sich Infantino bald auch beruflich dem Fussball. Schnell machte er sich beim 1995 gegründeten Internationalen Zentrum für Sportstudien (CIES), der Kaderschmiede der Fussballfunktionäre, an der Universität Neuenburg einen Namen. In seiner Funktion als Generalsekretär des Instituts beriet Infantino verschiedene nationale und internationale Fussballgremien.

2000 folgte Infantino dem Ruf der UEFA. Langsam erklomm er die Stufen des Verbands. Am Anfang standen kommerzielle, rechtliche und Profifussball-Angelegenheiten, 2004 wurde er zum Direktor des Rechtsdienstes ernannt, im gleichen Jahr noch Interims-Generaldirektor. Seit 2009 amtet er als stellvertretender Generalsekretär, bevor er im Oktober 2009 die operationelle Spitze erklimmt: das Amt des Generalsekretärs.

Financial Fairplay miteingeführt

Infantino hat sich den Ruf eines hartnäckigen Aufklärers und integren Schaffers erarbeitet, schmutzige Wäsche tauchte bei ihm bisher nicht auf. Er hatte Einsitz in der seinerseits von Blatter gegründeten Reformkommission der FIFA, Prunkstück seiner Amtszeit als UEFA-Generalsekretär ist das Financial Fairplay. Damit sollten die europäischen Fussballvereine dazu angehalten werden, nachhaltiger zu wirtschaften.

Mit viel Vorschusslorbeeren 2010 gestartet, schlug dem Programm in den vergangenen Jahren aber ein härterer Wind entgegen. Das Weiterwursteln der mit Scheich-Milliarden gespritzten Klubs wie Manchester City und Paris St-Germain führte dazu, dass das Financial-Fairplay-Programm von vielen als Papiertiger betrachtet wird. 

Michel Platini und Sepp Blatter haben ausgespielt: Die beiden entmachteten, ehemals mächtigsten Fussball-Funktionäre am FIFA-Generalkongress im vergangenen Mai.<br data-editable="remove">
Michel Platini und Sepp Blatter haben ausgespielt: Die beiden entmachteten, ehemals mächtigsten Fussball-Funktionäre am FIFA-Generalkongress im vergangenen Mai.
Bild: EPA/KEYSTONE / EPA FILE

Infantinos Schwäche war bislang seine Farblosigkeit. Als Generalsekretär spielte er zwar jeweils den Zeremonienmeister bei Champions-League-Auslosungen, das Charisma eines Michel Platini oder Sepp Blatters geht dem Juristen aber ab. Eine schillernde Persönlichkeit, nein, das war er bislang nicht, viel eher ein nüchterner Technokrat. Im FIFA-Zirkus, in dem ein joviales Schulterklopfen oftmals mehr zählt als ernsthafte Reformen, ist das nicht die allerbeste Voraussetzung.

Ein junger Kosmopolit

Dafür wird ihm seine Vielsprachigkeit zugutekommen: Gleich sechs Sprachen spricht der schweizerisch-italienische Doppelbürger: Deutsch, Italienisch, Französisch, Englisch, Spanisch und Arabisch. Ein Pluspunkt beim Verhandeln um die nötigen Reformen.

Infantino gehört zudem innerhalb der Fussball-Funktionärsfamilie zur jüngeren Generation. Der Korruptionsschmutz der verknöcherten FIFA-Garde haftet dem 45-Jährigen nur schon wegen seines Alters kaum an.

Die FIFA-Schaltzentrale «Home of Football» in Zürich: Die neue Heimat von FIFA-Präsident Gianni Infantino.<br data-editable="remove">
Die FIFA-Schaltzentrale «Home of Football» in Zürich: Die neue Heimat von FIFA-Präsident Gianni Infantino.
Bild: EPA/KEYSTONE

Die Ära Blatter ist definitiv zu Ende und Infantino ist nun an der Macht. Jetzt gilt es, die längst fälligen Reformen durchzusetzen. Infantino muss beweisen, dass hinter seinen Wahlkampf-Slogans («Mehr Glaubwürdigkeit und Integrität» oder «Ich will der FIFA den Fussball zurückgeben und dem Fussball die FIFA») mehr steckt als nur leeres Geschwätz. Jetzt muss er liefern, nicht mehr lafern. Und das kann Infantino eigentlich besser.

Alle FIFA-Präsidenten seit der Gründung 1904

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Alle FIFA-Präsidenten seit Gründung des Weltverbands 1904
quelle: ap/ap / michael probst
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2 Kommentare
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Xhaka motzt, Yakin lächelt
Für die Schweizer ist die Niederlage im Test in London unnötig. Der Penalty zum 2:1-Sieg der Engländer ist für sie umstritten. Ihr Auftritt davor ist solide, aber nur in der Phase vor der Pause sehr gut. Doch er bestätigt positive Erkenntnisse aus dem letzten Herbst.

Es war bloss eine Niederlage in einem Testspiel. Und doch war Granit Xhaka nach diesem 1:2 in London gegen England so richtig wütend. «Es kotzt mich an», sagte der Captain nach dem Spiel gegenüber dem Schweizer Fernsehen. Xhaka meinte die Szene mit dem Handspiel von Steven Zuber, welche in der 78. Minute zum Penalty und zum Siegestor der Engländer durch Harry Kane geführt hatte.

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