FIFA
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Blick auf das Nobelhotel Baur au Lac, in welchem am Mittwochmorgen, 27. Mai 2015, sechs FIFA Fussballfunktionaere wegen Korruptionsverdacht festgenommen und in Auslieferungshaft gesetzt worden sind. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Members of the media gather in front of the five-star hotel Baur au Lac in Zurich, Switzerland, Wednesday morning, May 27, 2015. Swiss authorities, at the behest of the U.S. Justice Department and FBI, carried out early morning raids at the luxury hotel, arresting several prominent FIFA officials on federal charges of corruption with plans to extradite them to the U.S. The New York Times reports that more than a dozen plain-clothed officers descended on the five-star Baur au Lac hotel in the Swiss city early on Wednesday morning local time. Early reports indicate that up to a dozen or more FIFA officials have been arrested at the hotel, although Swiss authorities have so far only confirmed six arrests.  (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Vor dem Zürcher Nobelhotel Baur au Lac ist am Mittwochmorgen die Hölle los. Bild: KEYSTONE

US-Justizministerin gegen FIFA-Funktionäre – alle Zutaten zum Polit- und Justiz-Krimi

Die Zürcher Kantonspolizei nimmt FIFA-Funktionäre fest – auf Wunsch von US-Behörden. Die Zürcher Anwälte dürften vor Freude auf den Pulten tanzen.



Fast wie im Film: Die Story erscheint am Mittwochmorgen zuerst in der New York Times, es geht um die FIFA in Zürich. Im Rahmen des Rechtshilfeabkommens nimmt die Kantonspolizei in einem Zürcher Luxushotel auf Anweisung des Bundesamtes für Justiz sechs FIFA-Funktionäre fest. Der Vorwurf: Korruption.  

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Die Zürcher Kantonspolizisten in zivil im Baur au Lac. bild: Twitter/MichaelSSchmidt

Aber warum kommt US-Justizministerin Loretta E. Lynch dazu, in Zürich FIFA-Funktionäre wegen Korruption verhaften zu lassen?

WASHINGTON, DC - MAY 20:  U.S. Attorney General Loretta Lynch announces a resolution has been reached with global financial institutions in connection with long-running manipulation of the $5 trillion-a-day Foreign Exchange (FOREX) spot market during a news conference at the Robert F. Kennedy Justice building May 20, 2015 in Washington, DC. Lynch announced settlements with five of the world's biggest international banks, including Swiss bank UBS which will pay $545 million to U.S. authorities to end an investigation into alleged manipulation of currency rates.  (Photo by Chip Somodevilla/Getty Images)

US-Justizministerin Loretta E. Lynch Bild: Getty Images North America

Dies ist im Rahmen des sogenannten «Foreign Corrupt Practices Act» aus dem Jahre 1977 möglich. Dieses US-Bundesgesetz ist «exterritorial», also weltweit und nicht nur in den USA anwendbar. Es verbietet – stark vereinfacht gesagt – die Zahlungen und Wertgeschenke an staatliche Amtsträger und Angestellte von börsenkotierten Unternehmen. Aufgrund desselben Gesetzes musste 2010 die Schweizer Logistikfirma Panalpina eine Busse von über 150 Millionen Dollar zahlen.

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  • 4%Weiss nicht

Das Gesetz legt fünf Bedingungen fest, die erfüllt sein müssen:

Diese Voraussetzungen könnten auf den ersten Blick erfüllt sein. Entsprechende Berichte etwa im Zusammenhang mit der Vergabe der WM an exotische Fussball-Nationen wie Katar gibt es seit Jahren.

Aber die ganze Angelegenheit ist hochheikel. War die Bundespolizei, die diese Festnahmen auf Ersuchen der US-Behörden im Rahmen eines Rechtshilfeabkommens angeordnet hat, am Ende voreilig? Das dürften die Anwälte auch prüfen. Denn: Gilt das Gesetz auch für die FIFA, die weder eine staatliche Behörde noch ein börsenkotiertes Unternehmen ist? Die FIFA ist lediglich ein Verein nach Schweizer Recht.

Und ist am Ende eine Auslieferung der festgenommenen Personen an die USA überhaupt möglich? Auch das wird geprüft. Denn grundsätzlich funktioniert das System der Rechtshilfe/Auslieferung auf der Basis, dass eine Tat auch nach Schweizer Recht (und nicht nur nach einem exterritorialen US-Recht) strafbar sein muss. Ist es das in diesem Falle? Und was ist, wenn eine der festgenommenen Persönlichkeiten über einen Diplomaten-Pass verfügt? Es gibt durchaus Länder, die ihren Sport-Spitzenfunktionären Diplomaten-Pässe aushändigen. Die Schweiz gehört nicht dazu.

Eine Verschwörung im Innern der FIFA?

Ein so spektakuläres Vorgehen kurz vor dem Kongress einer weltweit tätigen Organisation ist für einen Staatsanwalt in den USA sozusagen ein karrierefördernder Glücksfall und so mancher Staatsanwalt aus New York hat grosse politische Karriere gemacht (u.a. Rudolph Giuliani).

Ein Vorgehen gegen die FIFA bzw. den Fussball ist auch viel populärer und schadet einer Karriere weniger als ein Kampf gegen die Vertreter wichtiger US-Sportarten wie Football, Basketball oder Baseball. Fussball (bzw. Soccer) ist in den USA nach wie vor nicht so wichtig wie in anderen Ländern.

ZUR WAHL DES FIFA PRAESIDIUMS AM FREITAG, 29. MAI 2016, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - FIFA President Joseph

Präsident Sepp Blatter und seine FIFA sehen sich seit der Vergabe der Fussball-WM 2022 in Katar immer wieder mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert. Bild: KEYSTONE

Daraus entsteht ein öffentlichkeitswirksamer Mix aus Politik und Justiz, der die Anwälte in Zürich wohl vor Freude auf den Pulten tanzen lässt. Eigentlich fehlt bisher nur eine Prise Sex. Interessant wird auch sein, wer warum und wie den US-Behörden die Informationen zugespielt hat. Denn irgendwie muss ein Staatsanwalt in New York ja an das Material herankommen. Ist da am Ende eine Intrige/Verschwörung im Inneren der FIFA im Gange?

Affaire à suivre …

So reagierten die Medien auf die WM-Vergabe an Katar

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    Alle Leser-Kommentare
  • Mia_san_mia 27.05.2015 12:02
    Highlight Highlight Blatter wird da aber wieder heil rauskommen... Auf eine Art ist es schön zu hören, dass da etwas passiert. Aber ich habe keine Hoffnung das sich etwas ändern wird...
  • Tatwort 27.05.2015 10:24
    Highlight Highlight Es kommt noch besser....
    - Schon vor einem Tag wussten einige Journalisten, dass es zu den Verhaftungen kommen wird. Entsprechend hat einer dieser Journalisten für heute zu einer Pressekonferenz eingeladen. Dieser Journalist wiederum arbeitet ganz offiziell mit dem FBI zusammen.
    - Schon seit Tagen sind im Hotel W. in Zürich US-Beamte eingemietet, welche in der Stadt mit Überwachungsmassnahmen für die bevorstehende Verhaftung betraut waren. Wussten die Schweizer Behörden, dass hier US-Beamte und Agenten in der Schweiz tätig waren?
    • Mia_san_mia 27.05.2015 11:55
      Highlight Highlight Ach ja? Woher haben Sie diese Insiderinformationen?
    • Tatwort 27.05.2015 12:36
      Highlight Highlight Relativ einfach: Frag den Schurni, der zur Pressekonferenz geladen hat. Er war gestern so strunzvoll, dass er mehr erzählt hat, als er offensichtlich wollte. Und auf seinem Blog schreibt er das mit dem FBI.
    • zombie woof 27.05.2015 12:44
      Highlight Highlight Tatwort arbeitet scheinbar beim Blick, drum weiss er alles, ob's jetzt stimmt oder nicht.
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