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Happy mit dem Pokal: Mark Streit im Sommer mit den Stanley Cup in Bern.
Happy mit dem Pokal: Mark Streit im Sommer mit den Stanley Cup in Bern.Bild: KEYSTONE

Die Montreal Canadiens wollen Mark Streit angeblich schon wieder loswerden

Das NHL-Geschäft ist schnelllebig und es kann brutal sein. Keine neue Erkenntnis. Und doch ist es oft immer noch erstaunlich, wie in Nordamerika mit den Spielern umgegangen wird.
12.10.2017, 08:0812.10.2017, 09:08

Mark Streit soll bei den Montreal Canadiens auf dem Abstellgleis stehen. Der TV-Sender «Sportsnet» schreibt, dass das Team aktiv versuche, für den 39-jährigen Verteidiger einen Abnehmer zu finden.

Dabei wurde Streit erst auf die neue Saison hin verpflichtet und diese neue Saison ist gerade mal vier Spiele alt. Der Berner kam nur in den ersten beiden Partien zum Einsatz, blieb dabei jeweils ohne Skorerpunkt und konnte die Verantwortlichen offenbar nicht davon überzeugen, dass ihn die Canadiens unbedingt benötigen. Gestern im Training bildete Streit gemeinsam mit Joe Morrow das vierte Verteidiger-Paar.

Streit in einem Vorbereitungsspiel vor Goalie Carey Price.
Streit in einem Vorbereitungsspiel vor Goalie Carey Price.Bild: AP/The Canadian Press

Noch vor der Saison hatte Montreals General Manager Marc Bergevin die Hoffnung geäussert, dass er mit Streit eine wertvolle Kraft für das Powerplay geholt habe. Doch die Konkurrenz im Team ist gross und nun steht auch noch die Rückkehr von David Schlemko an, dessen Handverletzung auskuriert ist. Für ihn müssen die «Habs» einen Platz im Kader frei machen und gemäss «Sportsnet» hat Streit die schlechtesten Karten.

Das berühmte Jahr zu viel?

Wie schnelllebig das NHL-Geschäft manchmal sein kann, erfuhr der Routinier schon in der vergangenen Saison am eigenen Leib. Von einem Tag auf den andern transferierten ihn die Philadelphia Flyers nach dreieinhalb Jahren zu den Tampa Bay Lightning, welche Streit aber umgehend nach Pittsburgh abgaben. Ein Glücksfall für den Schweizer, denn so wurde er mit den Penguins im Spätherbst seiner Karriere noch Stanley-Cup-Sieger.

Mit dem Stanley Cup in Bern

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Mark Streit präsentiert den Stanley Cup in Bern
quelle: keystone / peter klaunzer
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Als watson-Eismeister Klaus Zaugg am Wochenende Streit besuchte, meinte der Verteidiger auf die Frage, ob diese Saison möglicherweise die berühmte eine Saison zu viel sei, gelassen: «Es gibt ja eigentlich nur zwei Arten, eine Karriere zu beenden. Entweder hört man viel zu früh auf und bereut es dann jahrelang wie Renato Tosio. Oder dann macht man ein Jahr zu viel und nimmt in Kauf, dass da und dort Kritik aufkommt ...»

Er fühle sich auch mit 39 Jahren noch fit genug für die NHL, beim Ausdauertest vor der Saison hätten nur drei Mitspieler bessere Werte erzielt. Und in seinen beiden bisherigen Saisoneinsätzen habe er «ganz gut» gespielt. Streit sagte auch, dass er sich in Montreal sehr wohl fühle. Schliesslich begann dort im Jahr 2005 seine NHL-Karriere, drei Saisons lang rackerte er für die Canadiens. Im Sommer schloss sich deshalb ein Kreis für ihn.

Streit wird gelassen bleiben

Der Abwehrspieler, dessen Ein-Weg-Vertrag ein Abschieben ins Farmteam ausschliesst, befindet sich nun in einer kuriosen Situation. Der Familienvater muss hoffen, dass ihn niemand anderes will, dass ihn kein anderes Team begehrt. Nur so kann er in Montreal, wo er sich zuhause fühlt, bleiben. Dort, wo er zumindest momentan bloss eine Nebenrolle besetzt.

Doch in der NHL dreht sich die Welt manchmal etwas schneller als anderswo. Die Rückkehr in die Stammformation ist ebenso möglich wie ein Trade. Nur weniger wahrscheinlich im Moment. Mark Streit wird sich kaum durch die Gerüchte aus der Bahn werfen lassen. Dafür hat er schon zu viel erlebt in Nordamerika.

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