Brasilien
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Eine Sekte pro Stunde - Brasilien ist im «Religionsfieber»



epa05713345 A picture available on 12 January 2017 shows the hair cut of a man during worship at the Crash Church in Sao Paulo, Brazil, 08 January 2017. In a garage in Sao Paulo, with the aesthetic of the heavy metal and the stridency of their guitars, the Crash Church was founded, usually visited by rock lovers surfing the words of the Lord through the music.  EPA/FERNANDO BIZERRA JR.

Es braucht nicht viel für eine eigene Sekte in Brasilien. Bild: EPA/EFE

In Brasilien wird praktisch jede Stunde eine neue religiöse Sekte gegründet. Wie das Portal «O Globo» am Sonntag berichtete, sind seit Januar 2010 insgesamt 67'951 neue Kirchen bei der Steuerbehörde registriert worden.

Das entspricht einem Schnitt von etwa 25 Neugründungen am Tag, wobei einige auch «Filialen» bereits bestehender Sekten an anderen Orten sind.

In kaum einem Land gewinnen evangelikale Sekten so einen Einfluss - und sind für die katholische Kirche eine immer grössere Konkurrenz. Oft reicht ein angemietetes Ladenlokal, dort werden die Messen abgehalten. Die Gruppen finanzieren sich oft vor allem über Spenden ihrer Mitglieder.

In this Sept. 28, 2014 photo, members of the God's Assembly, Restoration Ministry Church react to the words of Pentecostal preacher Dione dos Santos in the Coreia shantytown, in Rio de Janeiro, Brazil. The Oct. 6 general election saw a greater share of Brazilís National Congress seats go to various conservative caucuses, who now control nearly 60 percent of the 513 seats in the lower house. They include evangelical lawmakers who oppose gay marriage or access to abortion; the ìruralistasî whose pro-agriculture positions counter environmentalists and indigenous groups; and a law-and-order faction that demands a crackdown on crime. (AP Photo/Leo Correa)

Bild: Leo Correa/AP/KEYSTONE

Im Prinzip kann jeder Bürger recht unbürokratisch eine neue religiöse Gruppe registrieren lassen. Auch der Regierung von Präsident Michel Temer gehören mehrere Anhänger solcher Sekten an.

Der inzwischen wegen Korruptionsvorwürfen inhaftierte frühere Parlamentspräsident Eduardo Cunha, Treiber der Absetzung von Präsidentin Dilma Rousseff, hat weiterhin starken Rückhalt in der Evangelikalen-Bewegung.

Im für seine Freizügigkeit bekannten Rio de Janeiro wurde im Herbst 2016 der Ex-Sektenbischof Marcelo Crivella zum neuen Bürgermeister gewählt. Er gehört der «Universalkirche des Königreichs Gottes» an. Homosexualität sieht er als Krankheit an, über Schwarze sagte er mal, sie würden vor allem Cachaça-Schnaps und Prostitution mögen. Crivella boykottierte in diesem Jahr auch demonstrativ den Karneval in Rio. (sda/dpa)

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