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epa06729917 Manuel Wiederer (L) of Germany and Nicolas Krammer (R) of Germany in action during the IIHF World Championship group B ice hockey match between Latvia and Germany in Jyske Bank Boxen in Herning, Denmark, 12 May 2018.  EPA/Christian Bruna

Stehen sich die Deutschen selbst im Weg? Im besten Fall dürfen sie sogar von einer Medaille träumen. Bild: EPA

Analyse

Die USA sind Favorit, Deutschland träumt – so stark sind die WM-Kader in der Gruppe A

Am Freitag beginnt die Eishockey-WM in der Slowakei. Wir zeigen dir, wie stark die teilnehmenden Teams sind. Heute die Gruppe A.



Eine Kadereinschätzung vor der Eishockey-WM ist immer schwierig, denn meistens sind die Spielerlisten noch nicht definitiv. Je nachdem wie die Stanley-Cup-Playoffs verlaufen, können sich einige Mannschaften noch erheblich verstärken, so beispielsweise letztes Jahr die Schweiz, als Roman Josi, Kevin Fiala und Timo Meier dazustiessen.

Auch wenn noch nicht genau feststeht, wie gewisse Mannschaften am Ende des Turniers aussehen, wollen wir euch schon einmal einen Überblick über die Stärke der diversen Mannschaften verschaffen. Heute die Gruppe A.

Gruppe A:

Bild

grafik: iihf.com

Kanada

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Bild: watson

Tor:

Kanada setzt dieses Jahr auf ein äusserst junges Torhüter-Trio. Es besteht aus Matt Murray (24, Pittsburgh Penguins), Mackenzie Blackwood (22, New Jersey Devils) und Carter Hart (20, Philadelphia Flyers). Alle drei sind WM-Debütanten. Die voraussichtliche Nummer 1 wird der zweifache Stanley-Cup-Sieger Murray sein. Seit dessen letzten Titel mit Pittsburgh fehlte aber die Konstanz. Dem Riesentalent Hart fällt wohl die Rolle der Nummer 2 zu. Grundsätzlich haben aber alle drei Goalies die Fähigkeit, einzelne Spiele zu stehlen.

Bewertung: ⭐⭐⭐⭐

Verteidigung:

In der Defensive fehlt Kanada dieses Jahr der ganz grosse Star. Am ehesten erfüllt diese Definition noch Thomas Chabot. Der 22-Jährige von den Ottawa Senators skorte diese Saison 13 Tore und 41 Punkte, also nur ein Tor weniger als Roman Josi. Chabot und Darnell Nurse sind die einzigen Spieler, die schon WM-Erfahrung haben.

Bewertung: ⭐⭐⭐

Sturm:

Im Sturm sind die Stars vorhanden. John Tavares (Toronto Maple Leafs), Jonathan Marchessault und Mark Stone (beide Vegas Golden Knights) bilden eine erste Linie, die in der NHL gemeinsam mehr als 27 Millionen Dollar verdient.

Auch die voraussichtliche zweite Linie mit Dylan Strome (Chicago Blackhawks), Sean Couturier (Philadelphia Flyers) und Sam Reinhart (Buffalo Sabres) ist sehr solide. Dahinter folgen dann aber Spieler, die in der NHL eher die zweite oder dritte Geige spielen.

Bewertung: ⭐⭐⭐⭐

Gesamtbewertung: 11/15 ⭐

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USA

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Bild: watson

Tor:

Die Torhüterposition ist die Schwachstelle in diesem US-Team. Die Nummer 1 wird Cory Schneider von den New Jersey Devils sein, der eine äusserst schwierige Saison hinter sich hat. Er absolvierte nur 26 Spiele und kam dabei auf eine Fangquote von 90,3 Prozent. Thatcher Demko, der als Nummer 3 bei Vancouver in die Saison gestartet ist, ist erster Ersatz. Nummer 3 wird College-Goalie Cayden Primeau sein.

Bewertung: ⭐⭐⭐

Verteidigung:

Die Mischung stimmt in der amerikanischen Hintermannschaft. Mit Ryan Suter (Minnesota Wild) und Alec Martinez (LA Kings) sind zwei sehr erfahrene Verteidiger dabei, die auch mal hartes Körperspiel auspacken können. Sie werden ergänzt durch junge Verteidigertalente wie Quinn Hughes (19, Vancouver Canucks), Noah Hanifin (22, Calgary Flames) und Adam Fox (21, New York Rangers), die das Spiel von hinten aufbauen können.

Bewertung: ⭐⭐⭐⭐

Sturm:

Patrick Kane hat gerade eine Saison mit 110 Punkten hinter sich und führt das Team USA als Captain an. Dahinter hat Coach Jeff Blashil mit Johnny Gaudreau, Jack Eichel, Alex DeBrincat, Dylan Larkin oder Clayton Keller weitere extrem talentierte Stürmer zur Verfügung.

Patrick Kane and Derek Ryan of USA against Rickard Rakell of Sweden during the IIHF World Championship semi-final ice hockey match between Sweden and USA in Royal Arena in Copenhagen, Denmark, Saturday, May 19, 2018. (Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix via AP)

Patrick Kane (links) führt auch dieses Jahr die USA wieder als Captain an. Bild: AP/Ritzau Scanpix Foto

Gespannt darf man zudem auf Jack Hughes sein. Der 17-Jährige dürfte zum jüngsten Spieler werden, der je für die USA an Weltmeisterschaften gespielt hat. Der voraussichtliche Nummer-1-Draft vom kommenden Juni hat im US-Förderprogramm Punkterekorde pulverisiert. Nun wird er aber zum ersten Mal gegen Erwachsene antreten.

Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐

Gesamtbewertung: 12/15 ⭐

Finnland

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Bild: watson

Tor:

Im Tor müssen sich die Finnen keine Sorgen machen. Dort können sie auf Veini Vehviläinen zählen. Der ist zwar erst 22-jährig, aber schon einer der besten Torhüter der heimischen Liga. Dieses Jahr führte er Kärpät bis in den Playoff-Final, letztes Jahr sogar zum Titel. Ersatzgoalie Johu Olkinuora ist eine solide Alternative.

Bewertung: ⭐⭐⭐⭐

Verteidigung:

Sonst sind die Nordländer aber eher unterdurchschnittlich besetzt. Kein anderes Land hofft so sehr auf weitere Verstärkungen aus der NHL. Verteidiger Henri Jokihariu, der die halbe Saison in der AHL und die andere Hälfte in der NHL (Chicago Blackhawks) verbrachte, ist der einzige Verteidiger mit NHL-Erfahrung im Kader. Sonst sind es hauptsächlich Spieler aus Europa, auch aus der Schweiz wie Petter Lindbohm von Lausanne.

Bewertung: ⭐⭐

Sturm:

Ein ähnliches Bild bietet sich im Sturm. Viele Europa-Söldner, kaum Verstärkung aus Nordamerika. Der klingendste Name ist schon fast Kaapo Kakko, der härteste Konkurrent von Jack Hughes im kommenden Draft. Der Sniper hat in der finnischen Liiga Punkte-Rekorde als Teenager geknackt und sich schon gegen Erwachsene behauptet. Daneben kennt man auch die beiden National-League-Akteure Harri Pesonen und Toni Rajala.

Bewertung: ⭐⭐⭐

Gesamtbewertung: 9/15 ⭐

Deutschland

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Bild: watson

Tor:

Deutschland hofft, dass Philipp Grubauer in der Nacht auf Donnerstag mit Colorado aus den Stanley-Cup-Playoffs ausscheidet und dann die Nationalmannschaft verstärkt. Ansonsten sind sie auf Niklas Treutle angewiesen, denn Thomas Greiss hat abgesagt. Der 28-jährige Treutle hat schon bewiesen, dass er auf diesem Niveau auch mal ein Spiel stehlen kann. Aber an die Klasse von Grubauer kommt er nicht heran.

Bewertung: ⭐⭐

Verteidigung:

Die Verteidigung ist das grosse Manko der Deutschen. Es sind zwar viele erfahrene, solide DEL-Verteidiger dabei. Doch einen Star hat Bundestrainer Toni Söderholm nicht im Kader. Aber vielleicht einen zukünftigen: Der 18-Jährige Moritz Seider hat den letzten Kaderschnitt überstanden. Der Mannheimer gilt für den kommenden Draft als Top-20-, vielleicht sogar als Top-15-Kandidat.

Bewertung: ⭐⭐

Edmonton Oilers center Leon Draisaitl (29), of Germany, celebrates after scoring a goal against the Nashville Predators in the third period of an NHL hockey game Saturday, Oct. 27, 2018, in Nashville, Tenn. (AP Photo/Mark Humphrey)

NHL-Star Leon Draisaitl führt Deutschland an. Bild: AP/AP

Sturm:

Einfach mal Leon Draisaitl suchen? Klar, der Stürmerstar (105 Punkte für die Edmonton Oilers) ist der beste Spieler Deutschlands, aber es hängt nicht mehr alles von ihm ab. Mit Dominik Kahun hat Söderholm nun einen zweiten NHL-Center zur Verfügung, der eine Linie anführen kann. Daneben haben die Deutschen eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Stürmer, die sich auf diesem Niveau schon bewiesen haben. Viele der Spieler waren im vergangenen Winter Teil des Sensationsteams, das in Pyeongchang Olympia-Silber gewann.

Bewertung: ⭐⭐⭐⭐

Gesamtbewertung: 8/15 ⭐

Slowakei

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Bild: watson

Tor:

Der 29-Jährige Marek Ciliak dürfte die Nummer 1 der Slowakei sein. Er spielte bei Slovan Bratislava in der KHL eine schwache Saison. Kurz vor den Playoffs wechselte er aber zu Brno in die tschechische Liga, wo er seine Form wieder fand. Die Alternativen sind KalPas Spengler-Cup-Held Denis Godla oder der unterdurchschnittliche AHL-Goalie Patrik Rybar.

Bewertung: ⭐⭐

Verteidigung:

So etwas wie Offensiv-Verteidiger scheinen die Slowaken nicht zu kennen. Aber immerhin sind mit Andrej Sekera (Edmonton Oilers), Christian Jaros (Ottawa Senators) und Erik Cernak (Tampa Bay Lightning) drei Defensiv-Männer aus der NHL dabei.

Bewertung: ⭐⭐

Sturm:

Der Angriff der slowakischen Mannschaft setzt sich hauptsächlich aus Spielern der heimischen Liga zusammen. Tomas Tatar (Montreal Canadiens) ist der einzige Spieler, der eine gute NHL-Saison hinter sich hat. Richard Panik ist bei Arizona eher Hinterbänkler, Marko Dano spielte hauptsächlich AHL.

Bewertung: ⭐⭐

Gesamtbewertung: 6/15 ⭐

Der Rest

Dänemark, das ohne den verletzten Star Nikolaj Ehlers auskommen muss, Frankreich, das gar keine Verstärkung aus Nordamerika erhalten hat und Aufsteiger Grossbritannien werden wohl eher um den Abstieg spielen, als um die Viertelfinals.

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