DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Demonstrierende und Aktivisten aus der Region Uttar Pradesh gehen am 1. Oktober 2020 auf die Strasse, nachdem eine Teenagerin in Hyderabad nach einer Gruppenvergewaltigung verstarb.
Demonstrierende und Aktivisten aus der Region Uttar Pradesh gehen am 1. Oktober 2020 auf die Strasse, nachdem eine Teenagerin in Hyderabad nach einer Gruppenvergewaltigung verstarb.Bild: keystone

Proteste in Indien nach zwei weiteren, tödlichen Gruppenvergewaltigungen

Aus Protest gegen zwei Gruppenvergewaltigungen mit tödlichem Ausgang protestieren Menschen in mehreren Regionen Indiens auf den Strassen und in den sozialen Netzwerken.
01.10.2020, 22:07

Beide Vergewaltigungsopfer waren junge Frauen aus der niedrigsten indischen Kaste, Dalits. Berichten zufolge wurde eine von Männern aus einer höheren Kaste missbraucht, ehe sie an schweren Verletzungen starb.

Doppelte Diskriminierung

In der patriarchisch geprägten Gesellschaft Indiens, wo auch heute noch vielen Menschen das Kastenwesen wichtig ist, obwohl es offiziell abgeschafft ist, erleiden Dalit-Frauen oft eine doppelte Diskriminierung. Die Polizei versuchte am Donnerstag im Heimatdorf eines der Opfer, die Proteste einzuschränken. Einige Demonstrierende forderten auf Plakaten, die Täter zu hängen.

Beide junge Frauen kamen aus dem bevölkerungsreichsten Bundesstaat Uttar Pradesh, der zu den ärmsten Indiens gehört. Beide starben am Dienstag. Die eine soll Mitte September auf einem Feld misshandelt worden sein. Dabei seien ihre Zunge und ihr Rückenmark verletzt worden, sagte ihr Bruder indischen Medien. Sie starb zwei Wochen nach der Tat.

Die Familie wirft der Polizei vor, die Leiche mitten in der Nacht ohne Einwilligung eingeäschert zu haben. Die Polizei wies diesen Vorwurf zurück. Der Regierungschef des betroffenen Bundesstaates twitterte, Premierminister Narendra Modi habe gesagt, dass die Vergewaltiger streng bestraft werden sollten.

2012 hatte ein besonders brutaler Vergewaltigungsfall einer Studentin in einem Bus in der Hauptstadt Indien und der Welt gezeigt, dass das Land ein grundsätzliches Problem hat – Vergewaltigungen von Frauen sind keine Einzelfälle, es ist ein Muster.

Nach offiziellen Zahlen wird dort alle 15 Minuten eine Frau oder ein Mädchen vergewaltigt – und nicht alle Fälle werden erfasst. Auch heute schweigen viele Inderinnen darüber. Nur besonders brutale Fälle machen nationale Schlagzeilen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Taj Mahal, Indien

1 / 5
Taj Mahal, Indien
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Indien im Kampf gegen das Virus

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

3 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3
Die Amerikaner wollen, dass Donald Trump angeklagt wird
Neuste Umfragen zeigen: 58 Prozent sprechen sich dafür aus, dass der Ex-Präsident sich vor einem Richter verantworten muss.

Den Hearings zur Aufklärung der Ereignisse rund um den Sturm auf das Kapitol wurde im Vorfeld wenig Kredit eingeräumt. Es werde eine reine Politshow werden und niemanden zum Umdenken bewegen, wurde bemäkelt. David Brooks, der renommierte Kolumnist der «New York Times», erklärte sie gar für gescheitert, bevor sie begonnen hatten.

Zur Story