WM 2014
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Members of Brazil's Homeless Workers' Movement (MTST), who are living at the

Obdachlose Arbeiter, die in Sao Paulo wegen der bevorstehenden WM zusammengepfercht in einem Camp leben, protestieren. Bild: Reuters

Ausschreitungen in WM-Städten 

«FIFA geh heim»: Brasilianer protestieren gegen die hohen Kosten der Fussball-WM

Vier Wochen vor Beginn der Fussball-Weltmeisterschaft ist es im Gastgeberland Brasilien erneut zu Protesten und gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Allein in São Paulo gingen am Donnerstag nach Behördenangaben 6000 Menschen auf die Strasse. 



Vertreter von Obdachlosenverbänden vor in Brand gesteckten Reifen. Bild: Reuters

Es kam zu massiven Verkehrsbehinderungen. Zudem beteiligten sich Vertreter von Obdachlosenverbänden und Gewerkschaften am sogenannten «Internationalen Tag des Kampfes gegen die WM». 

Auf den Transparenten standen Aufschriften wie «FIFA geh heim». Einige Transparente waren mit «Schulen und Hospitäler nach FIFA-Standard» beschriftet, eine zynische Anspielung auf die neuen, modernen milliardenteuren WM-Stadien, wegen denen die Ausgaben für Soziales, Bildung und Gesundheit in Brasilien vernachlässigt wurden.

Die Polizei setzte Tränengas ein, als eine Gruppe Demonstranten Reifen in Brand setzte. In São Paulo findet am 12. Juni das Eröffnungsspiel von Gastgeber Brasilien gegen Kroatien statt. Auch vor dem Stadion gab es Proteste.

Laut der brasilianischen Regierung sind die Proteste nicht gegen die WM an sich gerichtet, sie dienten nur als Gelegenheit, «um Forderungen zu präsentieren, die legitim sind, aber wenig mit der WM zu tun haben», sagte Präsidialamtsminister Gilberto Carvalho.

A figure holds a fake World Cup trophy during a a protest against 2014 World Cup in Sao Paulo May 15, 2014. Brazilians opposed to the World Cup and the public funds spent on the construction of stadiums called for a day of protest around the country. REUTERS/Chico Ferreira (BRAZIL - Tags: SPORT SOCCER WORLD CUP CIVIL UNREST POLITICS)

Die Demonstranten kritisieren, die horrenden Summen, die für die WM ausgegeben werden statt für die einheimische, teilweise darbende, Bevölkerung. Bild: Reuters

Demonstrators protest against the money spent on the World Cup in front of the National Stadium which will host the international soccer tournament's match in Brasilia, Brazil, Thursday, May 15, 2014. Brazilians are angry at the billions spent to host the World Cup, much of it on 12 ornate football stadiums, one-third of which critics say will see little use after the big event. (AP Photo/Eraldo Peres)

Die Protestierenden in Brasília kritisieren, dass viele der teuren Stadien nach der WM kaum mehr genützt werden.  Bild: AP/AP

Auch in der Hauptstadt Brasília sowie in Rio de Janeiro, Belo Horizonte, Porto Alegre und Manaus gab es Proteste, die jedoch weitgehend friedlich blieben. Landesweit gingen nach Polizeiangaben rund 10'000 Menschen auf die Strasse. 

Brasilien wird seit Mitte vergangenen Jahres von sozialen Protesten erschüttert, bei denen die hohen Kosten für die Fussball-WM und die 2016 anstehenden Olympischen Spiele kritisiert werden. Die Demonstranten werfen der Regierung vor, viel Geld in Prestigeprojekte wie die WM zu stecken und notwendige Ausgaben für Bildung und Gesundheit sowie die Infrastruktur zu vernachlässigen. 

Die Investitionen für die WM sehen laut der Regierung um Dilma Youseff folgendermassen aus: Gesamthaft wurden 26,5 Milliarden Real (10,6 Milliarden Franken) investiert. Davon stammen rund 84 Prozent aus öffentlichen Mitteln. Über ein Drittel des Geldes floss in Projekte für den öffentlichen Nahverkehr, rund 28 Prozent wurden für die WM-Stadien ausgegeben und 26,5 Prozent für Flughäfen. (tvr/trs/sda/Spiegel Online) 

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    Alle Leser-Kommentare
  • Mareike 16.05.2014 08:22
    Highlight Highlight Oftmals argumentiert die Politik ja damit, dass solche Grossevents, sei das eine WM oder auch die Olympischen Spiele, gut für eine Region seien: mehr Arbeitsplätze, allgemein Arbeit, Einnahmen aus dem Tourismus usw. Doch Brasilien zeigt, dass das propagierte Bild nicht mit der Realität übereinstimmt. Die diversen Nachrichten über die Vorbereitungen der WM in Brasilien zeigen, dass die Bevölkerung darunter leidet. Bei der nächsten Vergabe sollten sich die Verantwortlichen besser überlegen, in welchem Land diese Events stattfinden, Brasilien war in diesem Fall der falsche Ort (http://pupoll.com/73388670).

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