Gefechte in Kaschmir: Ein Toter und neun Verletzte

15.08.16, 12:40

Bei Feuergefechten im nordindischen Bundesstaat Jammu und Kaschmir ist ein Offizier der paramilitärischen indischen Polizeieinheit CRPF getötet worden. Acht weitere CRPF-Beamte und ein Polizist wurden verletzt.

Wie die Polizei bestätigte, griffen Widerstandskämpfer die Einheiten an zwei Orten in Srinagar an, der Sommerhauptstadt von Jammu und Kaschmir.

In Srinagar und dem gesamten Kaschmirtal herrschte auch am Montag eine Ausgangssperre, die in weiten Teilen der Region bereits seit mehr als 30 Tagen gilt. In Zusammenstössen zwischen Separatisten und indischen Truppen starben seit Juli mehr als 50 Menschen, Tausende wurden verletzt.

Die mehrheitlich von Muslimen bewohnte Bergregion ist seit einem Krieg 1947 zwischen Indien und Pakistan geteilt, wird aber weiter von beiden Staaten in Gänze beansprucht. Seit 1989 kämpfen mehrere Rebellengruppen teils für die Unabhängigkeit Kaschmirs, teils für den Anschluss an Pakistan.

Indiens Armee und Polizei, die in dem Hochgebirgstal mit hunderttausenden Männern präsent sind, gehen mit grosser Härte gegen die Aufständischen vor, doch die Rebellion schwelt weiter.

Verschärfter Ton

Zum indischen Unabhängigkeitstag attackierte der indische Premierminister Narendra Modi Pakistan ungewohnt scharf. In seiner Rede in Neu Delhi sprach Modi über Separatistenbewegungen in den pakistanischen Regionen Belutschistan, Gilgit und im pakistanischen Teil der Region Kaschmir.

«Viele Menschen aus diesen Regionen haben mir gedankt. Es ist ein Moment des Stolzes, dass sie sich mit ihrem Wunsch nach Unterstützung an Indien wenden», sagte Modi am Montag. Schon am Freitag hatte Modi Pakistan «Gräueltaten» gegen die Einwohner Belutschistans und Kaschmirs vorgeworfen.

Am Sonntag hatte der pakistanische Premierminister Nawaz Sharif in seiner Ansprache zum pakistanischen Unabhängigkeitstag aktuelle Unruhen im indischen Teil Kaschmirs angesprochen. «Der Geist der Freiheit im besetzten Kaschmir befindet sich zurzeit auf einem Höhepunkt. Ich widme diesen 14. August der Freiheit Kaschmirs», sagte er.

Es ist das erste Mal seit Jahren, dass derart direkte Anfeindungen zwischen Indien und Pakistan zwischen den Premierministern ausgetauscht werden. Die beiden Atommächte führten in der Vergangenheit bereits drei Kriege, zwei davon um Kaschmir. (sda/dpa/afp)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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