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Weg von der Suchanfrage, hin zur Spracherkennung: So sieht Googles Zukunft aus

18.05.2016, 20:3919.05.2016, 07:12

Google schlägt eine neue Strategie für seine Zukunft ein: Statt wie gewohnt Suchanfragen einzutippen, sollen sich Nutzer mit Software und Geräten des Konzerns unterhalten können. Damit verschärft Google die Rivalität mit Apple, Microsoft und Amazon um die vernetzte Zukunft.

Google setzt massiv auf Spracherkennung, um sich tiefer im Alltag zu verankern. Der Internet-Konzern stellte am Mittwoch einen vernetzten Lautsprecher mit einem integrierten Sprachassistenten vor. Das Gerät mit dem Namen Google Home kann nicht nur auf Sprachbefehl Musik abspielen, sondern auch auf die Google-Suche zugreifen sowie Aufgaben in verbundenen Geräten und Diensten erfüllen.

Man kann zum Beispiel ein Taxi bestellen oder alle möglichen Fragen stellen. Dafür muss das Gerät ständig zuhören, um die Befehle nicht zu verpassen. Mit dem Lautsprecher konkurriert Google direkt mit einem ähnlichen Konzept von Amazon.

«Google Home» wird uns in Zukunft zuhören.<br data-editable="remove">
«Google Home» wird uns in Zukunft zuhören.
Bild: STEPHEN LAM/REUTERS

Unterhaltung mit Sprachassistent

Auch insgesamt will Google seine Nutzer verstärkt über den neuen Sprachassistenten erreichen. Mit dem «Google Assistant» solle man sich einfach unterhalten können, erklärte Konzernchef Sundar Pichai an der Entwicklerkonferenz Google I/O im kalifornischen Mountain View. Damit wolle Google nützlicher werden.

«Wir haben ein Jahrzehnt investiert, um die weltbeste Spracherkennungs-Technologie zu entwickeln», sagte Pichai. Das war ein Seitenhieb gegen Konkurrenz wie Apples persönliche Assistentin Siri, Microsofts Cortana oder Amazons Technologie Alexa.

Aktuell komme bereits die Hälfte der Google-Suchanfragen von mobilen Geräten und ein Fünftel werde per Spracheingabe gestellt, sagte Pichai. Wenn sich die Google-Suche verstärkt von der klassischen Web-Anfrage stärker auf gesprochene Fragen verlagert, könnte das auch Folgen für die Wettbewerbsermittlungen etwa in der EU haben.

Google CEO Sundar Pichai an der Keynote in Kalifornien.<br data-editable="remove">
Google CEO Sundar Pichai an der Keynote in Kalifornien.
Bild: Eric Risberg/AP/KEYSTONE

Als weitere Neuheit zeigte Google den Messenger Allo, der mit ähnlichen Diensten vor allem von Facebook konkurrieren wird. Auch hier steht die Spracheingabe im Vordergrund.

Ausserdem kann der Kurzmitteilungsdienst mit Hilfe künstlicher Intelligenz passende Antworten oder eine Auswahl von Restaurants oder Filmen vorschlagen. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung soll für den Datenschutz sorgen. Neu ist auch die App «Duo» für Videoanrufe, die im Sommer für Android- und Apple-Geräte eingeführt werden soll.

Partnerdienste

Zu den Partnerdiensten für den neuen Lautsprecher gehören bereits MyTaxi, der Fahrdienst-Vermittler Uber, der Facebook-Kurzmitteilungsdienst WhatsApp und Musikdienste wie Spotify.

Lautsprecher in verschiedenen Räumen können miteinander verbunden werden und zusammenarbeiten. Google will auch die Möglichkeit bieten, das Design nach dem Geschmack der Nutzer anzupassen. Die Ankündigungen trafen auf begeisterten Applaus der Konferenz-Teilnehmer.

Google verlegte die Konferenz in diesem Jahr aus San Francisco in ein Freiluft-Amphitheater direkt neben dem Hauptquartier des Konzerns in Mountain View. Dort traten unter anderem schon The Who und Metallica auf.

Dadurch konnten diesmal rund 7000 Teilnehmer zu der Konferenz kommen, sagte Pichai. Bei der jährlichen Veranstaltung kündigt Google traditionell die wichtigsten neuen Produkte und Dienste an. In wenigen Wochen ist Konkurrent Apple mit seiner Konferenz WWDC an der Reihe. (jas/sda/dpa)

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