Gesellschaft & Politik
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Eine neue Studie liefert Zahlen zur Obdachlosigkeit in Basel-Stadt. symbolbild: shutterstock

Ja, in der Schweiz gibt es Obdachlose – und so leben sie

Man weiss, es gibt sie, man sieht sie aber kaum: Obdachlose in der Schweiz. Eine neue Studie liefert nun erstmals Anhaltspunkte darüber, wer sie sind, wie sie leben und wie man ihnen am besten helfen kann.



Sie schlafen bei Bahnhöfen, breiten ihre paar Habseligkeiten unter einer Brücke aus und wärmen sich, so gut es geht, vor Ladeneingängen: Gassenarbeiter von Genf bis Zürich sagen alle, es gebe immer mehr Obdachlose in den Schweizer Strassen. Belegen lässt sich das nicht. Die Obdachlosigkeit ist ein statistisches Niemandsland. Keiner weiss, welche Schicksale sich hinter den Personen ohne Wohnung verbergen, wie sie genau leben und wie viele es hierzulande gibt.

Eine Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz liefert nun erste Anhaltspunkte. Die Wissenschaftler rund um Matthias Drilling, Professor für Sozialplanung und Stadtentwicklung an der Hochschule, haben die Lage in Basel-Stadt unter die Lupe genommen. Herausgekommen sind Zahlen und Hintergründe, die auch für die Obdachlosigkeit in anderen Schweizer Städten Hinweise liefern.

Hier ein Auszug der wichtigsten Erkenntnisse:

Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie

Oft wird gesagt, dass in der Schweiz niemand auf der Strasse schlafen muss, der es nicht will. Die Betroffenen seien lediglich beschämt, Sozialhilfe zu beantragen. «Falsch», sagt Drilling: «Niemand verbringt seine Nächte auf freiwilliger Basis draussen.»

Für manche reiche das Geld vom Sozialamt nicht für eine Wohnung, andere würden keine finden, weil sie Schulden haben. Manche müssten, um ihrem Job nachzugehen, in der Notunterkunft eines Kantons schlafen, in dem sie nicht gemeldet sind. «Dort kommen sie dann nicht rein, weil das für sie 40 Franken kostet und sie es sich nicht leisten können.»

«Niemand verbringt seine Nächte auf freiwilliger Basis draussen.»

Drilling räumt mit einem verbreiteten Irrglauben auf

Menschen, die illegal in der Schweiz sind, würden auf der Strasse bleiben, weil sie in der Notschlafstelle registriert werden. Drilling: «Dann wird ihre Ausreise in die Wege geleitet.»

Das Paradoxe: Genug Betten gäbe es in den Notstellen eigentlich für alle, so Drilling. «In der Schweiz haben wir kein Mengenproblem, sondern ein Zugangsproblem.»

Armut in der Schweiz

Eine Statistik zur Obdachlosigkeit in der Schweiz gibt es nicht, wohl aber einige Zahlen zur Armut im Land:

In der Schweiz lebten im Jahr 2016 rund 615‘000 Personen unter der Armutsgrenze. Das entspricht 7,5 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Wer weniger als 2247 Franken pro Monat zur Verfügung hat, gilt hierzulande als arm.

Für eine Familie mit zwei Kindern unter 14 liegt die Armutsgrenze bei 3981 Franken pro Monat.

Die Scham spiele aber schon auch eine Rolle, räumt Drilling ein. Drilling: «Gewisse Obdachlose versuchen es zu kaschieren und holen sich möglicherweise nicht die ihnen zustehende Hilfe.» Sie kämen dann oft bei Bekannten unter. Auch deshalb sei die Obdachlosigkeit in der Schweiz für die Gesellschaft oft unsichtbar.

Manchen in der Studie befragten Personen geht es so. Sie haben zwar ihr Zuhause verloren, können aber auf dem Sofa von Freunden schlafen. Andere wohnen im Campingwagen oder im Zelt.

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Besser als gar kein Schutz: Gewisse Obdachlose verbringen die Nacht im Zelt. Hier an der Seine in Paris. bild: shutterstock

Innerhalb der Studie wurden auch Menschen in prekären Wohnsituationen interviewt. Bei ihnen läuft auch im kältesten Winter die Heizung nicht, oder die Luft in der Wohnung ist extrem feucht und die Wände voller Schimmel.

Lösungsansätze

Drilling und sein Team liefern gleich mehrere Lösungsansätze: Bedingungslose Notschlafstellen sind das eine. «Egal ob jemand die Staatsbürgerschaft hat oder im Kanton registriert ist – alle sollten Zutritt erhalten», sagt Drilling.

Eine weitere Idee: Tiny Houses. «Halb Europa gefällt derzeit der Gedanke vom genügsamen Leben in diesen kleinen Häusern – und sie könnten auch eine kurzzeitige Lösung für Obdachlose sein.» Mehrere Schweizer Städte hätten bereits Interesse angemeldet. «Irgendein Dach über dem Kopf als temporäre Lösung ist besser als gar keins.»

In this photo taken Thursday, Nov. 9, 2017, a resident walks past a row of tiny houses at a homeless encampment in Seattle where full size homes stand behind. Tiny homes could be the solution to all kinds of housing needs, offering warmth and security for the homeless, an affordable option for expensive big cities and simplicity for people who want to declutter their lives. However, that seemingly broad support fails to translate into acceptance when tiny home developers try to build next door. (AP Photo/Elaine Thompson)

In Seattle werden Obdachlosen bereits solche Mini-Häuser zur Verfügung gestellt. Bild: AP/AP

Die Gründe

Dass die Obdachlosigkeit in der Schweiz zunimmt, vermutet auch Drilling. Die Gründe sind vielfältig, unter anderem spielten die «aus dem Ruder laufenden Mietpreise» in Genf, Zürich und Basel eine Rolle. In Genf und Basel auch die Nähe zur Grenze.

Eine europäische Forschergruppe, der auch Jörg Dittmann angehört, ist nun dabei die Zahl der Obdachlosen in ganz Europa zu erfassen. Denn auch international vergleichbare Zahlen fehlen. «Es gibt in der Schweiz und ganz Europa nicht genug Menschen, die sich für die Obdachlosen einsetzen. Nicht genug ‹Lobbyismus›, könnte man sagen.» Ausserdem scheitere eine nationale Erhebung am Föderalismus: Der Bund kann keine solche Zählung in Auftrag geben. Die einzelnen Städte müssen selbst tätig werden.

Geschichten hinter der Obdachlosigkeit

Die meisten Personen rutschen nach mehreren Betreibungen in die Obdachlosigkeit ab. Weil ihnen niemand mehr eine Wohnung vermieten will. Krankheitsfälle, Trennungen, Jobverlust und andere Schicksalsschläge spielten auch oft eine Rolle. Es ist schnell passiert, wie die Geschichte von Julian* zeigt, den Matthias Drilling innerhalb der Studie kennengelernt hat.

«Julians Firma in der Metallindustrie ging Konkurs. Er hatte 30 Angestellte, die er nicht per sofort freistellen konnte. Um die Löhne zu zahlen, griff er zuerst ins eigene Portemonnaie, dann verschuldete er sich dafür und schlitterte endgültig in die Krise. Die Frau trennte sich von ihm, er verlor seine Wohnung und konnte keine finden, die er sich leisten konnte. Innerhalb weniger Monate hatte er alles verloren. Auch sein Wertgefühl und seine psychische Gesundheit.»

Manche Obdachlose würden sich ihre eigene Situation nicht eingestehen.

«Noé*, einen jungen ehemaligen Hotelier, trafen wir immer top frisiert und schick angezogen in der Notstelle. Er pflegte zu sagen: ‹Ich bin nur übergangsweise hier.› Da lebte er aber bereits seit über einem Jahr ohne festen Wohnsitz.»

*Namen geändert.

Zur Person und Studie

Matthias Drilling ist Professor für Sozialplanung und Stadtentwicklung an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Er befasst sich in seinen Publikationen intensiv mit den Themen Obdachlosigkeit und Armut junger Erwachsener.

Die nun erschienene Studie hat er mit zwei weiteren Experten der Fachhochschule Nordwestschweiz im Auftrag der Christoph Merian Stiftung durchgeführt. 500 Betroffene wurden dafür in Basel-Stadt befragt.

In Basel sind rund 100 Menschen obdachlos. Etwa 50 Personen schlafen draussen, weitere 50 Personen in Notunterkünften. Eine Person übernachtet in einer Moschee, eine in einer Kirche. Rund 200 Personen haben keine eigene Wohnung. Sie schlafen in Notwohnungen der Sozialhilfe oder kommen bei Bekannten unter.

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bild: zvg

Diese Obdachlosen haben vermutlich ihr Haus verloren – nicht aber ihren Humor

Ein Prozent der Schweizer Bevölkerung ist dauerhaft arm

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    Alle Leser-Kommentare
  • Sir Konterbier 04.04.2019 23:19
    Highlight Highlight Zugegebenermassen versteh ich von dieser Tematik nicht viel. Mir wurde aber einmal von einem Obdachlosen erzählt, dass es „Obdachlosenhäuser“ gäbe, wo man um 9 Uhr Abends hingehen kann und am Morgen früh wieder raus muss.

    Falls dem so ist und diese Häuser nicht überbelegt sind, kann ich nicht verstehen wieso man dann (unfreiwillig) ausserhalb schläft.

    Dass es ohne Adresse schwierig ist, einen Job zu finden ist dann wieder eine andere, ungleich schwierigere Thematik...
    • Baba 05.04.2019 06:51
      Highlight Highlight Diese "Obdachlosenhäuser" dürften die im Artikel erwähnten Notschlafstellen sein. Anscheinend sind die aber doch nicht so niederschwellig zugänglich, wie ich selber inmer geglaubt habe.
  • Todesstern 04.04.2019 21:01
    Highlight Highlight Ein Thema das noch viel mehr in die Öffentlichkeit gehört, meiner Meinung nach.
  • Olf 04.04.2019 18:13
    Highlight Highlight Ich habe gehört dass es Menschen gibt in der Schweiz die den Sommer über in einer Dachwohnung leben müssen.
  • DerMeiner 04.04.2019 16:52
    Highlight Highlight Vielleicht würde man lieber mal ins Inland investieren, als Mrd. ins Ausland zu scheffeln, die Nichts und wieder Nichts bewirken.
  • Hierundjetzt 04.04.2019 15:23
    Highlight Highlight In Ergänzung:
    - Die Sozialhilfe bezahlt auf Antrag hin den Arbeitsweg über die Kantonsgrenze (SKOS)
    - Es gibt Notwohnungen für überschuldete Mieter
    - Es gibt Wohngemeinschaften für überschuldete Mieter
    - Die Sozialhilfe bezahlt die Wohnung des Empfängers
    - Da wir PFZ haben, gilt dies auch für europäische Aufenthalter (!)
    - für abgewiesene Asylsuchende gibt es ebenfalls eine Unterkunft und Essen

    - Mir erschliesst sich die aufgeworfene Problematik des Artikel nicht.

    Nein, niemand muss draussen schlafen, weil aus Gründen. Das letzte Netz ist feinmaschig, da fliegt niemand durch. Zur Recht.
    • Tikvaw 04.04.2019 16:13
      Highlight Highlight - Die Empfehlungen des SKOS sind unverbindlichin, in den meisten Kantonen, müssen ÖV-Abos vom Grundbedarf bezahlt werden.
      - Notwohnungen gibt es nur sehr wenige und z.B. in BL&BS sind diese nur für alleinerziehende Mütter.
      - WGs bzw Vermieter die bewusst Whg für Sozialhilfebezüger und Co. anbieten sind ständig ausgebucht und haben zum Teil Wartelisten, bei denen man auch nach einem Jahr noch nicht oben steht. Dies gilt ebenso für den Bereich betreutes Wohnen für psychisch Kranke.

      Kannst ja mal freiwillig z.B. in einem Männerheim der Heilsarmee mithelfen ,dann erkennst du die "Problematik".
    • Lilamanta 04.04.2019 16:34
      Highlight Highlight Quatsch Fahrkosten auf Antrag: Wem trotz Arbeit der Lohn nicht reicht, erhält die Fahrkosten, egal ob kantonsübergreifend oder nicht.

      Quatsch mit PFZ: Art. 61a AIG (Erlöschen des Aufenthaltsrechts für EU- und Efta-Angehörige)... Wo kein Aufenthaltsrecht mehr, da keine Sozialhilfe...

      Quatsch Notwohnungen: Zur Verfügung gestellt werden muss nach Art. 12 BV ein Obdach. Ein Anspruch auf eine Wohnung oder ein Zimmer existiert nicht. Oft heisst es für die Betroffenen, dass sie ein Bett in einem Heilsarmeewohnheim oder der Notschlafstelle bekommen.
    • Hierundjetzt 04.04.2019 17:00
      Highlight Highlight Tikvaw: korrekt, aber Du musst nicht draussen schlafen. Das ist meine Intention. Es wird für alle in der Schweiz gesorgt.

      ABER ganz klar, diese Unterbringungen sind alles andere als Wellness das ist Hardcore 😌
    Weitere Antworten anzeigen
  • MoistVonLipwig 04.04.2019 14:56
    Highlight Highlight Für diejenigen die den Obdachlosen kein Geld geben wollen (gebens ja eh nur für Alkohol und Drogen aus):

    Die Gassenküche (zumindest in Basel) bieten Essensgutscheine an für 3.- das Stück. So könnt ihr ihnen als Alternative eine warme Mahlzeit spendieren.

    Es geht zwar nicht um einen Obdachlosen in der Schweiz aber trotzdem sehenswerte Doku: Homme Less
    • Hierundjetzt 04.04.2019 15:24
      Highlight Highlight Nur um korrekt zu bleiben: Auch der "Obdachlose" hat ein verbrieftes Anrecht auf 986.- / Monat als Sozialhilfe.
    • Schwaflichopf 04.04.2019 16:33
      Highlight Highlight Ähm, @hierundjetzt woher kommst du auf diese Zahl? Die ist definitiv nicht was heute in meiner Gemeinde (Kt. Zug) ausbezahlt wird (es sind ~700.-).
    • Hierundjetzt 04.04.2019 16:57
      Highlight Highlight Zug ist doch bei der SKOS? Es sei denn du bist U25, dann gibts glaubs weniger🤔

      ...aber informiere Dich doch rasch auf der SKOS Webseite und schaue Dir die Richtlinien genau an. Könnten als Argumentationshilfe beim Soz helfen ☺️
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hiker 04.04.2019 13:47
    Highlight Highlight Jedem der hier kaltherzig von selbstgewähltem Schicksal schwafelt wünsche ich das er nie in eine Notsituation gerät. Schon einer Restrukturierung zum Opfer zu fallen reicht völlig. Auch wird zunehmend bei nicht 100% arbeitsfähigen Menschen Geld gespart. Man erinnere sich der Annahme der Sozialdedektive. Damit wurde der Schnüffelei der Versicherungen Tür und Tor geöffnet. Alle Sozialempfänger geraten unter Verdacht wegen einiger Betrüger. Die stetig steigenden Kosten der Krankenkassen die viele nicht mehr bezahlen können. Auch hier, selber schuld? Nicht alles ist selbst selbsverschuldet!
    • DerMeiner 04.04.2019 16:56
      Highlight Highlight Durch diese Initiative gilt nicht automatisch Generalverdacht, sie räumt den KK nur einen Handlungsspielraum ein. Wenn man beim RAV ist, ob selbst verschuldet, oder nicht, wird man auch kontrolliert.
  • moedesty 04.04.2019 13:44
    Highlight Highlight 99% der Obdachlosen in de Schweiz (mit einer gültigen Nieder/Aufenthaltsbewilligung) haben selber entschieden so zu leben. Habe tagtäglich mit Obdachlosen zu tun bzw. nicht Obdachlosen. Denn wenn jemand ein Dach über seinem Kopf möchte, bekommt auch einen. 100%.
    • Schwaflichopf 04.04.2019 14:22
      Highlight Highlight Obdachlos ist nicht gleich obdachlos. Es gibt sehr viele Leute die arbeiten gehen aber keine Wohnung finden, bzw nicht als Mieter angenommen werden.
    • Hierundjetzt 04.04.2019 15:25
      Highlight Highlight bansai: Exakt dafür verfügt der Staat über Notwohnungen... Hat jede Stadt und jede Gemeinde der Schweiz.
    • Schwaflichopf 04.04.2019 15:38
      Highlight Highlight @Hierundjetzt zumindest in meiner Gemeinde gab es keine.
    Weitere Antworten anzeigen
  • SanchoPanza 04.04.2019 13:40
    Highlight Highlight und wieder Mal hört die Schweiz im Osten bei Zürich auf 🙈
  • malu 64 04.04.2019 13:33
    Highlight Highlight Das sind Statistiken! Es gibt auch Menschen welche bewusst auf eine Wohnung verzichten, oder im Wohnwagen oder einem Boot leben. Schlimm finde ich z. B. so möchtegern religiöse Organisationen, wie die Heilsarmee, welche ein Bett im 6 er Zimmer für Fr. 30.- vermietet, pro Nacht. Das ist gelebte Nächstenliebe in der Schweiz!🤑
    • Simsalabum 04.04.2019 14:29
      Highlight Highlight Da zahlen mein Mann und ich weniger Miete monatlich für unser Einfamilienhaus mit Garten. Auch wenn wir sehr wenig zahlen, dass Notunterkünfte teurer sind ist unverständlich.
    • Knäckebrot 04.04.2019 15:46
      Highlight Highlight Gibts dort aber nicht auch Betreuung und es wird geputzt?
  • Bud Spencer 04.04.2019 13:03
    Highlight Highlight Unterkünfte selbst bringen ja eigentlich meistens auch viel um auf die Beine zu kommen, falls keine psychologische Betreuung vorhanden ist...

    Aber gleichzeitig darf der Sozialstaat ja nichts kosten, hat der Christoph gesagt...
  • dorfne 04.04.2019 13:00
    Highlight Highlight Gewisse Phänomene werden offenbar nicht erforscht, weil der Neoliberalismus seine hässliche Fratze nicht zeigen will. In Weltstädten wie London und Paris verhungern immer mehr Kinder oder leiden unter Mangelernährung, weil sie nicht genug oder nur ungesundes Essen bekommen.
    • DerMeiner 04.04.2019 17:01
      Highlight Highlight Das hat nichts mit Neoliberalismus zu tun, sondern damit, dass es immer Leute gibt und geben wird, die nicht ins System passen. Ganz egal ob Kapitalismus, Marxismus, Kommunismus und was es sonst noch so an -ismus Konzepten gibt.

      Es wird nie DIE Lösung für Alle geben und entsprechend wird es auch immer Leute geben, die in dieser Gesellschaft nicht bestehen können, wollen und was weiss ich.

      Diese Begründung macht jedoch nicht die Beantwortung der Frage "Was denn nun mit diesen Leuten" besser...
  • Blitzer, achtung! 04.04.2019 12:59
    Highlight Highlight Die Schweiz ist so gut im Lügen - in allen unangenehmen Lagen -, dass sie sich wunderbar einreiht zu anderen Staaten. Es wäre zu schön mit "em plodere" von Freiheit, Neutralität und anderen Superatributen, mit welchen wir uns brüsten, die Steuerverwaltung, die Gemeinden, das Militär abzuklopfen. Dann wüssten wir bestimmt sehr genaueres! Übrigens, wozu machte man eine Volkszählung!! Also Los, Behörden! Ihr seid si gut im Statistiken "brünzle", wird doch möglich sein das Ganze auf die Reihe zu bringen.
  • KoSo 04.04.2019 12:58
    Highlight Highlight ein Tinyhouse kann jedoch noch viel mehr.
    man nannte sie in der Schweiz einfach Stöckli. 😉
  • Ricardo Tubbs 04.04.2019 12:57
    Highlight Highlight in der reichen schweiz ein ganz klar selbstgewähltes schicksal. hier wird einem geholfen, wenn man sich die hilfe holt ("manche wollen keine hilfe" mag ich nicht mehr hören).

    habe kein mitleid, wenn ich morgens 06.30 auf dem arbeitsweg einen obdachlosen sehe mit 5 leeren bierhülsen und gemütlich rauchend auf dem parkbänkli.

    lasst die blitze kommen...
    • Fruchtzwerg 04.04.2019 13:15
      Highlight Highlight Du hast ganz eindeutig den Artikel nicht gelesen...
    • Hosesack 04.04.2019 13:17
      Highlight Highlight Das ist kein Obdachloser um 06.30, das bin ich auf dem Heimweg von Tante Frieda.
    • Tagedieb 04.04.2019 13:24
      Highlight Highlight ...das Leben wird auch dich noch eines besseren belehren. Entweder in deiner Umgebung (wenn du denn die Empathie hast) oder am eigenen Leib. Nicht, dass ich dir das wünsche - ich gönn' dir deine arrogante Haltung!
      Aber es braucht wenig und alles ist plötzlich. Krankheit, Unfall, eine Versicherung die nicht bezahlt und dann merkst du plötzlich, dass das mit "hier wird jedem geholfen" doch nicht so (einfach) ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Midnight 04.04.2019 12:50
    Highlight Highlight "Die Gründe sind vielfältig, unter anderem spielten die «aus dem Ruder laufenden Mietpreise» in Genf, Zürich und Basel eine Rolle."

    Dann unternehmt endlich mal was gegen diese unglaublich dreiste Abzocke! Alternativ würde ich unbewohnte Wohnungen, die völlig absurd teuer sind kurzerhand besetzen. Alles was recht ist, aber diese Machenschaften gehen echt zu weit!

    Gleichzeitig werden Sozialgelder und Prämienverbilligungen gekürz, weil macht ja Sinn...
  • banda69 04.04.2019 12:47
    Highlight Highlight In der Schweiz lebten im Jahr 2016 rund 615‘000 Personen unter der Armutsgrenze. Das entspricht 7.5 Prozent der Gesamtbevölkerung.

    Und die SVP, die selbsternannte Partei des Volkes, kümmert sich mit viel Herzblut darum, dass es diesen Menschen noch schlechter geht.
  • Rhabarber 04.04.2019 12:42
    Highlight Highlight Die Wahl zwischen Vergewaltigung und Abhauen. Niemand glaubte damals Minderjährigen, sowieso nicht wenn die Erwachsenen männlich und die anklagenden Minderjährigen weiblich waren. Missbrauch daheim und im Heim.

    Also schlief ich ein paar Monate in Schliessfächern an Bahnhöfen. Die waren gross und ich war klein. Essen musste ich in der Zeit klauen. Ging nicht anders, sorry. Von freiwillig keine Spur. Schliesslich hab ich mich da ohne Unterstützung selbst rausgehievt.

    Schon lange geht es mir ziemlich gut. Seit ich es mir leisten kann, sorg ich manchmal bei anderen für Starthilfe.
    • opwulf 04.04.2019 17:20
      Highlight Highlight Respekt für deine Stärke und den letzten Satz! Diesen sollten wir uns alle mehr zu Herzen nehmen. Manchmal hilft schon wenig viel, auch nur schon ein Zeichen von Mitgefühl.
  • Sauäschnörrli 04.04.2019 12:30
    Highlight Highlight Der WDR hat einmal ein solches Projekt begleitet. Schon eine tolle Sache. Jedoch bremst es lediglich den Fall, die Probleme werden so nicht gelöst.

    Play Icon
  • inmi 04.04.2019 12:21
    Highlight Highlight "Wer weniger als 2247 Franken pro Monat zur Verfügung hat, gilt hierzulande als arm."

    Dacht ichs mir doch. Wirklich arm ist in der Schweiz niemand.
    • Sauäschnörrli 04.04.2019 13:58
      Highlight Highlight Das ist die Obergrenze. Dein Kommentar ist wie:

      "Bankangestellte verdienen bis zu 13'000'000"

      Dacht ichs mir doch. Alle Banker sind Millionäre.
    • Früchtchen 04.04.2019 14:40
      Highlight Highlight Bezahl damit in der Region Zürich mal Miete inkl. NK, Krankenkasse und ÖV um zur Arbeit zu kommen. Wieviel hast du dann noch? http://ö
    • Hierundjetzt 04.04.2019 15:28
      Highlight Highlight inmi: ok, dann leb doch mal von 986.-/ Monat und bezahl damit alle Rechnungen. 1x Serafe (ex Billag) und Du lebst 4 Wochen lang von Dosenravioli. Ah geht doch nicht? Eben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • COLD AS ICE 04.04.2019 12:19
    Highlight Highlight alle selberschuld. in der schweiz muss niemand auf der strasse leben. das ist deren eigene entscheidung.
    • Prodecumapresinex 04.04.2019 16:26
      Highlight Highlight Dein Nick Name ist wohl Programm bei dir?

      Alle, niemand... du scheinst dich ja intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt zu haben, um solch indifferenten Aussagen tätigen zu können.
    • banda69 05.04.2019 11:02
      Highlight Highlight @COLD AS ICE

      Gratuliere. Sie leben wohl auf dem Planeten SVP.
    • COLD AS ICE 05.04.2019 13:48
      Highlight Highlight klar ist mein name programm. in der schweiz muss niemand auf der strasse leben, das ist fakt. jeder der etwas anderes erzählt, lügt! ausser irgendwelche illegalen einwanderer. ich habe mich schon oft mit solchen freiwilligen obdachlosen unterhalten. ich kaufe auch ab und zu etwas zu essen für solche leute. die leben alle freiwillig auf der strasse......aus verschiedenen gründen, aber freiwillig.

      ich lebe nicht auf dem planet svp. die svp ist mir zu wenig konsequent, zu wenig rechts und zu wenig offen für neue themen.
  • El Vals del Obrero 04.04.2019 12:16
    Highlight Highlight Bei tiny houses heisst das Problem meistens "Wo darf man es hinstellen?" Sonst würde ich auch schon lange in so einem leben.

    Und letztendlich braucht es ja viel mehr Fläche für die selbe Anzahl von Personen als bei einem mehrstöckigem Haus mit kleinen Zimmern.
    • AlteSchachtel 04.04.2019 13:45
      Highlight Highlight "tiny houses heisst das Problem meistens "Wo darf man es hinstellen?" Sonst würde ich auch schon lange in so einem leben."

      Genau das ging mir auch durch den Kopf. ;-)

      Den Obdachlosen würde ich so ein Häuschen jedoch gönnen, allerdings sehe ich auch die Gefahr, dass bei zunehmender sozialer Ungerechtigkeit diese Hüttchen dann plötzlich zu einer Art Slums werden könnten, weil die Wohnungen nicht mehr bezahlbar sind. Was aktuell im Wohnbau geschieht ist ja abartig.
  • chicadeltren 04.04.2019 12:03
    Highlight Highlight Vielleicht würde es ja auch schon helfen, die städtischen Wohnungen den wirklich bedürftigen und nicht mehr unter Wert an die Kathy Ricklins dieser Welt zu vermieten.
    • Sir Konterbier 04.04.2019 23:25
      Highlight Highlight Ich bin bereit mit Steuerfranken dieses Problem wirkungsvoll anzugehen, aber dieser Kommentar ist null sachdienlich, um nicht zu sagen schwer polemisch, geschweige denn irgendwie sachdienlich.

      Schade dass das soviele Herzen gibt...
  • Freddy Blütteler 04.04.2019 11:41
    Highlight Highlight Eigentlich eine Schande für eines der reichsten Länder der Welt, dass Leute obdachlos sind... ausser es ist freiwillig.
    • Ricardo Tubbs 04.04.2019 12:58
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
    • Schigi 04.04.2019 18:07
      Highlight Highlight Eigentlich kann weggelassen werden!
  • p4trick 04.04.2019 11:38
    Highlight Highlight Versagt hier die Sozialhilfe oder wollen diese Menschen die auf der Strasse leben aus Scham nicht von der Sozialhilfe abhängig sein?
    Ich denke ja immer noch dass dsa BGE so viele Sachen lösen könnte. Die Idee mit den Tiny Häuser finde ich genial, sollte doch auch in der Schweiz möglich sein?
    Bedinungsloses Wohnen was gerade reicht um zu Leben aber halt nicht mehr. Einfache unbürokratische Registration um einen "Schlüssel" zu bekommen, fertig.
    • opwulf 04.04.2019 12:36
      Highlight Highlight Gerade bei Suchtkranken (Drogen, Alkohol) ist der Grund für die Obdachlosigkeit oft die, dass sie aufgrund nichteinhaltens von Auflagen ihre Ansprüche verlieren. Das Problem hier ist oft aber nicht etwa eine "Keiluscht" Einstellung der Betroffenen, sondern die verzehrte Wahrnehmung des Suchtkranken und dessen omnipresenter Fokus auf die Suchtmittel, um sein Verlangen danach zu stillen. Aber auch psychische Erkankungen können in so eine Situation führen, in dem zB eine Phobie zuerst zur Vereinsamung und später zur Obdachlosigkeit führt. Sorry für meine komplizierte Ausdrucksweise.
    • lilie 04.04.2019 12:51
      Highlight Highlight @p4trick: Die Sozialhilfe jeder Gemeinde hat ein Maximalbudget festgelegt, was eine Wohnung kosten darf. Für eine Einzelperson ist das in meiner Gemeinde (rechter Zürichsee) 1100.-.

      Die Goldküste ist teuer, Wohnungen in diesem Preissegment sind in unserer Gemeinde rar. Gerät jemand in die Sozialhilfe, verliert er somit seine Wohnung.

      In anderen Gemeinden ist die Situation nicht anders. Die Leute werden künstlich in prekären Situationen gehalten. Die Sozialhilfe sollte aber helfen, wieder auf die Beine zu kommen. So funktioniert das aber nicht.
  • Gender Bender 04.04.2019 11:37
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
  • Leckerbissen 04.04.2019 11:37
    Highlight Highlight "Für manche reiche das Geld vom Sozialamt nicht für eine Wohnung" - Tja. Prioritäten meine Junkies! Weniger Geld den Drogen und dem Dosenbier.
    • Matrixx 04.04.2019 12:17
      Highlight Highlight Günstiges Dosenbier kostet in der Schweiz weniger als Mineralwasser...
      Sollen sie sich also mit dem bisschen Geld lieber teures Wasser kaufen?
    • Astrogator 04.04.2019 12:19
      Highlight Highlight Entweder den Text nicht gelesen oder nicht verstanden...
    • Alnothur 04.04.2019 12:27
      Highlight Highlight Die Aussage stimmt sowieso nicht. Die Sozialhilfe bezahlt die Miete direkt. Mit dem Geld, das die Sozhilfebezüger bekommen, müssen sie weder Miete noch KK bezahlen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Knety 04.04.2019 11:28
    Highlight Highlight Das mag in den USA eine sinnvolle Lösung sein. In der Schweiz investiert man besser in die „Notschliifi“.
  • Bangarang 04.04.2019 11:20
    Highlight Highlight Das Problem ist nicht die Unterkunft, sondern, dass solche Menschen nicht konform sind mit der Gesellschaft.

    Also einfach 1000 Zimmer bereitstellen, lösst das Problem nicht.

    Jedoch brauchen wir auch solche "Ausreisser" damit wir als gesammte Gesellschaft gesund bleiben können.
  • tzhkuda7 04.04.2019 11:18
    Highlight Highlight Ok heftig

    Dachte einem müsse vom Kanton eine Einzimmerwohnung gestellt werden, wenn man von der Sozialhilfe die Wohnung nicht bezahlen kann.
    • Alnothur 04.04.2019 12:28
      Highlight Highlight War zumindest vor ein paar Jahren bei einem Kollegen von mir auch der Fall.
    • Olmabrotwurst 04.04.2019 12:54
      Highlight Highlight Bei uns auf der Gemeinde zahlt das Sozialamt 500.- an die Wohnung, dann kriegen sie noch 1500.- für den Monat. Alles gut und Recht aber wer bietet schon eine 1 Zimmer Wohnung für 500 Chf an?
    • lilie 04.04.2019 13:00
      Highlight Highlight @tzhkuda7: Ich kenne die Gesetzeslage nicht, aber ich weiss, dass es Gemeinden mit Sozialwohnungen gibt, die günstig an Menschen in Notsituationen vermietet werden.

      Ich habe allerdings selber in einer grösseren Stadt gewohnt, welche keine solche Wohnungen hat. Die waren total happy, als ich anrief und ihnen meine Wohnung anbot, die zwar alt war, aber ansonsten wirklich toll war.

      Als ich auszog, wollte sie niemand, obwohl sehr günstig. Da war dann der arbeitslose Mann in Scheidung mit unklarem Aufenthaltsstatus froh drum, weil sie im Sozialhilfebudget lag.
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