DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Erhöhte BMI-Werte sind vor allem im Mittelland, in der Nordwestschweiz sowie im Tessin zu finden.
Erhöhte BMI-Werte sind vor allem im Mittelland, in der Nordwestschweiz sowie im Tessin zu finden.Bild: KEYSTONE

Jeder vierte Militärpflichtige ist übergewichtig

31.01.2017, 21:4201.02.2017, 07:02

Weiterhin ist jeder vierte Stellungspflichtige übergewichtig oder fettleibig. Dies bestätigt eine Studie im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Würde anstelle des Body Mass Index (BMI) der Bauchumfang gemessen, fiele dieser Prozentsatz markant tiefer aus.

Die Resultate der ersten Studie basieren auf der Messung des BMI von 36'669 Stellungspflichtigen im Alter von 18 bis 21 Jahren. Die Zahlen aus dem Rekrutierungsjahr 2015 sind einem am Dienstag auf der BAG-Webseite veröffentlichten Bericht zu entnehmen, über den die SRF-Nachrichtensendung «10vor10» am Abend berichtete.

Demnach waren 18,9 Prozent der Stellungspflichtigen übergewichtig (BMI zwischen 25 und 29,9), 6,2 Prozent wurden als fettleibig eingestuft (BMI höher als 30). Erhöhte BMI-Werte seien vor allem im Mittelland, in der Nordwestschweiz sowie im Tessin zu finden. In den Regionen Espace Lémanique, der Zentralschweiz sowie der Ostschweiz scheinen die jungen Männer fitter zu sein.

Im Gegensatz zu früher wurden keine Unterschiede zwischen Stadt und Land festgestellt. Weiterhin weisen aber Schüler, Studenten, Maturanden und Stellungspflichtige mit einem hohen sozioökonomischen Berufsstatus einen «signifikant tieferen BMI-Wert» auf.

Aushebung anno 1988: In Bern werden junge Männer vom Militärarzt untersucht.  
Aushebung anno 1988: In Bern werden junge Männer vom Militärarzt untersucht.  Bild: KEYSTONE

Grosse Unterschiede

Die Resultate haben sich in den letzten fünf Jahren kaum verändert und verharren laut der Einschätzung des Instituts für Evolutionäre Medizin (IEM) der Universität Zürich auf «hohem Niveau». Doch die Messart mittels BMI ist umstritten. Denn sie erlaube nur bedingt Aussagen über die gesundheitsrelevante Körperfettverteilung, heisst es in einer zweiten Pilotstudie.

Deshalb wurden im Sommer 2016 bei 1548 Stellungspflichtigen in Mels SG und Windisch AG erstmals auch der Bauchumfang und das Verhältnis von Taille und Grösse gemessen. Zieht man nur den Bauchumfang in Betracht, dann waren nur noch 9,81 Prozent der jungen Männer übergewichtig oder fettleibig, beim Taillen-Grössen-Verhältnis lagen 14,78 Prozent über der Gesundheitsrisiko-Grenze.

In Zukunft soll bei der gesundheitlichen Untersuchung der Stellungspflichtigen auch eine Bauchumfang-Messung durchgeführt werden.  
In Zukunft soll bei der gesundheitlichen Untersuchung der Stellungspflichtigen auch eine Bauchumfang-Messung durchgeführt werden.  Bild: KEYSTONE

Sportlich oder übergewichtig?

Ausserdem wurden mit der BMI-Messung einige muskulöse Männer fälschlicherweise als übergewichtig eingestuft. Bei der Bauchumfang- und der Taillen-Grösse-Methode habe es dagegen keine Fehleinschätzungen gegeben. Die Gefahr der Verwechslung bestehe vor allem bei den leicht Übergewichtigen mit einem BMI zwischen 25 und 27.

«Wie viele der Stellungspflichtigen tatsächlich übergewichtig sind, kann nur anhand von Folgestudien zur Körperzusammensetzung beantwortet werden», heisst es in der Studie. Die Schweizer Armee plane, frühestens 2018 bei der Rekrutierung zusätzlich zum BMI auch den Bauchumfang zu messen.

Armeesprecher Walter Frick bestätigte auf Anfrage, dass die Armee mittelfristig eine standardmässige Bauchumfang-Messung der Stellungspflichtigen einführen wolle, um deren Übergewicht und Krankheitsrisiko präziser bestimmen zu können. Der genaue Zeitpunkt sei jedoch noch nicht bestimmt. (ohe/sda)

Beste Armee der Welt

Alle Storys anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Themen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Verträge für US-Kampfjet F-35 mit der US-Regierung bereinigt – Kosten leicht zu hoch

Nach der Bereinigung der Verträge mit der US-Regierung ist der genaue Kredit für den umstrittenen Kauf der 36 US-amerikanischen Kampfjets F-35 bekannt. Er liegt minim über den vom Stimmvolk bewilligten sechs Milliarden Franken.

Zur Story