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Auf «Tschuri» gibt es bis zu 700 Meter hohe Klippen, Staubdünen, Ebenen und Furchen. 
Auf «Tschuri» gibt es bis zu 700 Meter hohe Klippen, Staubdünen, Ebenen und Furchen. Bild: EPA/EUROPEAN SPACE AGENCY
Staubfontänen und tiefe Löcher

Bilder vom Kometen «Tschuri» zeigen eine bizarre Welt

26.01.2015, 17:3026.01.2015, 18:00

Der Komet «Tschuri» schüttelt auf seinem Weg um die Sonne derzeit den Staub der vergangenen vier Jahre ab. In einigen Monaten könnte sich sein Antlitz verändert haben. Das berichtet ein internationales Forscherteam um Rita Schulz von der europäischen Raumfahrtagentur ESA im britischen Fachblatt «Nature». Die Wissenschaftler haben die Staubhülle des Kometen mit dem Instrument Cosima an Bord der ESA-Raumsonde «Rosetta» analysiert. 

«Tschuri», dessen vollständige Bezeichnung «67P/Tschurjumow-Gerassimenko» lautet, wird seit vergangenem Sommer von «Rosetta» begleitet. Je weiter sich der Komet der Sonne nähert, desto aktiver wird er durch die Sonnenwärme. Dadurch verliert er grosse Mengen Staub von seiner Oberfläche, die von ausströmendem Gas mitgerissen werden. «Rosetta» hat Staubkörnchen des Kometen eingefangen und analysiert. 

Reich an Natrium

Die grösseren Körnchen mit einem Durchmesser von mehr als einem Zwanzigstel Millimeter sind demnach locker-flockig und bemerkenswert reich an Natrium. Die Forscher schliessen daraus, das dieser Staub die Sternschnuppenströme formt, die auf den Bahnen von Kometen bekannt sind. Sie gehen davon aus, dass sich der jetzt beobachtete Staub in den vergangenen vier sonnenfernen Jahren des Kometen angesammelt hat und sich «Tschuris» Staubzusammensetzung wesentlich ändern wird, wenn frisches Material an die Oberfläche gelangt. 

Der schwarze Komet besitzt grob die Form eines Quietsche-Entchens mit einem kleineren Kopf und einem grösseren Körper, die über einen schmalen Hals verbunden sind. Der Kopf hat in etwa einen Durchmesser von zwei Kilometern, der Körper ist rund vier Kilometer lang. 

Meterhohe Staubschicht

Es gibt bis zu 700 Meter hohe Klippen, Staubdünen, Ebenen und Furchen. Viele Gegenden sind von einer vermutlich meterhohen Staubschicht bedeckt. Am Hals gibt es einen langen Riss, der Folge einer mechanischen Belastung sein könnte. Darüber hinaus wurden bis zu 200 Meter tiefe und bis zu 300 Meter breite zylinderförmige Löcher entdeckt. Deren Wände haben eine Art Gänsehaut – sie sind mit etwa drei Meter grossen Klumpen gepflastert. 

«Tschuri» ist mit 470 Kilogramm pro Kubikmeter etwa so schwer wie Kork. Möglicherweise ist sein Kern porös und zu 70 bis 80 Prozent leer. Bereits jetzt ist der Komet überraschend aktiv. In den vergangenen Monaten hat er viermal soviel Staub ins All gespuckt wie Gas – normalerweise produzieren Kometen mehr Gas als Staub. Bis zur grössten Annäherung an die Sonne wird die Aktivität noch um den Faktor 100 zunehmen, erwarten Forscher. (dhr/sda/dpa)

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Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko («Tschury»)
quelle: ap/esa/rosetta/philae/civa
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