EU
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
In this photo taken on Monday, Aug. 3, 2009, Russian Prime Minister Vladimir Putin seen riding a horse in the mountains of the Siberian Tyva region (also referred to as Tuva),  Russia, during his short vacation. (AP Photo/ RIA Novosti, Alexei Drizhinin, Pool)

Bild: AP RIA Novosti

Kampf um die Krim

«Schwätzer Obama» gegen «Kraftmensch Putin»: Die neuen Bewunderer des russischen Präsidenten

Wladimir Putin spiele mit den USA und der EU Katz und Maus, spotten die Rechten. Dabei hat der Machtmensch im Kreml schlechte Karten.



Nüchtern betrachtet verletzt Wladimir Putin bei seinem Vorgehen auf der Halbinsel Krim das Völkerrecht aufs Gröbste. Vor der Presse lügt er schamlos und dreist, und seine Sorge um angeblich bedrohte Landesleute erinnert fatal an die Argumentation von Hitler.

Eigentlich müsste er damit bei allen Demokraten Empörung auslösen. Stattdessen stösst der russische Präsident vor allem im rechten Lager auf heimliche Bewunderung. 

«Obama und Biden joggen»

Hansrudolf Kamer, einst Auslandchef der NZZ und heute Kolumnist in der Weltwoche, kontrastiert Putin mit der Führungscrew im Weissen Haus. «Während Wladimir Wladimirowitsch Putin die Krim bedroht und im Osten der Ukraine Unruhe schürt, joggen Obama und Biden mit Hemd und Krawatte entspannt durch das Weisse Haus», stellt Kamer fest und schliesst daraus: «Ein Teil der Stärke von Russlands starkem Mann ist die Schwäche und unbekümmerte Borniertheit seiner Gegenspieler. Er weiss sie auszunützen. So ist er dabei, die zweite Runde im Kampf um die Ukraine zu gewinnen, nachdem der Westen nach der ersten vorschnell triumphiert hat.» 

Kamers Analyse schwimmt im Mainstream der US-Rechten. Auf Foxnews wird Obamas vermeintliche Schwäche täglich angeprangert. Beim US-Präsidenten sei «alles Geschwätz und keine Taten», lästert der bekannte Kommentator Bill O’Reilly, während Putin wisse, was er wolle und es sichtlich geniesse, den Westen vorzuführen.

Der neuerdings sehr konservativ gewordene Wirtschaftshistoriker und Harvard-Professor Niall Ferguson bezeichnet das Verhalten des US-Präsidenten in Anspielung an die Geldpolitik der US-Notenbank gar als «geopolitisches Tapering» und meint damit, dass Obama sich schrittweise aus seiner Verantwortung für die Sicherheit der Welt stiehlt. 

epa01091313 Russian President Vladimir Putin enjoys fishing on the Khemchik River in Republic of Tuva 15 August 2007.  EPA/DMITRY ASTAKHOV RIA NOVOSTI/KREMLIN POOL

Bild: EPA

Köppels Bewunderung für den Kraftmenschen Putin

Weltwoche-Chef Roger Köppel hegt eine grenzenlose Bewunderung für den «asketischen Kraftmenschen Putin». Er schreibt: «Putin hat erstaunliche Leistungen erbracht, die im Westen zu wenig gewürdigt werden» und fährt fort: «Jedes Land hat seine Eigenheiten und seine Herausforderungen. Putin verkörpert für eine Mehrheit der Russen das, was sie sich unter einem für ihr Land geeigneten Staatsoberhaupt vorstellen.»

Das dürfte in den 1930er Jahren auch für Hitler und die Deutschen zugetroffen haben. Das kümmert Köppel nicht. Er fordert: «Bevor wir dies kritisieren, sollten wir uns die Mühe geben, es zu verstehen.»  

Rücksichtsloses Monster

Den Mann, den es zu verstehen gilt, schildert die russisch-amerikanische Journalistin Masha Gessen in ihrer vor rund zwei Jahren erschienen Putin-Biografie als rücksichtsloses Monster. Als führende liberale Stimme Russlands geniesst Gessen weltweit grosses Ansehen.

Sie beschreibt, wie Putin aus der Anonymität des KGB – wo er übrigens keine bedeutende Rolle spielte – zum mächtigsten Mann Russlands aufstieg. Er kannte dabei keine Skrupel. Dabei stellt Gessen unter anderem die These auf, wonach Putin die Anschläge auf Moskauer Wohnblöcke mit Dutzenden von Toten vom russischen Geheimdienst inszenieren liess, um damit die Invasion in Tschetschenien zu rechtfertigen. 

FILE - In this Sept. 2010 photo released on Saturday, Oct. 30, 2010, then Russian Prime Minister Vladimir Putin carries a hunting rifle during his trip in Ubsunur Hollow in the Siberian Tyva region (also referred to as Tuva), on the border with Mongolia, Russia.   Vladimir Putin turns 60-years old on Sunday, Oct. 7, 2012, and has recently sought to demonstrate his youthful vigor by many personal endeavors, but while he has shown creativity in his action-man stunts, the Russian president seems surprisingly vulnerable to the vagaries of oil prices. (AP Photo/RIA Novosti, Dmitry Astakhov, Government Press Service, file)

Bild: AP

Der peinliche Macho denkt rational

Putin liebt es, sich halbnackt auf Pferderücken oder beim Fischen fotografieren zu lassen. Man sollte sich von diesen lächerlichen Macho-Posen nicht in die Irre führen lassen. Andrei Illarionow, ein ehemaliger Berater und heutiger Kritiker von Putin, erklärt in der «Financial Times»: «Im Westen denken die Menschen gelegentlich, Putin sei irrational und ein bisschen verrückt. Tatsächlich ist er auf seine eigene Art sehr logisch und immer sehr gut vorbereitet.»

Stimmt es also, was die Rechten unentwegt postulieren? Spielt ein entschlossener Macho-Führer im Kreml mit dem Westen kaltblütig Katz und Maus? Das ist zumindest fraglich. Putin riskiert viel. Sein unverfrorenes Vorgehen hat bereits dazu geführt, dass die Menschen in der Ukraine sich gegen ihn zusammenschliessen.

Obama ist kein Schwätzer

Auch der Ton des Westens gegenüber Russland ist härter geworden. Barack Obama ist kein Schwätzer, wie ihn die Rechte wahrmachen will. Er hat nicht nur die US-Armee modernisiert wie kaum ein Präsident zuvor, er setzt diese High-Tech-Waffen wie etwa die Drohnen auch ein. 

«Mister Obama vermittelt zwar den Eindruck von nur Schwatzen und nicht Handeln», stellt Edward Luce in der «Financial Times» fest. «Aber hinter den Kulissen hat er mehr Machtmittel zur Verfügung als jeder Präsident vor ihm.» 

Das könnte dich auch interessieren:

Siehst du öfters diesen Vogel? Das hat einen bestimmten Grund

Link zum Artikel

Teenie-Idol Billie Eilish (18!) macht Bond-Song. And WHY NOT? Könnte geil werden

Link zum Artikel

Weshalb sich Experten nach dem Freispruch der Klimaaktivisten an den Kopf fassen

Link zum Artikel

Der lange Weg des Daniele Sette zu seinen ersten Weltcup-Punkten – mit 27 Jahren

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Kreditkarten – so schützen uns die Karten-Detektive

Link zum Artikel

5 idiotische Menschentypen, die es im Leben einfacher haben als du

Link zum Artikel

Das Wahljahr hat begonnen und Donald Trump steht ziemlich gut da

Link zum Artikel

«Warum können viele Männer nicht mit einem Korb umgehen?»

Link zum Artikel

Grün wie die Hoffnung – hier kommt das erste Quizz den Huber im 2020!

Link zum Artikel

Déjà-vu für die Queen: Als eine geschiedene Amerikanerin den Briten ihren König stahl

Link zum Artikel

So viele Ordnungsbussen werden in Basel verteilt – und das sind die häufigsten Vergehen

Link zum Artikel

Parmelin eröffnet Untersuchung zu Hochseeschiffen

Link zum Artikel

«Habe versucht, so cool wie möglich zu tun» – die Stimmen zu Rinnes rarem Goalie-Goal

Link zum Artikel

Sie war Junkie, Kult und Bitch – jetzt ist Elizabeth Wurtzel gestorben

Link zum Artikel

Ulrich Tilgner: «Die Amerikaner schiessen im Nahen Osten gerade Eigentor um Eigentor»

Link zum Artikel

Ein Shitstorm entlädt sich über Roger Federer – und Greta Thunberg ist mitschuldig

Link zum Artikel

Besser extra zu spät als nie: PICDUMP!

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Siehst du öfters diesen Vogel? Das hat einen bestimmten Grund

75
Link zum Artikel

Teenie-Idol Billie Eilish (18!) macht Bond-Song. And WHY NOT? Könnte geil werden

73
Link zum Artikel

Weshalb sich Experten nach dem Freispruch der Klimaaktivisten an den Kopf fassen

470
Link zum Artikel

Der lange Weg des Daniele Sette zu seinen ersten Weltcup-Punkten – mit 27 Jahren

3
Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Kreditkarten – so schützen uns die Karten-Detektive

30
Link zum Artikel

5 idiotische Menschentypen, die es im Leben einfacher haben als du

60
Link zum Artikel

Das Wahljahr hat begonnen und Donald Trump steht ziemlich gut da

91
Link zum Artikel

«Warum können viele Männer nicht mit einem Korb umgehen?»

326
Link zum Artikel

Grün wie die Hoffnung – hier kommt das erste Quizz den Huber im 2020!

71
Link zum Artikel

Déjà-vu für die Queen: Als eine geschiedene Amerikanerin den Briten ihren König stahl

28
Link zum Artikel

So viele Ordnungsbussen werden in Basel verteilt – und das sind die häufigsten Vergehen

171
Link zum Artikel

Parmelin eröffnet Untersuchung zu Hochseeschiffen

20
Link zum Artikel

«Habe versucht, so cool wie möglich zu tun» – die Stimmen zu Rinnes rarem Goalie-Goal

7
Link zum Artikel

Sie war Junkie, Kult und Bitch – jetzt ist Elizabeth Wurtzel gestorben

9
Link zum Artikel

Ulrich Tilgner: «Die Amerikaner schiessen im Nahen Osten gerade Eigentor um Eigentor»

102
Link zum Artikel

Ein Shitstorm entlädt sich über Roger Federer – und Greta Thunberg ist mitschuldig

363
Link zum Artikel

Besser extra zu spät als nie: PICDUMP!

131
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Siehst du öfters diesen Vogel? Das hat einen bestimmten Grund

75
Link zum Artikel

Teenie-Idol Billie Eilish (18!) macht Bond-Song. And WHY NOT? Könnte geil werden

73
Link zum Artikel

Weshalb sich Experten nach dem Freispruch der Klimaaktivisten an den Kopf fassen

470
Link zum Artikel

Der lange Weg des Daniele Sette zu seinen ersten Weltcup-Punkten – mit 27 Jahren

3
Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Kreditkarten – so schützen uns die Karten-Detektive

30
Link zum Artikel

5 idiotische Menschentypen, die es im Leben einfacher haben als du

60
Link zum Artikel

Das Wahljahr hat begonnen und Donald Trump steht ziemlich gut da

91
Link zum Artikel

«Warum können viele Männer nicht mit einem Korb umgehen?»

326
Link zum Artikel

Grün wie die Hoffnung – hier kommt das erste Quizz den Huber im 2020!

71
Link zum Artikel

Déjà-vu für die Queen: Als eine geschiedene Amerikanerin den Briten ihren König stahl

28
Link zum Artikel

So viele Ordnungsbussen werden in Basel verteilt – und das sind die häufigsten Vergehen

171
Link zum Artikel

Parmelin eröffnet Untersuchung zu Hochseeschiffen

20
Link zum Artikel

«Habe versucht, so cool wie möglich zu tun» – die Stimmen zu Rinnes rarem Goalie-Goal

7
Link zum Artikel

Sie war Junkie, Kult und Bitch – jetzt ist Elizabeth Wurtzel gestorben

9
Link zum Artikel

Ulrich Tilgner: «Die Amerikaner schiessen im Nahen Osten gerade Eigentor um Eigentor»

102
Link zum Artikel

Ein Shitstorm entlädt sich über Roger Federer – und Greta Thunberg ist mitschuldig

363
Link zum Artikel

Besser extra zu spät als nie: PICDUMP!

131
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 11.03.2014 09:03
    Highlight Highlight Die Tatsachen und Fakten die V. Putin hier geschaffen hat, kann die Internationale Gemeinschaft nicht mehr ändern. Die Russen werden sich ein Teil der UA an ihren Staat angliedern. Priorität geniessen bei der EU wie auch RUS weiterhin nur die Wirtschaftsinteressen. Man dürfte daher bald wieder zur Tagesordnung übergehen und weiter machen wie bis anhin. Der wirtschaftliche und diplomatische Status zu den Russen wird nicht angefasst. Und darum hat V. Putin so ziemliche alle Freiheiten in und um die Krim.

Studie zeigt: So verbreitet ist Homophobie in der Schweiz wirklich

Eine neue Erhebung zeigt: Homophobie ist in der Schweiz bis heute verbreitet. Die Lesbenorganisation LOS fordert nun eine Veränderung in den Klassenzimmern – und dass Homosexualität dort nicht mehr als etwas Aussergewöhnliches präsentiert wird.

Schlechter als Montenegro, Albanien oder das erzkatholische Irland: Im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern haben Schwule und Lesben bei uns deutlich weniger Rechte. Bisher unveröffentlichte Erhebungen der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) zeigen nun, dass auch Homophobie in Teilen der Schweizer Bevölkerung noch immer tief verwurzelt ist: Jeder zehnte Schweizer hält gleichgeschlechtliche Liebe für unmoralisch. Weiter sind 22,7 Prozent der Befragten gegen …

Artikel lesen
Link zum Artikel