Eishockey
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Berns Simon Moser, Mitte, jubelt nach seinem Tor zum 1-0 mit Teamkollegen Jesper Olofsson, Postfinance Topscorer Ted Brithen, Mika Henauer und Dustin Jeffrey, von links, im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem SC Bern und dem HC Ambri-Piotta, am Dienstag, 5. Januar 2021 in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Der SC Bern hat seit dem 5. Januar kein Spiel mehr bestritten. Bild: keystone

Darum ist der SCB auch nach 17 Tagen in Quarantäne noch nicht spielbereit



Seit dem 8. Januar befindet sich die Mannschaft des SC Bern (bereits zum dritten Mal) in Quarantäne, weil es innerhalb der Mannschaft positive Covid-Testresultate gab. Nun ist auch das Spiel vom kommenden Sonntag gegen den EV Zug abgesagt, das 17 Tage nach der ersten Quarantänemeldung stattgefunden hätte.

Wie kommt es, dass der SCB nach so langer Zeit immer noch nicht einsatzfähig ist? In der Medienmitteilung von «Swiss Ice Hockey» heisst es: «Aufgrund von teilweise unterschiedlich langer Quarantänedauer und den Return-to-play-Empfehlungen der medizinischen Kommission von Swiss Ice Hockey sind nach wie vor nicht genügend Spieler des SC Bern einsatzbereit.»

Um zu wissen, was dahintersteckt, muss man sich den folgenden Fakten bewusst sein:

  1. Es gibt keine Mauschelei von der Liga, um irgendeinen Klub zu bevorzugen, dass alle wichtigen Spieler beim ersten Spiel nach der Quarantäne wieder zurück sind. Die Grundsätze, wann ein Spieler wieder einsatzbereit ist, basieren auf den Empfehlungen von Swiss Olympic, der sportmedizinischen Fachgesellschaft (SEMS), des Universitätsspitals Zürich sowie der medizinischen Kommission der IIHF und des amerikanischen Centers for Disease Control (CDC).
  2. Damit eine Mannschaft wieder einsatzfähig ist, muss sie über mindestens zwölf Feldspieler und einen Torhüter mit A-Lizenz verfügen.
  3. Positiv getestete Spieler (egal ob sie Symptome zeigen oder nicht) erhalten grundsätzlich ein zehntägiges Leistungssportverbot. Bei Spielern, die Symptome zeigen, dauert dieses Sportverbot bis zwei Tage nach dem Abklingen der Symptome.
  4. Nach diesen mindestens zehn Tagen erfolgt eine medizinische Untersuchung (unter anderem von Herz und Lunge). Gibt es dort keine Auffälligkeiten, darf der Spieler mit einer graduellen Steigerung das Training wieder aufnehmen. Er darf nach frühestens fünf Tagen wieder auf höchstem Leistungsniveau (Spielbereitschaft) trainieren. Positiv getestete Spieler stehen einem Klub also frühestens 15 Tage nach dem Resultat wieder zur Verfügung.
  5. Spieler, die sich nur in Quarantäne befanden, nicht in Isolation (also Spieler, bei denen kein positives Testergebnis vorliegt), dürfen nach Ablauf der Quarantäne direkt wieder am Trainings- und Meisterschaftsbetrieb teilnehmen.
  6. Die definitive Entscheidung, ob ein Spieler einsatzfähig ist oder nicht, treffen die verantwortlichen Teamärzte.

Was sagt uns das im Fall des SC Bern? Da der Teamarzt des SCB auch 17 Tage nach den ersten positiven Tests noch nicht zwölf Feldspieler und einen Goalie als spielbereit absegnen kann, darf man davon ausgehen, dass es bei den Bernern einige positive Tests gegeben hat. Die Spieler befanden sich also nicht nur in Quarantäne, sondern eben in Isolation.

Die Tests beim SCB wurden nach mehreren Corona-Fällen beim Lausanne HC angeordnet, gegen den Bern als letztes noch gespielt hat. Sowohl in Lausanne als auch später in Bern wurde die hochansteckende, in Grossbritannien zuerst aufgetretene Virusvariante B117 nachgewiesen. Auch das deutet daraufhin, dass sich das Virus wohl rasch und stark in der Mannschaft ausgebreitet hat.

Mittlerweile dürfte ein grosser Teil der positiv getesteten Spieler wieder im Aufbautraining sein. Doch diese Phase dauert – wie bereits erklärt – mindestens fünf Tage, es kann aber je nach Befund der Ärzte auch länger sein. In Lausanne haben die betroffenen Spieler am vergangenen Dienstag erstmals wieder an einem Mannschaftstraining teilgenommen – allerdings in reduziertem Umfang. Und Bern hat gegenüber den Waadtländern eher noch etwas Verspätung. Man kann also nicht restlos ausschliessen, dass das Spiel vom kommenden Dienstag gegen Lugano nicht auch noch verschoben wird. (abu)

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