NSA
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Snowden

Snowden in Genf: : «Ich würde liebend gerne in die Schweiz zurückkehren.» Es dürfte ein Wunsch bleiben. Bild: watson

So sehr er es sich auch wünscht: Asyl für Edward Snowden in der Schweiz bleibt unwahrscheinlich

Edward Snowden hat auch in der Schweiz Asyl beantragt. Obwohl er gemäss seinem Anwalt ein «interessanter» Fall für die Schweiz wäre, sind die Chancen, dass der Whistleblower hier Asyl erhält, gering.



Edward Snowden selber hat es am Donnerstag deutlich ausgedrückt: «Ich würde liebend gerne in die Schweiz zurückkehren», sagte er anlässlich eines Skype-Interviews beim Genfer Menschenrechts-Forum und Filmfestival. «Die Schweiz wäre eine grossartige politische Option. Dank ihrer Neutralität könnte ihr die USA keinen Antiamerikanismus vorwerfen», fügte er an. 

Der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter, der 2013 den grössten Abhör-Skandal in der Geschichte der USA aufgedeckt hatte, hat vorübergehend in Russland Schutz vor den amerikanischen Strafverfolgungsbehörden gefunden. In 21 Ländern soll er bisher Asyl beantragt haben, unter anderem in der Schweiz. Sich in diesem Fall mit den USA anzulegen und einen der Spionage Angeklagten aufzunehmen, hat sich aber bisher kein Land getraut.

Eine Bestätigung dieses Antrags kann das Bundesamt für Migration nicht geben. Nicht nur werden über laufende Verfahren keine Auskünfte erteilt. Auch könnten seit der Asylgesetzrevision 2013 Asylanträge nicht mehr auf Botschaften im Ausland beantragt werden, sagt Léa Wertheimer, Sprecherin des Bundesamtes für Migration. Snowden müsste also zur Zeit des Antrags in der Schweiz gewesen sein.

«Die Schweiz zieht den Kopf ein vor den USA und der NSA.» 

Asylfall oder nicht?

Dennoch ist die Frage interessant, ob Snowden überhaupt in die Schweiz aufgenommen werden könnte. Der Grüne Nationalrat Balthasar Glättli würde es sich wünschen. Doch für ihn ist klar: «Die Schweiz zieht den Kopf ein vor den USA und der NSA.» Die Hoffnung, dass Snowden hier Asyl erhalten werde, sei sehr klein, sagt der Grüne Nationalrat. 

Dies glaubt auch Anwalt Marcel Bosonnet, der die Interessen Snowdens in der Schweiz vertritt: «Obwohl Russland Snowden die Papiere für die Ein- und Ausreise zur Verfügung stellen will, kommt keine Bewegung in die Sache», sagt er. Dies, obschon sogar ein Gutachten der Freiburger Rechtsprofessorin Sarah Progin-Theuerkauf zum Schluss kommt, dass Edward Snowden die Flüchtlingskriterien der Genfer Konvention erfüllt und die Schweiz ihm Schutz gewähren und ihn vorläufig aufnehmen sollte.

«Herr Snowden ist kein Asylfall. Er ist nicht an Leib und Leben bedroht.»

Das sehen allerdings nicht alle so. «Edward Snowden hat mithilfe illegaler Mittel geheime Staatsdokumente veröffentlicht und wird deshalb rechtlich belangt», sagt SVP-Nationalrat Hans Fehr. «Herr Snowden ist kein Asylfall. Er ist nicht an Leib und Leben bedroht.»

«Offenbar ist die Schweiz bereit (...) Menschenrechtsverletzungen hinzunehmen»

Nichtsdestotrotz wäre Snowden ein interessanter Asylant für die Schweiz, wie sein Anwalt Besonnet ausführt: «Snowden sollte in die Schweiz eingeladen werden, um Aufklärung darüber zu schaffen, wie die konkreten Aktivitäten der NSA in der Schweiz aussehen», sagt Snowden-Anwalt Bosonnet. Ohne die Angaben von Snowden könnten die Aktivitäten der NSA in der Schweiz nicht abgeklärt werden. 

Doch Bosonnet glaubt, dass seitens des Bundesrats wenig Interesse an der Aufklärung des Sachverhaltes besteht: «Aufgrund der vorliegenden Unterlagen liegt ein hinreichender Tatverdacht vor, dass die NSA UN-Organisation am Sitz der UNO in Genf überwacht, Abhörmassnahmen im Umfeld der amerikanischer Botschaften und Konsulate in der Schweiz tätigt und mit dem englischen Geheimdienst im grossen Umfange Schweizer Telefongespräche und Mails kontrolliert», sagt er. «Die Schweiz ist aufgrund dieser konkreten Informationen gezwungen gegen den NSA und allenfalls Dritte Ermittlungen einzuleiten.» 

Hinzu komme, dass das Parlament den Bundesrat schon letzten Sommer mit dem Aufbau einer Expertenkommission beauftragt hat, die sich mit dem Fall Snowden einhergehenden Konsequenzen für den Datenschutz beschäftigen sollte. Bis heute sind nicht einmal die Mitglieder dieser Kommission bestimmt. «Offenbar ist die Schweiz bereit, um der guten Beziehung zu den USA und dem NSA Willen, schwerste Menschenrechtsverletzungen in der Schweiz kommentarlos hin zu nehmen», sagt Bosonnet. 

Whistleblower

Das könnte dich auch interessieren:

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

84
Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

98
Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

139
Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

31
Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

107
Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

48
Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

167
Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

35
Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

48
Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

220
Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

72
Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

341
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

84
Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

98
Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

139
Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

31
Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

107
Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

48
Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

167
Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

35
Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

48
Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

220
Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

72
Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

341
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

4
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Alnothur 07.03.2015 14:17
    Highlight Highlight Was diesbezüglich in Bern abgeht, ist eine elende Schande...
  • _mc 07.03.2015 08:54
    Highlight Highlight chodorkowski ist ja so unglaublich viel mehr an leib und leben bedroht. deshalb haben wir den ja auch aufgenommen inkl. mitgift...
    • Zeit_Genosse 07.03.2015 11:59
      Highlight Highlight Chodorkowski wurde von Russland begnadigt und freigelassen. er ist mit einem bewilligten Schengen-Visum in die Schweiz eingereist und hat eine Aufenthaltsbewilligung für 1 Jahr erhalten. Er hat ein Gesuch um Niederlassung eingereicht. Das ist etwas ganz anderes als Asyl zu beantragen um einer Strafverfolgung zu entgehen. Wenn Snowden in den USA sich den Behörden stellen würde und man ihn auch begnadigen würde (ist möglicherweise verhandelbar), er dann in die Schweiz normal einreisen würde um sich da niederzulassen, dann ist das eher vergleichbar. Wurde er dann in die CH kommen oder in den USA bleiben wollen? Eigentlich will er ja in seine Heimat zurück, so wie er das sagt.
  • Sigmund Freud 07.03.2015 08:20
    Highlight Highlight Wahrscheinlich hat Hans Fehr Angst vor der Versuchung Snowden als Putzfrau anzustellen ...
    Nein wirklich, gewährt Herrn Snowden Asyl bei uns. Er müsste den Rest seines Lebens nicht bei Putin verbringen, es wäre eine tolle "Werbeaktion" für die Schweiz und es könnte ein Zeichen gegen die kommende Massenüberwachung auch hier zu Lande gesetzt werden(siehe Büpf, etc.)

Carola Rackete im SRF «Club» – die 3 wichtigsten Aussagen

Carola Rackete erlangte über Nacht Bekanntheit, weil sie das Rettungsschiff «Sea-Watch 3» mit 53 Flüchtlingen an Bord trotz Verbot in den Hafen von Lampedusa steuerte. Jetzt äusserte sie sich im SRF-«Club» zum Thema soziale Gerechtigkeit.

Im Juni 2019 irrte das Flüchtlingsschiff «Sea-Watch 3» im Mittelmeer umher. An Board befanden sich 53 Flüchtlinge, die von der Besatzung aus dem Mittelmeer gerettet wurden. Darunter befanden sich auch Kinder. Das Problem: Kein Land wollte das Schiff in einen Hafen einlaufen lassen – und das Ärzteteam an Board war über den Gesundheitszustand der Flüchtlinge besorgt. Die Kapitänin – die deutsche Carola Rackete – entschied sich dafür, im Hafen von Lampedusa anzulegen.

Die italienische Regierung …

Artikel lesen
Link zum Artikel