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So gross wie der Kanton Zug: Riesiger Eisberg abgebrochen



An einem Gletscher in der Westantarktis ist einem Forscher zufolge ein über 200 Quadratkilometer grosser Eisberg abgebrochen. Das entspricht beinahe der Fläche des Kantons Zug. Im vergangenen Jahr gab es schon einmal einen Bruch an nahezu gleicher Stelle.

The newest iceberg to break off of Pine Island Glacier is large enough to cover Manhattan with ice five times over.
Credit:

Bild: Landsat OLI imagery processed by Stef Lhermitte, Delft University of Technology

Das damalige Bruchstück B-44 und das nun entstandene Stück B-46 sehen sich verblüffend ähnlich. «Da die Formen der Eisberge sehr von den lokalen Bedingungen abhängen, ist es nicht so ungewöhnlich, ähnliche aussehende Eisberge im Jahr 2017 und 2018 zu haben», sagte Geowissenschaftler Stef Lhermitte von der Technischen Universität im niederländischen Delft.

Pläne für weltgrösstes Meeresschutzgebiet am Südpol gescheitert

Die internationalen Bemühungen zum Schutz des Südpolarmeers nördlich der Antarktis haben einen Rückschlag erlitten. Bei einer Konferenz auf der australischen Insel Tasmanien scheiterte am Freitag das Vorhaben, im dortigen Weddell-Meer ein mehr als 1,8 Millionen Quadratkilometer grosses Schutzgebiet einzurichten. Nach Angaben von Teilnehmern wurden die Pläne von Russland und China blockiert. Auch von Norwegen kam Widerstand.
In dem Gebiet leben mehr als 300'000 Kaiserpinguine. Dort sind auch Blauwale, Seeelefanten, Antarktische Seebären sowie seltene Seevögel zuhause.

Beide Brüche entstanden demnach in derselben Region des Pine-Island-Gletschers, der letzte nur etwa fünf Kilometer weiter land- beziehungsweise eiseinwärts. Die Europäische Weltraumagentur Esa und ihr US-Pendant Nasa bestätigten den Abbruch des Eisbergs. Das von Lhermitte präsentierte Bild vom Eisberg sei das beste bislang vorhandene.

Experten gehen davon aus, dass warmes Ozeanwasser den Gletscher von unten abträgt, bis es zum Bruch kommt. Lhermitte sagte, dass die Gletscherkante, verglichen mit Aufzeichnungen vergangener Jahrzehnte, seit 2015 besonders stark zurückgehe. Der Forscher macht in einem Tweet schon die nächste mögliche Bruchstelle aus, wieder ein paar Kilometer weiter im Gletscherinneren. Die zukünftige Entwicklung hänge davon ab, ob sich das Pine-Island-Gletschersystem erholen könne.

Das von Lhermitte präsentierte Bild des Bruchstücks B-46 entstand mit Hilfe des Esa-Satelliten Sentinel-1. Der Satellit hatte auch schon Daten zum Bruchstück B-44 aufgenommen. (sda/dpa)

Zwei Millionen Kubikmeter Wasser auf einen Schlag

Video: srf/SDA SRF

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