DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa09383712 Nikita Ducarroz of Switzerland competes in the women's BMX Freestyle finals at the 2020 Tokyo Summer Olympics in Tokyo, Japan, 01 August 2021.  EPA/LAURENT GILLIERON EDITORIAL USE ONLY

Kopfüber zur Medaille: Nikita Ducarroz. Bild: keystone

In Symbiose zu Bronze – «Heute war mein Tag», sagt Ducarroz über ihre BMX-Medaille

Nikita Ducarroz fand dank BMX Freestyle in ihrem Leben zum Flow zurück. An den Olympischen Spielen in Tokio führte ihre Reise aus der Depression zu Olympia-Bronze.



Nikita Ducarroz spricht gerne vom «Flow». Diesem im Leben der BMX-Freestyler so wichtigen Faktor, der darüber entscheidet, wie flüssig und leicht eine Athletin ihre Tricks in den Park legt und sie miteinander verknüpft.

Die einzelnen Trick-Elemente der BMX-Cracks sollen nach Ansicht der Punktrichter möglichst schwierig sein, Saltos und Drehungen beinhalten. Das komplette Programm muss derweil trotz aller Schwierigkeit flüssig bleiben, Trick und Fahrer im Einklang bleiben.

Die Kurzzusammenfassung. Video: SRF

Hauchdünne Entscheidung

Ducarroz ist eine Meisterin, wenn es darum geht, ihre Tricks spielend miteinander zu verbinden, zuweilen wirkt es, als lebe sie in Symbiose mit ihrem BMX-Rad. In Tokio reichte ihr diese Verbindung bei der olympischen Premiere ihrer Sportart zu Bronze, allerdings nur ganz knapp.

0,70 Punkte trennten die 24-jährige Genferin letztlich vom 4. Platz der Amerikanerin Perris Benegas, erst nach langer Konsultation rangen sich die Punktrichter zum Entscheid zugunsten der in den USA lebenden Schweizerin durch. «Sie haben sich etwas länger Zeit genommen als üblich. Ich hatte richtig Angst», gab Ducarroz zu.

epa09384037 Nikita Ducarroz of Switzerland compete during the Cycling BMX Freestyle Women's Park Final events of the Tokyo 2020 Olympic Games at the Ariake Urban Sports Park in Tokyo, Japan, 01 August 2021.  EPA/FAZRY ISMAIL

Freihändig? Für sie ein Kinderspiel. bild: keystone

«Ich kämpfe täglich mit Panikattacken»

Angst und Panik begleiten Ducarroz seit vielen Jahren. Nur dank dem BMX-Sport fand sie einen Ausweg aus den Depressionen, traute sich überhaupt wieder aus dem Haus. Über ihre mentalen Probleme spricht sie offen wie es wenige Sportlerinnen tun, auch wenn das Thema durch Simone Biles in Tokio gerade Hochkonjunktur erlebt. Die beste Kunstturnerin aller Zeiten verzichtete wegen mentaler Probleme in Tokio bislang auf die Mehrzahl ihrer Wettkämpfe.

Ducarroz betreibt einen Instagram-Kanal, um die Menschen zu ermutigen, über mentale Probleme zu sprechen. Sie sagt: «Ich kämpfe täglich mit Panikattacken.»

Alle Schweizer Medaillen-Gewinner bei Olympia 2020 in Tokio

1 / 14
Alle Schweizer Medaillen-Gewinner bei Olympia 2020 in Tokio
quelle: keystone / laurent gillieron
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Die dunklen Gedanken verschwinden, sobald Ducarroz mit ihrem BMX-Bike in den Park fährt. Auch darum will sie dem Sport noch möglichst lang die Treue halten. «Aber er entwickelt sich gerade so schnell. Ich muss extrem viel investieren, wenn ich oben bleiben will», sagt sie.

Hoffnung auf BMX-Boom in der Schweiz

Noch wichtiger ist der WM-Zweiten von Montpellier allerdings, dass sie dem Sport etwas zurückgeben kann, der den Flow zurück in ihr Leben gebracht hat. «Ich hoffe, dass jetzt alle gesehen haben, dass wir echten Sport betreiben», so Ducarroz. Freuen würde es sie, wenn die BMX-Freestyle-Szene in der Schweiz nach ihrem Erfolg neben Zuspruch auch Zuwachs erhalten würde.

Ducarroz im Interview. Video: SRF

In den Kampf um Olympia-Gold zwischen der überraschenden Britin Charlotte Worthington, der ein Zauberlauf glückte, und der geschlagenen Topfavoritin aus den USA, Hannah Roberts, vermochte Ducarroz am Sonntag nicht einzugreifen.

Über acht Punkte fehlten der Schweizerin im Vergleich zu Olympiasiegerin Worthington. Dennoch sagt sie: «Heute war mein Tag!» Dank ihrem BMX-Rad begann er fast so, wie er endete: mit einem Lächeln im Gesicht. (ram/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die besten Bilder der Olympischen Spiele 2020 in Tokio

1 / 96
Die besten Bilder der Olympischen Spiele 2020 in Tokio
quelle: keystone / martin meissner
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Absurde Visual Effects – Wenn die Velos einfach verschwinden würden

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Bin wirklich mega enttäuscht» – Teenie-Sensation Raducanu ist zu stark für Bencic

Belinda Bencic verpasst am US Open in New York den Einzug in die Halbfinals. Die 24-jährige Ostschweizerin verliert gegen die britische Qualifikantin Emma Raducanu (WTA 150) 3:6, 4:6.

Der Frust war Belinda Bencic ins Gesicht geschrieben, als sie zwei Stunden nach ihrer Niederlage sich gegenüber den Medien erklärte. «Am meisten enttäuscht bin ich darüber, dass ich nicht das gezeigt habe, was ich eigentlich kann», sagte die 24-jährige Ostschweizerin über die 3:6, 4:6-Niederlage in nur 82 Minuten gegen die Nummer 150 der Welt. «Es ging praktisch nichts, deswegen bin ich wirklich mega enttäuscht.»

Bencic zog bei ihrem ersten Auftritt in diesem Jahr im Arthur Ashe Stadion einen …

Artikel lesen
Link zum Artikel