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Wanderfalken erreichen bis zu 360 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit eines ICE 3 beträgt nur 330 km/h. Bild: Shutterstock

Falken sind im Sturzflug schneller als ein ICE

Das Neueste aus der Welt der Wissenschaft und Technik in Kurzform. Damit du weisst, wie der Roboter-Hase läuft.

13.04.18, 09:14

Einige Vogelarten stürzen sich mit hoher Geschwindigkeit in die Tiefe – die Ziele solch rasanter Flugmanöver können gänzlich unterschiedlich sein: Wanderfalken (Falco peregrinus) etwa erwischen dank ihrer extrem schnellen Sturzflüge auch Beutevögel, deren Flugmanöver eigentlich unberechenbar sind. 

Costakolibris (Calypte costae) hingegen werben im Flug um Weibchen. Sie erzeugen dazu beim Herabstossen mit ihren Schwanzfedern einen hohen Ton und spreizen ihre Federn gezielt so, dass der Flugsound optimal beim Weibchen ankommt. 

Die Gruppe um Robin Mills von der Universität Groningen (Niederlande) berichtet im Fachjournal «Plos Computational Biology», was sie über den Sturzflug des Wanderfalken bei der Jagd auf Stare (Sturnus vulgaris) herausgefunden hat. Frühere Untersuchen hatten bereits gezeigt, dass die pfeilschnellen Vögel ähnliche Manöver ausführen, wie menschengemachte Lenkflugkörper. 

Wanderfalke im Sturzflug. Bild: Shutterstock

Die Forscher nutzten in ihrer jetzt vorgestellten Untersuchung Computermodelle, in denen sie zum einen die Flugbahnen des Falken variierten, zum anderen das Flugverhalten der Stare. Sie konnten im Geradeausflug, mit sanften oder unberechenbaren Manövern, wie häufigen und schnellen Richtungswechseln, fliegen. 

Der Auswertung zufolge zahlen sich die riskanten Sturzflüge, bei denen die Vögel nach Angaben der Forscher eine Geschwindigkeit von mehr als 360 Kilometern pro Stunde erreichen können, besonders dann aus, wenn die Stare die Falken bereits bemerkt haben und eigentlich unberechenbare Ausweichmanöver ausführen. Die Falken selbst können dank des Sturzflugs aerodynamische Manöver fliegen, die die Chancen erhöhen, einen Star auch dann noch zu erbeuten. 

Tierische Rekorde

Allerdings bringe der Sturzflug hohe Anforderungen an das Sehen und die Flugkontrolle mit sich, schreiben die Biologen: Nur wenn beides weitgehend fehlerfrei funktioniere, sei der Sturzflug die optimale Jagdstrategie. 

Männlicher Costakolibri.  Bild: Shutterstock

Auch viele Kolibris rasen teils mit hoher Geschwindigkeit durch die Luft, allerdings eher um anzugeben: Die Männchen versuchen damit in der Paarungszeit, die Weibchen zu beeindrucken. Costakolibris, auch Veilchenkopfelfen genannt, erzeugen dabei Töne mit einer Frequenz von mehreren 1000 Hertz, und zwar hauptsächlich mit Hilfe ihrer Schwanzfedern. 

Aufnahme des Tons, den ein männlicher Costacolibri beim Sturzflug mit seinen Schwanzfedern produziert.  Quelle: Current Biology

Christopher Clark und Emily Mistick von der University of California in Riverside hatten bei der Beobachtung der waghalsigen Manöver festgestellt, dass die Kolibrimännchen dem Weibchen dabei weit weniger nahekommen als das bei verwandten Arten der Fall ist: nämlich nur auf fünf Meter statt auf einen halben oder einen Meter. 

Bei Versuchen im Windkanal und mit der Hilfe «akustischer Kameras» entdeckten die Forscher, dass die Veilchenkopfelfen anders als andere Arten einige Schwanzfedern fast senkrecht zur Flugrichtung stellen. Dadurch erreiche das Fluggeräusch zu den Seiten hin den grössten Schalldruckpegel und die höchste Frequenz, berichten Clark und Mistick im Fachblatt «Current Biology»

Das Manöver ist also am besten einige Meter seitlich von der Flugbahn zu hören. Höhere Töne signalisierten höhere Geschwindigkeiten, die die Weibchen bevorzugen.

(sda/dpa)

Und nun zu etwas ganz anderem:

>> Welche Tierfürze sind die schlimmsten? Ein neues Buch gibt Auskunft

Zuerst war da eine Anfrage per Twitter. Dann ein Google-Dokument. Und jetzt ist ein Buch daraus geworden: «Furzt es?», so lautet der vielversprechende Titel auf Deutsch. Das «definitive Handbuch der animalischen Flatulenz», wie sich das Werk im Untertitel anpreist, verschafft uns lang ersehnte Antworten auf die Frage, welche Tiere furzen – und welche nicht. 

Giraffenwinde sollen besonders schlimm riechen. Wohl auch deshalb, weil der Ausstoss just auf «Gesichtshöhe eines durchschnittlichen Menschen» erfolgt.  Bild: Shutterstock

Die Autoren Daniella Rabaiotti und Nick Caruso beantworten nicht nur diese drängende Frage bei rund 80 Tierarten, sie vermitteln auch sonst Wissenswertes über die tierische Verdauung. So erfahren wir, dass Blauwale – wer hätte das gedacht? – auch in dieser Hinsicht die Rangliste anführen. Ihre Winde sind die voluminösesten im Tierreich.

Hunde lassen ebenfalls Winde, wie jeder Hundebesitzer weiss, Kraken dagegen nicht. Vögel könnten furzen, tun es aber nicht. Ob Spinnen es tun, weiss noch niemand – hier braucht es mehr Forschung zum Thema. Heringe wiederum furzen über drei Oktaven hinweg, um miteinander zu kommunizieren. 

Von Buchautorin Rabaiotti stammt übrigens die Twitter-Anfrage vor gut einem Jahr, die das Ganze ins Rollen brachte. Die Zoologin hatte unter dem Hashtag #Doesitfart einen US-Ökologen gefragt, ob Schlangen furzen können: 

«‹Seufz›. Ja», lautete die kurze Antwort:

Damit war die Sache indes nicht gegessen. Unter dem erwähnten Hashtag sammelten sich alsbald eine Menge Anfragen zum Thema, so dass Wissenschaftler ein öffentlich zugängliches Google-Doc einrichteten, in dem die Flatulenzfähigkeit für eine ganze Reihe von Tierarten diskutiert und beantwortet wird.

Luchsfürze sollen besonders schlimm sein, nachdem die Raubkatze Eichhörnchen gefressen hat.  Bild: Shutterstock

Die Winde von Hauskatzen zum Beispiel werden dort als «still, aber tödlich» bezeichnet. Am schlimmsten aber sind dieser Liste zufolge die Fürze von Rotluchsen (nach dem Verzehr von  Eichhörnchen) und Giraffen (auf «Gesichtshöhe» des durchschnittlichen Menschen). Inzwischen ist das Dokument um die Kategorien «Does it puke?» («kotzt es?») und «Does it sneeze?» («niest es?») erweitert worden. 

(dhr)

Und nun zu etwas ganz anderem:

>> Männer, bleibt schlank! Dicke haben schlechtere Spermien

Übergewicht hat keinen guten Ruf. Tatsächlich stellt es in mehreren Bereichen ein gesundheitliches Risiko dar. Und es beeinträchtigt, wie jetzt eine neue Studie zeigt, auch die Qualität der Spermien. 

Fettleibige Männer haben mehr Spermien mit fehlgeformten Köpfen.  Bild: Shutterstock

Die Spermienqualität wird durch ein sogenanntes Spermiogramm untersucht. Diese Analyse des Ejakulats ist das wichtigste Instrument, um die Zeugungsfähigkeit eines Mannes zu beurteilen. Spermiogramme werden bei Kinderwunsch und Verdacht auf Unfruchtbarkeit angewandt.

Männer mit einem BMI über 30 hatten ein geringeres Ejakulatsvolumen, weniger Spermien und eine geringere Spermienkonzentration.

Das übliche Verfahren besteht darin, dass ein Techniker das Ejakulat unter dem Mikroskop analysiert – bestimmt werden dabei das Volumen des Ejakulats, die Spermienkonzentration, die Beweglichkeit, der PH-Wert und die Morphologie der Spermien. Die Auswertung durch den Menschen ist allerdings fehleranfällig und subjektiv. Objektiver, genauer und reproduzierbar ist dagegen die Auswertung der Parameter durch ein computerisiertes Videosystem. 

Eine solche Computer-gestützte Samenanalytik (CASA) hat auch die erwähnte indische Studie angewandt und damit erstmals die Spermiogramme von übergewichtigen Männern untersucht. 1285 Männer nahmen an der Untersuchung teil. 

Das Ergebnis: Männer mit einem BMI (Body Mass Index) über 30 kg/m2 – ab diesem Wert spricht man von Fettleibigkeit – hatten ein geringeres Ejakulatsvolumen, weniger Spermien und eine geringere Spermienkonzentration. Ihre Spermien waren zudem weniger beweglich, und die Männer hatten auch weniger progressiv bewegliche Spermien (die sich vorwärts bewegen). 

Nicht genug damit: Die Spermien der fettleibigen Männer hatten dünnere und fehlgeformte Köpfe. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei diesen Testpersonen eine Oligozoospermie (zu wenige Spermien) oder eine Asthenozoospermie (zu langsame Spermien) vorlag, war erhöht. 

Übergewicht scheint mithin die Spermienqualität gleich in mehrfacher Hinsicht negativ zu beeinflussen. Eine Gewichtsreduktion könnte daher die Fruchtbarkeit verbessern. 

(beilit)

Und nun zu etwas ganz anderem:

>> Darum sind Wale so gross – und Otten so klein

Der grösste aller Giganten der Meere: Der Blauwal. Bild: PHOTOPRESS/WWF

Blauwale sind die grössten Tiere der Welt – die riesigen Meeressäuger, die bis zu 33 Meter lang und 200 Tonnen schwer werden können, sind sogar grösser als alle bekannten Tiere, die jemals auf diesem Planeten gelebt haben. Ein Koloss von diesem Ausmass kann allerdings nur im Wasser leben, denn dieses Medium verleiht viel mehr Auftrieb als Luft. An Land würde ein Blauwal unter seinem eigenen Gewicht ersticken. 

Interessant ist dabei, dass der Meeresgigant ursprünglich von einer landbewohnenden Art abstammt. Warum wurde er im Meer denn so gross? Forscher der Universität Stanford um den Geowissenschaftler Jonathan Payne haben untersucht, von welchen Variablen die Körpergrösse abhängt. Dazu sammelten sie Daten über die Körpermasse von fast 4000 lebenden und 3000 ausgestorbenen Säugetierarten und analysierten sie. 

Ihre im Fachblatt «Proceedings of the National Academy of Sciences» erschienene Studie zeigt, dass Meeresbewohner in aller Regel grösser werden als verwandte Landtiere. Seekühe, deren Vorfahren vom Land ins Wasser gingen, sind bedeutend grösser als die mit ihnen verwandten Schliefer, die nur so gross wie eine Katze sind. Im Vergleich mit Seeelefanten, den grössten hundeartigen Raubtieren, sind sogar Grizzlybären eher klein.  

Seekuh und ... Bild: Shutterstock

... Schliefer sind eng verwandt. Bild: Shutterstock

Der Grund für das Wachstum von Säugetierlinien, die zurück ins Meer gewandert sind, liegt nach Erkenntnis der Wissenschaftler darin, dass Masse vor Auskühlung schützt. Je grösser ein gleichwarmes Tier wird, desto günstiger ist das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen – kleine Lebewesen verlieren zu schnell Energie, um sie ersetzen zu können. 

Umgekehrt setzt der Zwang, diese Masse mit Energie zu versorgen, dem Wachstum Grenzen. Das Nahrungsangebot limitiert damit die Grösse. «Im Grund sind diese Tiere wie Maschinen, die ohne Energie nicht laufen. Der hohe Energiebedarf setzt dem Wachstum irgendwann klare Grenzen», stellt der an der Studie beteiligte Marineforscher Craig McClain fest.

Die Bartenwale, zu denen der Blauwal gehört, konnten daher nur deshalb so riesig werden, weil sie ein besonders effizientes Fressverhalten entwickelten. Sie können bis zu dreieinhalb Tonnen energiereichen Krill pro Tag aus dem Wasser filtern.

Noch nicht so lange ans Leben im Wasser angepasst: Otten. Bild: AP/AP

Auf schwerer zu erreichende Nahrung spezialisierte Raubtiere – beispielsweise die Otten, die Muscheln knacken – können damit nicht mithalten und zählen daher zu den eher kleinen wasserlebenden Säugern. Zudem sind Otten auch deshalb relativ klein, weil sie erst vergleichsweise spät zu ihrer semi-aquatischen Lebensweise wechselten und nach wie vor viel Zeit an Land verbringen. 

(dhr)

Und nun zu etwas ganz anderem:

>> Zecken stechen Kinder meistens nicht am gleichen Ort wie Erwachsene

Kinder sollten vor allem am Haaransatz, hinter den Ohren, am Kopfhaar und danach am ganzen Körper auf Zecken untersucht werden.   Bild: Shutterstock

Seit 2015 können Personen, die von einer Zecke gestochen wurden, über eine App der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) eine entsprechende Meldung erstatten. Über 10'000 Stichmeldungen sind mittlerweile zusammengekommen. Diese Daten hat das Departement Life Sciences und Facility Management der ZHAW in Wädenswil nun analysiert. 

Kostenlose ZHAW-App

Die interaktive App «Zecke» der ZHAW wurde zu einem umfangreichen Präventions- und Datentool entwickelt. Die User der kostenlosen App können freiwillig und anonym Angaben über die Aktivität beim Zeckenstich, die betroffene Körperstelle sowie Alter und Geschlecht übermitteln. Im Gegenzug erinnert die App nach 5, 10 und 28 Tagen an die Kontrolle des Zeckenstichs auf mögliche Krankheitssymptome.

Bei Kindern bis zwölf Jahren finden sich 40 Prozent aller per App gemeldeten Zeckenstiche an Kopf und Hals. Bei Erwachsenen zwischen 26 und 80 Jahren ist hingegen zu fast drei Vierteln der Unterkörper betroffen (72 Prozent). 

Kinder werden zehnmal häufiger an Kopf und Hals gebissen als Erwachsene.  Bild: ZHAW

Die Verteilung kommt nicht von ungefähr: Entgegen der landläufigen Meinung lassen sich die Zecken nicht von den Bäumen fallen, hält die ZHAW in ihrer Mitteilung fest. «Sie klettern bis maximal ein Meter über Boden und lassen sich dann abstreifen.» Und da Kinder beim Spielen gern Kopf voran durchs Gebüsch steigen oder durchs hohe Gras rennen, sind bei ihnen Zeckenstiche auch häufiger an Kopf und Hals zu finden. 

Wie die ZHAW-Daten weiter zeigen, werden am häufigsten Outdoor-Sportler und Spaziergänger von Zecken gestochen – rund die Hälfte der Stichmeldungen gehen auf sie zurück. Bei Gartenarbeiten (24 Prozent) sowie beim Barbecue, beim Picknick und bei der Pinkelpause unter freiem Himmel (je 6 Prozent) stechen Zecken ebenfalls gern zu. 

Die Daten bestätigen die geltenden Empfehlungen: Kinder sollten nach der Aktivität im Freien vor allem am Haaransatz, hinter den Ohren, am Kopfhaar und danach am ganzen Körper auf Zecken untersucht werden, schreibt die ZHAW. Bei den Erwachsenen liege der Fokus des Zecken-Checks auf Ober- und Unterschenkel, Kniekehle, Leiste, Achselhöhle und Genitalbereich.

(sda)

Und nun zu etwas ganz anderem:

>> Archäologen entdecken römische Totenstadt im Tessin

Auf einer Baustelle in Carasso TI ist eine römische Nekropolis zu Tage gekommen. Rund dreissig Gräber mit Grabbeigaben sind seit Januar entdeckt worden. 

Die römische Nekropolis wurde auf einer Baustelle entdeckt. Bild: Servizio archeologia Ubc

Die Gräber stammen aus dem vierten Jahrhundert nach Christus, wie der Kanton Tessin am Dienstag mitteilte. Sie wurden mit Trockenmauern hergestellt und mit grossen Steinplatten überdeckt. 

Die Forscher fanden Alltagsgegenstände der Verstorbenen.  Bild: Servizio archeologia Ubc

Die Gegenstände, die man in den Gräbern gefunden hat, waren Teil des Alltags der Verstorbenen: Eisenwerkzeuge wie Sicheln, Äxte, Messer und Dolche oder Handspindeln Steinscheiben mit einem Loch in der Mitte, die für das Spinnen genutzt wurden. 

Bauern und Schafzüchter

Die Gegenstände zeugen von einer Gesellschaft, die stark an ein bestimmtes Gebiet gebunden war und sich der Landwirtschaft und der Schafzucht verschrieben hat, wie der Kanton weiter schreibt. 

Die Ausgrabungen werden noch bis Ende April weitergeführt. Sie dürften weitere wichtige Zeugnisse antiker Völker auf Kantonsgebiet zum Vorschein bringen. Danach werden zwei Häuser und ein privates Schwimmbad auf dem Grundstück stehen, wie Rossana Cardani Vergani, Chefin des Tessiner Amts für Archäologie, sagte. 

Bereits 1969 wurden zwei römische Gräber in der Umgebung von Carasso gefunden. Eines erlangte Bekanntheit, da es ein Ring mit einem Christusmonogramm enthielt: eine Kombination aus Buchstaben, die für den Namen Jesus Christus stehen. Es ist ein Zeichen der Übergangszeit zwischen dem Heidentum und der christlichen Religion.

(sda)

Und nun zu etwas ganz anderem:

>> Ameisen merken nicht, wenn ihre Artgenossen Zombies werden

Er heisst Ophiocordyceps unilateralis und ist ein unangenehmer Geselle. Das gilt zumindest für Holzameisen (Camponotus castaneus), die seine Opfer sind: Der winzige Hefepilz befällt diese Insekten und verwandelt sie in «Zombie-Ameisen». 

Tote Zombie-Ameise: Aus dem Kopf des Insekts wächst ein Stiel des Pilzes.  Bild: Hughs Lab / Penn State

Dies tut der Parasit mittels Chemikalien, die er in den Wirts-Organismus absondert. Sobald Pilzsporen eine am Boden herumkrabbelnde Ameise befallen haben, knacken sie deren Chitin-Panzer mit Hilfe eines Enzyms und bilden Fäden aus, die in den Körper des Insekts hineinwachsen. Die infizierte Ameise verlässt einige Tage später ihre Kolonie oben im Baum und sucht ein Blatt in Bodennähe auf, wo Feuchtigkeit und Temperatur ideal für den Pilz sind.

Dort veranlasst der Parasit sein Opfer, sich an einer Ader an der Unterseite des Blattes festzubeissen, damit es nicht herunterfällt. Darauf bringt der Pilz seinen Wirt mit einem Cocktail an toxischen Chemikalien um und beginnt damit, dessen innere Organe zu verdauen. Schliesslich wächst aus dem Kopf der Ameise ein Stiel, an dem sich ein Fruchtkörper bildet – dieser schüttet dann neue Pilzsporen aus, die zu Boden fallen und dort wieder Ameisen befallen können.  

«Cordyceps: attack of the killer fungi.» Video: YouTube/BBC Studios

Entomologen von der der Pennsylvania State University haben nun untersucht, ob und wie sich Ameisenkolonien gegen den Pilz zur Wehr setzen. Normalerweise attackieren oder isolieren die Mitglieder einer Ameisenkolonie Tiere, die sie als krank wahrnehmen. Das Team um Emilia Solá Gracia und David Hughes beobachtete drei Kolonien im Labor, von denen eine mit dem Pilz infiziert war. Alle Ameisen wurden mit Punktemustern markiert. 

«Zombie Ant Society.» Video: YouTube/Penn State University

Das Ergebnis war eindeutig: Die vom Parasiten befallenen Ameisen wurden von ihren Artgenossen nicht erkannt. Sie wurden weder attackiert noch von der Weitergabe der Nahrung ausgeschlossen. Zwar verbrachten die Zombie-Ameisen in den 14 bis 21 Tagen nach der Infektion stets mehr Zeit in der Nähe der Ausgänge oder im Freien. Doch dies dürfte auf die Einwirkung des Pilzes zurückzuführen sein, die das Tier am Ende dazu bringt, seine Kolonie zu verlassen.

Ophiocordyceps unilateralis schaffe es sozusagen, unter dem Radar der Ameisen durchzufliegen, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin «Plos One»

(dhr)

Und nun zu etwas ganz anderem:

>> Handy, Kuss und Krach: Autofahrer sind oft abgelenkt – und das ist schlimmer als Alkohol

Viele Autolenker konzentrieren sich auf andere Dinge als den Verkehr, wie die repräsentative Untersuchung des Allianz Zentrums für Technik (AZT) unter 1600 Autofahrern in der Schweiz, Deutschland und Österreich ergab. Und das kann böse Folgen haben. 

Gefährliche Ablenkung: Handy am Steuer.  Bild: Shutterstock

Die Studie bestätigt vorangegangene Untersuchungen – Ablenkung am Steuer erhöht das Unfallrisiko. Das gilt vor allem für die Handynutzung am Steuer, aber auch für die Bedienung des Navis. Ebenso können die Mitfahrer ein erhöhtes Unfallrisiko bedeuten: Zu den Ablenkungsfaktoren zählen quengelnde Kinder ebenso wie Gespräche, Streit oder auch Küsse während des Fahrens. 

Laut Allianz spielt Ablenkung bei elf Prozent der Autounfälle mit hohem Sachschaden in Deutschland eine Rolle. Damit wäre Ablenkung für die Unfallstatistik sogar bedeutsamer als Alkohol am Steuer, der bei neun Prozent der Unfälle beteiligt ist. 

Aufmerksamkeit auf Technik

Der grösste europäische Versicherer wertete für die Studie neben der Befragung von Autofahrern auch die hauseigenen Unfalldaten aus. Zu den häufigsten Ablenkungsfaktoren gehört demnach die im Auto eingebaute Technik: Radio, Bordcomputer, oder auch Warnanzeigen. Das sagten 74 Prozent der deutschen Autofahrer und sogar 86 Prozent der Österreicher. 

Häufig sind auch Verstösse gegen das Handyverbot am Steuer: In Österreich gaben das 57 Prozent der befragten Autofahrer zu, in Deutschland und der Schweiz jeweils knapp die Hälfte. Essen, Trinken und Rauchen sind ebenfalls weit verbreitet - in allen drei Ländern sagten das mindestens 40 Prozent. 

Die «soziale Interaktion» im Auto ist demnach ebenfalls nicht zu unterschätzen: Streit im Auto nannte ein Drittel der befragten deutschen Autofahrer als Ablenkungsfaktor, in Österreich waren es sogar 47 Prozent. 

Seltener als Krach sind offenbar Küsse am Steuer: In Deutschland und der Schweiz nannten das jeweils neun Prozent als Ablenkungsfaktor. Die Österreicher streiten und telefonieren offensichtlich nicht nur häufiger im Auto, sie küssen auch mehr: Laut Studie sind es 13 Prozent.

(sda/dpa)

Und nun zu etwas ganz anderem:

>> Forscher messen erstmals «Todeswelle» im sterbenden Gehirn

Was geschieht in unserem Gehirn, wenn wir sterben? Die physiologischen Vorgänge sind seit Jahrzehnten in Tierversuchen erforscht worden. Wenn der Kreislauf zusammenbricht, zum Beispiel nach einem Herzstillstand, erhält das Hirn keinen Sauerstoff mehr. Es reagiert darauf, indem es innerhalb von 20 bis 40 Sekunden seine elektrische Aktivität herunterfährt.

Neuronen stellen bei Sauerstoffmangel zuerst ihre Kommunikation ein. (Symbolbild) Bild: Shutterstock

In diesem Zustand, einer Art von Energiesparmodus, haben die Nervenzellen die Kommunikation vollständig eingestellt. Sie sind aber noch nicht irreversibel geschädigt und prinzipiell reaktivierbar. Wenige Minuten später, wenn die Zellen ihre Energiereserven aufgebraucht haben, bricht das Ionen- und Spannungsgefälle zwischen dem Inneren der Zellen und ihrer Umgebung zusammen, da es Energie benötigt. 

Dies geschieht in Form einer elektrochemischen Entladungswelle, die – ähnlich der Wellen, die sich ausbreiten, wenn man einen Stein ins Wasser wirft – durch die Hirnrinde und andere Teile des Hirns zieht. Die Welle wandert mit zwei bis fünf Millimetern pro Minute durch das Gewebe. Möglicherweise hat diese Entladung mit den intensiven Empfindungen zu tun, von denen Patienten mit Nahtoderfahrungen berichten.

50-fach beschleunigte Darstellung der Streudepolarisierung («Todeswelle») im lebenden Gehirn eines Schweins.  Bild: Dredgarsantos

Die Wissenschaftler nennen die Welle «Spreading Depolarization» (Streudepolarisierung). Wo diese «Todeswelle» durchzieht, beginnen toxische Prozesse in den Zellen, die dadurch allmählich absterben. Auch dieser Vorgang ist bis zu einem bestimmten Zeitpunkt noch reversibel, das heisst, wenn die Durchblutung rechtzeitig wieder einsetzt, erholen sich die Nervenzellen vollständig. Nach diesem Zeitpunkt gibt es jedoch kein Zurück mehr und die Zellen sterben ab. 

Inwiefern die Befunde der Tierversuche auf den Menschen übertragbar sind, war bisher umstritten, da es nur bedingt aussagekräftige Messungen der menschlichen Hirnaktivität in diesen Extremsituationen gab. Nun haben Jens Dreier vom Zentrum für Schlaganfallforschung an der Charité in Berlin und Professor Jed Hartings von der Mayfield Clinic in Cincinnati im US-Staat Ohio die Hirnaktivität von neun sterbenden Patienten untersucht. Sie hatten tödliche Hirnverletzungen erlitten und wollten im Ernstfall nicht wiederbelebt werden. 

Es gelang den Wissenschaftlern erstmals, die «Todeswelle» im menschlichen Gehirn nachzuweisen. «Wir konnten nachweisen, dass die terminale Streudepolarisierung bei Mensch und Tier vergleichbar ist», erklärt Dreier. Die Forscher publizierten ihre Ergebnisse im Fachjournal «Annals of Neurology».

Und nun zu etwas ganz anderem:

>> Es wird immer früher grün – vor allem im Norden

Der Frühling beginnt auf der Nordhalbkugel immer früher, und zwar vor allem in der Polarregion. In der Arktis starte das Frühjahr heute bis zu 16 Tagen früher als noch vor zehn Jahren, berichten US-Forscher im Fachmagazin «Scientific Reports»

Die Natur erwacht immer früher aus dem Winterschlaf. Bild: Shutterstock

Auslöser für den Trend sei vermutlich die Temperatur, die im hohen Norden stärker ansteige als in niedrigeren Breitengraden. Die Forscher fürchten, dass die Veränderungen wandernde Tierarten beeinträchtigten – etwa Zugvögel, die zum Brüten in die Arktis kommen. 

«Seit etwa Ende der 1980er Jahre beobachten wir, dass der Frühling deutlich früher beginnt. Oft sind schon im Dezember die ersten Anzeichen für den Vorfrühling in der Natur zu sehen.»

Anja Engels, Deutscher Wetterdienst

Es gebe bereits einzelne Studien, die gezeigt haben, dass die Natur zunehmend früher aus dem Winterschlaf erwacht, schreiben die Forscher um Eric Post von der University of California in Davis. Der Frühlingsbeginn zeige sich etwa dadurch, dass Bäume austreiben, Blumen zu blühen beginnen oder Vögel ihre Wanderung zu den Brutgebieten antreten. Mit der Beobachtung solcher jährlicher wiederkehrender Naturereignisse beschäftigt sich die Phänologie. 

Die Verschiebung des Frühlingsbeginns könnte Zugvögeln wie den Küstenseeschwalben zu schaffen machen. Bild: Shutterstock

Auch in Mitteleuropa

Ein solche Entwicklung sei auch in Mitteleuropa feststellbar, sagt Anja Engels, die beim Deutschen Wetterdienst (DWD) für das Fachgebiet Phänologie zuständig ist. «Seit etwa Ende der 1980er Jahre beobachten wir, dass der Frühling deutlich früher beginnt. Oft sind schon im Dezember die ersten Anzeichen für den Vorfrühling in der Natur zu sehen.» Auch die Vegetationsphase des gesamten Jahres habe sich verlängert. 

Die Forscher um Post legen nun mit ihrer Studie eine umfassende und systematische Analyse der Zusammenhänge vor. Sie hatten dazu die wissenschaftliche Literatur, die sich in der Vergangenheit dem Thema gewidmet hatte, durchforstet. Insgesamt berücksichtigten sie 743 Datenquellen, die den Zeitraum zwischen 1928 und 2013 umfassten. 

Im Norden besonders ausgeprägt

Die Auswertung ergab, dass der Frühling tatsächlich mit zunehmendem Breitengrad tendenziell früher beginnt und dass dies mit der gestiegenen Temperatur der vergangenen Jahrzehnte zusammenhängt. Die Erwärmung sei seit 1998 und nördlich des 59. Breitengrades besonders ausgeprägt. Auf dem 59. Breitengrad liegt beispielsweise die schwedische Hauptstadt Stockholm. 

Wie sich das auf die Tier- und Pflanzenwelt auswirkt, sei unklar. Denkbar sei, dass Zugvögel ihre Ankunft in der Arktis nicht mehr korrekt mit der dortigen Verfügbarkeit an pflanzlicher und tierischer Nahrung koordinieren können.

(sda/dpa)

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Und nun zu etwas ganz anderem:

>> Darum sind «Magic Mushrooms» halluzinogen

Sie werden «Zauberpilze» oder «Magic Mushrooms» genannt: Pilze, die Wirkstoffe wie Psilocybin oder Psilocin enthalten und deshalb eine psychotrope Wirkung entfalten. Weltweit sind rund 180 Pilzarten bekannt, die Halluzinationen und sonstige Wahrnehmungsveränderungen auslösen können. Die meisten von ihnen sind miteinander nicht näher verwandt. 

Psilocybinhaltige Pilze gibt es auf der ganzen Welt. Die meisten gehören zur Gattung der Kahlköpfe (Psilocybe). Bild: Shutterstock

Warum aber haben diese Pilze ihre psychoaktiven Substanzen entwickelt? Um diese Frage zu beantworten, hat ein Team von Biologen unter der Leitung von Jason Slot von der Ohio State University mehrere psychoaktive Pilz-Arten mit nahen, aber nicht-psychotropen Verwandten verglichen. Dabei bemerkten die Forscher, dass die für die Psylocybin-Synthese zuständigen Gene sich kreuz und quer in verschiedenen Verwandtschaftslinien fanden. Unter den Pilzen habe ein Austausch von Genen, ein sogenannter «horizontaler Gentransfer» stattgefunden, vermuten die Wissenschaftler. 

Damit sich diese Gene im Stammbaum der Pilze so weit verbreiten konnten, mussten sie ihnen einen Überlebensvorteil verschaffen, schreiben die Forscher im Fachblatt «Evolution Letters». Dieser Vorteil bestand nach Ansicht der Biologen in der Abwehr von Fressfeinden, namentlich von Insekten: «Wir vermuten, dass die Pilze die psychoaktiven Stoffe hervorgebracht haben, weil das das Risiko senkt, von Insekten aufgefressen zu werden», erklärt Slot. 

Psilocin und Psilocybin bewirken dies nicht wie andere chemische Abwehrstoffe, indem sie giftig wären oder den Geschmack verderben würden. Die Substanzen beeinflussen den Haushalt der Botenstoffe im Hirn von Insekten.

Die Veränderung der neuronalen Prozesse wirkt sich allerdings anders als beim Menschen aus, wie die Forscher am Beispiel von Fliegen herausfanden. Die psychotropen Substanzen bringen die Kerbtiere nicht in erster Linie zum Halluzinieren, sondern unterdrücken ihren Appetit. Oder wie es Slot zusammenfasst: «Sie [die Pilze] verändern die Abläufe im Gehirn der Insekten zu ihrem eigenen Vorteil.»

Und nun zu etwas ganz anderem:

>> Butzt es dir auch ständig eins? Das kannst du gegen die winterlichen Stromschläge tun

Strom, überall! AHHH! BILD: SHUTTERSTOCK

Du fasst eine Tür an, zack! Du berührst den Warentrenner im Supermarkt, zack! Du schüttelst eine Hand, zack! Ziemlich egal, was du in den letzten Tagen berührt hast, alles fitzt, alles verpasst dir diese fiesen kleinen Elektroschocks. 

Die Spannung bei solcherlei gesundheitlich unbedenklichen Stromschlägen beträgt kurzzeitig um die 35.000 Volt. bild: shutterstock

Ist das Univsersum böse auf uns?

Möglich. Aber eigentlich sind die gehäuft auftauchenden Stromschläge keinem moralischen, sondern einem wissenschaftlichen Umstand zu verdanken: 

Nicht nur die russische Kältepeitsche fegt uns dieser Tage erbarmungslos um die Ohren, sie geht auch noch einher mit extrem trockener Luft. Bei fehlender Feuchtigkeit können sich die positiven und negativen Ladungen aber nicht ausgleichen. Da herrscht dann eben diese elektrisierende Stimmung in der Luft, unsere Körper laden sich fröhlich damit auf, was uns dieses winterliche Fest an Stromstössen beschert.

Zusätzlich trocknet manch einem armen Menschen in diesen unwirtlichen Verhältnissen die Haut aus, was die Anfälligkeit für die Elektroschocks noch erhöht. Um diese Schläge noch ein bisschen intensiver zu gestalten, helfen synthetische Fasern, die durch Körperbewegungen elektrisch aufgeladen werden. 

Sprich: Im Winter stehen wir ständig ein bisschen unter Strom. Trägt man Schuhe mit isolierenden Kunststoffsohlen, kann die Ladung nicht durch den Boden abfliessen; sie staut sich auf. Also wandeln wir derart aufgeladen herum, bis wir irgendwann ein stromleitendes Material berühren, Metall beispielsweise oder einen anders geladenen Menschen, und zack: ENTLADUNG. SCHOCK. AUA. 

Etwa so fühlt es sich dann an. Obwohl diese Frau ziemlich viel Spass am Stromschmerz zu haben scheint. bild: shutterstock

Wie du die Stromschläge reduzieren kannst

(rof)

Und nun zu etwas ganz anderem:

>> Tiefseemikroben könnten auf Saturnmond überleben

So könnte es auf der Oberfläche des Saturnmondes Enceladus aussehen.  Bild: Nasa

So kalt es derzeit auch sein mag – auf Enceladus sind die Verhältnisse garantiert noch etwas frischer: Auf dem Saturnmond kann das Thermometer schnell mal auf unter minus 200 Grad Celsius fallen. Dennoch ist der Eismond derzeit der heisseste Anwärter auf den Ort in unserem Sonnensystem, an dem ausserhalb der Erde Leben möglich wäre. 

Einige Kilometer unter der Eiskruste des Saturn-Trabanten existiert vermutlich ein bis zu 70 Kilometer tiefer Ozean aus flüssigem Wasser. Die Temperaturen und Drücke dort sind einigermassen moderat; vor allem aber sind dort alle wesentlichen Zutaten für Leben vorhanden: neben Wasser auch Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Phosphor und Schwefel.

In den Geysiren, die in der Südpolregion von Enceladus Wasserdampf und Eispartikel kilometerhoch ins All schiessen, sind zudem Moleküle wie Kohlendioxid (CO2) Kohlenmonoxid (CO), Methan (CH4), Ammoniak oder molekularer Wasserstoff (H2) nachgewiesen.

Geysire in der Südpolarregion von Enceladus. Bild: EPA/NASA

Besonders Methan lässt Astrobiologen aufhorchen: Auf der Erde stammt der überwiegende Teil des Spurengases aus biologischen Prozessen – es entsteht bei Fäulnisprozessen unter Luftabschluss, aber mit Beteiligung von Mikroorganismen. Methan könnte also der chemische Fingerabdruck von Lebewesen sein. 

Dass bestimmte Mikroorganismen unter den widrigen Umständen auf Enceladus überleben könnten, hat nun ein internationales Team um Simon Rittmann von der Universität Wien gezeigt. Die Forscher bildeten die Bedingungen auf dem Eismond so realistisch wie möglich nach und setzten ihnen dann irdische Mikroorganismen aus. 

Methanothermococcus okinawensis, das in heissen irdischen hydrothermalen Schloten floriert, hielt seinen üblichen Stoffwechsel auch in diesem simulierten Enceladus-Ozean aufrecht. Der zu den Archaeen gehörende zellkernlose Einzeller gewann Energie durch die Bildung von Methan aus CO2 und Wasserstoff.

Zudem schaffte es der winzige Überlebenskünstler, sich unter diesen Verhältnissen zu vermehren: «Methanogene Bakterien sind unter Enceladus-ähnlichen Bedingungen vermehrungsfähig», erklärt Rittmann. Ein Teil des in den Fontänen nachgewiesenen Methans könnte «prinzipiell biologischen Ursprungs» sein, schreiben die Forscher im Fachblatt «Nature Communications»

(dhr)

Eismonde in unserem Sonnensystem

Und nun zu etwas ganz anderem:

>> Beim Nasenaffen kommt es auf die Grösse an

Imposant – das ist ungefähr das Mindeste, was man über das Riechorgan eines Nasenaffen (Nasalis larvatus) sagen kann. Manche männlichen Exemplare dieser nur auf der indonesischen Insel Borneo beheimateten Spezies haben derart grosse Nasen, dass sie auf menschliche Beobachter wie eine Karikatur wirken. 

Manche Nasenaffen-Männchen scharen einen Harem von Weibchen um sich. Bild: Kyoto University / Matsuda Lab

Biologen der Universität von Kyoto in Japan haben nun die Nasen der Art und die Auswirkungen ihrer Grösse auf den Fortpflanzungserfolg ihrer Träger untersucht. Und siehe da: Bei den Nasenaffen, die zur Familie der Meerkatzenverwandten gehören, gilt klar das Prinzip «Size matters» – Männchen mit grösseren Nasen leben mit mehr Weibchen zusammen, wie die Forscher im Fachblatt «Science Advances» berichten

Beeindruckendes Exemplar einer männlichen Nasenaffen-Nase.  Bild: Pinterest

Sowohl beim Wettbewerb unter männlichen Tieren als auch beim Werben um die Weibchen spiele die Grösse des birnenförmigen Riechorgans eine entscheidende Rolle. Sie sei ein deutliches Merkmal von Männlichkeit: Je grösser die Nase, desto stärker war der Affe, desto grösser waren seine Hoden und desto mehr Weibchen scharte er um sich. Entsprechend zeugten solche Affen auch mehr Nachkommen. 

Aufgrund von akustischen Analysen kamen die Biologen zum Schluss, dass die Grösse der Nase unter anderem auch die Ruflaute der Männchen beeinflusste – Tiere mit grösseren Nasen verfügten über tiefere Stimmen, die wiederum anziehender auf Weibchen wirkten, wie Beobachtungen zeigten. 

Die Bestände von Nasalis larvatus auf Borneo sind in den vergangenen Dekaden um beinahe die Hälfte zurückgegangen. Waldrodungen für die Produktion von Palmöl, aber auch die Bejagung haben den Primaten stark zugesetzt. Sie werden heute durch die Weltnaturschutzunion IUCN als stark gefährdet eingeschätzt. 

Bedrohte Primaten

(dhr)

>> Weitere Kurznachrichten aus Wissenschaft und Technik gibt es HIERHIERHIER und HIER

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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47
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47Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • 's all good, man! 03.04.2018 21:46
    Highlight #doesitfart
    Bin mal in Tansania direkt neben einer Herde Elefanten gestanden, als ein monströser Furz gelassen wurde von einer der Kühe. Beeindruckend laut hat das geknattert! 😂
    14 0 Melden
  • Hackphresse 28.03.2018 04:13
    Highlight An die neueren watson Mitglieder
    Otten ist watson slang 😊❤❤❤
    33 6 Melden
    • Der Rückbauer 04.04.2018 00:32
      Highlight Stimmt doch nicht. Otten ist die Mehrzahl von Otto.
      4 1 Melden
  • petrolleis 27.03.2018 22:16
    Highlight und dachte immer die mehrzahl von otter ist otter (und nicht otten). danke, man letnt ja nie aus.
    15 29 Melden
    • Patho 28.03.2018 03:10
      Highlight Gemäss dem Duden ist auch nur «Otter» als Mehrzahl von Otter bekannt, «Otten» ist somit, jedenfalls auf Deutsch, keine korrekte Form von Otter
      16 16 Melden
    • Monsieur Cringeadism 28.03.2018 07:14
      Highlight Du bist anscheinend noch nicht lange auf Watson und/oder hast noch nie einen PicDump durchgeschaut
      49 10 Melden
    • Raembe 28.03.2018 09:22
      Highlight Neu auf Watson?
      33 12 Melden
    • Hans Jürg 28.03.2018 16:27
      Highlight Also ich bin doch schon ziemlich lange auf Watson. Aber diese Kindersprache - vor allem in wissenschaftlichen Beiträgen - stört mich schon etwas.

      Und klar. Es ist ein Witz. Aber wie jeder gute Witz, wird er mit jedem Mal, den man ihn wieder und wieder erzählt, schlechter und schlechter.

      Deshalb liebes Watson-Team: Wir haben gut gelacht. Der Witz ist angekommen. Nächster bitte.
      51 34 Melden
    • Raembe 28.03.2018 16:39
      Highlight Das ist Deine persönliche Meinung und nicht die eines Groosteils der Community.
      32 30 Melden
    • Hans Jürg 28.03.2018 18:19
      Highlight Ja. Ist es. Aber ich muss ja nicht immer die selbe Meinung wie alle anderen haben. Und auch wenn die anderen nicht meiner Meinung sind, heisst das nicht, dass ich falsch liege. 😉
      47 7 Melden
    • petrolleis 28.03.2018 20:22
      Highlight tja, dann gehör ich halt nicht zu dieser community.
      den otten-witz versteh ich immer noch nicht.
      mir war gar nicht klar, dass es sich hierbei um einen picdump handelte. kam eher wie ein wissenschaftlicher bericht daher.
      28 10 Melden
    • Raembe 28.03.2018 21:30
      Highlight Das wollt ich damit auch nicht ausdrücken. Eigentlich wollt ich damit sagen das sich das wohl erst was ändert wenn es viele wollen.
      3 11 Melden
    • Djinn 29.03.2018 01:57
      Highlight @Hans Jürg

      Ich weiss nicht ob sie falsch liegen, aber er liegt bestimmt richtig.
      24 1 Melden
    • Don Huber 30.03.2018 06:37
      Highlight Otten muss bleiben wie auch Fleden und Pingen. Das gehört wie das Amen in die Kirche hier auf Watson hin :-)
      15 12 Melden
    • mostlyharmless 30.03.2018 12:08
      Highlight Gell, diese Dame hier ist die Schöpferin der Otten?
      8 4 Melden
  • fricktastisch 27.03.2018 21:50
    Highlight Mit welchem Landtier ist denn der Blauwal verwandt?
    4 0 Melden
    • Herr Ole 28.03.2018 00:02
      Highlight Am nächsten mit Flusspferden.
      4 1 Melden
    • Nietnagel 28.03.2018 06:56
      Highlight https://amp.welt.de/amp/wissenschaft/article1477410/Das-sind-die-Urahnen-der-Blauwale.html
      1 0 Melden
    • Der Tom 30.03.2018 00:19
      Highlight Mit der Spitzmaus vermutlich
      0 2 Melden
  • stg 27.03.2018 20:51
    Highlight Heisst es nicht Otter? ‚Otten’ überall...
    9 21 Melden
    • sowhat 28.03.2018 09:23
      Highlight Bei uns hier heisst das genau so; tja du hast dich eben als Neuling auf Watson geoutet ;)) abonnier den Picdump, da werden Sie geholfen...
      14 12 Melden
    • Raembe 28.03.2018 09:23
      Highlight Neu hier?
      9 10 Melden
  • TanookiStormtrooper 27.03.2018 19:46
    Highlight Ich finde es toll, dass sich "Otten" nun auch in den Science-News durchgesetzt hat.

    (:ᘌꇤ⁐ꃳ 三

    (:ᘌꇤ⁐ꃳ 三
    52 11 Melden
    • Djinn 29.03.2018 01:53
      Highlight Ich fürchte mich. Es hat begonnen...
      5 2 Melden
  • Herr Ole 27.03.2018 19:13
    Highlight Wieso ist die Mehrzahl von Otter "Otten"? Irgendwie belastet mich das... 😅
    8 17 Melden
    • Raembe 28.03.2018 09:23
      Highlight Neu hier?
      11 13 Melden
  • hasvergässe 20.03.2018 20:43
    Highlight Danach werden zwei Häuser und ein privates Schwimmbad........
    Poltergeist 2018
    11 0 Melden
  • Maya Eldorado 20.03.2018 19:16
    Highlight Wenn ich etwas von Ausgrabungen früherer Zeiten lese, kommt mir immer der Gedanke. Was finden wohl Menschen z.B. in 2000 Jahren über uns, was sie interessant finden.
    Ich glaube an die Wiedergeburt. Ich werde in 2000 Jahren bei den Ausgrabungen dabei sein. Vielleicht werden wir so archaische Dinger finden. Und ich werde mich an mein früheres Leben erinnern und kann sagen, dass man die Laptops und smartphones nannte.
    4 19 Melden
    • Pakart 21.03.2018 00:54
      Highlight Habe gewisse Zweifel, ob in 2‘000 Jahren dieser Planet noch von Menschen bewohnt wird resp. es den Planeten überhaupt noch geben wird.
      13 16 Melden
    • nikitabanana 31.03.2018 09:38
      Highlight Plastik werden sie finden. Und radioaktive Abfälle.
      4 0 Melden
  • niklausb 19.03.2018 23:56
    Highlight Also die Ameisen im BBC beitrag erkennen aber befallene Artgenossen und bringen sie weg von der Kolonie. Entspricht also nicht ganz dem was da Geforscht wurde. Oder verstehe ich da was falsch?
    8 0 Melden
  • The Origin Gra 19.03.2018 19:30
    Highlight The Last of Us für Ameisen 😱
    17 0 Melden
  • blaubar 13.03.2018 23:20
    Highlight „Die physiologischen Vorgänge sind seit Jahrzehnten in Tierversuchen erforscht worden“

    Aha, man hat also unzählige Tiere ermordet für diese Erkenntnis. Armselig, wirklich. Wie kann man nur???
    8 73 Melden
    • Saftladen 14.03.2018 20:21
      Highlight Du bist Vegetarier? Nur aus Interesse.

      Ich befürworte solche Versuche auch nicht, finde sie aber weniger schrecklich als die Tötung von Tieren für unser Essen.
      27 9 Melden
    • blaubar 15.03.2018 08:25
      Highlight Ich esse sehr wenig Fleisch (höchstens 1x die Woche) und nur Bio oder ab Hof. Auch dieses Töten ist nicht schön. Du musst aber auch das Leben VOR dem Tod bedenken. Ich war einmal bei einer Führung in der Basler Chemie, da hat man uns laufende Tierversuche gezeigt. Tiere mit Sensoren in klinisch sauberen Käfigen. Aufgenagelte Mäuse, noch lebendig. Ich musste mich beherrschen um dem Laboranten nicht die Faust ins Gesicht zu schlagen. Der Vegetarierevergleich zieht bei mir nicht. Sowas kann kein Mensch mit einem Hauch Gewissen gutheissen.
      34 22 Melden
    • Mia_san_mia 19.03.2018 20:55
      Highlight @blaubar: Wenn es was nützt, ist es schon ok. Von diesen Tieren gibt es ja genug.
      18 36 Melden
    • Saftladen 19.03.2018 22:09
      Highlight Menschen gibt's auch genug. Genau genommen sogar zu viele. Das ist ein wirklich schwaches Argument, damit kannst du wirklich fast alle Grausamkeiten rechtfertigen.
      36 11 Melden
    • Mia_san_mia 20.03.2018 22:56
      Highlight @Saftladen: Ja und? Ich bin kein Nazi.. Mit Experimenten an Menschen, kann ich nichts anfangen.
      7 20 Melden
    • Djinn 29.03.2018 02:00
      Highlight @blaubar

      Es ist fies glückliche Tiere zu essen, wenn es doch anderen schlecht geht.
      4 5 Melden
  • Maulwurf 13.03.2018 22:52
    Highlight Mit Duracell Batterien erhält mein Hirn noch Impulse wenn der ganze Körper bereits mumifiziert ist. 🤣
    18 3 Melden
  • Sarkasmusdetektor 13.03.2018 09:04
    Highlight Bei uns haben Anfang Januar schon die Kirschbäume zu blühen angefangen. Schöne neue Welt...
    4 21 Melden
  • rodolofo 13.03.2018 07:16
    Highlight Mehr zum Thema "Umgang der Menschen mit der Klima-Erwärmung":
    https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt
    Viel Spass mit Gänsehaut!
    6 4 Melden
  • Luesae 05.03.2018 19:08
    Highlight «Wir vermuten, dass die Pilze die psychoaktiven Stoffe hervorgebracht haben, weil das das Risiko senkt, von Insekten aufgefressen zu werden»
    Und dann werden sie von Menschen aufgefressen..
    113 5 Melden
    • Peter Kenedy 06.03.2018 01:14
      Highlight so hatte der Pilz das aber nicht im Sinn gehabt. Frage: Ob man die Pilze kreuz und quer züchten kann? Eine Art Supermushroom XD
      13 1 Melden
    • Luesae 06.03.2018 19:24
      Highlight Probieren geht über Studieren (-:
      8 1 Melden
    • Max Havelaar 07.03.2018 06:13
      Highlight Die Frage, die mich schon länger interessiert; Weshalb wachsen diese Pilze bei uns vorwiegend im Herbst, wenn die Umgebung aussergewöhnlich farbenfroh ist? 🍂🍁
      21 2 Melden
    • HLeon 27.03.2018 23:03
      Highlight @ Luesae: Nicht der Pilz wird «gefressen», lediglich der Fruchtkörper.
      0 0 Melden

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