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Die Welt rätselt über Melanias Jacke – ihr Mann hat eine Erklärung



In einer medienträchtigen Inszenierung hat US-Präsidentengattin Melania Trump ein Heim für Migrantenkinder an der Grenze zu Mexiko besucht – ein Grossteil der öffentlichen Aufmerksamkeit wurde dabei aber durch ihre rätselhafte Kleiderwahl absorbiert.

First lady Melania Trump arrives at Andrews Air Force Base, Md., Thursday, June 21, 2018, after visiting the Upbring New Hope Children Center run by the Lutheran Social Services of the South in McAllen, Texas. (AP Photo/Andrew Harnik)

Die First Lady und die Jacke. Bild: AP/AP

Der US-Präsident ätzte in einem Tweet gegen die Medien

Donald Trump nutzte die Kleidungswahl seiner Frau, um auf Twitter gegen die Medien auszuholen. Der Spruch auf Melanias Jacke richte sich an die «Fake-News-Medien». «Melania hat gelernt, wie unehrlich die sind und es ist ihr wirklich egal», schrieb der US-Präsident auf Twitter.

Damit widersprach der Präsident einer Sprecherin Melania Trumps. Diese hatte zuvor gesagt: «Es ist eine Jacke. Es gibt keine versteckte Botschaft.» Sie hoffe, dass sich die Medien nach dem «wichtigen Besuch» der First Lady an der Grenze nun nicht auf die Garderobe fokussieren würden.

Maggie Haberman von der «New York Times» wundert sich über den Widerspruch:

Die First Lady hat sich selbst bisher nicht zur Jacke geäußert. Bei der Jacke soll es sich um ein preisgünstiges Stück der spanischen Kette Zara handeln und sie soll nur 39 Dollar gekostet haben. Dies ist an sich schon ungewöhnlich für das frühere Model, das gerne exquisite Garderoben trägt.

Darum ging es eigentlich bei Melanias Besuch an Mexikos Grenze:

Einen Tag nach der Kehrtwende ihres Mannes im Streit um die Trennung von Zuwanderer-Familien hatte die First Lady demonstrativ das Aufnahmezentrum für Flüchtlingskinder besucht. Die Minderjährigen müssten so schnell wie möglich wieder zu ihren Familien, sagte sie. Jüngst hatte sie die Politik ihres Mannes öffentlich kritisiert, illegale Zuwanderer einzusperren und sie von ihren Kindern zu trennen.

Die Reise an die Grenze sei «zu 100 Prozent» die eigene Idee der Präsidentengattin gewesen, sagte deren Sprecherin Stephanie Grisham. «Sie wollte alles mit eigenen Augen sehen.» Die First Lady unterstütze die «Wiedervereinigung von Familien» und halte es für wichtig, dass «Kinder bei ihren Familien bleiben». In dem Heim in der texanischen Stadt McAllen, das Melania Trump nun besuchte, sind derzeit rund 60 Minderjährige aus den zentralamerikanischen Ländern El Salvador und Honduras im Alter zwischen 5 und 17 Jahren untergebracht.

Die Präsidentengattin vermied es zugleich, ihrem Mann die Verantwortung für die Familientrennungen zuzuweisen – obwohl dessen Regierung diese rigide Praxis erst forciert hatte. Stattdessen appellierte sie über ihre Sprecherin an die Parteien im Kongress, durch eine Einwanderungsreform ein Ende der Familientrennungen zu ermöglichen.

Vor Trumps Dekret geplant

Der Besuch in Texas war bereits geplant worden, bevor Präsident Donald Trump am Mittwoch ein Dekret unterschrieb, wonach die Praxis der Trennung beendet werden soll. In dem Erlass machte der Präsident vorübergehend den Weg frei, um Eltern und Kinder gemeinsam zu inhaftieren.

Die US-Behörden haben seit Anfang Mai über 2340 Kinder von ihren Eltern an der mexikanischen Grenze getrennt. Die Kinder werden in Auffanglagern untergebracht, während ihre Eltern festgenommen werden. Ärzte warnen davor, dass die Trennung zu lebenslangen Traumata führen kann.

Trump sagte unterdessen zu, voneinander getrennte Eltern und ihre Kinder wieder zusammenzuführen. Er werde die Behörden anweisen, sich darum zu kümmern, sagte Trump am Donnerstag während einer Kabinettssitzung im Weissen Haus. (sda/dpa/reu/afp)

US-Behörden trennen Kinder illegaler Einwanderer von Eltern

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Video: srf

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 22.06.2018 21:05
    Highlight Highlight Wenn Michelle Obama mit so einer Jacke herumgelaufen wäre, hätten alle Journalisten hyperventiliert: "Was für eine First Lady! Die lässt sich nicht korrumpieren! Die hat ihren natürlichen Humor bewahrt! Bravo!"
    1 2 Melden
    • Saraina 22.06.2018 22:48
      Highlight Highlight Ja vielleicht, aber Michelle Obama hatte eben Stil und konnte erst noch ihre eigenen Scherze erfinden...
      3 1 Melden
  • Fulehung1950 22.06.2018 14:47
    Highlight Highlight Ich kann mir vorstellen, dass der Spruch in Anlehnung des Songs „Really don‘t care“ von Demi Lovato (feat. Cher Lloyd) entstanden ist. In diesem Song unterstreicht Lovato ihre Unterstützung für die LGBT-Community, die sich so oft mit Anfeindungen auseinandersetzen müsste, aber zu sich selbst stehen.

    Auch vor diesem Hintergrund wäre die Wahl des Outfits durch Mrs. Trump angesichts der Haltung der Republikaner zu LGBT ein absoluter Fehlgriff.
    4 2 Melden
  • Göönk 22.06.2018 13:23
    Highlight Highlight War vielleicht auch eine Message an ihren Mann? So nach dem Motto: "ich scheiss auf deine Meinung - ich mache was ich will und gehe nun zu den armen Kindern"?
    9 6 Melden
  • Citation Needed 22.06.2018 12:31
    Highlight Highlight Wie abgehoben muss man sein, dass man nicht checkt, dass ein Designerjäckli, auf dem etwas steht, nicht nur in Sachen Style und Label, sondern auch punkto Aufschrift wahrgenommen wird?
    Absichtliche, versteckte Botschaft? Glaube ich nicht. Viel eher denke ich, der moralische Kompass wird in dieser Welt von Lügen und Alternative Facts derart beschädigt, dass die zu konfus und verunsichert ist (plus von idiotischem Ego-Müll geblendet), dass sie solch simple Dinge schlicht nicht (mehr) begreift. Sad.
    4 4 Melden
    • Citation Needed 22.06.2018 15:18
      Highlight Highlight PS: war wohl missverständlich formuliert: die Welt alternativer Fakten ist die Welt Trumps.. Nicht die Welt als solche. Ich gehe davon aus, dass die konstante Faktenverdreherei bei den Verdrehern selbst auch ihren Tribut zollt.
      1 2 Melden
  • Zeit_Genosse 22.06.2018 12:07
    Highlight Highlight Die Botschaft war für den Gatten gedacht. Zudem ironisch und daher in unpassendem Umfeld oder auch nicht. Oder auch lapidar so wie die Fake-News-Medien gefüttert wurden.
    4 5 Melden
  • banda69 22.06.2018 11:33
    Highlight Highlight Welcome to the World of Trump.


    Und ja: Rechtspopulisten sind Schlechtmenschen.
    (s'fehlt nur noch das fröhliche SVP-Sünneli auf dem Bild)
    User Image
    12 6 Melden
  • sherpa 22.06.2018 10:45
    Highlight Highlight Die "First Lady" steht in Sachen Intelligenz mit ihrem Mann offensichtlich auf gleicher Stufe
    36 12 Melden
  • zombie woof 22.06.2018 08:55
    Highlight Highlight Madame ist ja nicht blöd, über genügend Bildung verfügt sie auch, aber was ich nach wie vor nicht nachvollziehen kann ist, wie man sich auf ein derart tiefes und primitives Niveau herablassen kann. Ist es Macht? Ist es Geld? Schlussendlich ist es nur eins, widerlich!
    42 13 Melden
  • TheGoon 22.06.2018 07:51
    Highlight Highlight Versteckt war die Botschaft tatsächlich nicht.
    Es schlägt dem Fass den Boden aus.

    45 23 Melden
  • Steckenpferd 22.06.2018 07:21
    Highlight Highlight Auch wenn es keine Absicht oder versteckte Botschaft war: will man uns wirklich sagen, dass keiner der 1000 Begleiter, Stylisten, Securitas, etc. die Jacke gesehen & bemerkt hat, dass diese evt. etwas unpassend ist für den Besuch?
    101 27 Melden
    • Citation Needed 22.06.2018 12:19
      Highlight Highlight Hierarchiegefälle, kombiniert mit einem Effekt wie bei Des Kaisers neue Kleider. Die Alte des Alten kritisiert man nicht, erstens. Und keiner will der Depp sein, falls die Sache gewollt ist. Also Klappe und denken, ich steh wie ein Trottel da, wenn ich was sage, wird schon so gewollt sein.
      Dennoch ist es ein ganz blöder Fauxpas, weil er zeigt, wie out of touch die gute ist. Obwohl sie es gewesen sein soll, die Trump (mit Ivanka) gebeten habe, diese Zustände sofort zu ändern.
      6 4 Melden

«Trump wird die Macht teilen müssen – und dann sterben»

Eine politische Analyse der etwas anderen Art: Martin Zoller kann anhand der Analyse der Aura eines Menschen seine Zukunft sehen. So hat er die Wahl von Donald Trump richtig vorausgesagt. Jetzt allerdings scheint sich das Blatt zu wenden: Die Demokraten werden gemäss Zoller die Midterms gewinnen – und Trump wird noch vor Ablauf seiner ersten Amtszeit sterben.

Sie haben die Wahl von Donald Trump vorausgesagt. Wie ist Ihnen das gelungen? Schon 2014 wusste ich, dass Hillary Clinton keine Chance haben wird. Ich sah im Sommer dieses Jahres einen Mann als kommenden Präsidenten. Als Trump von den Republikanern zum Präsidentschaftskandidat erkoren wurde, war mir klar, dass er auch gewählt werden wird. Ich habe das damals schon in verschiedenen TV-Interviews ausgeführt.

Wie kommen Sie zu solchen Aussagen? Machen Sie politische Analysen und verbinden diese …

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