Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

80 Prozent der jungen Schweizer surfen vernünftig – 9 Prozent sind süchtig



Ein Grossteil der Schweizer Kinder und Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren hat einen guten Umgang mit dem Internet. Jeder Zehnte zeigt aber ein problematisches Suchtverhalten, wie der JAMESfocus-Bericht der ZHAW und der Swisscom zeigt.

Obwohl mit Smartphones und Tablets immer mehr digitale Inhalte konsumiert würden, nutzten fast 80 Prozent der Jugendlichen in der Schweiz das Internet «unproblematisch», heisst es im am Dienstag veröffentlichten Bericht der Forschenden der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW).

Entzugserscheinungen

Zwölf Prozent zeigen ein «risikohaftes» Verhalten und bei neun Prozent ist die Internetnutzung sogar «problematisch». Dies bedeutet etwa, dass sie Entzugserscheinungen haben, wenn sie kein Gerät zur Verfügung haben, Familienmitglieder täuschen oder auch ab und zu die Kontrolle verlieren, während sie im Internet surfen.

Umfrage

Wie beurteilst du deinen Umgang mit dem Internet?

  • Abstimmen

219

  • Vernünftig38%
  • Grenzgängig48%
  • Ich bin süchtig13%

Zudem zeigt der Bericht, dass Jugendliche mit einem problematischen Verhalten das Internet häufiger zur Unterhaltung nutzen, mehr fernsehen oder auch öfter Videogames spielen. Sie verbreiten überdies auch eher mediale Gewalt - oder sind selber schon Opfer von Cybermobbing geworden.

Smartphone Internet (Bild: Shutterstock)

Obwohl mit Smartphones und Tablets immer mehr digitale Inhalte konsumiert würden, nutzten fast 80 Prozent der Jugendlichen in der Schweiz das Internet «unproblematisch». Bild: Shutterstock

Offline lernen mit Konflikten umzugehen

Interessanterweise zeigt die Studie aber auch, dass suchtgefährdete Jugendliche bei den nonmedialen Freizeitaktivitäten nicht signifikant abfallen. Auch sie treffen sich mit Freunden und treiben Sport. Wichtig sei aber, diese Kinder vor problematischem Onlineverhalten zu schützen, schreiben die Forschenden.

Als Beispiele für solche «schützenden Faktoren» werden Musizieren, Basteln, Malen, Haustiere betreuen oder auch Tageszeitungen und Zeitschriften lesen genannt. Eltern sollten Aktivitäten fördern, bei denen sich die Jugendlichen als kompetent erleben, Anerkennung erhalten und Erfolge erleben, schreiben die Forschenden.

Besonders wenn es im «richtigen Leben» nicht so gut läuft, seien für Jugendliche «Likes» in sozialen Netzwerken oder erreichte Punkte in Games besonders anziehend, heisst es weiter. Mit Offline-Aktivitäten könnten die Kinder lernen, mit vorübergehenden Misserfolgen souverän umzugehen und schlechte Gefühle nicht mit medialem Konsum zu kompensieren.

Je mehr Geräte, desto grösser die Suchtgefahr

Der Bericht zeigt auch auf, dass die Anzahl der verfügbaren Medien einen grossen Einfluss auf das Onlineverhalten haben: Je mehr internetfähige Geräte in einem Haushalt rumliegen, desto grösser ist die Suchtgefahr. Betroffen sind vor allem Jugendliche, die oft mit ihrem Handy Filme schauen, fotografieren oder selber filmen.

Die Experten raten deshalb den Eltern, mit den Kindern immer Regeln zu erstellen, wie mit den verfügbaren Geräten umgegangen werden soll - und zwar schon vor der Anschaffung eines eigenen Smartphones oder Tablets.

Eltern als schlechte Vorbilder

Einmal mehr weisen die Forschenden zudem darauf hin, wie wichtig die Vorbildfunktion der Eltern sei. Kinder und Jugendliche schauten sich viel mehr von ihren Eltern ab, als diesen bewusst sei, heisst es. Es lohne sich deshalb, das eigene Medienverhalten zu reflektieren oder die Einschätzung der Kinder diesbezüglich einzuholen.

Die ZHAW befragt seit 2010 alle zwei Jahre im Auftrag der Swisscom über 1000 Jugendliche in den drei Sprachregionen der Schweiz zu ihrem Medienverhalten für die JAMES-Studie. Für den nun veröffentlichten Bericht nutzten die Forschenden Daten der Studie von 2016 und analysierten vertieft einzelne Aspekte. (whr/sda)

abspielen

Video: srf/SDA SRF

Das könnte dich auch interessieren:

Alle gegen Trump: Demokraten treten an zum ersten TV-Duell

Link zum Artikel

Wer in Europa am meisten Dreckstrom produziert – und wie die Schweiz dasteht

Link zum Artikel

25 Bilder von Sportstars, die Ferien machen

Link zum Artikel

Mit diesen 10 Apps pimpst du dein Smartphone zum Büro für unterwegs

Link zum Artikel

Holland ist aus dem Häuschen, weil diesem Schwimmer gerade Historisches gelang

Link zum Artikel

Schneider-Ammanns Topbeamter gab vertrauliche Infos an Privatindustrie weiter

Link zum Artikel

Weshalb die Ära Erdogan jetzt schneller vorübergehen könnte, als du denkst

Link zum Artikel

Das sind die besten Rekruten der besten Armee der Welt

Link zum Artikel

9 «Ratschlag»-Klassiker, die du dir in Zukunft einfach mal sparen kannst

Link zum Artikel

Christian Wasserfallen nicht mehr FDP-Vize – wegen der Klimafrage?

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Themen
5
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Zedipedi 12.07.2017 08:06
    Highlight Highlight Gemäss Studie zeigen 9 Prozent ein "problematisches (online-)Verhalten". Im Titel des Artikels steht, dass 9 Prozent "süchtig" sind. Frage an die Autoren: kann man "problematisch" mit "süchtig" gleichsetzen? Danke für die Klärung.
    • Willi Helfenberger 12.07.2017 09:03
      Highlight Highlight Es heisst im Text: und bei neun Prozent ist die Internetnutzung sogar «problematisch». Dies bedeutet etwa, dass sie Entzugserscheinungen haben, wenn sie kein Gerät zur Verfügung haben, Familienmitglieder täuschen...
      Entzugserscheinungen und Täuschung von Freunden oder Familienmitglieder sind meiner Meinung nach ein klares Zeichen für Sucht.
    • Zedipedi 12.07.2017 13:13
      Highlight Highlight Von (An-)Zeichen wie Entzugserscheinungen und Täuschung von Angehörigen kann man nicht ohne weiteres auf Sucht schliessen.

      Im James-Focus-Bericht (S.9) wird ausdrücklich vor solchen Schlüssen gewarnt: "bei etwas weniger als einem Zehntel geht man von einem problematischen Onlineverhalten aus, welches auf eine Onlinesucht hindeuten kann. Ein Test, wie bei dieser Studie zum Einsatz kam, ist lediglich als Screening-Verfahren zu betrachten und ersetzt keine klinische Diagnose. Daher sollte der Begriff Onlinesucht im Zusammenhang mit den aufgezeigten Ergebnissen vorsichtig verwendet werden."
  • Tyler Durden 11.07.2017 12:57
    Highlight Highlight Kleine Empfehlung an alle: Die App Moment trackt eure Zeit mit dem Smartphone. Echt krass, was für Resultate da rauskommen.
    • Knox420 11.07.2017 14:50
      Highlight Highlight Schliesse mich hier an für eine weitere Empfehlung. Für den Chrome Browser gibts den Web Timer als Erweiterung, sehr Interessant. Vor Allem wenn man wie ich das Ding schon paar Jahre laufen hat, kann man da nette Statistiken auslesen.

Bye-bye iTunes: Apple stellt das Programm wohl nach 18 Jahren ein

Kurz vor der Entwicklerkonferenz WWDC verdichten sich die Hinweise, dass Apple iTunes schon sehr bald Geschichte sein könnte. Nach 18 Jahren könnte der iPhone-Konzern am Montagabend sein neues Tool bekannt geben.

Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, hat Apple am Wochenende sämtliche Werbekanäle für iTunes abgeschaltet. Alle Postings auf der Facebook-Seite und bei Instagram wurden gelöscht. Wer eine Apple-Website mit «iTunes» im Namen aufsucht, wird umgeleitet. 

Dies wird als Signal gedeutet, dass Apple seine Medienverwaltung nach 18 Jahren nun wohl endgültig abschalten will. Welcher Dienst die iTunes-Bibliothek beerben soll, ist noch unklar. Am Montagabend beginnt die Apple-Entwicklerkonferenz …

Artikel lesen
Link zum Artikel