Tiere: Neu entdeckte Mini-Schnecken passen zu zehnt in ein Nadelöhr

28.09.15, 16:52

In China kriechen Landschnecken herum, deren Gehäuse mit blossem Auge kaum zu erkennen sind. Gleich sieben neue Arten haben Wissenschaftler dort gefunden - von einer der beiden kleinsten Arten würden fast zehn Exemplare in ein Nadelöhr passen.

Ihre Schale misst in der Höhe gerade einmal 0.86 Millimeter, berichten die Forscher aus Bern, Japan und Ungarn im Fachblatt «ZooKeys». Die Mikro-Schnecken gehören zu den kleinsten bisher bekannten Landschnecken.

Die Wissenschaftler um Barna Páll-Gergely von der Shinshu Universität in Matsumoto (Japan) entdeckten die Winzlinge beim Durchsieben von Bodenproben aus der Guangxi Provinz in Südchina. Lebende Exemplare fanden sie nicht, nur die Schneckenhäuser. Mit feinen Bürsten reinigten sie diese vorsichtig und untersuchten sie dann unter einem Mikroskop. Sie zählten die Windungen der Häuser und vermassen die Schalen.

Nicht einmal ein Millimeter

Die Vertreter der grössten neu entdeckten Art - Krobylos sinensis - massen demnach zwischen 2.2 und 2.7 Millimetern. Die beiden kleinsten Arten nannten die Forscher Angustopila dominikae und Angustopila subelevata.

Von der ersten Art fanden sie nur ein Exemplar. Dessen Schale war 0.86 Millimeter hoch. Im Durchschnitt nur einen Hundertstel Millimeter mehr massen die Häuser der acht Exemplare von Angustopila subelevata. Sie kamen auf eine Grösse von 0.87 Millimetern.

Lege man die Höhe der Schalen als Massstab zugrunde, gehörten die beiden Arten zu den kleinsten bekannten Landschnecken, schreiben die Forscher. Berechne man das Volumen der Häuser, gebe es allerdings noch kleinere Arten. Die kleinsten Schnecken überhaupt seien im Meer zu finden. Die marine Art Ammonicera minortalis etwa messe nur 0.32 bis 0.46 Millimeter.

«Die Untersuchung von Landschnecken mit winzigen Schalen ist wichtig, um die Artenvielfalt und die Naturgeschichte einzuschätzen und um eine Grundlage zu schaffen, die Entwicklung von Zwergwuchs bei wirbellosen Tieren zu untersuchen», schreiben die Wissenschaftler. An der Studie war auch Adrienne Jochum vom Naturhistorischen Museum Bern beteiligt. (sda/dpa)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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