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Tsunami-Opferzahl steigt auf 222 Tote –  keine Hinweise auf Schweizer Opfer



Bei der Tsunami-Katastrophe nach einem Vulkanausbruch in Indonesien ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 222 gestiegen. Mindestens 843 Menschen wurden verletzt, knapp 30 werden noch vermisst, wie die Katastrophenschutzbehörde am Sonntag in Jakarta mitteilte.

Das Ausmass der Zerstörung wurde am nächsten Tag sichtbar.

Die Flutwellen waren mitten in der Urlaubssaison über beliebte Touristenstrände hereingebrochen. Getroffen wurden Küstenstriche zu beiden Seiten der als Sundastrasse bekannten Meerenge zwischen Sumatra und Java.

Schockierendes Video: Tsunami trifft Rockkonzert

Bisher keine Hinweise auf Schweizer Opfer

Zurzeit gibt es weder beim EDA noch bei Schweizer Reiseveranstaltern Hinweise, dass sich unter den Opfern der Tsunami-Katastrophe auf den indonesischen Inseln Sumatra und Java auch Schweizer Staatsangehörige befinden könnten.
Dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) lägen derzeit keine Informationen über allfällige Schweizer Opfer vor, teilte EDA-Sprecher Pierre-Alain Eltschinger am Sonntag der Agentur Keystone-SDA mit. Die Schweizer Vertretung in Jakarta stehe im Kontakt mit den zuständigen indonesischen Behörden. Abklärungen seien im Gang.

Der Reiseveranstalter Hotelplan Suisse habe derzeit «glücklicherweise» keine Kunden an den fraglichen Küstenstreifen vor Ort, erklärte Mediensprecherin Prisca Huguenin auf Anfrage. Bei den betroffenen Orten handle es sich nicht um Massendestinationen. Die Gegend werde eher individuell bereist.
Auch Markus Flick, Mediensprecher von DER Touristik Suisse AG, erklärte auf Anfrage, die betroffenen Gebiete seien zwar bei Einheimischen beliebt, aber keine klassischen Ziele für ausländische Touristen. Entsprechend führe die DER Touristik Suisse AG, die mit Kuoni, Helvetic Tours und zehn Spezialveranstaltern im Reisemarkt tätig ist, keine Angebote in der vom Erdbeben betroffenen Region. (sda)

Laut der Indonesischen Agentur für Geophysik war die Ursache vermutlich ein Ausbruch des in der Meeresenge liegenden Vulkans Anak Krakatau, der wiederum einen Unterwasser-Erdrutsch zur Folge hatte.

epa07235210 Mount Soputan spews hot ash and lava into the air in Minahasa, North Sulawesi, Indonesia, 16 December 2018. According to local media reports, an exclusion zone of four kilometers has been set up after Mount Soputan volcano erupted.  EPA/UNGKE PEPOTOH

Der Vulkan Krakatoa brach am 16. Dezember aus. Die Behörden vermuten einen Zusammenhang zwischen dem Ausbruch und dem Tsunami. Bild: EPA/EPA

Hochsaison für Touristen

Demnach ereignete sich die Eruption am Samstagabend um 21.03 Uhr (Ortszeit), 24 Minuten später sei der Tsunami auf Land getroffen. Verschlimmert wurde die Situation dadurch, das gleichzeitig Flut herrschte, wie Katastrophenschutz-Sprecher Sutopo Nugroho erklärte.

Nach seinen Worten kamen sowohl in der zu Sumatra gehörenden Provinz Lumpang auf der nördlichen Seite der Sundastrasse Menschen zu Tode als auch in Javas Provinz Banten, die südlich der Meeresenge liegt und an die indonesische Hauptstadt Jakarta grenzt.

Einige der am heftigsten getroffenen Gegenden befinden sich in Banten, wo es viele Strandunterkünfte für Touristen gibt. Alleine hier starben nach Angaben von Nugroho 126 Menschen. Angesichts der Urlaubssaison herrschte dort Hochbetrieb.

Nugroho zufolge wurden mindestens 430 Häuser, neun Hotelanlagen, zehn Schiffe und Dutzende Autos beschädigt. Schwere Tsunami-Schäden wurden unter anderem vom Urlauberstrand Carita gemeldet. Nugroho verbreitete über seine Twitter-Seite Videoaufnahmen, auf denen Trümmerhaufen vor zerstörten Häusern und völlig demolierte Autos zu sehen waren.

Immer wieder Tsunamis

Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Für die Einwohner sind Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche keine neue Erfahrung. Der Inselstaat hat so viele aktive Vulkane wie kein anderes Land der Welt.

Beim Mega-Tsunami an Weihnachten 2004 starben dort mehr als 160 000 Menschen, so viele wie nirgendwo sonst in der Region. Insgesamt kamen damals in den östlichen Anrainerstaaten des Indischen Ozeans etwa 230 000 Menschen ums Leben.

Vor knapp drei Monaten wurde die bei Urlaubern beliebte indonesische Insel Sulawesi von einem schweren Erdbeben und einem dadurch ausgelösten Tsunami heimgesucht, der mehr als 2200 Menschen das Leben kostete. Damals machte sich unter vielen Indonesiern Verbitterung breit über die aus ihrer Sicht zu langsame Reaktion der indonesischen Behörden auf die Katastrophe. (sda/dpa)

Bilder vom September:

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Drohnenbilder zeigen Ausmass der Tsunami-Zerstörung:

Video: srf

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