Gesellschaft & Politik
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Aufruf ehemaliger Staatschefs

Kofi Annan und Ruth Dreifuss fordern die Liberalisierung der Drogenpolitik

Eine Gruppe von Ex-Staatschefs um den früheren UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat weltweit eine Liberalisierung der Drogenpolitik gefordert. Im Sinne der Menschlichkeit müsse im Kampf gegen Rauschgift die Gesundheit, nicht die Strafverfolgung im Vordergrund stehen. Mit dabei ist auch die frühere SP-Bundesrätin Ruth Dreifuss.

Der juristische Kampf gegen Drogen sei gescheitert, heisst es in einem am Dienstag bei den Vereinten Nationen in New York veröffentlichten Appell. Wichtiger sei es, die gesundheitlichen Folgen zu lindern und die Gewinne der Drogenhändler zu beschneiden.

President of the Federal Council Hans-Peter Tschudi (Social Democrats) overcomes an obstacle on the government trip on July 8, 1970, on Mount Kronberg above Gonten, an obstacle circumvented by Tschudi's colleagues Ernst Brugger, Nello Celio, spokesperson Huber and Pierre Graber (from left to right). (KEYSTONE/Beat Saager)

Bundespraesident Hans-Peter Tschudi (SP) ueberspringt am 8. Juli 1970 auf der Bundesratsreise auf den Kronberg oberhalb Gonten ein Hindernis, das seine Kollegen Ernst Brugger, Nello Celio, Bundeskanzler Huber und Pierre Graber, von links nach rechts, seitlich umgehen. (KEYSTONE/Beat Saager)

Die ehemalige Gesundheitsministerin Ruth Dreifuss während ihrer Zeit als Bundesrätin (Archivbild). Bild: KEYSTONE

Opiate als Schmerzmittel zulassen

«Mehr als acht Prozent der Menschheit tragen jeden Tag an der Bürde eines vermeidbaren Schmerzes», heisst es im Aufruf. Schmerzmittel, auch auf Opiate basierende, könnten dieses Problem lindern.

Weil der Kampf gegen Drogen auch diese Schmerzmittel betreffe, müsse die Antirauschgiftpolitik verändert werden. Stattdessen sollten die Regierungen ein von der Weltgesundheitsorganisation zu beaufsichtigendes Programm starten, um solche Medikamente sicher in den Umlauf bringen zu können.

Die Unterzeichner forderten auch, die Nutzung von Drogen nicht länger zu «kriminalisieren». Derartige Verbote würden das Verhalten der Menschen nicht ändern.

Dreifuss: Kriminelle zurückdrängen

Alt Bundesrätin Ruth Dreifuss, die ebenfalls zur Kommission zählt, sagte laut einer Mitteilung, die Regulierung der ganzen Kette, von der Produktion bis zum Verkauf von Drogen, erlaube ein Zurückdrängen der kriminellen Organisationen. Zudem würden damit Qualitätsstandards gesichert und die Gesundheit geschützt.

Zu den Mitgliedern der Kommission gehören neben Dreifuss die früheren Staatspräsidenten Ernesto Zedillo (Mexiko), Fernando Henrique Cardoso (Brasilien), Jorge Sampaio (Portugal), Ricardo Lagos (Chile) und Griechenlands Ex-Ministerpräsident George Papandreou, der frühere US-Aussenminister George Shultz, der ehemalige EU-Aussenbeauftragte Javier Solana, Literatur-Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa und der Unternehmer Richard Branson. (trs/sda/dpa)



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    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 09.09.2014 10:18
    Highlight Highlight Legalisierung, um den illegalen Handel zu regulieren. Günstiger Preis, kontrollierte Qualität, bessere Verfügbarkeit, Abgabekontrolle durch Staat, Steuersubstraht für Staat. Ein Versuch wert. Die harten und chemisch gepanschten Drogen werden weiterhin illegal gehandelt.
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  • Bowell 09.09.2014 07:30
    Highlight Highlight Das Beste wäre eine weltweite Legalisierung aller Drogen. Damit ist den Drogenkartellen das Wasser abgegraben, der Staat kann Steuern erheben und die Prävention bezahlen. Denn heute gibt die Allgemeinheit gleich doppelt Geld aus - für die Behandlung von Drogensüchtigen und den Kampf gegen Drogen.
    5 1 Melden

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