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Im Toggenburg sollen sich 5000 Neonazis getroffen haben



In Unterwasser, im st.gallischen Toggenburg, ist in der Nacht auf heute ein Konzert rechtsgerichteter Bands durchgeführt worden. Dieses fand in der Tennis- und Eventhalle Unterwasser statt und es war von den Behörden bewilligt, wie die Polizei sagt.

Auch watson-User markus-meint berichtet von den Konzertteilnehmenden, die er von seinem Hotelbalkon aus habe sehen können. Demnach hätten zahlreiche Gruppen auf ihrem Weg zum Anlass Parolen wie «Sieg Heil» oder «Heil Hitler» skandiert.

Laut der Organisation «Antifa Bern» soll es sich dabei um ein Treffen von Neonazis gehandelt haben. Dies bestätigt die Kantonspolizei St.Gallen nicht. Es sei ein Fest gewesen, das unter dem Namen Rockoktoberfest über die Bühne gegangen sei. Um 2 Uhr sei es zu Ende gewesen. 

Gemäss der Polizei waren 5000 Besucher anwesend. Die Polizei war präsent mit Patrouillen. Von verbotenen Aktivitäten habe sie keine Kenntnis. Im Lokal waren allerdings keine Beamten. Den Behörden sei nichts über mögliche Verstösse gegen die Rassismus-Strafnorm zu Ohren gekommen.

Offenbar war der Anlass zuerst in Deutschland geplant. Die Mail-Adresse sagt einiges über den Event aus.

Es traten die Bands «Stahlgewitter», «Frontalkraft» und «Amok» auf. Von «Stahlgewitter» gibt es Alben mit Titeln wie «Germania über alles» oder «Auftrag deutsches Reich». Letzteres ist in Deutschland indiziert. Die Schweizer Band «Amok» wandelte den Song «Tage wie diese» der Band Die Toten Hosen in eine Neonazi-Hymne um und spielt Titel wie «Linke Fotze».

Einer der grössten Neonazi-Events aller Zeiten

Die Organisatoren des Anlassen stammen gemäss Antifa-Informationen aus dem Umfeld der internationalen Neonazi-Organisation «Blood & Honour». Anzunehmen sei, dass der wegen Drohung, Rassendiskriminierung und Waffenbesitz vorbestrafte Sänger von Amok unter den Organisatoren sei.

Der Anlass ist gemäss Antifa mit seinen bis zu 5000 Besuchern einer der grössten Neonazi-Events in der Schweizer Geschichte. Die Besucher seien aus ganz Europa angereist. Extreme Rechte nutzten Konzerte als Vernetzungsplattformen und zur Nachwuchsrekrutierung. Zudem werde durch den Billettverkauf und den Absatz von Tonträgern viel Geld generiert.

Antifa zeigte sich erstaunt, dass der Anlass mit Einwilligung der Behörden stattfinden konnte, obwohl bei früheren Konzerte nachweislich gegen die Rassismus-Strafnorm verstossen worden sei. Auch dass so viele extreme Rechte ungehindert und teils in Reisebussen einreisen konnten, erstaunt die Organisation.

Bereits 2013 hatte es in der Nähe von Unterwasser, in Ebnat-Kappel, ein Neonazi-Konzert gegeben. Damals kamen allerdings nur etwa 330 Besucher. Zuvor hatten die Behörden von Gossau ZH den Veranstaltern eine Absage erteilt. (feb/lub/sda) 

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