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«Wir halten zusammen»: Eine Schweizerin berichtet aus dem überfluteten Australien

Von sintflutartigen Regenfällen heimgesucht, kämpft der Südosten Australiens seit Tagen mit Überschwemmungen. Die Walliserin Lena Rothe erzählt ihre Geschichte: «Ich dachte ich würde sterben.»

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Agathe Seppey
Agathe Seppey



«Es hat seit eineinhalb Jahren nicht mehr geregnet. Und jetzt wird das alles aufgeholt». Es geht ihr gut, Lena Rothe. Auch wenn sich ihr Garten in einen kleinen See verwandelt. Auch wenn der Himmel schon seit Tagen sintflutartige Regenfälle auf ihr Gebiet prasseln lässt. Sie lächelt über Skype und verspricht uns, dass die Stimmung drüben gut sei. Trotz allem.

Die starken Regenfälle treffen den Südosten Australiens. Überschwemmungen, Evakuierungen, ein überlaufender Damm, Schulschliessungen: Die Lage ist historisch und beunruhigend. Am stärksten betroffen sind Gebiete in New South Wales, welche nördlich von Sidney liegen.

Lena Rothe lebt in Byron Bay, 800 km nördlich von Sydney. Es giesst seit Tagen in Strömen.

Lena Rothe wohnt in Byron Bay, 800 km nördlich von Sydney. Bereits seit Tagen schüttet es wie aus Eimern. Bild: zvg

Ein Meter Wasser

Lena lebt nicht im Zentrum der Katastrophe. Wohnhaft am Meer in Byron Bay, ungefähr 800 km nördlich von Sydney, beschreibt sie dennoch eine aussergewöhnliche Situation. «Überall bilden sich Flüsse. Durch die Gezeiten wird dieses Phänomen noch verschlimmert, da der Ozean ansteigt und wieder sinkt.»

Vor Ort sagen sie, sie hätten den Himmel seit 10 bis 15 Jahren nicht mehr so weinen gesehen. Dennoch sei die Regensaison berüchtigt. «Manchmal liegt das Wasser bis zu einem Meter hoch. Vor einer Woche war mein Garten komplett vollgeregnet und eine grosse Strömung hat alles mitgerissen. Einen Moment lange dachte ich sogar, ich würde sterben»

Überschwemmung auf der Strasse

Bild: zvg

Lenas Freunde, die in gefährlichen Gebieten wohnen, erleben eine Katastrophe. «Sie sitzen in ihren Häusern fest und es scheint ziemlich verrückt zu sein.»

«Hier sind Naturgefahren etwas Alltägliches»

Die Walliserin erklärt dennoch, dass die Angst in ihrer Region nicht siege. Grosse Stürme und Zyklone gehören in Australien schlicht dazu: «Die Menschen haben ein anderes Verhältnis zu Naturgefahren als in in der Schweiz. Hier gehören sie zum täglichen Leben

Dies beweist sie mit diesem Foto von ihrem Lieblingscafé, wo die Menschen beinahe entspannt an ihrem Latte nippen.

Überschwemmung vor dem Café

Bild: Instagram @sparrowcoffeeco

Um den bestmöglichen Schutz gewährleisten zu können, werden die Bürgerinnen und Bürger von einer staatlichen Wetter-App gewarnt. Es wird ihnen geraten vorsichtig zu sein, das Haus nicht zu verlassen. Wenn der Himmel will, wird es am Donnerstag aufhören zu regnen.

Gemeinsam ist man stärker

Ende 2019 hat Lena bereits die tragischen Buschbrände miterlebt, welche ihre Wahlheimat in Mitleidenschaft gezogen hatten. Dann wurde das Land von der Pandemie heimgesucht, bevor diese schliesslich den kolossalen Regenfällen wich (Australien ist tatsächlich seit einigen Wochen coronafrei).

Konfrontiert mit Krisen stellt die Schweizerin fest, dass die Stimmung durch das Gemeinschaftsgefühl aufrechterhalten wird. «Sobald hier ein aussergewöhnliches Ereignis eintritt, setzen wir uns zusammen und finden eine Lösung. Wir halten zusammen. Und wir geraten nicht in Panik.»

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