Russland

Russische Hooligans liefern sich Scharmützel mit Engländern im Hafen von Marseille.
Bild: JEAN-PAUL PELISSIER/REUTERS

Russische Hooligans bei der EM: «Ultraschnelle, ultraharte Gewalt»

Eine Gruppe von 150 russischen Hooligans soll für viele der Krawalle in Marseille verantwortlich sein – so die französische Staatsanwaltschaft. Die Täter seien sehr gut vorbereitet gewesen.

13.06.16, 13:32 13.06.16, 15:06

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Die offizielle Vereinigung englischer Fussballfans (Football Supporters Federation) hat jegliche Verantwortung für die Krawalle von Marseille zurückgewiesen. Stattdessen beschuldigte sie russische Fans ebenso wie französische Ultras und Jugendbanden, die Ausschreitungen provoziert zu haben. Die Engländer hätten sich lediglich gewehrt.

Die Anschuldigungen hätten mit den wirklichen Geschehnissen nicht das Geringste zu tun, hiess es in einer Stellungnahme. Zwar seien nicht alle Fans der «Three Lions» Engel, doch sei «keiner der Vorfälle» von englischen Anhängern initiiert worden. Vorwürfe gab es auch gegen die Polizei, die «nichts getan hat, um die Lage zu beruhigen». Mit dem Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern hätte sie auch Unschuldige getroffen.

Die Auseinandersetzungen zwischen russischen, englischen sowie französischen Fans in der Hafenstadt Marseille hatten sich im Vorfeld der Partie zwischen England und Russland über drei Tage hingezogen. Am Samstagabend im Stadion stürmten russische Hooligans dann einen Block von England-Fans. (Hier finden Sie Hintergründe zu den Vorfällen.)

Strassenschlachten von Marseille

Gruppe von 150 Personen

Frankreichs Generalstaatsanwalt Brice Robin präsentierte nun neue Ermittlungsergebnisse. Demnach sei eine grosse Gruppe russischer Hooligans für viele der Ausschreitungen verantwortlich gewesen, Robin spricht von 150 Personen, die für «ultraschnelle, ultraharte Gewalt» sehr gut vorbereitet gewesen sein sollen.

Auch einige Engländer waren demnach für Gewalt verantwortlich. Es habe 20 Festnahmen gegeben, sagte Robin, zehn von ihnen, sechs Briten, ein Österreicher und drei Franzosen, sollen schnell vor Gericht gestellt werden. Noch am Montag soll ihnen der Prozess gemacht werden. Von den russischen Hooligans sei kein einziger gefasst worden.

Täter nicht identifiziert

Insgesamt wurden bei den Ausschreitungen 35 Personen verletzt, gab der Staatsanwalt bekannt. Bei den meisten soll es sich um Briten gehandelt haben. Ein Mann befindet sich weiterhin in einem «kritischen», aber inzwischen stabilen Zustand. Der Engländer sei von einer Eisenstange «wahrscheinlich am Kopf» getroffen worden, hatte die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Die Täter seien bislang nicht identifiziert.

Die UEFA hat sowohl Russland als auch England bereits mit dem EM-Ausschluss gedroht, sollten sich die Krawalle wiederholen. Kein ausgeschlossenes Szenario: Am kommenden Mittwoch spielt Russland gegen die Slowakei in Lille, einen Tag später trifft England in Lens auf Wales.

Zwischen beiden Städten liegen gerade einmal knapp 30 Kilometer.

bka/sid/dpa/AP/Reuters

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 13.06.2016 17:02
    Highlight Und wann schreibt der Schmiergel über die Deutschen Hooligans die Ukrainer verprügelten? Oder lässt sich damit weniger gut Propaganda betreiben? :)
    14 12 Melden
    • jMe 13.06.2016 23:27
      Highlight ist das so?
      1 1 Melden
  • emptynetter 13.06.2016 15:51
    Highlight wenn sogar die Engländer flüchten vor den Russen, heisst das doch schon was.
    11 4 Melden
  • Lowend 13.06.2016 15:28
    Highlight Irgendwas war da komisch, denn wenn ich mir die durchtrainierten und extrem gut organisierten Russen ansehe, von denen notabene keiner gefasst wurde und dagegen die bierbäuchigen, betrunkenen Engländer betrachte, dann kann ich kaum glauben, dass die Engländer Urheber dieser chaotischen Zustände waren. Auch das Verhalten und vor allem der Zeitpunkt der Angriffe der Russen im Stadion zeigt eine generalstabsmässige Organisation, wogegen die Engländer eher wie die flüchtenden Opfer wirken. Klar sind die Engländer keine Chorknaben, aber was die Russen hier abgeliefert haben, ist nur verachtenswert!
    52 4 Melden
  • Radiochopf 13.06.2016 14:31
    Highlight Schlimm wenn die EM für Politik missbraucht wird.. 150 russische Hooligans kriegen die französische Polizei nicht in den Griff und von den tausenden englischen Hooligans wird natürlich nicht geredet, weil die nicht organisiert waren und vorallem friedlich oder wie? Echt lächerlich und einseitig wiedermal...
    8 72 Melden
    • ElendesPack 13.06.2016 14:39
      Highlight Tausende englische Hooligans? Im Ernst?
      Bei denen dürfte es auch so 150 - 300 aktive Gewalttäter geben und kaum mehr, da es etliche englische Hools gibt, die bei solchen Turnieren Meldepflicht bei ihrem lokalen Polizeiposten haben und somit gar nicht ausreisen können/dürfen.
      38 2 Melden
    • fuegy 13.06.2016 14:41
      Highlight Von Dir aus aber auch einseitig, den Fehler bei den anderen zu suchen, nicht bei den Russen...
      Es gibt sehr eindrückliche Dokus über die Hooligan Szene in Osteuropa inkl. Russland, teilweise mehr als nur beängstigend. Gut organisiert mit unendlichem Gewaltpotential.
      46 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 13.06.2016 14:43
      Highlight Was erwartest Du auch vom SPON. Beim schwierig zu findenden Artikel über deutsche Hooligans, welche Ukrainer angriffen musste der SPON dann dafür immer wieder relativieren und erwähnen, dass tausende Fans friedlich zusammen gefeiert hätten. Das war selbstverständlich auch bei England-Russland so, wird aber nicht erwähnt.
      11 17 Melden
    • Pana 13.06.2016 15:34
      Highlight Die Aggressionen gingen nicht von den Engländer aus, das wurde von verschiedenen Stellen bestätigt.
      24 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 13.06.2016 15:57
      Highlight @Pana: Das tönte aber bei den ersten Twitter usw. Augenzeugen berichten noch anders...

      Das passend "nach" zu "richten" dauert dann immer eine Weile...
      3 6 Melden
    • silverback 13.06.2016 17:04
      Highlight @Pana: in anderem Artikel bei Watson folgende Bildunterschrift: «Es kam jedoch kaum zu Auseinandersetzungen zwischen russischen und englischen Fans. Vielmehr legten sich die Engländer mit Einheimischen an.»

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      5 3 Melden

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