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Belarus weitet Todesstrafe aus – der Vorwurf eines versuchten Terroranschlags genügt

18.05.2022, 20:15

Die autoritär geführte Ex-Sowjetrepublik Belarus hat die Anwendung der Todesstrafe ausgeweitet und dafür international Kritik geerntet. Die von Machthaber Alexander Lukaschenko am Mittwoch angenommenen Gesetzänderungen sehen vor, dass Menschen nun auch für den Vorwurf eines versuchten Terroranschlags zum Tode verurteilt werden können.

Lukaschenko hat ein heftig kritisiertes Gesetz angenommen.
Lukaschenko hat ein heftig kritisiertes Gesetz angenommen.Bild: sda

US-Aussenminister Antony Blinken kritisierte, durch die Gesetzesänderung könnte auch «pro-demokratischen Aktivisten und denjenigen, die sich Russlands Krieg in der Ukraine widersetzen», die Todesstrafe drohen. «Das Lukaschenko-Regime setzt die Unterdrückung der Demokratie- und Antikriegsbewegung in Belarus fort, auch durch Gewalt und diese jüngsten Änderungen der Strafgesetze.»

In Blinkens Mitteilung hiess es, das Lukaschenko-Regime habe gegen viele der mehr als 1100 politischen Gefangenen politisch motivierte Anklagen wegen «Extremismus» und «Terrorismus» erhoben. Unter solchen Vorwürfen seien zudem Zehntausende weitere Menschen festgenommen worden. Dabei handele es sich um Bürger, die ihre Grundfreiheiten ausüben wollen - «friedliche Demonstranten, Mitglieder der Zivilgesellschaft, Journalisten, politische Gegner und diejenigen, die verhaftet wurden, weil sie sich gegen den ungerechtfertigten Krieg Russlands gegen die Ukraine und die unterstützende Rolle von Belarus dabei ausgesprochen haben».

Der als «letzter Diktator Europas» kritisierte Lukaschenko hat immer wieder Menschen, die seit 2020 gegen seine mutmasslich gefälschte Wiederwahl protestierten, als «Terroristen» bezeichnet. Der 67-Jährige gilt als enger Verbündeter des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Zwar beteiligt sich Belarus nicht mit eigenen Soldaten an Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine, der russische Angriff erfolgte aber teils auch von belarussischem Territorium aus. (saw/sda/dpa)

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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Päule Freundt
18.05.2022 20:38registriert März 2022
Ich verstehe, wenn die belarussische Bevölkerung nun wirklich keinen ‚Mucks‘ mehr machen wird. - Was für ein grauenhafter, künstlicher Staat. Wären die Grenzen nicht geschlossen, würden Menschen aus Weissrussland zu fliehen versuchen.
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Cpt. Jeppesen
18.05.2022 22:12registriert Juni 2018
Eigentlich kann man nur hoffen Lukaschenko wird eines Tages Opfer seines eigenen Gesetzes. Schliesslich terrorisiert er die Bevölkerung.
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mMn
18.05.2022 21:59registriert September 2020
Belarus, das neue Nordkorea😔
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WM ohne Russland und Weissrussland – aber ist der Preis für die WM 2023 zu hoch?
Es ist vollbracht: Russland und Weissrussland sind von sämtlichen Turnieren des Jahres 2022 ausgeschlossen. Also auch für die WM in Finnland. Aber der Internationale Verband wagt es noch nicht, den Russen die WM 2023 in St.Petersburg zu entziehen. Weil es ans eigene Portemonnaie geht.

Wer Russland und Weissrussland bei den verschiedenen Turnieren und vor allem bei der WM in Finnland ersetzt, ist noch offen. Geplant ist die Nomination von Österreich und Frankreich. Vorerst hat die Schweiz noch keinen Gegner für die WM-Partie vom 22. Mai gegen Russland. Voraussichtlich wird es Österreich sein. Das IIHF-Sportkomitee entscheidet in der Sache. Betroffen sind auch mehrere Titelturniere der Juniorinnen und Junioren. Die Sanktionen beschränken sich vorerst auf das Jahr 2022.

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