Eishockey
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Um 01.34 Uhr wird in Moskau der Siegtreffer bejubelt. bild: khl

Jokerit siegt in der 5. Verlängerung nach 142 Minuten Eishockey 😱

23.03.18, 07:45 23.03.18, 08:08

Seit dieser Saison werden die Playoff-Partien in der Schweiz ohne Penaltyschiessen ausgetragen. Unfassbar lange dauerte bislang noch kein Spiel, den Schweizer Rekord stellten vorgestern Olten und Langenthal (3:2 n.V.) mit 87:24 Minuten auf.

Für eine neue KHL-Bestmarke sorgten in der Nacht auf heute Jokerit Helsinki und ZSKA Moskau. Die Finnen gewannen in der fünften Verlängerung, Mika Niemi erzielte nach 142 Minuten und 9 Sekunden den Treffer zum 2:1-Sieg. Das Match-Telegramm liest sich wie ein Binärcode:

1:1, 0:0, 0:0, 0:0, 0:0, 0:0, 0:0, 0:1.

Die Erlösung: Niemis Siegtor. Video: streamable

Entscheidung mehr als sechs Stunden nach Spielbeginn

142 Minuten und 9 Sekunden – das entspricht beinahe zweieinhalb regulären Eishockey-Partien. Kein Wunder, dass viele Zuschauer den ZSKA-Eissportpalast irgendwann verliessen: In Moskau war es zum Zeitpunkt des Siegtreffers 01.34 Uhr. Begonnen hatte das Spiel über sechs Stunden zuvor um 19.30 Uhr.

Riesending! Kirill Kaprissow, der den Olympia-Final mit seinem Tor in der Verlängerung entschied, gleicht für ZSKA aus.

Zweiter Held des Spiels bei den Finnen neben Torschütze Niemi war der Goalie. Karri Rämö, einst der Konkurrent von Jonas Hiller in Calgary, stoppte 83 von 84 Schüssen auf seinen Kasten, was ebenfalls einen neuen KHL-Rekord darstellt.

In der 4. Verlängerung trifft ZSKA – aber das Tor wird aberkannt, weil Rämö bei einem Zusammenprall die Maske verlor. Video: streamable

Kein Vergleich mit dem Weltrekord

Der alte KHL-Rekord stammte aus dem Jahr 2014, als Donbass Donezk nach 126:14 Minuten gegen Lev Prag siegte. Jokerits Verteidiger Petteri Wirtanen stand schon in jener Partie auf Seiten der Sieger im Einsatz.

Gegen den Weltrekord verblassen aber selbst solche Zahlen. Den stellten am 12. März 2017 in Norwegen die Storhamar Dragons und die Sparta Warriors auf. Die Partie wurde erst in der achten Verlängerung nach 217:14 Minuten entschieden.

Niemis Tor in Moskau beendete zwar eine epische Partie, verlängerte dafür aber die Serie. Jokerit verkürzte in der Viertelfinalserie gegen ZSKA auf 2:3. Weiter geht's schon morgen, vielleicht nicht ganz ausgeruht, in Helsinki.

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • elbrujo_ 23.03.2018 13:03
    Highlight Und genau darum wird in der NHL das Ganze im 3vs3 ausgetragen. Bei 5vs5 will man halt einfach keinen Gegentreffer kassieren und kann dies auch besser kontrolliwren als bei 3vs3...
    1 5 Melden
    • Adrian Buergler 23.03.2018 13:49
      Highlight @elbrujo_: In der NHL wird auch nur während der Regular Season 3vs3 gespielt. Ab den Playoffs ist es dasselbe Format wie in der KHL oder neu in der National League.
      8 0 Melden
    • elbrujo_ 23.03.2018 18:49
      Highlight Danke und sorry. Hani nöd gwüssd gha bes jetzt & mich au nie deum kümmeret es z wüsse.
      3 1 Melden
  • Willy Tanner 23.03.2018 09:18
    Highlight Die Verlängerung sollte bis zum bitteren Ende ausgetragen werden, das finde ich schon richtig. Allerdings müsste dies immer mit 3 gegen 3 geschehen!
    26 7 Melden
  • Goon 23.03.2018 08:26
    Highlight Ich frag mich ob diese Regel witklich gut ist mit dem Ausspielen. Diese zwei Manschaften werden körperlich ziemlich am Anschlag sein und in der nächsten Runde sicherlich einen Nachteil wegen diesem einen Spiel haben. Einen Sieg errungen aber zu einem hohen Preis
    21 20 Melden
    • chnobli1896 23.03.2018 09:11
      Highlight Sehe deinen Punkt, aber es ist ja für beide Teams das Selbe (innerhalb der Serie) und zwischen zwei Serien liegen in der Regel mehr als 2 Tage, das sollte zum auskurieren reichen..
      12 3 Melden
    • Goon 23.03.2018 09:30
      Highlight Mit nächster Serie meine ich die nächste PO-Runde. Und solch ein Spiel kann man nicht innert einiger Tage auskurieren.
      12 4 Melden
    • HabbyHab 23.03.2018 10:38
      Highlight Dass es so lange dauert, ist wirklich höchst selten.
      10 1 Melden
    • Lümmel 23.03.2018 12:13
      Highlight @Goon: da bin ich völlig deiner Meinung. Dazu kommt noch dass es ja auch für die Fans nicht wirklich attraktiv ist wenn man dann um halb 1 am morgen zum fünften mal wartet dass die Drittelspause zu ende ist und das Spiel weiter geht.
      Man könnte ja 3 gegen 3 Spielen. Da wäre die Chance grösser dass die Entscheidung herbeigeführt wird.
      7 2 Melden
  • kupus@kombajn 23.03.2018 08:22
    Highlight Ich habe das Spiel ja nicht gesehen, aber wie hoch kann die Spielqualität dann noch sein? Vielleicht haben einige Zuschauer nicht wegen der späten Stunde verlassen, sondern weil das Spiel irgendwann eher einer Moskito- als einer KHL-Playoff-Partie glich?

    Ein Playoff-Spiel wegen einem verschossenen Penalty zu verlieren, ist ja schon nicht das gelbe vom Ei, aber man muss es halt auch einmal gut sein lassen. Penaltyschiessen ja, aber vielleicht die Verlängerung noch etwas verlängern. Nur unendlich soll sie nicht sein. So nach ca. 20 Min. Verlängerung müsste dann wohl mal gut sein.
    16 22 Melden
    • Entenmann 23.03.2018 08:52
      Highlight Bin ganz Ihrer Meinung. Kommt dazu, dass im Eishockey viel weniger Penalties verwertet werden als im Fussball. Darum macht kaum jemand einem "Penaltyversager" (wie z.B. Streller gegen die Ukraine) einen Vorwurf. Umgekehrt kann man sich an die Helden (Krutow beim ZSC, Krüger beim SCB) unter Umständen noch lange erinnern. Dagegen dürfte sehr genau registriert werden, wessen Fehler in der x-ten Verlängerung zur Niederlage führte...
      3 16 Melden

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