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Die beiden Hoden «Ant» und «Dec» wollen auf die Kampagne #FeelingNuts aufmerksam machen.
Die beiden Hoden «Ant» und «Dec» wollen auf die Kampagne #FeelingNuts aufmerksam machen.screenshot: youtube/check one two
#CheckYourSelfie und #FeelingNuts

«Lustige Kampagnen nehmen den Menschen die Angst, zum Arzt zu gehen»

«Fasst eure Brüste an» und «Greift euch zwischen die Beine»! Mit dieser Art von Aufrufen wird derzeit im Internet die Krebsprävention zum Thema gemacht. Doch was bringen solche Kampagnen überhaupt?
10.10.2014, 20:0511.10.2014, 12:06

Anfang dieses Monats wurde zum Welt-Brustkrebstag ein Video in den Umlauf gebracht, bei dem gezeigt wurde, wie oft einer Frau in den Ausschnitt gestarrt wird. Die Message dahinter: Vergiss nicht, deine Brüste selber regelmässig abzuchecken. Inzwischen wurde das Video knapp sieben Millionen Mal angeschaut. Auf Twitter wurde die Kampagne unter dem Hashtag #CheckYourSelfie weiterverbreitet.

Das entsprechende Pendant für Männer heisst #FeelingNuts. Bei dieser Kampagne geht es um die Früherkennung von Hodenkrebs. Bereits Ende August twitterten Prominente wie der britische Komiker Ricky Gervais Fotos von sich, auf welchen sie gerade dabei sind, sich zwischen die Beine zu greifen. Das folgende Video hat die Kampagne nun aufs Neue angeheizt.

Die beiden animierten Hoden «Ant» und «Dec» wollen in ihrem Video zeigen, wie gefährlich ihr Leben ist. Auch sie möchten gerne geschützt werden. Am Ende des Clips rufen sie die Männer auf, bei der Selfie-Kampage mitzumachen. Im Moment erscheinen auf Twitter alle paar Minuten neue Einträge mit dem Hashtag #FeelingNuts:

Doch was können Aktionen dieser Art tatsächlich bewirken? «Bei solchen Kampagnen hofft man immer, dass sie eine Auswirkung auf das Verhalten der Menschen haben, aber ob es tatsächlich so ist, ist schwer messbar», erklärt Nicole Bulliard von der Krebsliga Schweiz.  

Die Aufmerksamkeit auf Gesundheitsfragen zu lenken, sei aber grundsätzlich immer gut. «Und wenn die Art und Weise, mit der man die Aufmerksamkeit weckt, humorvoll ist, dann hat es noch einen Vorteil: Es nimmt die Angst vor der Sache und vielleicht auch die Angst davor, zum Arzt zu gehen.»

Ein kleineres Beispiel aus der Schweiz

Auch die Krebsliga Schweiz hat in diesem Jahr versucht, mit einer humorvollen Herangehensweise auf ein Problem aufmerksam zu machen: «Das Video war Teil unserer Darmkrebsinformation im März 2014. Es ist vor allem auf Facebook und Social Media verteilt worden», so Bulliard. Ziel sei es gewesen, die Leute zu animieren, das Thema Früherkennung von Darmkrebs beim Arzt oder Apotheker anzusprechen.

Auf ihrer Facebook-Seite bekam die Krebsliga dafür knapp 400 Likes, weitere 41 Mal wurde das Video geteilt. Das ist zwar kein Vergleich zu dem Erfolg der internationalen Kampagnen, aber auch in der Schweiz werden Gesundheitsthemen auf humorvolle Art zum Thema gemacht.

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