Roaming
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Telefonieren im Ausland bleibt teuer

Der Ständerat lehnt es ab, gegen hohe Roaming-Gebühren einzuschreiten. Er hat am Montag zwei Motionen abgelehnt, mit welchen der Nationalrat Druck auf die Telekom-Anbieter machen wollte. Die kleine Kammer sah dafür keinen Anlass mehr.

Lange war zwar die Mehrheit beider Räte der Auffassung gewesen, dass Verbindungen im Ausland mit einem Schweizer Handy-Abo zu teuer sind. 

National- und Ständerat entschieden 2013 trotzdem, die Vorstösse vorerst nicht weiter zu behandeln. Mit dem Verzicht auf eine Regulierung wollten sie der Branche die Gelegenheit geben, das Problem selber zu lösen.

Kommission verliert die Geduld

Gegenüber der Fernmeldekommission des Ständerats (KVF) hatten die Telekom-Anbieter damals Preissenkungen zugesichert. Diese hat inzwischen die Geduld verloren: Es gebe keinen Grund mehr, den Marktkräften zu vertrauen, sagte Kommissionssprecherin Géraldine Savary (SP/VD). Die angekündigten Preissenkungen seien nicht im versprochenen Umfang erfolgt.

Savary musste zwar eingestehen, dass Swisscom und Orange kürzlich tiefere Preise für Roaming angekündigt haben. «Die Entwicklung geht in die richtige Richtung.» Trotzdem beantragte die Kommissionssprecherin, den Motionen zuzustimmen.

Er habe die Motionen zunächst abgelehnt, sagte Georges Theiler (FDP/LU). Die Räte kritisierten die Zustände nun aber seit elf Jahren, passiert sei nichts. «Ich will eigentlich keine Regulierung, aber ich will den Druck aufrecht erhalten», sagte Theiler.

Viele Alternativen

Für die Mehrheit hat sich das Problem inzwischen aber erübrigt. Konrad Gaber (CVP/LU) erinnerte daran, dass die Tarife in den letzten Jahren bereits stark gesenkt worden seien. 

Zudem gebe es spezielle Angebote mit Roaming, es gebe die Möglichkeit, sich in ein lokales Netz einzuwählen, Gratis-WLAN oder Skype. «Wer Roaming als Problem betrachtet, ist vermutlich drei Jahre hintendrein», sagte Graber.

Die Verhältnisse hätten sich verbessert, sagte auch Joachim Eder (FDP/ZG). «Eine Strafaktion ist nicht nötig.» Peter Bieri (CVP/ZG) rief in Erinnerung, dass das Parlament nur auf die Endkundenpreise Einfluss nehmen könne, nicht aber auf die Vorleistungspreise, die die Schweizer Telekom-Anbieter mit ihren ausländischen Partnern aushandeln müssten.

Abkommen ausser Reichweite

Auch Kommunikationsministerin Doris Leuthard sprach sich gegen die Motionen aus. Die Schweiz sei nicht Mitglied der EU, die Anbieter müssten deshalb die Preise aushandeln. Dieses Problem liesse sich mit einem neuen bilateralen Abkommen lösen. Wegen der unbeantworteten institutionellen Fragen sei ein solches politisch aber nicht in Reichweite, sagte Leuthard.

Staatlich regulierte Höchstpreise brauche es trotzdem nicht. Wenn sich der «Local Breakout» durchgesetzt habe, könne man allenfalls eine technische Regulierung ins Auge fassen. Beim «Local Breakout» ermöglichen die Anbieter ihren Kunden, bei Auslandaufenthalten die Angebote vor Ort ansässiger Anbieter zu nutzen.

Der Nationalrat hatte die Motionen seiner ehemaligen Mitglieder Thomas Fuchs (SVP/BE) und Ursula Wyss (SP/BE) 2013 angenommen. Beide Vorstösse verlangten verbindliche Höchsttarife für die Nutzung des Handys im Ausland nach dem Vorbild der EU. Dort wurden die Roaming-Gebühren ab 2011 schrittweise gesenkt. (sda)



Das könnte dich auch interessieren:

Geld allein macht nicht glücklich – aber was dann, Herr Glücksforscher?

Link zum Artikel

Love-Scamming: Wie ich einer Russin (fast) auf den Leim gegangen bin

Link zum Artikel

Die Geschichte dieses Bildes steht exemplarisch für den momentanen Gender-Knorz

Link zum Artikel

Bond fährt E-Auto? (00)7 Vorschläge, wie er sich noch besser an die Generation Y anpasst

Link zum Artikel

Vegane Influencerin bekommt ihre Periode nicht mehr – jetzt zieht sie Konsequenzen

Link zum Artikel

Warum ich bete

Link zum Artikel

Die Influencer der Zukunft sind nicht menschlich – und sind jetzt schon Millionen wert

Link zum Artikel

Roger Federer ein Spielball der Strömung – das könnte zum Problem werden

Link zum Artikel

Kassieren SVP und SP eine Schlappe? 7 wichtige Punkte zu den Zürcher Wahlen

Link zum Artikel

Im 30'000-Franken-Outfit – so rückt Leroy Sané in die DFB-Elf ein

Link zum Artikel

Bye-bye Beno: Wie der ehemalige Gassen-Mönch in die völkische Szene abrutschte

Link zum Artikel

Das sind die 3 typischen Phasen eines Pyro-Vorfalls

Link zum Artikel

Wie Trump im Fall Manafort schachmatt gesetzt wurde

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nanu 11.03.2015 08:45
    Highlight Highlight In der Schweiz wird man ja nur noch abgezockt. Lebe 3/4 vom Jahr im Ausland. Entweder benutze ich meine ausländische Prepaid-Karte oder heute kann man überall in den Restaurants, Strand, etc. kostenlos ins Internet. Es gibt heute gute Programme mit denen man kostenlos mit super Verbindung telefonieren, schreiben, Bilder versenden kann. Habe somit überhaupt keine Ausgaben.
  • Joseph Dredd 10.03.2015 15:23
    Highlight Highlight Ich benutze im Ausland bereits seit geraumer Zeit prinzipiell eine PrePaid-Karte des jeweiligen Landes.
  • tomdance 10.03.2015 12:01
    Highlight Highlight Und so sprechen sich 2 Männer aus Zug und einer aus Luzern gegen ein Roaming und für Skype aus. Wow. Für mich bedeutet das, dass ich ein Handy mit Dual-SIM kaufe und im Ausland mit einem EU-Abo Datenguthaben, z.B. für Skype (@KonradGraber @JoachimEder @PeterBieri: Skype funktioniert mit Daten; Daten gehen z.B. über das Mobilnetz; ein CH-Kunde zahlt im Ausland exorbitante Preise für Roaming, besonders bei Daten. #Fail) benütze. Ich fühle mich wieder einmal in der Rolle als "Milchkuh" ziemlich unwohl.

Im Netz kursieren Verschwörungstheorien über das 5G-Netz – 14 Fakten, die du kennen musst

Die wichtige Fragen und Antworten zum neuen 5G-Netz.

Die Schweizer Mobilfunkanbieter rühren die Trommel für das Mobilfunknetz der 5. Generation. Bei Sunrise geht es Ende März los, Swisscom und Salt ziehen bis Ende Jahr nach.

Doch was die einen freut, verunsichert andere: Wie viele neue Antennen braucht es? Steigt mit 5G die Strahlenbelastung? Kann das neue Netz gar Krebs verursachen?

Nebst Warnrufen von seriösen Ärzten kursieren im Internet auch abstruse Verschwörungstheorien, die nur ein Ziel haben: Angst schüren. In einem Video wird etwa …

Artikel lesen
Link zum Artikel