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SBB-Mitarbeiter sind sauer – und zeigen dies offen



Angestellte der SBB und Gewerkschafter vom SEV demonstrieren gegen den neuen GAV der Schweizerischen Bundesbahnen, am Montag, 18. Juni 2018, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Mitarbeiter der SBB gingen am Montagnachmittag auf die Strassen. Bild: KEYSTONE

SBB-Angestellte haben am Montagnachmittag für ihren Gesamtarbeitsvertrag (GAV) demonstriert. Sie folgten dem Ruf der Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) und gingen in mehreren Schweizer Städten auf die Strasse.

Die Eisenbahner appellierten in Zürich, Bern, Olten, Bellinzona, Lausanne und Genf an die SBB-Führung, nicht länger auf ihren Forderungen zu beharren und beim zu erneuernden GAV SBB/SBB Cargo nicht auf Kosten des Personals zu sparen. Ihre Botschaft: «Wir kämpfen um unseren GAV. Sozialabbau verhandeln wir nicht!».

Produktivitätssteigerungen und gleichzeitige Verschlechterungen der Anstellungsbedingungen wie Lohnabbau, Reduktion der Anzahl dienstfreier Tage oder Vereinfachung des Kündigungsverfahren komme nicht in Frage, teilte die SEV mit.

Das Personal habe in den letzten Jahren schon enorme Opfer gebracht - insbesondere mit dem Sparprogramm «RailFit 20/30», dessen Auswirkungen momentan noch nicht absehbar seien. Die SBB hatte 2016 angekündigt, mit «RailFit 20/30» effizienter werden zu wollen. In diesem Zusammenhang sollen 1400 Stellen bis ins Jahr 2020 gestrichen werden.

Verhandlungen stagnieren

SEV-Präsident Giorgio Tuti sprach in Zürich von harzenden Verhandlungen, sie seien seit Februar keinen Millimeter weitergekommen. «Jetzt haben die Leute die Nase voll», sagte er und appellierte an die Vernunft der SBB. «Wenn es keinen GAV gibt, können wir für nichts mehr garantieren.»

Die SBB-Angestellten folgten dem Aufruf der Gewerkschaft. Alleine in Zürich protestierten rund 400 SBB-Angestellte «für eine Weiter- und nicht eine Rückentwicklung des GAV», wie Tuti sagte.

Die Eisenbahner liessen Ballone mit Karten steigen - adressiert an SBB-Chef Andreas Meyer, der sich in einem zweimonatigen Sabbatical befindet. Da sich ihr Chef momentan an einem unbekannten Ort befinde, würden sie versuchen, ihre Botschaften auf dem Luftweg zu übermitteln.

Genau dieser Sabbatical ist laut Tuti «eine Provokation sondergleichen». Während Meyer eine von der SBB bezahlte zweimonatige Auszeit bekomme, wolle das Unternehmen allen über 60-Jährigen eine Woche Ferien streichen.

Immerhin, die Vertragsverhandlungen wurden um drei Monate verlängert. Die Parteien haben nun laut Tuti bis Ende September Zeit, um eine Einigung zu finden. Schaffen sie das nicht, verlängert sich der GAV automatisch um ein weiteres Jahr - ausser eine der Parteien kündet ihn bis dann. «Von Seiten der Gewerkschaft ist eine Kündigung kein Thema», sagte Tuti. Eine Kündigung der SBB wäre für ihn hingegen «eine Kriegserklärung». (sda)

SBB-App Kurs für Rentner

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Video: srf/SDA SRF

SBB will in Zukunft mehr Luxuswohnungen bauen

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Flint 19.06.2018 07:38
    Highlight Highlight Unkündbarkeit, und das in der Schweiz? Dazu fahren noch alle erste Klasse. Die SBB Angestellten haben es sehr gut heute. Zu gut!
    1 13 Melden
  • Lattenknaller 19.06.2018 07:16
    Highlight Highlight Es wird so sein wie In vielen Firmen im Moment.
    Die Effizienzsteigerung und Wirtschaftlichkeit hört dort auf wo so in ihren massgeschneiderdeten Anzügen sitzten und mit Managertiteln ach so genau wissen wie es an Basis zu laufen hat.
    Aber mit ihrer akademischer Laufbahn noch nie Schicht gearbeitet geschweige dann mehr als unter der Achselhöhle geschwitzt haben bei der Arbeit.
    9 2 Melden
  • Astrogator 19.06.2018 06:51
    Highlight Highlight Es wurde Zeit. Die letzte rotzfreche Aktion der SBB ist reine Nötigung: Wir senken euch allen den Umwandlungssatz der Pensionskasse - ausser natürlich Meyer und Co. - und wenn ihr beim GAV unsere Bedingungen akzeptiert, dann werden wir den Rentenverlust bei einigen kompensieren. Obwohl hier bereits eine Vereinbarung unterschriftsreif war.

    Der Verwaltungsrat ist inkompetent wie ich es in meinem Berufsleben noch nie gesehen habe, Jordi strotzt vor Arroganz und Meyer macht was er am Besten kann, nämlich auf Tauchstation gehen und die Verantwortung abschieben wie bei der S-Bahn Berlin.
    7 1 Melden
  • einmalquer 18.06.2018 23:37
    Highlight Highlight Eigentlich ist es einfach:

    "Produktivitätssteigerungen und gleichzeitige Verschlechterungen der Anstellungsbedingungen wie Lohnabbau" gehen gar nicht

    Produktivitätssteigerungen müssten zwingend zu Lohnerhöhungen führen.

    Sich wehren, das muss sein und falls ein Streik nötig ist, muss er durchgeführt werden, alles andere gibt falsche Signale an alle anderen Branchen und würde zu weiterem Lohnabbau führen - flächendeckend.
    55 36 Melden
    • 7immi 19.06.2018 09:52
      Highlight Highlight finanzielle aspekte sind das eine, die sicherheit ein weiterer sparpunkt. weniger freitage und optimierte (=verkürzte) ruhezeit und ein grosser administrativer aufwand sind gefährliche tendenzen...
      7 0 Melden
  • DerUnsichtbare 18.06.2018 23:04
    Highlight Highlight Ich als ehemaliger SBBler (seit 3 Monaten) kann darüber nur lachen. Was ein Saftladen, habe in drei Jahren keinen getroffen der wirklich arbeitete. Am Freitag ging der Teamleiter schon um 2 nach Hause konnte aber noch 2 Monate Ferien pro Jahr verbuchen. Diese Bude ist eine Frechheit mittlerweile!
    35 53 Melden
    • Purscht 19.06.2018 06:05
      Highlight Highlight Ich alls immernoch SBBler finde deine Aussage eine Frechheit. Ich weiss ja nicht wo du gearbeitet hast, aber ich erlebe viele engagierte Kollegen, die einen guten Job machen.
      54 29 Melden
    • spiox123 19.06.2018 06:26
      Highlight Highlight Weisst du, Leute die solche Kommentare schreiben arbeiten meist in den Berufen in denen sie überall arbeiten können, ihre gepflegten Bürozeiten haben usw. Als SBBler solltest du dich nicht bezeichnen, denne vom Abbau sind ja wieder mal vor allem Gruppen betroffen die nur bei der SBB arbeiten können, da ihr Beruf nur da (und einzelne Stellen bei BLS und co.) existieren. Und die sind SBBler aus Herz seit 30 Jahren.
      24 19 Melden
    • Hoppla! 19.06.2018 06:46
      Highlight Highlight So ein Quatsch dies so zu verallgemeinern.

      Auf meinen Job trifft das "Work Smart" genau zu. Ich habe in vielen Betrieben gearbeitet, bisher aber noch selten so engagierte Leute getroffen. Schwarze Schafe gibt es immer, wie auch ständig motzende Wutbürger.
      10 0 Melden
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  • stamm 18.06.2018 22:51
    Highlight Highlight Soweit sind wir heute; ein Staatsbetrieb, welcher boykottiert werden sollte! Wie es soweit gekommen ist, wissen wohl nur besonders Klevere.
    62 23 Melden
    • Mr. Stärneföifi 19.06.2018 08:17
      Highlight Highlight Dazu muss man nicht clever sein. Die Politik fordert von einem Unternehmen, dass dem Service public dienen sollte und gesetzmässig zur Personenbeförderung verpflichtet ist, Gewinne abzuwerfen. Die Politik öffnet aber momentan jedem Tür und Tor um einen künstlichen Wettbewerb herbeizuführen um „das Angebot zu verbessern“. Durch Vorgaben des Bundes (Direkter Verkehr - ein Billett für alles) ist eine Mehrbahnenlösung in der Schweiz weder sinnvoll noch für dich oder mich kostensparend. Trotzdem MUSS die SBB umsetzen was vom Eigner kommt. Also spart man dort, wo‘s dem Mitarbeiter weh tut.
      6 0 Melden

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