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Sabrina Salerno Boys SommerhitSabrina Salerno Boys Sommerhit

Bild: watson/obi

Widerstand ist zwecklos

20 Sommerhits, die Sie erfolgreich verdrängt haben. Wahrscheinlich werden Sie uns dafür hassen, dass wir sie wieder ausgraben



Es ist Sommer und Radios, DJs und nervige Teenager werden uns bald, bald den Sommerhit 2014 um die Ohren schlagen (keine Ahnung, welcher Song das heuer sein wird). Grund genug, einmal die besten – beziehungsweise schlechtesten – Sommerhits Revue passieren zu lassen. 

Mit diesen Ferien-Soundtracks ist es ja so eine Sache: Ja, der Sommer anno dazumal, als wir 15 waren und unsere ersten sexuellen Gehversuche machten, war ja schön und so. Aber aus der Ferne betrachtet ist mancher Song ein Fall für die UNO-Menschenrechtskommission.  

Verehrte Damen und Herren, beachten Sie bitte Beweisstück Nummer 1: 

1. Loona: «Bailando» (1998)

Video: YouTube/Jackie Cane

Das, liebe Kinder, nennt man einen Sommerhit. Bezeichnende Merkmale eines Sommerhit-Videos sind: 

– Strand, Sonnenschirme, Beach-Bar etc.
– Durchtrainierte, gebräunte Körper
– Leicht debile Dance-Moves (der Durchschnittsdeutsche mit zwei E intus auf Ibiza muss sich noch beherrschen können)
– Mitsing-Refrain (vorzugsweise auf Spanisch)
– Ein Quoten-Congaspieler
– Nahaufnahmen von Busen/Po/Sixpack 

Weiter im Rennen sind:

2. Las Ketchup: «The Ketchup Song» (2002)

Video: YouTube/Altra Moda Music

Sehen Sie? Da sind sie wieder, die Sonnenschirme, die bunten Cocktails und die Dance-Moves! Dazu ein wenig Flamenco-Rock und einen Text, der für Spanisch-Unkundige sich etwa so anhört:

abspielen

Video: YouTube/Smoked Up's Channel

Ohnehin ist das Spanisch-Mediterrane der Default-Modus eines Sommerhits. Mitte der 90er war das hier der Überhit:

3. Los del Rio: «Macarena»(1996)

Video: YouTube/MusicSTSPb

Zwei ältere Herren eines Flamenco-Duos mit Multikulti-Tänzerinnen angereichert: Ein eindeutiges Produkt der Globalisierungs-Fusionierungs-Neunzigerjahre.

Die Formel scheint also klar. Demnach kann sich jeder auf die Schnelle einen Sommerhit basteln. Das hört sich dann etwa wie folgt an:

4. Vengaboys: «We're Going to Ibiza» (1999)

Video: YouTube/Vengaboys

Alternativ zu Spanien eignet sich aber auch allgemeiner Latino-Firlefanz bestens, um einen Sommerhit zu landen. Zum Beispiel:

5. Kaoma: «Lambada» (1989)

Video: YouTube/CaptainCarlossi

Bald merkten dies auch die Amerikaner und schenkten der Welt diesen Herrn ...

6. Ricky Martin: «Livin' La Vida Loca» (1999)

Video: YouTube/RickyMartinVEVO

Nicht, dass das Konzept des spanischsprachigen Sommerhits neu wäre. Anno 1971 brachte dieser Herr die Sommertouristen von Resteuropa zum Tanzen:

7. Peret: «Borriquito» (1971)

Video: YouTube/ManuGuinarte

Ja, anno dazumal galt so was als Videoclip. Doch es kommt noch dicker: Als die holländischen Wohnwagen aus den Sommerferien zurückkehrten, brachten sie iberische musikalische Inspirationen mit, die sich im darauffolgenden Sommer in diesem Marschmusik-Hit manifestierten:

8. George Baker Selection: «Una Paloma Blanca» (1975)

Video: YouTube/fritz51358

Das waren die Siebzigerjahre. Die Achtzigerjahre gebaren aber ein anderes Biest, das den Sommerhit für sich beanspruchte: Italo-Disco.

9. Righeira: «Vamos a la playa» (1983)

Video: YouTube/skv80s

So allgegenwärtig war die iberische Dominanz beim Sommerhit-Genre, dass die beiden Torinesi Stefano Rota und Stefano Righi – Righeira in kurz – sich gezwungen sahen, spanisch zu singen.

Um Letzteres scherte sich das ehemalige TV-Showgirl Sabrina Salerno einen Deut, als sie sich ihr «Englisch für Anfänger»-Lehrmittel schnappte und die folgende Performance hinlegte:

10. Sabrina: «Boys (Summertime Love)» (1987)

Video: YouTube/georgios milonas

Manchmal benötigt man gar keinen Pool/Strand/Sonnenschirm, um einen Sommerhit zu landen. Lässiger Latino-Style und knackige Tänzerinnen sind aber von Vorteil: 

11. Lou Bega: «Mambo No. 5» (1999)

Lou Bega: «Mambo No. 5». Video: YouTube/BjornEissenhover2

Mit einem leicht technoiden Beat und einem Songtext angereichert, schaffte es ein Tanzhit aus dem Jahr 1952 vom kubanischen Mambo-König Perez Prado, die Massen am Ballermann zu bewegen. Wahrlich beeindruckend ...

... auch für jenen ehemaligen Kölliker Konditor, der ein paar Jahre später einen schamlosen Rip-off auf den Markt warf:

12. DJ BoBo - «Chihuahua» (2003)

Video: YouTube/The OfficialDJBoBo

Rip-off oder nicht, der Erfolg gibt dem Pirate of Dance Recht. Anno 2003 war «Chihuahua» ein Sommerhit.

Gut, bisher hatten wir eine eindeutige mediterrane Dominanz bei den Sommerhits. In dieser Gattung gibt es aber andere Variationen. Die karibische, etwa ... 

13. Inner Circle: «Sweat (A La La La La Long)» (1992)

Video: YouTube/Xtendamix

14. Ini Kamoze: «Here Comes the Hotstepper» (1994)

Video: YouTube/suhoruch

... die indische ...

15. Apache Indian: «Boom Shack-A-Lak» (1993)

Video: YouTube/MrAGRRR

16. Panjabi MC: «Mundian To Bach Ke» (1998)

Video: YouTube/Motivo Records

... die türkische ...

17. Tarkan «Simarik» (1997) 

Video: YouTube/eXclusive NRJ Music

... und natürlich gibt es auch die amerikanische Sommerhit-Variante.

18. Will Smith: «Miami» (1998)

Video: YouTube/WillSmithVEVO

Und dann gibt es schliesslich noch den Eurodance-Hit, der auch im Sommer partout nicht weichen will: 

19. Aqua: «Barbie Girl» (1997)

Video: YouTube/AquaVEVO

Jetzt hassen Sie uns bestimmt, weil wir Ihnen diesen Ohrwurm verpasst haben. Ha – einen haben wir noch! Das Grauen Moldawiens: O-Zone!

20. O-Zone: «Dragostea Din Tei» (2004)

Video: YouTube/UltraMusic

Wussten Sie schon, dass ...

Einer Studie der Universität von Huddersfield in England zufolge gibt es eine stereotype Formel, die den perfekten Sommerhit entstehen lässt. Dr. Rupert Till analysierte die als Sommerhits klassifizierten Chart-Hits und gelangte auf diese Weise zu einem «Ohrwurm-Quotienten», der sich aus verschiedenen Variablen zusammensetzt. Hierzu gehören die Entfernung von Halbtönen zum höchsten und niedrigsten Ton im Refrain, die Anzahl der verwendeten Akkorde, Anzahl der Schritte in einer Tanzabfolge oder die Aufwendungen für Promotion durch die Plattenfirma. Der Quotient bestätige, so die Studie, dass es eine Formel für das Phänomen eines Sommerhits gebe und warum aus musikwissenschaftlichen Gründen in beinahe jedem Sommer die Hitparaden durch derart eingängige und einprägsame Songs überfallen würden.
Merkmale eines klassischen Sommerhits sind demnach in der Regel eine einfache Melodie, ein tanzbarer Rhythmus und einfacher Text. Als Rhythmusvorlage dienen häufig lateinamerikanische Tänze wie Samba, Salsa und Merengue. Darüber hinaus wird ein Sommerhit sehr häufig mit einem sehr einfachen Partytanz verbunden, während sich der Text zumeist zwischen Urlaubs- und Sommerthemen bewegt.

Wikipedia

Bonus: Anno dazumal hörten sich Sommerhits noch so an. 

Mungo Jerry: «In the Summertime», 1970. YouTube/Video: MJRawVision

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