Abstimmungen 2015
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Die Parteipraesidenten Toni Brunner, SVP, links, und Philipp Mueller, FDP, sprechen vor der Elefantenrunde am Sonntag, 9. Februar 2014, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

SVP-Präsident Toni Brunner (links) und FDP-Präsident Philipp Müller vor der Elefantenrunde am 9. Februar 2014 nach der Abstimmung «Gegen Masseneinwanderung». Bild: KEYSTONE

Diese Partei hat seit 1999 die meisten Abstimmungen gewonnen – nein, es ist nicht die SVP ...



Am Abend des Abstimmungssonntags vom 14. Juni wiederholt sich ein Ritual der direktdemokratischen Tradition der Schweiz: Die Gewinner loben die Weisheit des Souveräns, während die Verlierer die unlautere Kampagne des Gegners beklagen.

Volksabstimmungen produzieren unweigerlich Gewinner und Verlierer – nicht nur im Souverän, sondern auch bei den Parteien. Diese sind besonders exponiert, geben sie in der Regel doch Wahlempfehlungen in Form von Parteiparolen ab. Jene für den 14. Juni sind hier einsehbar.

Welche Partei seit der Jahrtausendwende die meisten Abstimmungen gewonnen und welche die meisten verloren hat, zeigt folgende Grafik. Wer es gerne spannend hat, gibt zuerst einen Tipp ab. Die anderen dürften gerne zur Auflösung weiterscrollen.

Umfrage

Welche Partei gewinnt die meisten Abstimmungen?

  • Abstimmen

3,569

  • Bürgerlich-demokratische Partei (BDP)3%
  • Christlich-soziale Partei (CSP)1%
  • Christlichdemokratische Volkspartei (CVP)38%
  • Eidgenössisch-Demokratische Union (EDU)0%
  • Evangelische Volkspartei (EVP)2%
  • Freisinnig-Demokratische Partei (FDP)32%
  • Grünliberale Partei (GLP)3%
  • Grüne Partei der Schweiz (GPS)1%
  • Lega dei Ticinesi (Lega)1%
  • Mouvement citoyens genevois (MCG)0%
  • Partei der Arbeit (PdA)1%
  • Schweizer Demokraten (SD)1%
  • Sozialdemokratische Partei (SP)12%
  • Schweizerische Volkspartei (SVP)4%

Und der Gewinner ist:

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Parteien und seit 1999 gewonnene Abstimmungen in Prozent

Bild

BDP, MCG und GLP existierten 1999 noch nicht, ihre Prozentwerte basieren auf den seit ihrer Gründung gefassten Parolen.  quelle: bundesamt für statistik; grafik: watson

Die CVP hat bei den 145 Volksabstimmungen zwischen 1999 und 2014 am häufigsten die «richtige» Parole herausgegeben: 115 Mal, was einer Erfolgsquote von 79 Prozent entspricht. Auch die anderen Mitteparteien FDP, BDP und GLP erfreuen sich einer hohen Übereinstimmung mit dem Souverän.

Im zweiten Glied folgen Rechtsparteien wie MCG, SVP, EDU und SD. Sie gewinnen deutlich mehr als die Hälfte der Abstimmungen, die wählerstärkste SVP gar fast zwei Drittel. Am unteren Ende der Skala liegen Linksparteien wie SP und Grüne, die mehr Abstimmungen verlieren als sie gewinnen. Schlusslicht bildet die kommunistische PdA, die auf eine Erfolgsquote von 41 Prozent kommt.

Diese Rangordnung hat auch Bestand, wenn nur die knappen Volksabstimmungen (Resultate zwischen 48 und 52 Prozent) für den Vergleich herangezogen werden.

Parolen sind vor allem für die Parteien selbst wichtig

Dass die Ratslinke viele Abstimmungen verliert, erstaunt Politologin Sarah Bütikofer nicht: «Die Linke ist in der Schweiz seit jeher in der Minderheit. Wenn es ihr nicht gelingt, entweder die Mitte für ihr Anliegen zu gewinnen oder eine unheilige Allianz mit der Rechten einzugehen, verliert sie die Abstimmung.» Erfolgreiche Alleingänge wie die Zweitwohnungsinitiative blieben die Ausnahme.

FDP und CVP dominieren trotz Wählerschwund immer noch den Ständerat. Das hängt mit dem Majorz-System zusammen, bei dem die Wähler eher Personen wählen, die in der Mitte stehen. «Auch bei Sachvorlagen, wo es nur die Wahl zwischen einem JA oder einem NEIN gibt, tendiert der Stimmbürger zur Position der Mitte, zumal die Vorlagen häufig schon Kompromisse zwischen mehreren (Mitte-)Parteien darstellen», so Bütikofer.

Angesichts der fragmentierten Parteienlandschaft der Schweiz stellt sich allerdings die Frage, ob der Stimmbürger die Parolen überhaupt kennt und sie in seine Entscheidungsfindung miteinbezieht. Für Bütikofer erfüllen sie auch eine interne Funktion: Delegiertenversammlungen, an denen die Parteien ihre Parolen fassen, stellen für sie oft die einzige Gelegenheit zur Diskussion im grossem Rahmen dar. Das ist bei umstrittenen Vorlagen wichtig, vor allem wenn einzelne kantonale Sektionen oder auch die Frauen- oder Jungpartei abweichen.» Die beschlossene Parole habe dann ein gewisses Gewicht.

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29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 03.06.2015 07:18
    Highlight Highlight Intellektuelle Denkanstösse an die Mitte-Parteien

    Manchmal kann es sehr nützlich sein, die ausgetretenen Pfade des Mainstreams, des Trends und des Wohlfühlweges zu verlassen und der Gesellschaft einen überraschenden Denkanstoss zu geben. Möglicherweise behüten uns die Intellektuellen am linken und rechten Rand des politischen Spektrums davor, wichtige neue politische Wege zu verfehlen.
  • _dennko_ 02.06.2015 17:29
    Highlight Highlight Die, die SVP getippt hatten, konnten anscheinend nicht lesen 😅
  • P hilip 02.06.2015 13:44
    Highlight Highlight Yannick, Kevin und Jessica streiten regelmässig wo sie den Samstag Abend verbringen möchten. Yannick möchte jeweils in die Disco. Jessica in ein Pub. Kevin hat keine feste eigene Meinung.

    Deshalb stimmen sie jeweils ab. => Tadaa der meinungslose Kevin gewinnt alle abstimmungen.


    Solange weder Links noch Rechts eine Mehrheit im Parlament haben, ist es doch offensichtlich, dass die mitte Parteien am meisten gewinnen...
    • tinette 02.06.2015 14:22
      Highlight Highlight Nein... so geht es eben in der Politik nicht. Denn "keine eigene Meinung" gibt es nicht, es gibt nur "Ja" oder "Nein"! Schliesslich geht es hier um Volksabstimmungen. Hier muss sich auch die CVP Entscheiden und das tut sie -bzw. die Delegierten- offensichtlich am Puls des Volkes.
    • rYtastiscH 02.06.2015 15:16
      Highlight Highlight @tinette So ein Quatsch. Lernen Sie lieber noch einmal unser Polit-System. 1. Gibt es die Option "Enthaltung" 2. Spricht P hilip nicht nur von Volksabstimmungen, sondern auch von solchen im Parlament (wo jede Volksabstimmung sowieso zuerst durch muss). 3. Aus dieser Grafik ist nicht endgültig ersichtlich welche Partei am "Puls des Volkes" fühlt. Denn wie gesagt es überrascht keinen, dass die beiden Mitte-Parteien bei so einer Statistik weit vorne stehen. Auch dass eine Oppositionspartei (SVP) garantiert nicht am meisten Abstimmungen gewinnt sollte auch logisch sein, wenn man es denn versteht!
    • 1337pavian 02.06.2015 17:56
      Highlight Highlight Und da ist es wieder: Das Volk, das gute alte Landauf-Landab-Phantom. Wer ist denn diese classe a-politique; sind es etwa nicht die Arbeitenden ohne Stimmrecht? Haben wir ein Kasten- oder Einbauschrank-System?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Alain Bütler (1) 02.06.2015 13:12
    Highlight Highlight Kein Wunder, wenn man wie eine Fahne im Wind politisiert. Mal links, mal rechts.
  • Illuminati 02.06.2015 12:56
    Highlight Highlight Das Gerücht geht um die Lega ist der wahre Sieger ;).
  • tomdance 02.06.2015 12:47
    Highlight Highlight Politisiert hier etwa eine Volkspartei am Volk vorbei? Things that make you go hmmmmm...
    • rYtastiscH 02.06.2015 15:17
      Highlight Highlight Ich nehme die SVP auf keinen Fall in Schutz, aber sie ist eine Oppositionspartei, informieren, dann verstehen. Zudem, hat eben diese Partei die meisten Wähler prozentual.
  • Fabianz 02.06.2015 12:41
    Highlight Highlight Wie kann die GLP/BDP schon soviele gewonnen haben wenn es sie gar noch nicht solange gibt?
  • Lowend 02.06.2015 12:02
    Highlight Highlight Da sieht man eindeutig, dass die heilige Schweiz von diesen bösen Roten und Grünen regiert und zu Grunde gerichtet wird und die Bürgerlichen und die SVP absolut unschuldig an all den Problemen in unserem Land sind! - Oder Halt; Bin ich da etwa der rechten Parteipropaganda auf den Leim gegangen?
    • Rocky77 02.06.2015 13:17
      Highlight Highlight wollte den Kommentar schon fast disliken, aber immer schön fertig lesen ;)
    • TruchaConCebolla 02.06.2015 13:24
      Highlight Highlight Wieso kann ich deinen Kommentar nur einmal liken? Hier, nimm 10 Virtuelle likes dazu!

      P.S.: In der Statistik scheint es keinen (absichtlichen) Rechenfehler zu haben, also kann die gar nicht stimmen. Die Zahlen aus dem Extrablatt, das mir immer mal wieder ungefragt in den Briefkasten gelegt wird, sind da schon verlässlicher!
    • The Destiny // Team Telegram 02.06.2015 13:50
      Highlight Highlight ähm sry, was hat das genau mit dem hier zu tun ?
      einer Partei den schwarzen peter unterzuschieben geht sowieso nicht. Schuld an dem jetztigen Zustand sind wir alle.
    Weitere Antworten anzeigen
  • rYtastiscH 02.06.2015 11:48
    Highlight Highlight Ich bin schockiert, dieses Resultat hätte ich nun aber wirklich nicht erwartet... #IronieOFF
    • C0BR4.cH 02.06.2015 13:08
      Highlight Highlight Im Wallis hat die CVP bestimmt 100% gewonnen

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