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Bracken Darrell (58) ist seit 2013 Chef des Computerzubehör-Herstellers Logitech. Mehrheitlich arbeitet er in den Büros in der Bay Area von San Francisco.
Bracken Darrell (58) ist seit 2013 Chef des Computerzubehör-Herstellers Logitech. Mehrheitlich arbeitet er in den Büros in der Bay Area von San Francisco.
Bild: KEYSTONE
Interview

Logitech-Chef Darrell: «Das spontane Lästern über den Chef fehlt ein bisschen»

Der Computerzubehör-Hersteller Logitech aus Lausanne hat während der Pandemie den Umsatz beinahe verdoppelt. Nicht nur dank Tastaturen, Mäusen und Kopfhörern – sondern auch dank Influencern und Videospiel-Fans. Dabei soll es nicht bleiben.
07.08.2021, 13:11
Benjamin Weinmann / CH Media

Es gibt viele Verlierer in der wirtschaftlichen Corona-Krise – aber auch Gewinner. Zu den grossen Profiteuren gehört der Westschweizer Computerzubehör-Hersteller Logitech. 1981 von Daniel Borel mitbegründet und mit dem Verkauf von Computermäusen bekannt geworden, ist Logitech seit langem eine fixe Grösse im Technologiemarkt. Ende der 00er-Jahre drohte die Firma aber den Anschluss zu verlieren.

2013 übernahm der US-Amerikaner Bracken Darrell 2013 die Führung. Der 58-Jährige aus Kentucky fokussierte die Strategie, gab dem Design einen höheren Stellenwert und brachte Logitech so zurück auf die Erfolgsspur. 2020 erzielte die Firma einen Rekordumsatz von 5,2 Milliarden Dollar - ein Plus von 76 Prozent. Zum Online-Interview meldet sich Darrell aus Kalifornien, wo er die meiste Zeit seiner Arbeit verbringt. Er gibt sich jovial und spricht mit einer Stimme wie jener des «Marlboro Man».

Sie haben letztes Jahr den Umsatz beinahe verdoppelt. Wie fühlt es sich an, zu den Profiteuren dieser Krise zu gehören?
Bracken Darrell: Sie sagen es, es ist eine Krise. Es sind schwierige Zeiten für so viele Menschen. Ich erinnere mich an die ersten Tage, ich sass mit meinem Sohn am Esstisch und wurde von Gefühlen übermannt. Leute starben, verloren ihre Stelle. Von diesem Tief gerieten wir in ein Hoch.

Inwiefern?
Wir sahen, wie wichtig unsere Produkte in dieser Krise wurden. Dank unseren Webcams konnten Ärzte mit Patienten sprechen, Eltern mit ihren Kindern in anderen Ländern, Lehrkräfte mit Schulkindern. Das war inspirierend, völlig unabhängig von den Umsatzzahlen.

Für viele Angestellte bedeutete die Krise: Home Office. Welche Produkte wurden am häufigsten benötigt?
Wir beobachten ein «Brauchen» und ein «Wollen». Alle brauchten die Basics, eine Videokamera, eine Maus, Kopfhörer und eine Tastatur. Viele wollten aber mehr, insbesondere für Videospiele. Wobei auch dies ein sehr grundsätzliches Bedürfnis war, da viele andere Freizeitbeschäftigungen nicht mehr möglich waren. Für viele Kinder und Jugendliche wurde das Online-Gaming der Ort, wo sie ihre Freunde trafen, anstatt draussen auf dem Spielplatz.

Noch immer ein Logitech-Kassenknüller: Die Computer-Maus.
Noch immer ein Logitech-Kassenknüller: Die Computer-Maus.

Wurden auch Erwachsene zu Gamern?
Klar, wir alle brauchten etwas Eskapismus, ein neues Hobby. Viele Personen entwickelten online auch neue Geschäftsmodelle, bei denen sie eine gute Kamera und ein gutes Mikrofon benötigen. Sie begannen Inhalte auf Streaming-Plattformen wie Youtube zu publizieren, von Yoga-Übungen bis hin zu Heimwerker-Instruktionsvideos und machten Geld damit. Ich kann nicht genug betonen, wie wichtig unsere Produkte in dieser Krise für viele Menschen waren.

Achtet die Kundschaft heute auch mehr auf Ergonomie bei Computer-Zubehör?
Das Bewusstsein dafür ist auf jeden Fall grösser, wobei ich nicht verstehe, weshalb das erst jetzt so ist. Denn schon früher hatten viele Leute zum Beispiel Sehnenscheidenentzündungen oder Handgelenkschmerzen. Möglicherweise stieg die Sensibilität, weil ein Grossteil zu Hause länger arbeitete als im Büro. Anstatt zur Arbeit zu Pendeln, wurde während dieser Zeit mehr gearbeitet. Und Gesprächspausen gibt es auch weniger.

«Wenn es gut läuft, ja, dann ist ein neues Rekordjahr möglich»

Die grosse Investoren-Frage ist: War dieser Boom ein einmaliger Effekt? Schliesslich sollte die Home-Office-Ausrüstung einige Jahre halten.
Das ist in der Tat die grosse Frage. Ich sehe es so: Vor der Krise waren wir in einem Ersatz-Geschäft. Ging die Maus kaputt, kaufte man eine neue. Das Home Office existierte nicht wirklich. Man amüsierte sich, wenn man einmal den Laptop nach Hause nahm und am Küchentisch arbeitete. Heute haben die meisten Leute zwei Arbeitsplätze, einen zu Hause und weiterhin einen im Büro. Da sehe ich grosses Potenzial.

Der Logitech-CEO sieht grosses Potenzial im Homeoffice.
Der Logitech-CEO sieht grosses Potenzial im Homeoffice.
Bild: keystone

Dann wird das laufende Geschäftsjahr für Logitech ein neues Rekordjahr?
Wir rechnen mit plus 5 Prozent oder minus 5 Prozent beim Umsatz. Aber wenn es gut läuft, ja, dann ist ein neues Rekordjahr möglich. Und beim Betriebsgewinn erwarten wir 800 bis 850 Millionen Dollar.

Trotzdem fiel die Aktie nach den Zahlen aus dem ersten Quartal…
Das hat wohl damit zu tun, dass wir die Wachstumsprognose nicht noch einmal erhöht haben, nachdem wir dies im April bereits getan hatten. Ich bin auf jeden Fall sehr optimistisch was das langfristige Wachstum anbelangt.

Sehen Sie Probleme am Horizont, zum Beispiel ein Aufflammen des Handelskriegs der USA und China oder ein anhaltender, globaler Chip-Mangel?
Es gibt immer Herausforderungen wie aktuell der Chip-Mangel. Zuvor war es der Handelskrieg und davor gab es Währungsprobleme. Wir sind uns Probleme gewohnt, damit können wir umgehen.

Er führte den Mäuse-Konzern zum Erfolg zurück
Bracken Darrell, der in Kentucky geboren wurde, arbeitete unter anderem für die Konsumgüterfirmen Procter & Gamble, Braun und Whirlpool, bevor er 2013 die Führung von Logitech übernahm. Zuvor hatte der Mäuse-Konzern vom Genfersee mit dem Hauptsitz in Lausanne zu kämpfen. Darrell, der Vater von drei erwachsenen Kindern, schaffte es, der Marke ein cooles Image zu verschaffen, indem er die Strategie fokussierte und das Design in den Vordergrund rückte. Sein zuletzt grösster Erfolg: Logitech verdrängte dieses Jahr den Traditionskonzern Swatch aus dem SMI. Die Firma hat Büros in über 30 Ländern. Am Schweizer Hauptsitz auf dem Campus der ETH Lausanne zählt Logitech rund 300 Angestellte. In Newark, in der Bay Area von San Francisco, und anderen US-Standorten sind es mehr als 600. Insgesamt zählt Logitech über 7000 Angestellte. Im Silicon Valley arbeitet Darrell denn auch die meiste Zeit. Vor Corona verbrachte er jeweils rund eine Woche pro Monat in der Schweiz. Hergestellt werden die Computerzubehör-Artikel unter anderem in China – in Suzhou und Shanghai. Jährlich produziert der Konzern rund 150 Millionen Produkte und verkauft sie in über 100 Ländern. (bwe)

Es könnte aber auch sein, dass Firmen weniger Arbeitsplätze vor Ort haben werden, da sie Bürofläche reduzieren.
Da mache ich mir keine Sorgen. Je mehr die Angestellten von zu Hause arbeiten, desto mehr werden sie für sie die Computer-Ausrüstung zur Verfügung stellen. Gleichzeitig werden die Büros zunehmend zu Treffpunkten für Meetings. Und da braucht es unsere Videokonferenz-Systeme.

«Für mich ist klar: Firmen sollten ihre Angestellten bei den Home-Office-Investitionen unterstützen.»

Bisher waren jedoch die meisten Schweizer Firmen geizig, wenn es um finanzielle Zustüpfe fürs Home Office geht.
Es braucht die Erkenntnis, dass man am besten in die eigenen Leute investiert. Die Angestellten sollten sich wohl fühlen, mental und auch ergonomisch. Der Ton bei der Videoübertragung ist zum Beispiel so wichtig, wichtiger als das Bild, sonst entstehen Missverständnisse. Für mich ist klar: Firmen sollten ihre Angestellten bei den Home-Office-Investitionen unterstützen. Das steigert die Wertschätzung und die Produktivität.

Wie wichtig wurden Schulen in dieser Krise für Logitech als Teil der Kundschaft?
Wir hatten schon immer ein Fuss in diesem Geschäft, aber die Pandemie hat das natürlich enorm beschleunigt. Plötzlich brauchte es digitale Klassenzimmer.

In der Schweiz ging das nicht ohne Probleme über die Bühne, viele Schulen waren überfordert. Gibt es Länder, die uns voraus waren?
Schwer zu sagen. In Japan wurden für fast alle Schulkinder iPads gekauft und davon profitierten wir, da wir so unsere passenden Tastaturen verkaufen konnten. Technologie ist nun ein essenzieller Teil der Ausbildung, und wir werden da eine langfristige Rolle spielen.

Trotz der Delta-Mutation pochen manche Firmen auf die Büro-Rückkehr. Obwohl sich gezeigt hat, dass das Home-Office-Regime funktioniert und mit dem Pendeln viel Zeit verschwendet wird.
Für viele Unternehmen war dies ein Lernprozess, oder ist es immer noch. Es war wohl für uns alle eine Überraschung, wie gut es mit dem Home Office geklappt hat. Mir wurde bewusst, dass die Firmenkultur nichts Physisches ist. Sie lässt sich auch digital aufrechterhalten. Es geht darum, wie man zusammenarbeitet.

«Wir wurden Teil dieses riesigen Wandels in der Geschichte der Arbeit.»

Dann braucht es gar keine Büros mehr?
Doch. Ich glaube, dass physische Zusammenkünfte mehr Vertrauen schaffen können. Und es ist für viele Menschen auch wichtig, manchmal von zu Hause ausbrechen zu können. Aber unter dem Strich haben wir alle die Notwendigkeit, ständig im Büro zusammen zu sein, überbewertet. Wir wurden Teil dieses riesigen Wandels in der Geschichte der Arbeit.

Bloss die Kaffee-Gespräche fehlen.
Stimmt! Das spontane Lästern über den Chef fehlt vielleicht ein bisschen (lacht). Und Sie haben es erwähnt, das Pendeln zur Arbeit fällt weg, und das ist besser für die Umwelt. Zudem hat man mehr Zeit für die Familie zu Hause, für eine Umarmung zwischendurch, sofern die Chefs dafür sorgen, dass die Leute in den eigenen vier Wänden genügend Pausen machen und sich nicht überarbeiten.

Wie wichtig wird die Home-Office-Regelung beim Anwerben von neuen Angestellten?
Sehr. Wir hätten seit der Pandemie zwei, drei wichtige Teammitglieder wohl verloren, wenn wir ihnen nicht das Arbeiten von Zuhause ermöglicht hätten, in verschiedenen Ländern. Und wir konnten auch neue Talente so an Bord holen, wie zum Beispiel eine Managerin, die in Los Angeles in der Influencer-Branche arbeitet. Da hätte es keinen Sinn gemacht, sie in die Schweiz zu holen, wenn ihr Netzwerk in L.A. ist.

Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich schon auf Tiktok präsentiert. Dabei versuchte er jüngere Leute von der Covid-Impfung zu überzeugen.
Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich schon auf Tiktok präsentiert. Dabei versuchte er jüngere Leute von der Covid-Impfung zu überzeugen.

Gehören Influencer zur am stärksten wachsenden Kundengruppe?
Die Rolle von Influencern gab es schon immer. Michelangelo war ein Influencer, auch Hollywood- oder Bollywood-Schauspieler früher. Aber klar, heute gibt es viel mehr von ihnen, auf Tiktok und Instagram. Und sie benutzen unsere Produkte, sogar Greenscreens, um ihr Hintergrundbild digital ändern zu können. Ich finde das fantastisch, es gibt so viele kreative Menschen auf der Welt.

Nicht alle Inhalte sind kreativ…
Nein, nicht alle. Aber ich bin überzeugt, dass diese selbstproduzierten Inhalte die Zukunft sind. Netflix und andere Streaming-Plattformen werden ebenfalls weiterhin zulegen. Aber die Mehrheit der Videos, die wir künftig schauen, werden nicht von Netflix stammen, sondern von privaten Personen, die wir kennen oder auch nicht.

Nur Oscars werden diese nie gewinnen.
Aber andere Auszeichnungen! Denn auch sie haben unsere Anerkennung verdient. Wir haben deshalb einen Award kreiert für Tiktok-Nutzer. Wenn sie zum Beispiel einen neuen Tanz zu einem Beyoncé- oder Rihanna-Song kreieren, der populär wird, können sie einen «Song Breaker Award» gewinnen. Dieses Jahr haben wir ihn zum ersten Mal vergeben, und wir planen die Verleihung regelmässig durchzuführen.

Noch viel wichtiger als die Influencer sind die Gaming-Kunden für Logitech. Haben Sie selbst auch mit Videospielen begonnen während der Pandemie?
Ich spiele nur sehr selten, im Gegensatz zu meinen Kindern. Ich spiele lieber Basketball. Aber die Videospiel-Industrie ist inzwischen sogar grösser als Hollywood. Und ich glaube, dass E-Games irgendwann auch mehr Zuschauer haben werden als Sportübertragungen. Das ist schon heute zum Teil der Fall: Der «Super Bowl», der grösste US-Sportanlass, hatte letztes Jahr 100 Millionen Zuschauer. 110 Millionen schauten das «League of Legends»-Finale der Computerindustrie. Das Tolle daran ist, dass jeder mitspielen kann, auch wenn man nicht gross und stark ist. Und man kann mit Leuten auf der ganzen Welt spielen und mit ihnen kommunizieren. Es ist ein grosser, globaler Spielplatz.

Beliebtes Videogame: «League of Legends.»
Beliebtes Videogame: «League of Legends.»

Und dank welchen Produkten profitiert Logitech?
Zur Grundausrüstung der Gamer gehören Mäuse, Tastaturen und Kopfhörer mit Mikrofonen. Aber wir haben auch Joysticks für Flugsimulatoren und Steuerräder für Rennautospiele im Sortiment. Sogar bekannte Formel-1- und Nascar-Fahrer sind mit unseren Steuerrädern aufgewachsen.

Sollten Videospiele olympisch werden?
Ich finde ja, Gaming sollte Teil der Olympischen Spiele sein und ich glaube, irgendwann wird es soweit sein. Versuchen Sie mal, diese Spiele zu spielen. Es ist echt schwierig! Diese Fähigkeiten muss man sich aneignen. Und das Interesse daran ist enorm.

Wir sprechen nun über Steuerräder und Joysticks. Die gab es schon vor dreissig Jahren. Was ist die nächste grosse Innovation?
Wir arbeiten ständig an neuen Dingen, nur sprechen wir nicht darüber, solange sie nicht marktreif sind.

«Glauben Sie mir, es kommt viel Aufregendes auf uns zu.»

Was ist mit den digitalen Handschuhen als Maus-Ersatz, wie man sie aus dem Science-Fiction-Film «Minority Report» mit Tom Cruise kennt?
Die erwarte ich nicht in absehbarer Zeit. Aber glauben Sie mir, es kommt viel Aufregendes auf uns zu.

Sie sind zurzeit im Silicon Valley, wo Logitech einen zweiten Sitz hat. Wie wichtig ist der Hauptsitz Lausanne?
Superwichtig. Ich bin eine Woche pro Monat dort, zumindest war das vor Corona so. Lausanne ist unser wichtigster Standort für die Forschung und Entwicklung. Die Schweizer DNA steckt tief in uns drin. Es ist die Kombination aus Bescheidenheit und Ehrgeiz.

Viele international tätige Schweizer Konzerne werben mit ihrer Schweizer Herkunft. Logitech nicht. Weshalb?
Ganz ehrlich, ich weiss es nicht wirklich. Wobei in China steht auf unseren Produkten, dass Logitech aus der Schweiz stammt. Möglicherweise ging es bei der Gründung von Logitech 1981 darum, möglichst als Teil des Silicon Valleys wahrgenommen zu werden. Aber wir sind stolz auf unsere Schweizer Wurzeln.

Könnte sich das nicht ändern? Der Arbeitsort verliert an Bedeutung, die Schweizer Löhne sind hoch und zuletzt konnte sich das Land mit der EU nicht über einen neuen Rahmenvertrag einigen.
Schauen Sie, wir sind eine globale Firma mit einer Schweizer DNA und einem grossen Betrieb hierzulande. Daran wird sich nichts ändern. Schliesslich ist auch die ETH Lausanne gleich um die Ecke, mit der wir eng zusammenarbeiten. Viele Talente von dort gehören zu unserem Team.

Schaffen Sie neue Stellen in der Schweiz?
Wir nennen keine Zahlen, aber wir stocken auf jeden Fall auf. Das haben wir in den letzten Monaten bereits getan. Wenn nun alle wieder ins Büro gehen würden, hätten wir wohl zu wenig Platz.

Nick Hayek und sein Uhrenkonzern Swatch wurden von Logitech aus dem SMI verdrängt.
Nick Hayek und sein Uhrenkonzern Swatch wurden von Logitech aus dem SMI verdrängt.
Bild: KEYSTONE

Gab es eine Party, als Logitech kürzlich Swatch aus dem SMI gedrängt hat, dem Elite-Club der Schweizer Börse?
Nein. Swatch ist eine formidable Firma. Wir bewundern die Errungenschaften von Swatch für die Schweizer Uhrenindustrie und sind deshalb umso stolzer, dass wir nun im SMI sind.

Erhielten Sie eine Glückwunschkarte von Nick Hayek?
Nein, wir kennen uns nicht, deshalb habe ich das auch nicht erwartet. Wenn aber jemand eine Glückwunschkarte verdient, dann er für seine Leistung als Swatch-Chef. Und natürlich sein verstobener Vater.

Wie oft sprechen Sie mit Logitech-Mitgründer Daniel Borel?
Wir schicken uns vor allem SMS, denn er ist fast immer unterwegs, weil er nicht stillsitzen kann. Er ist ein fantastischer Unternehmer.

Sind Akquisitionen für Sie zurzeit ein Thema?
Ständig. Ich rechne damit, dass weitere in diesem Jahr folgen.

Und was, wenn plötzlich Amazon oder Microsoft Logitech übernehmen möchte?
Darüber möchte ich nicht spekulieren. Wir sind Logitech, unabhängig und stolz darauf.

Logitech hat sich kürzlich während dem «Pride»-Monat auf sozialen Medien in Regenbogen-Farben präsentiert. Manche Firmen wurden deswegen für «Rainbow Washing» kritisiert. Was haben Sie für die LGBTQI+-Gemeinschaft konkret unternommen?
Wir glauben an die Stärke von jeglicher Art der Diversität: Sexuelle Orientierung, sexuelle Identität, kultureller Hintergrund, und so weiter. Aber Diversität reicht nicht, wir müssen auch inklusiv sein und heute sind wir nicht inklusiv genug. Daran arbeiten wir sehr stark, deshalb planen wir nun Trainings für alle Angestellten. Nicht nur weil es richtig ist, sondern weil Diversität und Inklusion auch zu besseren Firmenresultaten führen.

Manche Firmen sprechen sich öffentlich für die «Ehe für alle»-Abstimmung aus, die in der Schweiz ansteht. Sie auch?
Als Firma sprechen wir nicht über Politik, aber ich persönlich unterstütze die Ehe für alle auf jeden Fall.

Im Logitech-Verwaltungsrat beträgt der Frauenanteil nur 25 Prozent…
Im Management sind es 40 Prozent. Und mit Wendy Becker haben wir eine Verwaltungsratspräsidentin.

Manche Tech-CEOs sind bereits ins All geflogen oder haben es noch vor. Sie auch?
Ich habe keine so genannte «Bucketlist» mit Dingen, die ich in meinem Leben noch erleben möchte. Wenn unsere Produkte bei solchen Flügen zur Anwendung kommen, finde ich das toll. Aber ansonsten spiele ich lieber Basketball.

Sie sind seit 2013 Chef von Logitech. Wie lange bleiben Sie noch?
Ich habe keine Pläne, die Firma zu verlassen. Ich liebe meinen Job.

DANKE FÜR DIE ♥
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