Emma Amour
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

montage & bearbeitung: watson / material: shutterstock

Emma Amour

Der W*xer unter meinem Fenster

Über meinen Nachbarn von schräg gegenüber weiss ich so einiges. Zum Beispiel, dass er jeden Morgen vor der Arbeit masturbiert. Was er nicht weiss: Irgendwie hatten wir schon einmal Sex. Also ein bisschen. Aber von Anfang an.



Das erste Mal traf es mich sehr unverhofft. Es war 7.30 Uhr, als ich verschlafen das Fenster in meinem Wohnzimmer öffnete. Auf der anderen Strassenseite steht ein Haus, das es in sich hat. Viele WGs, viele Partys, reges Kommen und Gehen und dann ist da noch dieser eine Typ, der alleine wohnt.

Von meiner Stube kann ich direkt in seine Küche und rechts davon in sein Schlafzimmer sehen. Er muss etwas über 30 sein, Single vermutlich, ein Gamer. Er sitzt sehr oft an der Konsole. Bis tief in die Nacht. Auch an Wochenenden. Besuch hat er selten.

Kaum hab ich die Augen offen, rubbelt er!

Zurück auf Anfang. Eben, 7.30 Uhr vor einigen Wochen. Verpennt stehe ich am Fenster, lasse meinen Blick schweifen – und bleibe hängen. Im Fenster meines Nachbars sehe ich ihn. Auf seinem Bett liegend. Offene Jeans, Ständer, rubbelnde Hand. Ich kann mich nicht täuschen: Der Gute wixt.

Ist ja nix dabei. Ist ja auch ganz und gar nicht so, dass ich das nicht auch tun würde.

Trotzdem: Im ersten Moment irritiert mich der Anblick. Mehr noch: Ich bin Zeugin eines Geschehens, bei dem sich der Nachbar absolut unbeobachtet fühlt.

Hier kommt die Wende.

Je länger ich ihm zusehe, desto mehr turnt mich das Szenario an. Da ich aber etwas knapp dran bin, muss ich los, bevor ich mir selber ins Hösli fassen kann.

Ich habe den Wixer (ich schreibe das mit all my love) bereits wieder vergessen, als ich mich am nächsten Morgen in derselben Situation wiederfinde. Zur gleichen Zeit. Ich am Wohnzimmerfenster, er auf dem Bett, gespiegelt in seinem Fenster.

Und wieder ist es 7.30 Uhr.

Out of the blue ist er überall!

So geht das nun jeden Morgen. Er wixt. Ich güggsle. Werde spitz. Und mach's mir seit da öfters auch vermehrt am Morgen. Nach einem Early-morning-Orgasmus lässt es sich schliesslich wunderbar in den Tag starten.

Hihi.

Eigentlich könnte diese Voyeur-Geschichte an dieser Stelle enden. Wären da nicht alle diese Begegnungen auf der Strasse, beim Veloständer, in der Supermarkt-Schlange. Ja, sogar in der Badi sehe ich den Guten.

Bevor ich wusste, dass er jeden Morgen wixt, habe ich ihn ausserhalb unserer Wohnungen nie gesehen. Oder er ist mir nicht aufgefallen. Was weiss ich.

Jetzt jedenfalls ist er überall. Und während ich ihn sehr wahrnehme, ja, sogar heiss finde, guckt er mich nicht mal mit seiner linken Po-Backe an. Ich gestehe mir ein, dass mich all das massiv kickt.

Habe also wahrscheinlich voyeuristische Züge.

Wusste ich gar nicht.

Hallo, Voyeurismus-Emma.

Er will mich (glaub's) nicht!

Ich fände es dennoch toll, mit dem Objekt meiner geheimen Fantasien zu flirten. Immerhin haben wir ja quasi irgendwie ein bisschen Sex. Also versuche ich alles, um des Wixers Aufmerksamkeit auf mich zu lenken.

Machen wir's kurz: Er reagiert nicht. Ich muss mir wohl oder übel eingestehen, dass er einfach nicht auf mich steht. Punkt.

Bevor ich mich aber ganz ergebe und weiterhin nur im Geheimen co-masturbiere: Lieber Nachbar, wie wär's mit einem Fenster-Date? Morgen, Freitag um 7.25 Uhr? Ein bisschen winken vor dem grossen Oh? Mich würde es freuen.

Ich bin die von schräg gegenüber von oben. Die, bei der manchmal relativ laut Mariah Carey und Celine Dion läuft. Hier und da auch Münchener Freiheit. Lass dich davon nicht beirren. Ich hab auch andere Seiten.

(Obwohl ich nicht verstehen kann, was man gegen Celine, Mariah und gegen die Münchener Freiheit haben kann.)

Ah ja, falls du denkst, ich bin ein dich stalkender Creep, dem ist auch nicht so: An mindestens 3 von 5 Mörgen (ja, Mörgen) komme ich entweder nicht zum schauen, verpasse den Zeitpunkt oder bin im Tiefschlaf. Emma-Ehrenwort.

Die anderen zwei Male Neighbourhood-Porn seien mir gegönnt.

PS: Eventuell würde es nicht schaden, wenn du etwas öfters deine Bettwäsche wechseln würdest.

Adieu,

Bild

Eifach so: Das schönste Bett der Schweiz

Die Geschichten aus dem Leben von Emma Amour:

Emma Amour ist ...

… Stadtmensch, Single, Anfang 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deiner Fragen annimmt. Und keine Sorge, so wie auch Emma, wirst auch du mit deinen Frage anonym bleiben. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.

Bild

Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe. bild: watson

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Smart Farming

Die «Pestizid-Hölle Schweiz» ist nur ein Furz im Wasserglas

Du musst jetzt stark sein. Denn unser Agrarjournalist widerlegt deine Vorurteile über die «Pestizid-Hölle Schweiz»: Die Pflanzenschutzmittel Chlorothalonil und Glyphosat sind weniger gesundheitsgefährdend als ein Glas Whisky oder eine Portion Erdbeeren.

«Im ganzen Kanton Bern gibt es keine einzige Wasserfassung, bei der man von einem ernsthaften Gesundheitsrisiko sprechen müsste!» Das erklärt der Berner Regierungspräsident Christoph Ammann kategorisch.

«Bei uns kann man bedenkenlos in jeder Gemeinde das Wasser aus jedem Wasserhahn trinken», erklärt auch Alda Breitenmoser, Leiterin des Amtes für Verbraucherschutz im Kanton Aargau, dessen Grundwasser am stärksten belastet ist: «Die Schlagzeilen von der Pestizid-Hölle sind reine Hysterie!»

Wer hat …

Artikel lesen
Link zum Artikel