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Massive Ausschreitungen in Hamburg vor G20-Gipfeltreffen



Am Vorabend des G20-Gipfels in Hamburg ist es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. Es flogen am Donnerstagabend Flaschen, Feuerwerkskörper wurden gezündet, später brannten umgestürzte Mülltonnen und mindestens ein Auto.

Die rigoros vorgehende Polizei setzte wiederholt Wasserwerfer und Pfefferspray ein und trieb die rund 12'000, in der Mehrzahl friedlichen Teilnehmer auseinander. Die Polizei meldete 15 verletzte Beamte, drei von ihnen mussten im Spital behandelt werden.

Über die Zahl verletzter Demonstranten oder über Festnahmen lagen von den Behörden zunächst keine Angaben vor. Nach Angaben der Veranstalter wurden allerdings zahlreiche Demonstranten verletzt - einige ernsthaft.

Unter die Demonstranten an der «Welcome to Hell»-Kundgebung hatten sich nach Polizeiangaben etwa 1000 Vermummte gemischt - was die Polizei aber nicht duldete. Sie war ursprünglich sogar von bis zu 8000 gewaltbereiten Autonomen ausgegangen. Der Veranstalter erklärte den Demonstrationszug nach gut einer Stunde für beendet. Dieser war nur wenige Meter weit gekommen.

Isolierung der Gewalttätigen misslungen

Die Polizei sagte, man habe versucht, den «schwarzen Block» der Linksautonomen von den friedlichen Demonstranten zu trennen - dann hätte die Kundgebung fortgesetzt werden können. Dies sei aber nicht gelungen.

Aus der Menschenmenge lösten sich anschliessend immer wieder einzelne Gruppen, die in Nebenstrassen verschwanden. Gewalttäter rüsteten sich laut Polizei mit Gerüstteilen und Steinen aus und zündeten weiterhin Gegenstände an. Im Stadtteil Altona gingen Schaufensterscheiben zu Bruch.

Begonnen hatte die Aktion gegen den G20-Gipfel friedlich am Hamburger Fischmarkt, wo Musik gespielt und Reden gehalten wurden. Die Demonstration sollte von dort aus über die Reeperbahn bis etwa 300 Meter an die Messehallen heran gehen. Keine andere Demonstration darf dem G20-Tagungsort in den Messehallen näher kommen.

Merkel berät sich mit Trump

Nach der Ankunft von US-Präsident Donald Trump in Hamburg berieten er und Kanzlerin Angela Merkel in einem gut einstündigen Treffen zentrale Streitthemen. Ein deutscher Regierungssprecher sagte, darüber hinaus seien aussenpolitische Brennpunkte wie Nordkorea, die Lage im Mittleren Osten und der Konflikt in der Ostukraine zur Sprache gekommen.

Inwieweit Merkel und Trump auch über den Konflikt beim Klimaschutz sprachen, blieb offen. Die Unterredung zwischen Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Freitag soll ausgerechnet dann stattfinden, wenn in grosser G20-Runde über den Klimaschutz beraten wird. Trump will aus dem Pariser Klimaschutzabkommen aussteigen.

Ob Trump beim Klima-Thema in der G20-Runde isoliert wird, war zunächst noch unklar. In einem Entwurf für die Abschlusserklärung, welcher der Nachrichtenagentur dpa vorlag, ist der Dissens der anderen 19 zu Trump festgeschrieben. Bleibt es dabei, wäre das für die sonst um Einheit bemühte Staatengruppe ungewöhnlich.

Schwieriges Treffen mit Erdogan

Merkel traf am Abend auch mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan zusammen. Der Wunsch nach dem bilateralen Treffen war von türkischer Seite geäussert worden. Die Beziehungen zwischen Berlin und Ankara sind derzeit belastet, unter anderem wegen der Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel in der Türkei. Berlin fordert seine Freilassung.

Zum Ärger Erdogans hatte die deutsche Regierung ihm vor wenigen Tagen einen Redeauftritt vor Landsleuten in Deutschland am Rande des G20-Gipfels verweigert.

Der G20-Gipfel der grossen Industrie- und Schwellenländer, zu denen auch die Türkei gehört, findet am Freitag und Samstag mit Merkel als Gastgeberin statt. Die Gruppe der 20 (G20) repräsentiert zwei Drittel der Weltbevölkerung und 80 Prozent der globalen Wirtschaftskraft. Noch nie fand ein Gipfeltreffen in Deutschland statt, an dem mit China, Russland und den USA alle der mächtigsten Länder der Welt teilnehmen. (sda/dpa/afp)

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