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epaselect epa07351016 Democratic Representative from New York Alexandria Ocasio-Cortez (L), with US Democratic Senator from Massachusetts Ed Markey (R), delivers remarks on the 'Green New Deal' resolution during a press conference on Capitol Hill in Washington, DC, USA, 07 February 2019. The resolution emphasizes massive public investment in wind and solar production, zero-emission vehicles and high-speed rail, energy-efficient buildings, and smart power grids, as well as 'working collaboratively' with farmers and ranchers to move towards sustainable agriculture techniques.  EPA/SHAWN THEW

Will mit MMT den Green New Deal finanzieren: Alexandria Ocasio-Cortez. Bild: EPA/EPA

Analyse

MMT – oder wie wir lernten, die Staatsschulden zu lieben

Modern Monetary Theory heisst die neue Wunderwaffe der Ökonomen. Die Progressiven wollen damit den Green New Deal finanzieren. Aber auch die Konservativen haben ihre Schulden-Hysterie überwunden.



Die Staatsschulden von Japan betragen rund 250 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP). Ein astronomischer Wert. Gemäss den Theorien der Mainstream-Ökonomen müsste die japanische Wirtschaft längst von einer Hyperinflation zerstört sein.

Zum Vergleich: Nach der Finanzkatastrophe 2008 formulierten die beiden Ökonomen Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff ein weitgehend akzeptiertes Gesetz, das besagt: Übersteigen die Staatsschulden 90 BIP-Prozent, dann folgt die Katastrophe auf dem Fuss.

Japan lebt seit Jahrzehnten bestens mit seinen Schulden. Es gehört nach wie vor zu den reichsten Ländern der Welt. Die japanische Nationalbank kämpft nicht gegen Inflation, sondern versucht im Gegenteil seit Jahren, endlich die Deflation zu besiegen.

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Stephanie Kelton erklärt die MMT. Video: YouTube/The Jimmy Dore Show

Was für Japan gilt, soll für alle Nationen dieser Welt gelten, zumindest für diejenigen, die eine eigenständige Währung besitzen. Das fordern die Vertreter der Modern Monetary Theory (MMT). Noch nie davon gehört? Das dürfte sich bald ändern. MMT könnte eines der zentralen Themen im US-Wahlkampf 2020 werden.

Wovon sprechen wir überhaupt? Kurz zusammengefasst besagt MMT: Ein Land, das seine eigene Währung hat, kann ganz einfach Geld drucken, wenn es darum geht, seine Schulden zu bezahlen. Die Zentralbank muss einzig dafür sorgen, dass die Zinsen tiefer bleiben als die Wachstumsrate des BIP. Simpel, oder?

Um die MMT zu verstehen, muss man zunächst ein scheinbar unausrottbares Missverständnis überwinden: Staatsschulden und private Schulden sind zwei vollkommen verschiedene Paar Schuhe. Der Staat muss eben nicht wie die sprichwörtliche schwäbische Hausfrau ihr Budget im Griff haben. Der Staatshaushalt folgt vielmehr ganz anderen Gesetzmässigkeiten.

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Ein zweites Erklärvideo zu MMT. Video: YouTube/CNBC

Die derzeit bekannteste Vertreterin der MMT heisst Stephanie Kelton. Sie ist Ökonomie-Professorin an der Stony Brook University und war Beraterin von Bernie Sanders in seinem Wahlkampf 2016. Auch dessen Schülerin Alexandria Ocasio-Cortez – der Shooting Star der US-Politik – ist von Kelton beeinflusst.

Im Gegensatz zu Privaten kann der Staat Fiat-Money – Geld aus dem Nichts – schaffen, und er kann dieses Geld für seine Ziele einsetzen. «So wie wir den Zweiten Weltkrieg finanziert haben, können wir auch einen New Green Deal finanzieren» stellt Kelton in einem Artikel bei Bloomberg fest. «Der Kongress müsste einzig die Notenbank anweisen, die Zinssätze nicht über ein bestimmtes Mass steigen zu lassen.»

Merke: Nach dem Zweiten Weltkrieg betrugen die amerikanischen Staatsschulden 125 Prozent des BIP.

epa07412395 US Independent Senator from Vermont Bernie Sanders speaks at a rally at Navy Pier in Chicago, Illinois, USA, 03 March 2019. Sanders is running for president for the second time after losing the Democratic nomination to Hillary Clinton in 2016.  EPA/TANNEN MAURY

Glaubt an die MMT: Bernie Sanders. Bild: EPA/EPA

Solange die Zentralbank den Zinssatz unter der Wachstumsrate hält, hat sie die Inflation im Griff. «Es gibt keinen Grund für radikale Kürzungen der Ausgaben oder für Kürzungen in den Sozialausgaben», erklärt James K. Galbraith, ein weiterer Vertreter der MMT.

Solange die Zentralbank diese einfache Regel befolgt, besteht auch keine Gefahr eines Crowding Out. Darunter versteht man das Phänomen, dass bei steigenden Staatsschulden auch die Zinsen steigen und private Unternehmer damit keine Möglichkeit mehr haben, zu vernünftigen Bedingungen Geld aufzunehmen. Hält die Zentralbank die Zinsen tief, werden die Staatsdefizite vielmehr zu einer Anlagemöglichkeit für private Spargelder.

Nicht nur die Progressiven haben der Spar-Hysterie den Kampf angesagt. Auch die Konservativen haben ihre Meinung geändert. Bis vor Kurzem waren steigende Staatsschulden für sie gleichbedeutend mit dem Untergang des Abendlandes. 2017 haben die Republikaner ohne mit den Wimpern zu zucken eine Steuerreform genehmigt, welche das US-Staatsdefizit innerhalb von zehn Jahren um 1,5 Billionen Dollar erhöhen wird. Präsident Trump hat in seiner State-of-the-Union-Rede die Staatsschulden mit keinem Wort erwähnt.

In Deutschland fordert derweil Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, seine Regierung immer wieder auf, endlich die Fixierung auf die «schwarze Null», ein ausgeglichener Staatshaushalt, aufzugeben. Stattdessen solle der Staat die günstige Gelegenheit – tiefe Zinsen – beim Schopf packen und grosszügig in Infrastruktur und Bildung investieren. Eine ähnliche Forderung hat der ehemalige Spitzenbanker Oswald Grübel schon vor Jahren auch für die Schweiz erhoben.

Allerdings teilen nicht alle Ökonomen die neue Liebe zu Staatsschulden. Prominentester Kritiker ist ausgerechnet Paul Krugman, Nobelpreis- und linksliberaler Fahnenträger. Er traut den Schalmeienklängen der MMT-Vertreter nicht und warnt vor einer Hyperinflation und der Zerstörung der Währung wie einst bei der Hyperinflation in Deutschland zu Beginn der 1920er Jahre.

In einem kolumbianischen Dorf wird mit Coca-Paste bezahlt

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • LLewelyn 06.03.2019 07:33
    Highlight Highlight Es tönt so schön mechanistisch: Man muss "einfach" die Zinsen tiefer halten als das BIP Wachstum (ich nehme an das reale) und alles ist in Ordnung. Wenn ich mir das so genauer überlege, tönt das verdächtig nach dem Leverage-Effekt angewandt auf die Volkswirtschaft (dort gilt ja: solange Gesamtkapital- > Fremdkapitalzins, alles paletti). Und zu was der alles führen kann, haben wir ja nur zu gut erfahren. Kommt noch hinzu, dass das BIP Wachstum prognostiziert werden müsste... der Blick in die Kristallkugel bei so etwas Komplexem wie der Wirtschaft funktioniert nachweislich nur leidlich.
  • Rabbi Jussuf 05.03.2019 23:59
    Highlight Highlight Da macht man ein Geschrei um unseriöse Finanzprodukte der Banken und dann propagiert man Gelddrucken um Schulden bedienen zu können?
    Diese Logik verstehe wer wolle. Ich nicht.
  • Retow 05.03.2019 23:53
    Highlight Highlight Die Erklärungen erinnern mich an ein Perpetuum Mobile. Oder gibt es doch eine Obergrenze für die Verschuldung? Auf jeden Fall gibt die Ökonomin im Video zu, dass auch sie nicht weiss, wie hoch das Defizit maximal sein sollte. Und auf ein solches Modell sollen wir uns verlassen?
  • Florotor 05.03.2019 21:24
    Highlight Highlight Also, Input: Ökonomie ist eine Wissenschaft, die mit einer Fehlerwahrscheinlichkeit von 50% arbeitet.

    Eine Aussage eines Ökonomen hat also 50% Chance, zuzutreffen. Tut sie es nicht, war einfach das Gegenteil der Fall.

    Man sollte ökonomischen Regeln und Theorien hier nicht die Stellung von Naturkonstanten oder mathematischen Theoremen geben.

    Und ganz besonders sollte man dann nicht noch "richtige" Ökonomie von "linker" oder "politischer" separieren wollen. In ihrem Realitätsbezug und ihrer Reichweite sind "ökonomische" Aussagen und Theorien natürlich genau gleich viel wert, egal von wem.
    • Platon 05.03.2019 22:16
      Highlight Highlight @Florotor
      Dafuq did I just read? Es gibt Modelle, die lassen sich Mathematisch herleiten und dann gibt es noch die Empirie, die sich anhand von Ökonometrie untersuchen lässt. Wo liegt nun die Fehlerwahrscheinlichkeit von 50% in einem mathematisch hergeleiteten Modell? Und welcher Statistiker gibt sich mit einer Aussagekraft von 50% zufrieden? Kannst du irgendetwas von deinem Kommentar belegen?
  • dmark 05.03.2019 20:38
    Highlight Highlight "!...die Fixierung auf die «schwarze Null»,..."
    Dies macht es u.a. für Deutschland fast unmöglich aus dem Euro auszutreten, weil sonst eine eigene Währung "durch die Decke" ginge.
    Diese, nennen wir es schlicht "Schuldenmacherei" der Staaten geht nur so lange gut, wie dies auch alle anderen machen, weil sonst deren Währungen im Vergleich zu einem schuldenfreien Staat inflationär fallen würden. DL hat immer noch die schwachen Staaten am Bein kleben und mit denen zusammen den Euro. Man sah doch wie der Franken urplötzlich anzog, als die Euro-Aufkäufe ausgesetzt wurden. Das ist nicht so einfach.
    • Rabbi Jussuf 06.03.2019 00:05
      Highlight Highlight Du weisst, was die NSB mit den vielen Euros angestellt haben?

      Sie haben deutsche Staatsanleihen gekauft.

      Jetzt gehört uns schon fast ganz Deutschland... :-)
    • dmark 06.03.2019 10:16
      Highlight Highlight Rabbi, das willst du nicht wirklich haben...
      Vielleicht Teile davon, aber sicherlich nicht alles - glaub's mir. ;)
  • Platon 05.03.2019 20:19
    Highlight Highlight Endlich wird hier die MMT behandelt! Das hat ja auch lange genug gedauert Herr Löpfe. So simpel wie sie hier dargestellt ist, ist sie aber auch nicht. Das, was mich am meisten fasziniert, ist die Job Guarantee. Der Staat wird zum Arbeitgeber of last Resort und garantiert somit, dass kein Potentialoutput verloren geht. Das scheint irgendwie sehr sinnvoll, wenn man bedenkt, dass mit Ü50 Arbeitlosen ein enormes Potential brach liegt. Zudem wird es der Tatsache gerecht, dass es immernoch Arbeit braucht, um Dinge zu finanzieren. Ich glaube das ist ein zentraler Punkt der Theorie.
    • Philipp Löpfe 05.03.2019 22:01
      Highlight Highlight Sooo lange hat es auch nich gedauert....
    • Rabbi Jussuf 06.03.2019 00:33
      Highlight Highlight "Der Staat wird zum Arbeitgeber of last Resort und garantiert somit, dass kein Potentialoutput verloren geht. Das scheint irgendwie sehr sinnvoll, ..."
      Was herauskommt, wenn der Staat zum Arbeitgeber wird, kennen wir doch schon zur Genüge.
    • geissenpetrov 06.03.2019 12:13
      Highlight Highlight "Was herauskommt, wenn der Staat zum Arbeitgeber wird, kennen wir doch schon zur Genüge."

      In nordeuropäischen Ländern sind es um die 30% aller Beschäftigten, die ihren Lohn vom Staat beziehen, in der Schweiz rund 20%, in Japan und Korea etwas unter 10%.
      Unabhängig von diesen Zahlen, ist der Staat ein vergleichsweise guter Arbeitgeber. Insbesondere bei den letztgenannten Länder, tobt ein regelrechter Kampf, um eine Stelle im öffentlichen Sektor zu erhalten.

      Was also soll Deine Aussage? Was kennst Du zu Genüge?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ökonometriker 05.03.2019 19:41
    Highlight Highlight Nicht ganz triviale Materie...
    Wenn sich der Staat mehr verschuldet ist Kapital knapper und die Zinsen damit höher. Bezahlen tun es diejenigen, die für Kapital bezahlen müssen - also z.B. Mieter oder frische Hauskäufer.
    Verschuldung ist damit nichts anderes als eine Steuer.
    Da sie über verzinsbare Schuldverschreibungen finanziert wird, führt sie zudem zu einer Umverteilung von den Habenichtsen zu den Vermögenden. Als Linker sollte man dagegen sein. Quasi alle anderen Arten der Besteuerung sind sozial verträglicher.

    Am Ende ist es simpel: man kann nur konsumieren was produziert wurde.
    • pun 05.03.2019 19:58
      Highlight Highlight Der Artikel erklärt doch gerade das Prinzip der MMT, dass eben die Zinsen aus politischem Willen nicht steigen dürfen und du erklärst uns das Prinzip privater Verschuldung beziehungsweise wie asozial Zinsen sind?
    • Platon 05.03.2019 20:33
      Highlight Highlight @Ökonometriker
      Na der Trick liegt ja darin, dass die Zinsen tiefer sind als das Wachstum, aber du hast da schon einen Punkt.
      Zu deiner letzten Bemerkung. Hier gilt es die Job Guarantee zu erwähnen, die oben leider vergessen wird. Laut MMT soll der Staat zum Employer of last Resort werden. Dadurch wird auch tatsächlich Arbeit garantiert und zwar unter anderem sogar besser als üblich. In der Neoklassischen Theorie kümmert man sich nämlich nur darum, die Arbeitslosigkeit mit den klassischen Mitteln zu beseitigen, jedoch nicht das verlorengegangene Potenzial aufzufangen. Das wäre aber wichtig!
    • Ökonometriker 05.03.2019 22:30
      Highlight Highlight @pun: selbst wenn die Zinsen für die Regierung durch gesetzliche Eingriffe nicht steigen fehlt das Kapital im Markt und die Zinsen die der Normalbürger bezahlt steigen. Einzige Abhilfe wäre mehr Geld zu drucken, aber dann droht Inflation.

      Aber wie gesagt, man überabstrahiert hier. Am Ende ist es ganz einfach: wenn man konsumieren will, muss man zuerst produzieren. Von Nichts kommt Nichts.
  • poga 05.03.2019 18:59
    Highlight Highlight Naja. Hat die gute Ökonomin auch angemerkt, dass Japan bei seiner Bevölkerung verschuldet ist? Dass die Bevölkerung damit den Staat per se tragen muss? Dass sie in ein dunkles Zeitalter fällt, wenn das System versagt?
    • geissenpetrov 06.03.2019 00:03
      Highlight Highlight Der japanische Staat ist in erster Linie bei seinen Unternehmen verschuldet. Und genau da liegt das Problem. Diese Unternehmen wollen einfach nicht investieren. Lieber tragen sie es Geld zur Bank.
      Wenn nun die Haushalte und die Unternehmen zu Sparfuxen werden, dann kann logischerweise nur noch der Staat oder das Ausland die Schulden machen.
      Dies ist eine direkte Folge des Neoliberalismus und mittlerweile ein weltweites Problem.
    • bebby 06.03.2019 06:50
      Highlight Highlight Stimmt nicht ganz: in Japan besitzt die Notenbank unterdessen einen substantiellen Teil der Staatsschulden. Die Grundidee ist immer noch, dass die Steuereinnahmen sich irgendwann erholen werden, so dass die ausstehenden Schulden irgendwann einfach auslaufen können.
      Keine Ahnung, ob das aufgeht...
  • Einer Wie Alle 05.03.2019 18:41
    Highlight Highlight Also, wenn ich dem Staat Geld gebe, kann er damit etwas bezahlen und ich kriege mein Geld irgendwann mit Zins zurück. Um mir das Geld zurück zu bezahlen wird nun irgendwo ein neuer Kredit aufgenommen (solange die Schulden steigen, solange wird mehr ausgegeben als eingenommen, sprich mehr Geld aus Krediten).
    Jetzt geht das immer so weiter und die Staatsschulden steigen und steigen. Das funktioniert jedoch nur solange, wie man noch mehr Kredite aufnehmen kann. Das ganze erinnert mich irgendwie an ein Schneeballsystem.

    Kann mich jemand aufklären, ob ich einen Denkfehler habe?
  • *sharky* 05.03.2019 18:37
    Highlight Highlight Hmmm... der Titel erinnert mich an...
    ob da wohl ein gewisser Zusammenhang besteht?

    Benutzer Bild
    • Philipp Löpfe 05.03.2019 22:01
      Highlight Highlight gut gebrüllt, Löwe.
  • Oh Dae-su 05.03.2019 18:27
    Highlight Highlight Naja schlussendlich basiert doch eh alles auf Vertrauen. Solange die Menschen Vertrauen in ein bestimmtes System haben, funktioniert es auch. Ist das Vertrauen weg, kollabiert alles.
    Würden die z.B. Japaner ihrem Staat nicht mehr zutrauen, den Schuldendienst weiterhin zu leisten, wäre der Kollaps wohl nicht mehr weit.
  • smoking gun 05.03.2019 18:12
    Highlight Highlight Und wer bezahlt die Zinsen der Staatsschulden? Der Steuerzahler.

    "Im Gegensatz zu Privaten kann der Staat Fiat-Money – Geld aus dem Nichts – schaffen, und er kann dieses Geld für seine Ziele einsetzen."

    Banken (private) können auch Geld aus dem Nichts schaffen. Stichwort "Giralgeld".
  • NurEineMeinung 05.03.2019 18:01
    Highlight Highlight Wir kommen der Zeit in der Geld seine Bedeutung verlieren wird einen grossen Schritt näher.
    An was sich dann wohl die heute Reichen orientieren um reich zu bleiben? Soziale Ausgaben per Gesetz verbieten? Denn der Staat hätte ja MMT-theoretisch unendlich Geld um Armut etc. auszurotten.
  • LLewelyn 05.03.2019 17:56
    Highlight Highlight „There ain’t no such thing as a free lunch“ - Das gilt hier genauso. Es gibt zig Beispiele für Inflationskrisen, sprichwörtlich von Argentinien bis Zimbabwe, welche nahelegen das die Kombination aus Politiker und Notenpresse eine mehrheitlich risikobehaftete und schädliche ist.
    • Platon 05.03.2019 20:36
      Highlight Highlight @LLewelyn
      Würde es dir was ausmachen, dich wirklich mit der Theorie auseinanderzusetzen, statt auf gescheiterte Politiker zu verweisen? Schliesslich haben diese Leute ihren Ökonomielehrstuhl nicht auf dem Bazar erworben. Politiker aber, da gebe ich dir recht, die müssen nur gewählt werden. Das kann jeder.
    • Retow 05.03.2019 23:47
      Highlight Highlight @Platon Für jedes Modell findest einen Ökonomen, damit verdienen sie ja auch ihr Geld. Warum sollten diese Ökonomen besser sein?
    • LLewelyn 06.03.2019 10:49
      Highlight Highlight @Platon vergleiche meinen Kommentar von heute früh. Ich hab mir das - in Morpheus Reich - nochmal überlegt. Die Theorie entspricht in erschreckenderweise der Lehre vom Leverage Effekt - an dem hat sich schon mancher "Mänäger" die Hände verbrannt. Es erscheint mir - angesichts auch der Prognoseschwierigkeit - keine gute Idee die Druckerpresse ohne Ende zu propagieren.
  • Majoras Maske 05.03.2019 17:54
    Highlight Highlight Und was passiert, wenn das BIP negativ "wächst"? Müssen die Zinsen dann auch tiefer sein? Das funktioniert doch höchstens an theoretischen Schönwetterlagen.
  • b4n4n4j03 05.03.2019 17:49
    Highlight Highlight Das zeigt eigentlich wieder auf, das geld nur ein fiktionales konzept ist und nur solange funktioniert wie die leute an dessen wert glauben...
    Ich würde lieber eine alternative dafür finden...
  • undduso 05.03.2019 17:30
    Highlight Highlight Den Zinssatz unter dem BIP-Wachstum halten....
    Lang lebe das unbegrenzte Wachstum.
  • Markus97 05.03.2019 17:16
    Highlight Highlight Also ich würde einem Land bestimmt keinen Kredit geben, wenn es nichteinmal vor hat diesen irgendwann zurückzubezahlen...
    • Platon 05.03.2019 20:40
      Highlight Highlight @Markus97
      Es hilft wenn man Artikel liest, bevor man sie kommentiert. Absatz 6 schafft bei dir Abhilfe ;)
  • Selbst-Verantwortin 05.03.2019 17:16
    Highlight Highlight Rechte konzentrieren sich eher auf Schaffung von Werten. Linke auf Verteilung. Wer die Reihenfolge oder eins von beiden ignoriert, macht ein Fehler.
    Wenn man keine Ahnung von Wirtschaft hat, ist. MMT der feuchte Traum für Linke: ohne Konsequenzen Geld ausgeben.
    Leider ists der garantierte Weg vom Traum zum Albtraum.
    • Philipp Löpfe 05.03.2019 17:36
      Highlight Highlight Also die Rechten machen derzeit kräftig Schulden.
    • loquito 05.03.2019 18:08
      Highlight Highlight @ Redly... Schaffung von Werten? Echt jetzt? Das glaubstbdu echt? Kein Sarkasmus, keine Ironie?
    • udiuke 05.03.2019 18:35
      Highlight Highlight @Löpfe: Wenn ich an unser Parlament denke, dann kommt das nicht hin. Der Ueli wird von der Linken massiv angefeindet weil wir anstelle einer roten Null einen schönen Überschuss im Staatsbudget abgeliefert hat. Sparen ist nicht drin. Die Schuldenbremse soll gelockert werden oder weg.
    Weitere Antworten anzeigen
  • LeChef 05.03.2019 17:10
    Highlight Highlight Das ist nicht Ökonomie, das ist Wahnsinn.

    Wir haben mittlerweile wirklich genügend Erfahrungen mit Hyperinflationen gesammelt, um zu sehen, dass es eben nicht genügt „einfach den Zinssatz unter der Wachstumsrate“ zu halten (wtf?)

    Ich frage mich woher diese Idee überhaupt kommt. Diese beiden Dinge haben in der längeren Frist überhaupt nichts miteinander zu tun.
  • Mutbürgerin 05.03.2019 16:53
    Highlight Highlight Ach du Schreck. Zig Beispiele von linker Wirtschaftspolitik haben doch bewiesen, dass deren Experimente alle scheiterten. Wer wissen will, was passiert, wenn man die Notenpresse anwirft, kann aktuell Venezuela beim Sterben zuschauen. Schulden machen ist natürlich reizvoll, da man über seine Verhältnisse leben kann und die Rückzahlung der nächsten Generation übertragen kann.
    • Philipp Löpfe 05.03.2019 17:40
      Highlight Highlight Es gibt eine Studie von Alan Binder, lange Mitglied des Fed-Rates, die zeigt: Unter Demokraten ist die Wirtschaft in der Regel besser gewachsen als unter den Reps. Zudem: MMT ist nicht gleich Notenpresse anwerfen.
    • FloW96 05.03.2019 18:03
      Highlight Highlight Die Demokraten sind aber nicht links, sondern liberal.
    • loquito 05.03.2019 18:13
      Highlight Highlight Mutbürgerin. Die schlimmsten Verschuldung passiert unter rechts. Frag mal Argentinien oder Brasilien... Venenezuela hat nur zu einem Teil eigene Schuld an der Situation. Zu entnehmen dem UNO Bericht und anderen Berichten, welche nicht politisch motiviert einen Umsturz suchen, Whatson zuvorderst mit dabei. Von 2000 Venezolanern, haben Sie nicht einen gefunden der Guaidos Option schlimmer findet als Maduro. Da muss ich wohl die einzigen 3Venezolaner kennen, welche nicht 1990 wiederhaben wollen...
      Ich empfehle interessierten auch mal eine Jornada oder ein Clarin zu lesen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • flyingdutch18 05.03.2019 16:51
    Highlight Highlight „Solange die Zentralbank den Zinssatz unter der Wachstumsrate hält, hat sie die Inflation im Griff.“ Das ist schlicht falsch. Niemand weiss derzeit, weshalb die Inflation trotz Vollbeschäftigung auf sehr tiefem Niveau verharrt und das Inflationsziel von 2% ständig unterschritten wird. Wenn die Inflation aber ansteigt, dann schützen nur höhere Zinsen vor einem weiteren Anstieg.
    • Oh Dae-su 05.03.2019 18:41
      Highlight Highlight Wir haben doch eine Inflation, aber eine Vermögenspreisinflation und keine Verbraucherpreisinflation. D.h. praktisch alles frisch gedruckte Geld geht direkt in Vermögenswerte. Ist halt nicht unbedingt das, was die Nationalbanken bezwecken wollten...
  • Dominik Treier 05.03.2019 16:48
    Highlight Highlight Warum gibt es denn überhaupt Staatsschulden sollte doch die Frage sein... Die Antwort scheint mir recht simpel, nicht weil der Staat zu viel ausgibt, denn über jede Ausgabe wird endlos beraten, abgestimmt und diskutiert, sie ist also meist legitim. Nein weil der Staat zu wenig einnimmt und davon profitieren Kapitalbesitzer gleich doppelt, sie Zahlen offensichtlich zu wenig Steuern im Vergleich zum kleinen Bürger und gleichzeitig können sie an Staatsanleihen Geld verdienen. Wir müssen uns neue bessere Steuersysteme überlegen, anstatt diese Maschinerie noch zu befeuern!
    • loquito 05.03.2019 18:15
      Highlight Highlight Well done. Sehr gut zusammengefasst. Argentinische Staatsanleihen machen skrupellose Investoren innerhalb von Monaten reich, während die Bevölketung sich für die nächsten 100 Jahre verschuldet sieht. Aber Macri ist lieb und Bolsonaro super...
    • _kokolorix 05.03.2019 21:25
      Highlight Highlight Das wäre am ehrlichsten, aber leider nicht mehrheitsfähig. Zu tief verwurzelt ist das über Jahrzehnte von rechts, mit viel Geld verbreitete, Mantra vom Staat der den Bürger bestielt...
  • lofdo 05.03.2019 16:45
    Highlight Highlight Die von Rogoff und Reinhart errechnete 90% Grenze als "weitgehend akzeptiertes Gesetz" zu bezeichnen ist meiner Meinung nach doch sehr übertrieben. Das Paper (Titel: Growth in a Time of Debt) wurde 2013 zimlich heftig von der Akademie auseinander genommen da die Daten durch selektives Auswählen höchst manipuliert wurden.
    Spätere Berechnungen ergaben dann auch schwächere Ergebnisse, so dass die 90% Grenze als schwer nachvollziehbar angesehen wird.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 05.03.2019 16:41
    Highlight Highlight 2)
    Deutschland ist Teil des Euros und kann nicht einfach über die Zentralbank verfügen.
    Auch ist es grosser Unterschied, ob der Staat sein Geld investiert in Infrastruktur oder die Bildung seiner Bürger oder aber sie einfach für Zückerchen verpulvert wie zB Rentenerhöhungen, Baukindergeld oder Militärausgaben.
    Wenn das so ein geniales und sicheres Werkzeug ist, weshalb hat das nicht schon irgendein Westentaschendiktator für sich entdeckt?
    Dieser könnte die Zentralbank wohl leicht zwingen, man stelle sich das mal vor, Putin, der neue Herr der Zentralbank und Held linker Ökonomen.
    • loquito 05.03.2019 18:17
      Highlight Highlight Seitnwann verfluchbnoch mal ist Putin links? Da hab ich ja etwas verpasst die letzten Jahre...
    • _kokolorix 05.03.2019 21:33
      Highlight Highlight Herr Putin kann eben nicht so frei darüber verfügen wohin das geschöpfte Geld fliesst. Er hat eine Oligarchie aufgebaut und das Geld würde sofort in den Taschen der Oligarchen versickern, egal wofür es anfangs ausgegeben wurde. Beispiel die Infrastruktur für WM und Olympia. Der größte Teil des investierten Staatsgeldes floss in die Korruption, die entstandene Infrastruktur ist deutlich weniger Wert. So geht es allen Diktatoren, die müssen ihre Klientel bei Laune halten sonst sind sie weg vom Fenster. Nur eine funktionierende Demokratie kann das Geld wirklich investieren
    • loquito 06.03.2019 09:02
      Highlight Highlight Warum Blitze. Putins Partei ist Erzkonservativ in sozialen Neoliberal in wirtschaftlichen Belangen... Alles andere als Links
    Weitere Antworten anzeigen
  • rodman 05.03.2019 16:34
    Highlight Highlight Herr Löpfe, können Sie bitte ein Beispiel einer von der Regierung/Parlament abhängigen Notenbank in der Geschichte zeigen, das über Jahre und Jahrzehnte erfolgreich funktionierte?
    • Philipp Löpfe 05.03.2019 16:47
      Highlight Highlight Wie wäre es mit Bank of England?
    • Raphael Stein 05.03.2019 17:56
      Highlight Highlight Wie wäre es mit Bank of England?

      Die Bank ja, das Land dem die Bank zudient nicht!

      Das ist der feine Unterschied.
    • rodman 05.03.2019 20:35
      Highlight Highlight Danke, Herr Löpfe, gutes Beispiel.

      Nach meinem verständnis ist dieses 2% ziel der bank of england nicht sakrosankt. Die Bank of England muss lediglich dem PM einen Brief schreiben, wie sie wieder back on track kommen.


      Aber stimmt, die regierung gibt das ziel vor.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 05.03.2019 16:33
    Highlight Highlight 1)
    Disclaimer, ich versteh wenig von Ökonomie.
    Für mich mixed der Artikel doch einiges einfach zusammen.
    Das Japan eine besondere Situation hat wurde schon erwähnt, die USA sind der wichtigste Finanzplatz und verfügen mit dem Dollar über die Leitwährung, in welcher sich alle anderen verschulden.
    Das private und öffentliche Schulden nicht das gleiche sind oke, eine Erklärung, weshalb nun der Staat "unbeschränkt" Schulden machen können soll ist das jedoch nicht.
    Zinssatz muss unter dem Wachstum sein, oke und was passiert bei einer Rezesion?
    Deutschland wiederum ist eine ganz andere Geschichte.
  • Denk nach 05.03.2019 16:32
    Highlight Highlight Eine Komponente geht hier völlig vergessen, wo liegt der Anreiz das der Staat effizienter und effektiver wird? Das ist dringend notwendig! Ohne Anreize und knallharter Budgetierung bewegt sich nämlich nichts. Auch macht es keinen Sinn, dass ein strukturelles Defizit besteht, dieses hegen und pflegen zu wollen. Die staatsquote würde dann stetig wachsen. Wie die Privatwirtschaft braucht auch der Staat den kostendruck um besser zu werden. Fehlen die Anreize, gibt es keine Entwicklung!
  • N. Y. P. 05.03.2019 16:30
    Highlight Highlight Die Einleitung des Artikels auf die CH umgemünzt :

    Modern Monetary Theory heisst die neue Wunderwaffe der SVP. Der Think Tank der SVP will damit die Firmensteuern auf Null senken, bzw. mittels Druckerpresse finanzieren. Die Bundesversammlung würde dazu in Eigenregie den Zinsatz der Nationalbank festlegen..
    • Philipp Löpfe 05.03.2019 16:48
      Highlight Highlight Liess, was geissenpetrov schreibt. Der checkt den Puck.
    • geissenpetrov 05.03.2019 16:59
      Highlight Highlight Oder hier, in Form bewegter Bilder:
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    • N. Y. P. 05.03.2019 17:53
      Highlight Highlight @geissenpetrov

      Habe die ersten 10 Minuten reingezogen. Je tiefer man in die Materie reingeht, desto komplexer. Aber beide Ökonomen erklären es sehr gut.
      Den Rest schaue ich mir später an.

      P.S. Dass Löpfe weiss, dass du Eishockey spielst..
    Weitere Antworten anzeigen
  • geissenpetrov 05.03.2019 16:28
    Highlight Highlight Etwas einfacher ausgedrückt:

    1. Das Gesamtvermögen der Welt, abzüglich aller Schulden der Welt, ist zu jedem Zeitpunkt gleich Null.

    2. Wenn die Haushalte sparen (müssen, damit sie im Alter etwas haben), die Unternehmer zu Nettosparer werden (müssen auch, damit die Shareholder was abkriegen), dann bleibt nur noch der Staat übrig, der sich verschulden kann.

    Das ganze nennt sich Buchhaltung und hat mit Ökonomie eigentlich nichts zu tun.
    • Selbst-Verantwortin 05.03.2019 17:11
      Highlight Highlight Das ist Undinn. Ich kann ein Vermögen haben (Haus, Wertgegenstände, Bücher, Lizenzen) ohne jede Schulden.
      Das Selbe gälte auch für Staaten.
  • sleeper 05.03.2019 16:22
    Highlight Highlight In meinem Master in Volkswirtschaftslehre habe ich vorallem eines gelernt: Jeder der dir erzählt, er wüsse irgendetwas mit Sicherheit, wenn's um die Wirtschaft geht, ist entweder zu dumm, um zu verstehen, dass wir keine Ahnung haben oder er lügt zum eigenen Profit. Wir lernen immer erst durch Crashs und Kriesen, dass wir unsere bisherigen Theroien revidieren müssen. Fakt ist: keiner kann die langfristigen Folgen des konsequenten verfolgens der MMT-Doktrien abschätzen. Grosse Risiken birgt dies aber allemal.
    • Snowy 05.03.2019 20:12
      Highlight Highlight Bin zwar nur BWL´er, aber soviel hab ich von VWL-Semestern auch noch mitgekriegt. :-)
    • Sarkasmusdetektor 05.03.2019 20:15
      Highlight Highlight Die "Theroie", dass Studenten heute trotz Autokorrektur nicht mal mehr einfache Wörter wie "Krise" buchstabieren können, gewinnt auch gerade wieder ein paar Anhänger.
    • Rabbi Jussuf 06.03.2019 00:01
      Highlight Highlight "Grosse Risiken"
      Das ist aber nett ausgedrückt!
    Weitere Antworten anzeigen
  • N. Y. P. 05.03.2019 16:16
    Highlight Highlight «So wie wir den Zweiten Weltkrieg finanziert haben, können wir auch einen New Green Deal finanzieren» stellt Kelton in einem Artikel bei Bloomberg fest. «Der Kongress müsste einzig die Notenbank anweisen, die Zinssätze nicht über ein bestimmtes Mass steigen zu lassen.»

    Der Kongress ! will der FED ! dann also vorschreiben, wie hoch der Zinssatz ist.

    Das würde eine monetäre Kernschmelze heraufbeschwören.

    Eine Nationalbank MUSS unabhängig sein. Insbesondere in der heutigen Zeit.
    • Fruchtzwerg 05.03.2019 17:13
      Highlight Highlight Die amerikanische Wirtschaft steht doch sowieso schon wieder kurz vor der nächsten Kernschmelze. Zumindest wenn man die Immobilien-Krise 2008/09 als solche betrachtet...
    • Zwerg Zwack 05.03.2019 17:30
      Highlight Highlight Warum muss eine Nationalbank unabhängig sein? Ernstgemeinte Frage! Ich als VWL-Analphabet habe Mühe, hier die Zusammenhänge zu sehen.
    • do u know Xonco The Muffin Man -The Muffin Man 05.03.2019 17:42
      Highlight Highlight Eine Nationalbank müsste aber auch dem Staat gehören?

      oder öppe nöd?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pascal1917 05.03.2019 16:15
    Highlight Highlight Wenn etwas zu gut kling, um wahr zu sein, ist es meistens auch nicht wahr.

  • Selbst-Verantwortin 05.03.2019 16:12
    Highlight Highlight MMT ist so logisch wie Homöopathie. Auch daran glauben einige. 🤦‍♀️🤦‍♂️
    Aber aus nichts (Papier/neugedrucktem Geld) können keine echten Werte entstehen. Dh, entweder bewirkt es nichts oder (schlimmer) eine heimliche Umverteilung.
    Irgendwann müssen alle Schulden oder Zinsen darauf echt bezahlt oder entwertet werden (letzteres zulasten aller Bürger, zB Altersvorsorge).
    Wer an was anderes glaubt, glaubt an Märchen.
    • Astrogator 05.03.2019 16:50
      Highlight Highlight @Redly: Du hast keine Ahnung wie Hypotheken funktionieren?
      JEDE Hypothek ist Geld das aus dem Nichts erschaffen wurde.

      Und die Umverteilung entsteht durch die Verzinsung.
    • LeChef 05.03.2019 17:42
      Highlight Highlight Nein, eine Hypothek ist primär eine Investition des Kreditgebers (also der Bank und indirekt der Sparer). Mit dem Geld wird ja auch ein realer Wert geschaffen, nàmlich eine Immobilie.
    • Wander Kern 05.03.2019 18:35
      Highlight Highlight Oh Gott, hier hapert es echt schon an den Erstsemesterbasics...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Firefly 05.03.2019 16:10
    Highlight Highlight "In Deutschland fordert derweil Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, seine Regierung immer wieder auf, endlich die Fixierung auf die «schwarze Null», ein ausgeglichener Staatshaushalt, aufzugeben"

    Naja, Deutschland hat keine eigene Währung (mehr) und da haben wir auch schon das Kernproblem der EU. Solange die EU keine Schulden macht, sondern die Länder, solange haben die ein Problem und so auch die EU.
  • redneon 05.03.2019 16:06
    Highlight Highlight Jaaaaaaa ist doch logisch 🙃 Das wird ne Debate in Bundesbern wenn das auf die Agend kommt.. Die Bürgerlichen mit ihrem Milchbüchlein würden sich Einbunkern und aus allen Roren Schiessen 💥💥💥💥 in ihren augen würde die Schweiz 100x zu grunde gehen 🤣 Ja zu MMT
  • Chrigi-B 05.03.2019 15:57
    Highlight Highlight Absolut bescheuerte Idee. Besser die hässlichsten Auswüchse des Kapitalismus besser kontrollieren.
    • redneon 05.03.2019 17:20
      Highlight Highlight Wenn der Staat kein Geld mehr ausgiebt für die Infrastruktur... zb. Schau nach Deutschland was da abgeht... Wegen der Schwazen 0 wird da kein Geld Investiert.. Nein sie Schützen lieber die Autoindustrie die Kapitalistisch ist.. Hir geht es um den Staat um die Bürger.Und der soll die Notwändigen Projekte finanzieren. Steht ja... Staat und Prifat sind zwei kommplet andere Schuhe....
    • Chrigi-B 05.03.2019 17:52
      Highlight Highlight Die schwarze 0 in DE ist eine monströse Dummheit, da gebe ich dir recht. Würden besser aufhören "Möchtegernweltpolizist 2.0" zu spielen und das Geld im eigenen Land reinvestieren. Das gilt übrigens auch für Frankreich (der kleine Sonnenkönig Macron hat immer noch nicht begriffen, dass "la grande nation" schon lange der Vergangenheit angehört). Eine Reformation des Steuersystems in beiden Ländern wäre wünschenswert. Sollten ja im Finanzministerium alle Alarmglocken lossgehen, wenn die Reichen reihenweise abzischen.
  • FloW96 05.03.2019 15:54
    Highlight Highlight Japan sollte auf keinen Fall als Beispiel dienen. Die Finanzen sind nur aus kulturellen Gründen (die japanischen Bürger sind die Gläubiger des Löwenanteils) noch nicht kollabiert.
    • geissenpetrov 05.03.2019 16:47
      Highlight Highlight Dann besser Somalia, oder wie?
      Japan hat genau dank dieser Politik einen vergleichsweisen hohen Lebensstandard. Es muss sich nun mal jemand verschulden, damit ein anderer vermögend sein kann.
      Das Wort "Schulden" ist übrigens nur im deutschen Sprachgebrauch derart negativ behaftet. Die neoliberale Gehirnwäsche, wonach eine Volkswirtschaft wie ein privathaushalt funktioniert (böse Schulden), hat dann den Rest erledigt.
    • FloW96 05.03.2019 18:08
      Highlight Highlight Japan hat den hohen Lebensstandard seiner westlichen Wirtschaftsinfrastruktur bei gleichzeitig unglaublichem Arbeitsaufwand (50-Stunden-Woche, 2 Wochen Ferien am Stück entsprechen von der Wertstellung her bei uns 3 Monaten unbezahlt) zu verdanken.
    • _kokolorix 05.03.2019 22:07
      Highlight Highlight Japan hat diese Schulden in Infrastruktur und Bildung investiert, darum funktioniert es.
      Griechenland hat sein Schulden in eine korrupte, ineffiziente Verwaltung, eine teure Armee und Steuergeschenke an Reiche verschleudert. Die Bürger haben Ferien gemacht, sich Zweit- und Dritt-Häuser geleistet und haben deutsche Nobelautos gekauft. Darum hat das nicht funktioniert, es wurde kein Mehrwert geschaffen. Ein BMW ist letztlich nicht mehr wert als ein Fiat Panda, Zweitwohnungen sind totes Kapital und über Ferien auf Pump brauchen wir wohl nicht zu diskutieren

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