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Wie kam die Schweiz durch das erste Corona-Jahr? Diese Noten erhält der Bund

26.04.2022, 13:5626.04.2022, 16:41

Wie ist die Schweiz durch das erste Jahr der Covid-19-Pandemie gekommen, also den Zeitraum vom Frühjahr 2020 bis im Sommer 2021? Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat die Krisenvorbereitung und die erste Phase der Pandemie von einer externen Stelle evaluieren lassen. Der Bericht enthält eine Gesamtbeurteilung und Empfehlungen an Bund und Kantone für eine verbesserte Vorbereitung und Bewältigung künftiger Krisen.

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15:03
Warum haben sie niemanden befragt, der die wissenschaftliche Taskforce verlassen hat?
Balthasar: Man habe zum Zeitpunkt der Befragung nicht gewusst, wer die Taskforce verlassen werde.

Die Medienkonferenz ist beendet.
14:55
Was sagen sie zur Anzahl Spitalbetten?
Balthasar: Triage sei im untersuchten Zeitraum nicht nötig gewesen.

Nachfrage: Könne Sie das wissenschaftlich belegen?
Balthasar: Relevant sei nicht die Anzahl Betten, sondern die Anzahl des qualifizierten Personals.
14:53
Schulschliessung und Altersheimschliessungen hätten sich negativ auf die Gesundheit ausgewirkt. Wie genau?
Balthasar: In Altersheimen hätte es Todesfälle gegeben. Bei den Kindern seien die Auswirkungen erst längerfristig abzuschätzen.
14:46
Reaktion der GDK
Michael Jordi spricht: Man habe viel richtig gemacht, aber vieles auch nicht so gut, sagt Jordi.
Das Epidemiengesetz sei eine gute Grundlage gewesen für die Corona-Pandemie, allerdings seien einige Punkte zu unverbindlich formuliert gewesen oder nicht korrekt ausgeführt worden. Diese habe gerade zu Beginn der Pandemie zu Liefer- und Lagerengpässen geführt.

Im Bereich des Contact-Tracings habe es in den Kantonen Startschwierigkeiten gegeben. Diese sei aber rollend angepasst worden, zum Beispiel durch Digitalisierung.
Aber: Gerade im Bereich der Digitalisierung brauche es zukünftig eine Optimierung, hier seien sich alle einig, sagt Jordi.

Jordi betont, dass die medizinische Grundversorgung immer gewährleistet werden konnte. Zudem seien keine Betten abgebaut worden. Er sagt, dass die Vorstellung, dass es mit höheren Spitalkapazitäten weniger Massnahmen gebraucht hätte, zu kurz greifen würde. Trotzdem müssten sich die Kantone im Gesundheitswesen verbessern. Unter anderem werde die Umsetzung der Pflegeinitiative hier Dienste leisten.

Inzwischen befänden wir uns in der normalen Lage. Die GDK spreche Empfehlungen aus, sollte die Lage wieder kritischer werden.

Jordi attestiert der Impfkampagne gute Noten. Bei der Impfung hätten die Räder von Bund und Kantonen gut ineinander gegriffen: Der Bund habe die richtigen Impfstoffe eingekauft, die Kantone hätten die Impfung zur Bevölkerung gebracht. Trotzdem müsse man sich auf eine nächste Pandemie gut vorbereiten.

Die Fragerunde beginnt.
14:34
Reaktion des BAG
Anne Levy spricht: Die Direktorin des BAG freue sich, dass das BAG grundsätzlich gute Noten bekommen habe. Denn die Mitarbeitenden hätten sehr viel und sehr intensiv gearbeitet.

Das BAG betont in seiner Stellungnahme, dass verschiedene Massnahmen zur Verbesserung bereits umgesetzt seien. So habe das BAG das Meldesystem verbessert und die wesentlichen Kennzahlen der Pandemie auf einem Dashboard der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Aktuell werde ein Infoportal zu allen meldepflichtigen Krankheiten erarbeitet.

Das BAG will nach eigenen Angaben die Erkenntnisse aus der vorliegenden Evaluation nutzen und im Rahmen der Revision des Epidemiengesetzes und des nationalen Pandemieplans aufnehmen. Beides soll bis 2024 abgeschlossen sein.

Parallel dazu laufen weitere Untersuchungen, darunter die von der Bundeskanzlei geleitete Gesamtevaluation des Krisenmanagements des Bundes. Auch die Kantone und die Aufsichtskommissionen des Parlaments werten derzeit die Bewältigung der Pandemie aus.

Man wolle nun Lehren aus der Pandemie ziehen, betont Levy vor den Medien.
(sda)
14:15
Die Kritik der Experten
Grundsätzlich habe das BAG gute Noten bekommen: «Das BAG hat den Auftrag, die Bevölkerung zu schützen, sehr ernst genommen»

Der Evaluationsbericht enthält allerdings fünf Empfehlungen, die sich teils an den Bund, an das BAG oder an die Kantone richten. Dem BAG wird grundsätzlich empfohlen, sich organisatorisch besser auf eine nächste Krise vorzubereiten. Dazu sollen die notwendigen Ressourcen sichergestellt und das Krisenmanagement regelmässig geübt werden.

Als Ursache für die Probleme, die aufgetreten sind, sähe die Experten «die mangelnde Krisenvorbereitung bei Bund, Kantonen und betroffenen Institutionen». Auch das BAG sei «organisatorisch unzureichend auf die Corona-Pandemie vorbereitet» gewesen.

Als «nicht angemessen» beurteilt wurden etwa die Schulschliessungen im Frühling 2020. «Diese führten zu grossen Belastungen von Eltern, Kindern sowie Jugendlichen und ziehen möglicherweise einschneidende Folgen für die Bildungsentwicklung zahlreicher Kinder und Jugendlicher nach sich». Weiter sei die Angemessenheit des Verbots von nicht dringend angezeigten medizinischen Eingriffen infrage zu stellen.

Auch der Umgang mit besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen werde kritisch bewertet. Die strengen Schutzmassnahmen in Form von Ausgangs- und Besuchsverboten hätten «zu grossem Leid» sowie zum Teil zu «negativen gesundheitlichen Auswirkungen» bei den Bewohnenden sowie deren Angehörigen geführt.

Das Krisenmanagement des BAG litt laut den Experten zudem unter länger bestehenden Problemen wie einer fehlenden digitalen Strategie und einer fehlenden Lagerhaltung von Schutzmaterial, die sich kurzfristig, während der Bewältigung der Pandemie, nicht lösen liessen. Ebenfalls seien Abläufe innerhalb des BAG vorgängig nicht klar definiert worden. «Die Krisenhandbücher des Amts waren nicht breit bekannt.»

Auch der Bundesrat habe Fehler gemacht. So habe die Regierung der Taskforce im BAG und nicht den dafür in den Verordnungen zum Krisenmanagement des Bundes vorgesehenen Organen zentrale Aufgaben des Krisenmanagements übertragen. Zudem kritisierten die Studienautoren, dass der Bundesrat im Sommer 2020 auf den Führungsanspruch verzichtet habe. Die Kantone seien danach auf die sich anbahnende zweite Welle im Herbst 2020 ungenügend vorbereitet gewesen. Auch im Winter 2020/2021 seien Koordinationsprobleme zwischen Bund und Kantonen aufgetreten. (sda)
14:07
Die Auswertung
Andreas Balthasar spricht: Die Evaluation umfasse den Zeitraum von Februar 2020 bis Sommer 2021.
Mehrere Länder seien verglichen worden.
Die Ausarbeitung sei breit abgestützt und umfasse Daten, die aus mehreren Quellen und Befragungen kämen.

Untersucht worden sei unter anderem:
- Kompetenzordnung des Bundes und der Kantone
- Digitale Daten
- Rolle und Verantwortung in der Kommunikation mit der Bevölkerung
- Zusammenarbeit mit Stakeholdern aus dem Gesundheitswesen
14:02
Die Pressekonferenz beginnt
Anwesend sind:

Anne Levy, Direktorin Bundesamt für Gesundheit (BAG)
Michael Jordi, Generalsekretariat Schweizerische Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK)
Andreas Balthasar, Gesamtleiter der Evaluation
Vor der PK
Die Medienkonferenz beginnt um 14 Uhr.
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26 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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MetalUpYour
26.04.2022 15:32registriert August 2016
Im Vergleich zu sämtlichen Nachbarländern, in welchen der Bevölkerung ein grosses Mehr an Beschränkungen aufelegt wurde, können wir eigentlich ganz zufrieden sein.
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