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Früherer Dschihadist rechnet mit baldigem grobem Zoff zwischen Al-Kaida und IS im Jemen

05.07.2015, 10:0905.07.2015, 10:28

In Syrien und im Irak ist der Islamische Staat (IS) längst die dominierende Kraft unter den sunnitischen Extremistenmilizen. Nun ist der IS auch im Jemen dabei, der in dem Bürgerkriegsland bisher dominierenden Al-Kaida Konkurrenz zu machen.

Bislang beträgt die Zahl der IS-Kämpfer im Jemen nach Schätzungen des früheren Al-Kaida-Insiders Aimen Dean erst rund 300, während Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) mehrere Tausend Kämpfer hat. 

Der Jemen ist derzeit Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen Schiiten-Rebellen und einer von Saudi-Arabiens Luftwaffe unterstützten sunnitischen Koalition.
Der Jemen ist derzeit Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen Schiiten-Rebellen und einer von Saudi-Arabiens Luftwaffe unterstützten sunnitischen Koalition.Bild: YAHYA ARHAB/EPA/KEYSTONE

Doch dürfte es nach Einschätzung Deans, der heute ein Unternehmen für Sicherheitsberatung am Golf führt, nur noch drei bis sechs Monate dauern, bis es zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen beiden Gruppen kommt.

AQAP-Anhänger laufen zum IS über

Traditionell ist der Jemen eine Hochburg der AQAP. Die Organisation ging 2009 aus einem Zusammenschluss des jemenitischen und saudiarabischen Flügels des von Osama bin Laden gegründeten Netzwerks hervor. Unter anderem bekannte sie sich zum tödlichen Anschlag auf die französische Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» im Januar. 

Doch scheint sie mittlerweile an Unterstützung im Jemen zu verlieren. Im Februar berichtete die US-Internetseite SITE, eine ganze Gruppe mutmasslicher AQAP-Anhänger sei zum IS übergelaufen. 

Die derzeitige Schwäche von AQAP ist auch eine Folge der US-Drohnenangriffe auf führende Vertreter der Organisation. Unter anderem wurde Anfang Juni Nasser al-Wuhajschi, die weltweite Nummer Zwei von Al-Kaida, in der südlichen Hafenstadt al-Mukulla getötet. 

Mit Anschlägen auf Huthi-Rebellen profilieren

Einige Beobachter wie Ibrahim Sharqieh Frehat vom Brookings Doha Center meinen gar, dass die Methoden der US-Extremistenbekämpfung ein Klima erzeugt haben, das dem IS beim Aufbau förderlich sei. 

Vor Ort profiliert sich der IS allerdings auch mit spektakulären Anschlägen auf die schiitischen Huthi-Milizen, die sich einen erbitterten Krieg mit einer von Saudi-Arabiens angeführten Koalition arabischer Länder liefert. 

Im März wurden bei IS-Selbstmordanschlägen auf zwei Moscheen in der Hauptstadt Sanaa 137 schiitische Gläubige getötet. Anfang Juni griffen sie mit Autobomben Moscheen und das Hauptquartier der Huthis an. Dabei wurden zwei Menschen getötet. (sda/reu)

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