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Matthias Hüppi wird Verwaltungsratspräsident beim FC St. Gallen. Bild: KEYSTONE

Warum tut sich Matthias Hüppi das Präsidentenamt beim FC St. Gallen an?

SRF-Moderator Matthias Hüppi verlässt die TV-Bühne und wird Verwaltungsratspräsident beim FC St. Gallen.

12.12.17, 21:12 13.12.17, 11:25

François Schmid-Bechtel / Nordwestschweiz



Den öffentlichen Auftritt beherrscht er. Gut, die einen sehen in ihm einen Marktschreier. Aber Matthias Hüppi (59) hat in 38 Jahren beim Schweizer Fernsehen gelernt, was das Volk hören will. «Wir wollen eine Euphorie entfachen», sagt er. Oder: «Wir sind zu Taten bereit.» Oder: «Wir wollen den Fussball in der Region dort hin bringen, wo er hingehört. Das sind die Herzen der Menschen.» Oder: «Ich bringe Leidenschaft mit, kann gut mit Menschen umgehen.»

Hüppi sagt das nicht als Fernsehmoderator, sondern als neuer Präsident des FC St. Gallen. Ab dem 15. Januar ist Hüppi beim Fünften der Super League als vollamtlicher Präsident tätig. Sein Vorgänger Stefan Hernandez ist wie seine drei VR-Kollegen vom neuen Aktionariat um die Industriellen Edgar Oehler und Roland Gutjahr abgesetzt worden. Damit setzt der FC St. Gallen in einem turbulenten Jahr, das geprägt war von Personalwechseln, Intrigen und Querelen, einen fulminanten Schlusspunkt.

Den tiefsten Schnitt verursachte Dölf Früh. Aus gesundheitlichen Gründen übergab er erst das Präsidentenamt an den überforderten Hernandez. Im Herbst dann verkaufte er auch seinen Aktienanteil. Durch Frühs Rückzug entstand zwar die Möglichkeit zum Neuanfang, aber auch ein grosses Vakuum. Denn Früh, der 2010 den Klub vor dem Kollaps gerettet hatte, sorgte nicht nur sportlich, sondern auch finanziell für Kontinuität. Mit seinem Beziehungsnetz avancierte er nebenbei zum wichtigsten Geldbeschaffer des Klubs.

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Nun also Hüppi. Pikant an der Geschichte ist: Ausgerechnet Hüppis Bruder Michael wurde in diesem Jahr auf Initiative von Früh aus dem VR gedrängt. Zudem muss mit Finanzchef Sascha Roth ein Mann seinen VR-Platz räumen, der ein Angestellter Frühs ist.

Insider behaupten, dass Hüppi zum scheitern verurteilt ist, sollte Frühs Arbeit als Mittelbeschaffer als Massstab gelten. Neue Geldquellen anzapfen ist die wichtigste Aufgabe für einen Präsidenten eines Schweizer Fussballklubs. Daran ist Hüppis Bruder gescheitert, der als Präsident den Klub 2010 in einem desolaten Zustand an Dölf Früh übergab.

Warum also Hüppi? Weil er a) den Schweizer Fussball verfolgt. Weil er b) bekannt ist. Weil er c) sich in der Öffentlichkeit verkaufen kann. Und weil er d) offenbar verfügbar ist. Hüppi ist quasi der Gegenentwurf zum unbekannten, in der Öffentlichkeitsarbeit unbedarften Hernandez. Und das ist schon mal ein guter Ansatz.

Aber reicht das auch? Oder anders gefragt: Warum tut sich Hüppi, der in Mutschellen (AG) wohnen bleibt, das Präsidentenamt beim FC St. Gallen an? Nun, als St. Galler ist er mit dem FC von Kindsbeinen an verbunden. Sein Onkel, Alt-Bundesrat Kurt Furgler, gründete nicht nur den Handballklub St. Otmar, sondern war auch ein begeisterter Anhänger des FC St. Gallen. Der FCSG ist für Hüppi bis heute eine Herzensangelegenheit.

Die Chance, beim ältesten Fussballklub der Schweiz eine wichtige Rolle zu übernehmen, bietet sich – auch wenn man Hüppi heisst – wohl nur einmal im Leben. Und weil Hüppi ein Sendungsbewusstsein hat – sonst wäre er nicht Fernsehmoderator geworden – konnte er gar nicht anders, als zusagen. Denn in St. Gallen und Umgebung ist man als Präsident des Fussballklubs, der sich gerne die Etikette «Kulturgut» umhängt, eine Person von Bedeutung.

Hüppi wird in St. Gallen für Unterhaltung neben dem Rasen sorgen. Einerseits, weil er sich gerne reden hört und sieht. Andererseits, weil er höchst empfindlich auf Kritik reagiert. Beim SRF schirmt ihn eine Presseabteilung ab. Beim FC St. Gallen indes kriegt Hüppi den Zorn des Publikums ungefiltert ab. Wie er damit umgehen wird?

Knäbel als neuer Sportchef?

Bei seiner Präsentation tappte Hüppi schon mal in eine erste Falle. Wohl geleitet von der Euphorie kündigte er einen grossen Namen als neuen Sportchef an. Wobei er den Namen natürlich nicht nannte. Problematisch ist, dass er damit hohe Erwartungen weckt, der FC St. Gallen aber derzeit nicht der attraktivste Arbeitgeber im europäischen Fussball ist.

Matthias Hüppi im TV: Hier ein Rückblick von 2003. Video: YouTube/SRF Archiv

St. Gallens Meistertrainer von 2000, Marcel Koller, wurde schon gehandelt. Wahrscheinlicher ist indes, dass Peter Knäbel in der Ostschweiz landet. Der 51-jährige Deutsche war von 2009 bis 2014 als Technischer Direktor beim Schweizerischen Fussballverband tätig. Danach, bis zu seiner Entlassung im Mai 2016, als Sportdirektor beim Hamburger SV. Zuletzt moderierte Knäbel mit Hüppi die sechs Champions-League-Spiele des FC Basel. (aargauerzeitung.ch)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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39Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Staatsgebeutelter 13.12.2017 11:36
    Highlight Er tut sich das an weil er bisher Jahrzehnte nur über Sport gesprochen hatte und nun glaubt er müsse doch nun auch irgendwie im Sport involviert sein. Anders kann ich mir diese Betätigung nicht vorstellen.
    1 6 Melden
  • Nelson Muntz 13.12.2017 10:01
    Highlight Man kann einen Kuhfladen in Puderzucker wälzten, es wird trotzdem kein Donut. Der FCSG wird auch mit der SRF Ikone keine Perle der Superleague.
    5 28 Melden
  • Madmessie 13.12.2017 09:38
    Highlight Weil der FCSG der sicherere Arbeitgeber ist :-)))
    9 5 Melden
  • Triumvir 13.12.2017 08:54
    Highlight Respekt und viel Glück Matthias! Ach ja und Koller wäre ja jetzt frei...
    10 0 Melden
    • Avalanche89 13.12.2017 18:47
      Highlight Koller hat wohl noch andere Pläne als den FCSG😉
      0 0 Melden
  • acove 13.12.2017 08:40
    Highlight Endlich ist das geschehen, worauf viele schon lange gewartet haben, der Schreihals aller Sportsendungen wird uns nicht mehr nerven.
    14 51 Melden
  • olmabrotwurschtmitbürli 13.12.2017 08:13
    Highlight Ich bleibe wohl weiterhin dem SC Brühl treu.
    13 14 Melden
  • Wie funktioniert das...? 13.12.2017 07:54
    Highlight Auf jeden Fall, wenn SRG abgestellt wird, hat Hüppi einen Job:-)
    20 12 Melden
    • Herbert Anneler 13.12.2017 09:35
      Highlight ...bis die No Billies merken, dass Fussball ohne SRG in der Bedeutungslosigkeit versinkt! Hüppi kann dann als Letzter noch das Licht im Stadion löschen...
      9 5 Melden
  • Pana 13.12.2017 03:33
    Highlight "Wieso er sich dies antut?"

    Bin froh, gibt es im Sport noch Leute mit Herzblut..
    42 3 Melden
  • urs eberhardt 13.12.2017 01:53
    Highlight Raus aus dem Biotop. Rein ins Dschungelcamp. Mit 38 Jahren gnadenloser Führungserfahrung im Rucksack. Der Blick wird die Kamera genüsslich draufhalten.
    6 22 Melden
  • SofaSurfer 13.12.2017 00:57
    Highlight Warum er sich das antut? Wegen der Kohle.... Hüppi hat Jahrelang zugeschaut wie diejeninigen über die er berichtet hat, richtig VIEL Kohle verdient haben... Jetzt will er auch ein Stück vom Kuchen und sich einen goldenen Fallschirm fürs Alter sichern. Ganz einfach. Hopp FCSG, Viel Glück Hüppi!
    5 82 Melden
    • Raembe 13.12.2017 06:59
      Highlight Hüppi ist vieles, aber nicht auf Geld aus..
      51 3 Melden
    • Mia_san_mia 13.12.2017 17:32
      Highlight Ja klar, beim SRF hat er sicher sehr schlecht verdient 😂😂😂
      3 0 Melden
    • Avalanche89 13.12.2017 18:49
      Highlight Weiss man was ein Mann wie Hüppi beim Fernsehen ungefähr verdient?
      1 0 Melden
    • Mia_san_mia 13.12.2017 22:29
      Highlight @Avalanche: Das würde mich wirklich auch interessieren...
      0 0 Melden
  • felixJongleur 12.12.2017 23:06
    Highlight Wenn er sich gleich seriös in seine neue Funktion gibt wie die alte und am richtigen Moment seine Meinung und Emotionen auch vor Mikrofonen für sich behält kommt das gut!
    34 2 Melden
  • Thoemmeli 12.12.2017 22:45
    Highlight Warum er sich dies antut, ist mir egal. Hauptsache, ich muss ihn mir nicht mehr in Sportsendungen als Moderator anschauen... 🙈
    39 117 Melden
    • HAZEFLOW JR 12.12.2017 23:37
      Highlight Wo ist dein Problem? Der war doch immer inordnung, hätte er dich Anrufen sollen und fragen wie er die Sendung machen soll? 😂 Sagt ja auch keiner bist beschi**en in dem was du machst...
      40 10 Melden
    • Amboss 13.12.2017 06:23
      Highlight Du armer, du MUSST Sportsendungen anschauen...
      Aber weil ich so nett bin, hier noch zwei gratis-Tipps:
      Ein Fernseher hat einen Aus-Knopf.
      Man kann eine Sendung im Comeback-TV schauen und die Hüppi-moderation spulen.

      Gerne geschehen
      28 12 Melden
  • inquisitio 12.12.2017 22:39
    Highlight Hüppi ist toll und der FC St. Gallen auch. Viel Glück!
    67 15 Melden
  • chr_bopp 12.12.2017 21:48
    Highlight Warum tut sich Matthias Hüppi das an? Es gibt nur eine Antwort: Es muss Liebe sein?
    74 4 Melden
  • Avalanche89 12.12.2017 21:41
    Highlight Ziemlich despektierlicher Beitrag...
    105 15 Melden
  • Lord-Alain 12.12.2017 21:40
    Highlight Warum er sich das antut? Ganz einfach: Der FC St. Gallen ist für ihn eine Herzensangelegenheit und nur wahre Fans können das wohl verstehen.
    171 11 Melden
  • Hercules Rockefeller 12.12.2017 21:37
    Highlight Ich würde mal behaupten, dass Hüppi pünktlich den sinkenden SRG Dampfer verlässt. 😅

    Trotzdem Pro-Billag!
    56 43 Melden
  • zellweger_fussballgott 12.12.2017 21:36
    Highlight Das wichtigste in St. Gallen ist momentan, dass sich die Ostschweizer wieder mit dem FCSG identifizieren können. Sein Auftritt heute an der Pressekonferenz war rhetorisch top, die aktuelle Situation richtig eingeschätzt, die Zukunft realistisch angesehen und ehrlich. Wenn er so handelt, wie er spricht, ist das stark. Mit seinen Aussagen hat er, dass gemacht was zuletzt fehlte: eine gewisse Euphorie entfacht und sportliche Kompetenz ausgestrahlt. Man darf sich freuen.
    131 6 Melden
    • walsi 12.12.2017 23:17
      Highlight Solche Pressekonferenzen sind wie Wahlveranstaltungen. Viele schöne Worte ohne Substanz.
      9 13 Melden
    • MaryTheOne 13.12.2017 08:17
      Highlight gestern hat er vieles gesagt, er war sehr euphorisch (wäre schön, wenn die Spieler jeweils auch so motiviert aus der Kabine kommen würden....) - jetzt müssen aber auch Taten folgen!
      11 1 Melden
  • Thinktank 12.12.2017 21:19
    Highlight Leuthard muss das unterbinden. Das ist ein Angriff auf die Demokratie und gefährdet den Service Publique.
    18 59 Melden
    • real donald trump 12.12.2017 23:45
      Highlight Was?
      17 2 Melden

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