US-Wahlen: Trump stellt Massnahmen gegen illegale Einwanderung vor

17.08.15, 05:16

Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat sich für die Abschiebung illegaler Einwanderer ausgesprochen. In einem Positionspapier zur Immigration fordert der Unternehmer zudem den Bau einer Mauer an der amerikanisch-mexikanischen Grenze.

Für deren Kosten müsste laut Trump Mexiko aufkommen. Die bisherige automatische Staatsbürgerschaft für in den USA geborene Kinder illegaler Immigranten soll abgeschafft werden, wie aus dem am Sonntag auf Trumps Internetseite veröffentlichten Papier weiter hervorging.

Trump hatte bereits zuvor in einem Interview des Senders NBC gesagt, dass illegale Immigranten «gehen müssen». Dafür werde er im Fall seiner Wahl zum Präsidenten sorgen. Familien würden nicht auseinandergerissen, «aber sie müssen gehen». Der Republikaner ging allerdings nicht ins Detail und machte keine Angaben dazu, was mit Einwanderern geschehen solle, die nicht in ihre Heimat zurückkehren können.

«Wir werden mit ihnen arbeiten», sagte Trump dazu lediglich. «In vier Jahren werden Sie mich interviewen und sagen 'wie gut Sie das gemacht haben, Präsident Trump'», prophezeite er. In den USA leben schätzungsweise elf Millionen Ausländer ohne Papiere.

Kritik an Äusserungen

«Ich liebe dieses Land und ich möchte es wieder gross machen», hob der für seine scharfen Töne bekannte Milliardär hervor. «Und es wird nicht gross werden, wenn wir auf diese Art weiter machen, wir werden Dritte Welt werden. Wahrscheinlich sind wir das schon.»

Mitte Juni hatte Trump bei der Bekanntgabe seiner Präsidentschaftsbewerbung gesagt, wenn «Mexiko seine Leute schickt, schicken sie nicht die besten.» Pauschal warf er den Mexikanern vor: «Sie bringen Drogen, sie bringen Kriminalität, sie sind Vergewaltiger.» Die Äusserungen hatten in den USA und in Lateinamerika heftige Kritik ausgelöst, Trump weigerte sich allerdings, sich zu entschuldigen.

Die meisten illegalen Einwanderer in den USA stammen aus Mexiko. Von den Latinos, der grössten Minderheit in den USA, haben die meisten mexikanische Wurzeln. Beim Rennen um das Weisse Haus spielen Wähler mit lateinamerikanischen Wurzeln eine entscheidende Rolle.

Trump ist selbst Sohn einer Einwanderin. Seine Grosseltern väterlicherseits kamen aus Deutschland in die USA. Er führt laut Umfragen derzeit das 17-köpfige republikanische Bewerberfeld für die Wahl 2016 an. Mit seiner Position zur Immigration steht er rechts von den meisten seiner innerparteilichen Konkurrenten. So will Trump beispielsweise auch, dass alle in den USA straffällig gewordenen Ausländer in ihre Heimat zurückgeschickt werden. (sda/dpa/afp)

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